Buchhändler finden Papiermüll toll

Ich muss mir wieder mal an den Kopf fassen, ob ein­er erneut vol­lanalo­gen, rück­wärts­ge­wandten Branche.

Da macht Ran­dom House alles richtig, indem die Ver­lags­gruppe ankündigt, dass es ab 2019 für keine ihrer 40 Marken mehr eine gedruck­te Buchvorschau geben wird. Was das an Men­gen von Papier­müll einspart, kann man sich bei der Größe des Anbi­eters grob vorstellen. Und let­z­tendlich ist es ja auch völ­lig sin­nvoll, solch­es Werbe­ma­te­r­i­al nach­haltiger anzu­bi­eten, also beispiel­sweise auf Bild­schir­men. Es müssen dann keine Bäume mehr für Prospek­te abge­holzt wer­den, vom Wasserver­brauch, der bei der Papier­her­stel­lung entste­ht, noch gar nicht gesprochen. Alles in allem also aus Umwelt-Sicht eine ganz grandiose Sache. Und selb­stver­ständlich spart das auch der Ver­lags­gruppe Geld: für den Druck eben­so wie für den Ver­sand, aber für mich ste­hen die pos­i­tiv­en Aspek­te in Sachen Umwelt im Vorder­grund. Ich per­sön­lich bin schon lange dafür, dass über­flüs­sige Wer­be­blät­ter in jeglich­er Form, die in meinen Augen eine üble Ressourcenver­schwen­dung darstellen, ver­boten wer­den, und nur noch elek­tro­n­isch ange­boten wer­den dürften. Das­selbe sage ich übri­gens zu Tageszeitun­gen, es kann doch nicht ange­hen, dass dafür Papi­er ver­schwen­det wird, dass man die Blät­ter liest und dann sofort weg­wirft.

Was dann passiert ist angesichts dieser Branche nicht uner­wartet: Die Buch­händler fan­gen an zu maulen. Im Rah­men ein­er (ver­mut­lich eher nicht repräsen­ta­tiv­en) Umfrage beim Buchre­port find­en 73% der Totholztem­pel-Besitzer das doof. Ern­sthaft.

Das darf doch alles gar nicht wahr sein. Kann die bitte mal jemand ins 21. Jahrhun­dert hieven? Danke.

Bild Kains Facepalm von Alex E. Proimos, aus der Wikipedia, CC BY

Stefan Holzhauer

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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