Aktuelle US-Serien bei Videoload

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Das Por­tal Video­load hat eine neue Kate­go­rie namens »Hot From The US«, in dem auf­grund einer Zusam­men­ar­beit mit dem ame­ri­ka­ni­schen Sen­der ABC des­sen Fern­seh­se­ri­en kurz nach der Aus­strah­lung auch bei uns ange­bo­ten wer­den.
Zwar mag die­se Nach­richt den Ori­gi­nal­ton-Freund in Eupho­rie ver­set­zen, doch man soll­te sich nicht zu früh freu­en. Um TV-Hits wie bei­spiels­wei­se GREY’S ANATOMY, des­sen Spin-Off PRIVATE PRACTICE, DESPERATE HOUSEWIVES oder LOST weni­ge Tage nach der US-Austrah­lung gou­tie­ren zu kön­nen, muss der Inter­es­sier­te pro Epi­so­de 2,49 Euro auf den Tisch legen (HD ist teu­rer). Der gigan­ti­sche Scherz bei der Sache ist: Dafür erhält man gnä­dig die Erlaub­nis, sich die Epi­so­de inner­halb von 24 Stun­den anzu­se­hen, nicht sie her­un­ter zu laden; sprich: danach hat man dank DRM kei­nen Zugriff mehr auf die »gemie­te­ten« Fol­gen. In den USA darf man sie für unge­fähr den­sel­ben Obo­lus her­un­ter laden und archi­vie­ren. Staf­fel- oder Abo­prei­se wer­den von Video­load nicht ange­bo­ten.

Mal abge­se­hen von den völ­lig über­zo­ge­nen Prei­sen: Für wie blöd hal­ten die mich bei der Tele­kom (Betrei­ber von Video­load) eigent­lich? Die Fol­ge 24 Stun­den mie­ten? Das dürf­te kein Geschäfts­mo­dell für den hie­si­gen Markt sein. Bie­tet die Epi­so­den zum Down­load an und arbei­tet am Preis, eine 20-Fol­gen-Staf­fel einer ein­zi­gen Serie wür­de der­zeit 49,80 Euro kos­ten, in keins­ter Wei­se ange­mes­sen. Ab eins­fuff­zig pro Epi­so­de fan­ge ich an, ernst­haft nach­zu­den­ken. Viel­leicht sind ande­re Anbie­ter ja schlau­er.

Die dyna­mi­sche Preis­ge­stal­tung ist bei Video­load aller­dings Pro­gramm, wirft man einen Blick auf die her­un­ter­lad­ba­ren Spiel­fil­me, stellt man fest, dass man die beim ein­schlä­gi­gen Fach­han­del fast immer preis­wer­ter als DVD bekommt, die Qua­li­tät der Down­load-Fil­me aller­dings schlech­ter als auf Sil­ber­schei­be ist. Somit dürf­te das allen­falls für Per­so­nen inter­es­sant sein, die der­art weit in der Wal­lachei woh­nen, dass der nächs­te Geiz-ist-geil-Markt Stun­den ent­fernt ist. Die haben dann am AdW aber höchst­wahr­schein­lich kei­ne Breit­band­an­bin­dung, der Tele­kom (!) sei Dank!

Ach ja: Man benö­tigt für die Nut­zung zwin­gend Win­dows XP oder Vis­ta…

Amazons Kindle jetzt auch in Deutschland (Update)

kindle

Ama­zons eBook-Rea­der Kind­le ist ab sofort auch in Deutsch­land erhält­lich. Sucht man ama​zon​.de auf, wird man mit einem läng­li­chen Text (der als Gra­fik vor­liegt, also nicht bar­rie­re­frei) dar­auf hin­ge­wie­sen, dass man das Gerät nun bestel­len kann, dafür aber auf die Sei­te ama​zon​.com umge­lei­tet wird, gelie­fert wird aus den USA. Im erklä­ren­den Text wird spe­zi­ell auf die Nut­zung des Kind­le zum Lesen eng­lisch­spra­chi­ger Bücher hin­ge­wie­sen. Pas­send zum Ver­kaufs­start außer­halb der USA (und wohl auch zur Buch­mes­se, auf der zahl­lo­se Alter­na­ti­ven vor­ge­stellt wer­den) wur­de der Preis gesenkt: Die US-Ver­si­on auf 259 Euro, die Vari­an­te für den inter­na­tio­na­len Ver­kauf auf 279 Euro. All das gilt nur für den Kind­le I, die zwei­er-Ver­si­on ist nicht für den welt­wei­ten Ver­kauf bestimmt.

