Carlsen-Verlag trollt wegen zehn mal zehn Zentimetern …

Zehn mal zehn Zen­ti­me­ter, das sind die Aus­ma­ße der soge­nann­ten »Pixie-Bücher«. Es han­delt sich dabei um Bil­der­bü­cher für Kin­der aus dem Carl­sen-Ver­lag. Nun soll­te man anneh­men, dass zehn mal zehn Zen­ti­me­ter nur ein Papier­for­mat ist. Wei­ter nichts Dol­les, oder? Weit gefehlt.

Der klei­ne schwä­bi­sche Unsicht­bar Ver­lag hat in sei­ner »Edi­ti­on Klein­laut« doch tat­säch­lich die unglaub­li­che Dreis­tig­keit beses­sen, Bücher in zehn mal zehn her­aus zu brin­gen. Und was war Carl­sens Reak­ti­on? Eine Unterlassungsaufforderung.

Wie nennt man so etwas? rich­tig: Trolle!

Wenn ich lese, dass Carl­sen das nach eige­nen Aus­sa­gen nur »for­mal­ju­ris­tisch« machen muss­te, um das For­mat zu schüt­zen, das »zen­tra­ler Bestand­teil der Mar­ke gewor­den sei«, dann fällt mir ehr­lich gesagt nichts mehr ein, auch dann nicht, wenn die PR-Abtei­lung sich noch beeilt hin­zu­zu­fü­gen, dass der Unsicht­bar Ver­lag ihnen eigent­lich »extrem sym­pa­tisch« sei. Davon kann der Ver­lag sich nichts kau­fen, der muss jetzt 6000 Bücher ein­stamp­fen, die er aus recht­li­chen Grün­den noch nicht mal ver­schen­ken darf.

Was kommt als nächs­tes? Eine Abmah­nung, weil jemand sich erdreis­tet hat, etwas im For­mat DIN-A5 zu veröffentlichen?

Wisst ihr was, Carl­sen? Ihr könnt euch euren zen­tra­len Mar­ken­be­stand­teil for­mal­ju­ris­tisch irgend­wo hin schie­ben, wo kei­ne Son­ne scheint. Ich hat­te mir gera­de erst über­legt, diver­se Comi­c­al­ben nach­zu­kau­fen, die über die Jah­re bei Umzü­gen ver­schol­len sind. Das Geld wer­de ich jetzt anders­wo inves­tie­ren. Viel­leicht in anti­qua­ri­sche Aus­ga­ben, statt neue.

Ein wei­te­res grund­le­gen­des Pro­blem dabei ist selbst­ver­ständ­lich die deut­sche Rechts­la­ge, die es ermög­licht, sich auf etwas der­art pop­li­ges wie ein blo­ßes Papier­for­mat einen Gebrauchs­mus­ter­schutz ein­tra­gen zu las­sen. Unfassbar.

Viel­leicht kann der Ver­lag die Bücher rund­um beschnei­den? 9,8 x 9,8 Zen­ti­me­ter sind ja schließ­lich nicht geschützt, oder ..?

Creative Commons License

Pres­se­fo­to »Edi­ti­on Klein­laut« Coyp­right Unsicht­bar Ver­lag, Quel­le der Nach­richt: Tages­spie­gel (Link gibt´s nicht wegen Leis­tungs­schutz­recht)

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

3 Kommentare for “Carlsen-Verlag trollt wegen zehn mal zehn Zentimetern …”

Kyr

sagt:

Eine klei­ne Kor­rek­tur: Es geht für den Unsicht­bar Ver­lag nicht »nur« um 600 Bücher, son­dern um etwa 6000. Behaup­tet zumin­dest der Tages­spie­gel. [Ich füge den Link zum Tages­spie­gel hier nicht ein, LSR und so.]

Stefan Holzhauer

sagt:

Dan­ke, war ein Tipp­feh­ler, gele­sen hat­te ich die 6000 näm­lich auch. Seufz.

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