Der Kind­le für den deut­schen Markt arbei­tet mit UMTS, Edge, GPRS und WLAN, um Inhal­te auf den Rech­ner zu über­tra­gen, UMTS und WLAN feh­len auf dem US-Gerät. Frag­wür­dig ist die Tat­sa­che, dass für die draht­lo­se Über­tra­gung der Bücher (oder ande­rer Medi­en) ein Ent­gelt in Höhe von hap­pi­gen 99 Cent pro Mega­byte anfällt, zusätz­lich zum ohne­hin oft bereits über­teu­er­ten Preis der eBooks. Ama­zon stellt bis­lang aus­schließ­lich eng­li­sche Bücher zur Ver­fü­gung, Ver­trä­ge mit deutsch­spra­chi­gen Ver­la­gen exis­tie­ren bis­lang nicht. Blogs und Web­brow­ser kann man auf der inter­na­tio­na­len Ver­si­on nicht nut­zen.

Über­haupt scheint es sich um eine Hau-Ruck-Akti­on zu han­deln, denn der in den USA bestell­ba­re Kind­le ver­fügt angeb­lich nicht über ein Netz­teil, das in deut­sche Steck­do­sen passt.

Fasst man all das zusam­men, dann kann die Akti­on nur als frag­wür­dig bezeich­net wer­den, grund­sätz­lich soll­te man ohne­hin vom Kauf eines Kind­le abra­ten, da Ama­zon über die draht­lo­se Ver­bin­dung umfang­rei­chen Zugriff auf das Gerät hat und dar­über bereits erwor­be­ne Bücher löschen kann – und das auch schon ein­mal getan hat. Es gibt inzwi­schen zahl­lo­se Gerä­te ande­rer Anbie­ter, die sich in Sachen Funk­ti­on nicht vor dem Kind­le ver­ste­cken müs­sen und deren Betriebs­sys­te­me offen daher kom­men.

Update: Bei den Preis­an­ga­ben han­delt es sich um Dol­lar, nicht um Euro. Damit läge der Preis für den inter­na­tio­na­len Kind­le bei ca. 180 Euro, aller­dings zuzüg­lich Zoll, Import­steu­er und Por­to.

Erschienen: Dirk van den Booms TENTAKELSTURM

Cover Tentakelsturm

Im Atlan­tis Ver­lag ist mit TENTAKELSTURM von Dirk van den Boom der abschlie­ßen­de Teil der Mili­ta­ry-SF-Tri­lo­gie TENTAKELKRIEG erschie­nen. Wei­ter­hin liefe­bar sind die Tei­le eins (TENTAKELSCHATTEN) und zwei (TENTAKELTRAUM).

Die Irdi­sche Sphä­re ist unter der Inva­si­on der Ten­ta­kel zusam­men­ge­bro­chen. Der Mensch­heit bleibt nur noch ihr eige­nes Son­nen­sys­tem, doch auch die­ses droht unter dem Ten­ta­kel­sturm zu fal­len. Wenn aber nie­mand mehr ein Wun­der erwar­tet, bleibt nur noch der Mut der Ver­zwei­fel­ten, um das Ver­häng­nis viel­leicht doch noch abzu­wen­den.

Capi­taine Jona­than Haark, Marechal Rahel Too­ma, Dr. DeBu­ren­berg und vie­le wei­te­re Frau­en und Män­ner, Zivi­lis­ten wie Sol­da­ten, neh­men einen Kampf auf, der nicht nur ihr per­sön­li­ches Schick­sal ent­schei­det, son­dern auch das der gesam­ten Mensch­heit.

Oder was von ihr übrig ist.

TENTAKELSTRUM – TENTAKELKRIEG 3
Dirk van den Boom
Titel­bild von Chris­ti­an Kes­ler
Paper­back mit Klap­pen­bro­schur
ca. 200 Sei­ten, 12,90 EUR
ISBN 978–3‑941258–06‑8

Nautilus 67: Urban Fantasy

nautilus67

Unter dem Pflas­ter der Städ­te liegt zumeist nicht der viel­be­sun­ge­ne Strand, oft jedoch ver­bor­ge­ne Magie. Und glaubt man den Geschich­ten der Urban Fan­ta­sy-Autoren, dann gibt es kei­ne Alli­ga­to­ren in der Kana­li­sa­ti­on, son­dern dunk­le Mäch­te in den Kata­kom­ben wie Vam­pi­re und Wer­wöl­fe. Das monat­li­che Fan­ta­sy-Maga­zin NAUTILUS – Aben­teu­er & Phan­tas­tik hat in sei­ner Okto­ber-Aus­ga­be die Magie der Städ­te erforscht.

In der am 18. Sep­tem­ber als Print­aus­ga­be erschie­ne­nen und schon seit dem 1. Sep­tem­ber online durch­blät­ter­ba­ren Aus­ga­be 67 der NAUTILUS geht es um das Gen­re der Urban Fan­ta­sy mit sei­nen hart­ge­koch­ten Detek­ti­ven, städ­ti­schen Hexen­meis­tern und Vam­pi­ren und Wer­wöl­fen, das in Film, Roman und Comic unter­sucht wird: Die For­schungs­rei­se beginnt bei der Ent­ste­hungs­ge­schich­te von Jon J Muths Gra­phic Novel »M – Eine Stadt sucht einen Mör­der« inkl. Inter­view mit dem Comic-Zeich­ner, führt über die »Nightside«-Romane von Simon R. Green zu den »Dunk­len Fäl­len des Har­ry Dres­den« von Jim But­cher bis zur Welt der »Wöchter«-Romane von Ser­gej Lukia­nen­ko, über deren Ent­ste­hung der Co-Autor Wla­di­mir Was­sil­jew berich­tet, und endet bei Feen­rei­chen direkt vor der eige­nen Haus­tür und schließ­lich in den Kata­kom­ben von Paris in den »Libri Mortis«-Romanen von Peter Schwindt. Beson­de­re Por­träts sind Ray­mond Chand­ler als dem lite­ra­ri­schem Vater des Pri­vat­schnüff­lers Phil­ip Mar­low gewid­met sowie der gro­ßen Fan­ta­sy-Lady Mari­on Zim­mer Brad­ley zum zehn­ten Todes­tag.

Blizzard patched Bier-Questen aus WORLD OF WARCRAFT

Inner­halb des Spie­les WORLD OF WARCRAFT wird soeben, wie auch schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, der Son­de­re­vent »Brau­fest« began­gen, der sich auf das eben­falls der­zeit statt­fin­den­de Okto­ber­fest bezieht. Vor der Zwer­gen­haupt­stadt Iron­f­or­ge fin­det man Fest­zel­te und Zwer­ge in krach­le­der­nem Out­fit, unter­malt von pas­sen­der volks­tüm­li­cher Schram­mel­mu­sik (auf Hor­den­sei­te fin­det das­sel­be vor der Ork­haupt­stadt Orgrim­mar statt – Orks in baye­ri­schem Gewand sind sehens­wert…). Wie  der Name schon nicht nur andeu­tet, dreht sich das Brau­fest unter ande­rem um Bier.

In vor­pre­schen­dem Gehor­sam (oder mög­li­cher­wei­se aus Angst wegen des Jugend­schut­zes und der ohne­hin der­zeit statt­fin­den­den – meist unsach­li­chen – Dis­kus­sio­nen um Com­pu­ter­spie­le) hat Bliz­zard nun zwei Ques­ten aus dem Spiel ent­fernt. Bei bei­den muss­te man reich­lich vir­tu­el­les Bier zu sich neh­men, um sie abschlie­ßen zu kön­nen: War man hin­rei­chend bezecht (das wird übri­gens beglei­tet von gra­fi­schen Effek­ten wie Frosch­au­gen­blick und neb­li­gem Bild, sowie der Tat­sa­che, dass die Spiel­fi­gur nicht mehr gera­de­aus­lau­fen kann und im Chat zusätz­li­che »s« oder »hic»s nach dem Zufalls­prin­zip ein­ge­fügt wer­den), konn­te man Wol­per­tin­ger oder rosa Elekks (Ele­fan­ten) sehen, die man dann fan­gen soll­te. Was über meh­re­re Jah­re nie­man­den stör­te, wur­de ges­tern ohne viel Feder­le­sens aus dem Spiel ent­fernt. Auf den US-ame­ri­ka­ni­schen Ser­vern sind die ent­spre­chen­den Ques­ten vor­han­den.

Bliz­zard hält sich bis auf »Die Brau­fest­quests ‘Para­de der rosa Elekks’ und ‘Fangt die wil­den Wol­per­tin­ger’ wur­den ent­fernt um sicher­zu­stel­len, dass World of War­craft Inhal­te bie­tet, die mit regio­na­len Anfor­de­run­gen bezüg­lich der Alters­frei­ga­be kon­form sind« mit Aus­sa­gen zurück.

Mir ist bekannt, dass es hin­sicht­lich der Jugend­frei­ga­be mit Gewalt Pro­ble­me geben könn­te – aber bei rein vir­tu­el­lem Bier­trin­ken? Und ande­re Bezech-Ques­ten sind noch vor­han­den? Lächer­lich! Ins­be­son­de­re ein­ge­denk der Tat­sa­che, dass man die Ques­ten dank eines neu­en Objekts auch gänz­lich ohne die Nut­zung vir­tu­el­len Alko­hols erfül­len konn­te. Aber ich plä­die­re ja schon lan­ge dafür, die Alters­frei­ga­be für WOW auf min­des­tens 16, wenn nicht sogar 18, anzu­he­ben.

AION ohne Gameguard – dafür mit Startproblemen

aion cover

Das MMORPG AION wird nach wie vor als hei­ßer Anwär­ter dar­auf gehan­delt, an der Vor­macht­stel­lung von WORLD OF WARCRAFT zu krat­zen. Einen her­ben Rück­schlag für Her­stel­ler NC Soft bedeu­te­te die über­aus schlech­te Kri­tik von Fach­welt und Spie­lern wegen der »Sicher­heits­soft­ware« Game­guard, die ein­ge­setzt wer­den soll­te, um Betrug im Spiel (soge­nann­tes »Chea­ten«) zu ver­hin­dern (wir berich­te­ten). Game­guard wird von Fach­leu­ten höchst nega­tiv beur­teilt, da es alle Anzei­chen einer Schad­soft­ware hat, sich tief ins Sys­tem ein­gräbt und kaum wie­der ent­fernt wer­den kann.

Doch bei NC Soft woll­te man sich den Euro­pa­start offen­bar nicht ver­ha­geln las­sen und gab des­we­gen bekannt, dass man hier­zu­lan­de auf den Ein­satz der Sicher­heits­soft­ware (vor­erst?) ver­zich­tet. Bei der Beta­ver­si­on des Spiels wur­de Game­guard noch mit­in­stal­liert. NC Soft: »Nach Ana­ly­se unse­rer Resul­ta­te aus der offe­nen Beta haben wir uns ent­schlos­sen, Game­guard zum Launch des Spiels nicht ein­zu­set­zen. Wir wer­den wei­ter­hin dar­an arbei­ten, Game­guard inner­halb AIONs kom­pa­ti­bel zu machen, aber im Moment ist es für uns das Wich­tigs­te, dass unse­re Spie­ler AION so pro­blem­los wie mög­lich erle­ben kön­nen.«

Pro­blem­los? Vor­be­stel­ler dür­fen das Spiel bereits seit dem letz­ten Wochen­en­de spie­len, da der frü­he Zugang ein Gim­mick für sol­che Vor­or­dern war. Theo­re­tisch, muss man hin­zu­fü­gen, denn es wird von mas­si­ven Pro­ble­men berich­tet. Offen­bar sind die Ser­ver völ­lig über­las­tet, Spie­ler kla­gen über bis zu sie­ben Stun­den (!) War­te­zeit bevor man sich ein­log­gen kann, wei­ter­hin wird von Ser­ver­ab­stür­zen und kryp­ti­schen Feh­ler­mel­dun­gen gespro­chen.

Da NC Soft sicher­lich recht genau über die Anzahl der vor­ver­kauf­ten Exem­pla­re infor­miert war, fragt man sich, war­um hier nicht für die ent­spre­chen­de Ser­ver- und Soft­ware­infra­struk­tur gesorgt wur­de, wei­ter­hin dürf­te das für den offi­zi­el­len Start am Frei­tag Übles erwar­ten las­sen. Der deut­sche Sup­port hüllt sich nach Anga­ben von gefrus­te­ten Spie­lern offen­bar wei­test­ge­hend in Schwei­gen und lässt die­se im Regen ste­hen.

NC Soft reagiert eher flap­sig: »Hand aufs Herz, wer hät­te nicht mit War­te­schlan­gen gerech­net? Ja, wir haben sehr vie­le Vor­be­stel­ler, aber trotz allem wol­len wir nicht den Feh­ler machen, kurz­fris­tig zu vie­le Ser­ver auf­zu­stel­len und dann spä­ter, wenn nicht alle gleich­zei­tig ver­su­chen zu spie­len, halb­vol­le Ser­ver zu haben.«

Erschwe­rend kommt hin­zu, dass man für ein Gleich­ge­wicht der Spie­ler­zahl bei den bei­den Frak­tio­nen – Asmo­dier und Ely­os – sor­gen will, was dazu führt, dass man even­tu­ell auf dem Wunsch­ser­ver nicht die Sei­te spie­len kann, die man gern möch­te – was eben­falls zu Unmut füh­ren dürf­te.

NC Soft soll­te hier schnells­tens nach­bes­sern, um aus dem auf­ge­hen­den Stern nicht eine schnell ver­glü­hen­de Stern­schnup­pe wer­den zu las­sen. Auf der ande­ren Sei­te: Erin­nert sich noch jemand an den offi­zi­el­len Start von WORLD OF WARCRAFT? – der ging eben­falls alles ande­re als glatt… :o)

Ende September: DIE MAGISCHE LATERNE DES HERRN ZINKEISEN

Cover DIE MAGISCHE LATERNE DES HERRN ZINKEISEN

Ende Sep­tem­ber erscheint im Atlan­tis Ver­lag DIE MAGISCHE LATERNE DES HERRN ZINKEISEN von Wil­ly Sei­del.

Wil­ly Sei­del (1887–1934) war ein bedeu­ten­der Ver­tre­ter der Phan­tas­ti­schen Lite­ra­tur Deutsch­lands Anfang des 20. Jahr­hun­derts. Die Samm­lung DIE MAGISCHE LATERNE DES HERRN ZINKEISEN erschien erst­mals 1930, mit der Geschich­te »Das ältes­te Ding der Welt« ent­hält sie einen Klas­si­ker der Schau­er­li­te­ra­tur.

Das Titel­bild stammt von Mark Frei­er, drei Innen­il­lus­tra­tio­nen von Timo Küm­mel. Der Titel erscheint als Hard­co­ver (lami­nier­ter Papp­band mit Lese­bänd­chen, 260 Sei­ten, 14,90 EUR) ohne ISBN in der Edi­ti­on Atlan­tis und wird nur direkt beim Ver­lag erhält­lich sein. Die Auf­la­ge ori­en­tiert sich an der Anzahl der Vor­be­stel­lun­gen, es wird nur eine gerin­ge Men­ge mehr gedruckt. Ein früh­zei­ti­ges Bestel­len emp­fiehlt sich daher.

Google druckt Bücher

Die Ansa­ge des Such­ma­schi­nen­pri­mus und der­zeit Lieb­lings­fein­des der deut­schen Ver­le­ger dürf­te die­sen wei­te­re Schweiss­per­len und Zor­nes­rö­te auf die Stirn trei­ben (auch wenn das momen­tan nur in den USA ange­bo­ten wird, soll­te klar sein, dass man das Ange­bot inter­na­tio­nal aus­wei­ten dürf­te):

Goog­le kün­digt an, rund zwei Mil­lio­nen gemein­frei­er Bücher aus sei­nem Fun­dus zum Aus­dru­cken anzu­bie­ten. Wer die Wer­ke also nicht am Bild­schirm lesen möch­te, der kann sich eine Papier­ver­si­on bestel­len. Gedruckt wer­den sol­len die Bücher von der Espres­so Book Machi­ne, einer Kom­bi­na­ti­on aus Laser­dru­cker, Bin­de- und Schnei­de­ma­schi­ne, die in Buch­lä­den auf­ge­stellt wird; sie wird vom New Yor­ker Unter­neh­men On Demand Books her­ge­stellt und kos­tet ca. 100000 Dol­lar. Die Espres­so Book Machi­ne benö­tigt ca. vier Minu­ten, um aus einem 300-Sei­ten-Text ein fer­ti­ges Buch zu erstel­len.

Die ca. 2 Mil­lio­nen Bücher erschie­nen vor 1923 und damit ist ihr Urhe­ber­schutz abge­lau­fen – da hilft den Ver­le­gern auch kein Lamen­tie­ren. Für Gen­re-Freun­de dürf­te eini­ges Inter­es­san­tes dar­un­ter zu fin­den sein…

TOT ABER FEURIG

tot aber feurig

Auf Liter­ra star­te­te ein wei­te­res SPECIAL:

Die rasan­te, humo­ri­ge Phan­tas­ik­se­rie TOT ABER FEURIG, die im Gros von Tanya Car­pen­ter und Mela­nie Wie­chert bestrit­ten wird. Dar­über hin­aus gibt es gele­gent­li­che »Gast­auf­trit­te« von Ali­sha Bion­da, die die Online­se­rie auch redak­tio­nell betreut und spo­ra­disch eine durch­ge­knall­te Jour­na­lis­tin in das Pro­jekt ein­brin­gen wird. Haupt­merk die­ser Serie wird die Aus­rich­tung auf das lite­ra­ri­sche »Augen­zwin­kern« sein und die Leser wer­den sehr schnell die Freu­de der Autorin­nen am gemein­sa­men Fabu­lie­ren erle­sen kön­nen.

TOT ABER FEURIG unter­hält die Liter­ra-Besu­cher (wei­test­ge­hend) monat­lich und wird künst­le­risch von Andrä Mar­ty­na betreut.

Geplant sind neben den Kurz­ge­schich­ten, die nach und nach einen Epi­so­den­ro­man erge­ben sol­len, ein Glos­sar und eine Gale­rie, damit die Cha­rak­te­re auch ein »Gesicht« für Sie bekom­men. Las­sen Sie sich über­ra­schen!

Unter dem SPECIAL- Link fin­den Sie ers­te ein­füh­ren­de Wor­te, aus denen Sie ent­neh­men kön­nen, was Sie in der Serie erwar­tet – dar­über hin­aus die ers­te Sto­ry MIDDEATH CRISIS.

Quel­le: Ali­sha Bion­da, Gra­fik: Liter­ra

Frankfurter Buchmesse knickt vor China ein

Buchesse 2009

Eines der gro­ßen The­men der dies­jäh­ri­gen Frank­fur­ter Buch­mes­se ist chi­ne­si­sche Lite­ra­tur. Auf Wunsch der chi­ne­si­schen Zen­sur­be­hör­de wur­den nun zwei sys­tem­kri­ti­sche Autoren, die an einem Sym­po­si­um teil­neh­men woll­ten von den Mes­se­ver­an­stal­tern wie­der aus­ge­la­den. Chi­na hat­te mit mit einem Boy­kott der zwei­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung gedroht, soll­ten der Schrift­stel­ler Bei Ling und sei­ne Kol­le­gin Dai Qing nach Frank­furt kom­men dür­fen.

Der Direk­tor der Buch­mes­se, Juer­gen Boos, ver­tei­dig­te die eige­ne Ent­schei­dung im Vor­feld des Sym­po­si­ums: Er ver­trat sei­nen Stand­punkt, dass sowohl Bei Ling als auch Dai Qing nicht der Run­de der Podi­ums­gäs­te ange­hör­ten; die sei von den fünf Orga­ni­sa­to­ren des Sym­po­si­ums, unter ande­rem die chi­ne­si­sche Zen­sur­be­hör­de, die Frank­fur­ter Buch­mes­se und die Schrift­stel­ler­ver­ei­ni­gung P.E.N., abge­spro­chen und ste­he außer Fra­ge. Bei Ling und Dai Qing habe man »nur als Teil­neh­mer« ein­ge­la­den. Update: P.E.N. distan­ziert sich inzwi­schen von der Dar­stel­lung, zuge­stimmt zu haben. P.E.N.-Generalsekretär Her­bert Wies­ner sag­te ges­tern in einem Inter­view: »Wir machen bei der Nicht­ein­la­dung oder Wie­der­aus­la­dung nicht mit. Das [die Unter­drü­ckung der Mei­nungs­frei­heit] ist ein Ver­stoß gegen unse­re Char­ta.« Man dür­fe sich dem Druck chi­ne­si­scher Kader nicht beu­gen.

Erbärm­lich, wie hier ein Land hofiert wird, das regel­mä­ßig und völ­lig offen die Men­schen­rech­te ver­letzt. Viel­leicht hät­te man es sich gründ­li­cher über­le­gen sol­len, Chi­na zu einem der Auf­hän­ger der Buch­mes­se zu machen und dem tota­li­tä­ren Régime damit eine Mög­lich­keit zu geben, sich inter­na­tio­nal wei­ter zu pro­fi­lie­ren. In unse­rem Land ist die Mei­nungs­frei­heit geschützt (bei den Bestre­bun­gen unse­rer Poli­ti­ker kann man nur ein »noch« hin­zu­fü­gen), da kann es nicht ange­hen, dass man die­se Mei­nungs­frei­heit auf Wunsch chi­ne­si­scher Des­po­ten ohne gro­ße Beden­ken wie eine hei­ße Kar­tof­fel fal­len läßt.

Die Hand­lungs­wei­se der Ver­ant­wort­li­chen der Frank­fur­ter Buch­mes­se ist beschä­mend und pein­lich für Deutsch­land.

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