Offener Brief der Selfpublisher an den Buchhandel

Hallo Selfpublisher!

feat_buchhandelLest euch den folgenden offenen Brief durch (Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten offenen Briefen sind selbstverständlich reiner Zufall und keine Absicht), und wenn ihr damit einverstanden seid, dann unterschreibt ihn bitte in einem Kommentar (echter Name oder Pseudonym, ganz wie ihr wollt). Vielleicht bekommen wir ja mehr als die 500 Unterschriften irgendwelcher Verlagsautoren zusammen, die gegen Amazon wettern. Ihr dürft beim Kommentar gern auch eure Webseite eintragen, dann habt ihr gleich noch einen Backlink.
Du bist kein Selfpublisher, aber ein Sympathisant des Selfpublishings oder ein Kleinverlag, der in Buchhandlungen ebenfalls nie gefunden wird? Prima! Unterschreibe auch Du. Selbstverständlich sind hier Webadressen genauso gern gesehen und werden natürlich mit veröffentlicht (es sei denn, es handelt sich um offensichtlichen Spam).
Du bist ein Buchhändler, der das ebenfalls cool findet und dahinter steht? Großartig! Schreibe einen Kommentar und trage Deine Webadresse ein, so einen wie Dich können wir brauchen! In Deinem Fall darfst Du sogar die Anschrift Deines Ladens in den Kommentar schreiben, wenn Du möchtest. Ich würde die dann sammeln und in einem eigenen Artikel gesondert präsentieren.
Hinweis: Aus rechtlichen Gründen schalte ich alle Kommentare manuell frei, deswegen bitte nicht wundern, wenn Deiner nicht sofort erscheint, manchmal schlafe ich, oder entferne mich vom Computer, um Bezos Cthulhu anzubeten.

Teilt diese Aktion bitte und tragt sie an andere Selfpublisher, Sympathisanten, Wasauchimmer, weiter, damit auch die unterschreiben können.

Wollen wir doch mal sehen, wie viele wir zusammen bekommen!

[Update:] Deutschlandradio Kultur hat mich zum Thema interviewt

Stefan Holzhauer
Selfpublisher u.v.a.m.

Offener Brief der Selfpublisher an den Buchhandel

Liebe Leserinnen und Leser,
lieber Börsenverein, sehr geehrte Buchhändlerinnen und Buchhändler,

wir Selfpublisher befinden uns in gar keinem Machtkampf mit irgendwelchen Verlagen. Warum auch, der Buchhandel ignoriert uns fast vollständig, die Verlage nehmen uns nur deswegen zur Kenntnis, um uns über ihre sogenannten Selfpublishing-Plattformen mit völlig überzogenen Konditionen abzuzocken (warum zum Teufel sollte man einwilligen, die Rechte für Verfilmungen oder »unbekannte Nutzungsarten« abzugeben, wenn man ausschließlich ein Indie-Buch unter die Leute bringen möchte?) und uns am Ende nur Brosamen zu lassen.

Nicht erst in den letzten Monaten werden Selfpublisher und ihre Bücher im gesamten Buchhandel (offline wie online) boykottiert, ihre Bücher nicht auf Lager gelegt und auf Leseranfrage noch nicht einmal bestellt, selbst wenn es gängige Werke oder gar Bestseller sind. Die Bücher werden GAR NICHT ANGEBOTEN, man hat als Selfpublisher keine Möglichkeit seine Bücher in die Läden oder Onlineshops zu bekommen, wenn man sich nicht den uralten, angesichts des Internets längst obsolet gewordenen, Traditionen der Branche unterwirft und ein Heidengeld dafür abdrückt, in irgendwelche okkulten Kataloge aufgenommen zu werden.

Einschub: Anmerkung eines Kleinverlegers: »Und selbst wenn man die Kohle für eine ISBN und fürs VLB investiert, finden die einen trotzdem nicht!« Einschub Ende

Selfpublisher tauchen weder auf den Tischen der Buchhandlungen, noch in deren Regalen noch in den namhaften Onlineplattformen der Branche auf. Dabei sind gerade die Präsentiertische in den Buchhandlungen doch Empfehlungen an die Kunden. Wir können nur feststellen, dass diese Kundenempfehlungen durch den Buchhandel massiv manipuliert werden, denn es finden sich definitiv KEINERLEI Selfpublisher darunter.

Wir Selfpublisher sind der Meinung, dass kein Buchverkäufer den Verkauf von Büchern behindern oder gar Kunden vom Kauf von Büchern abhalten sollte. Der Buchhandel hat kein Recht, eine Autorengruppe, »in Beugehaft« zu nehmen. Oder, noch schlimmer: Komplett zu ignorieren und dem Kunden vorzuenthalten. Obendrein sollte kein Buchverkäufer seine eigenen Kunden falsch informieren oder ihre Einkäufe dadurch behindern, dass sie behaupten, dieses und jenes Buch gar nicht zu kennen und auch nicht beschaffen zu können. Damit widerspricht der Buchhandel seinem eigenen Versprechen, qualitativ besser als die Onlinekonkurrenz zu sein, insbesondere als das vielgeschmähte Amazon.

Mal im Ernst, liebe Buchhändler: es gibt ein Leben abseits der ISBN und auch abseits des VLB. Wenn jemand ein Buch eines Selfpublishers bei euch kaufen möchte, dann geht ins Internet (kennt ihr das? Das gibts schon ein paar Jahre), und nutzt die Suchmaschine eurer Wahl, um nach dem Namen des Autors und/oder dem Titel des Buches zu suchen. Das ist gar nicht so schwer. Und dann werdet ihr das finden. Und dann kann man freundlich bei dem Indie-Autor oder der Selfpublisherin anfragen, ob der oder die euch das Buch schickt. Das machen die bestimmt, sogar sehr, sehr gerne. Und was ist dann passiert? Der Kunde hat das Buch bei euch gekauft, und nicht bei Amazon, und ihr macht den Reibach und nicht Cthulhu Bezos. Wäre das nicht supereinfach?
Nur: verlangt bitte nicht von einer Einzelperson (vulgo: Selfpublisher) dieselben Rabatte, die euch auch die Töchter international agierender Verlagsgiganten wie Hachette oder Bonnier einräumen, denn der kleine Selfpublisher kann das nicht. Und schicken müssen er oder sie euch das Buch auch noch, das kostet Porto – und dann bleibt gar nichts mehr übrig, wovon man leben könnte.
Genau wie ihr Solidarität einfordert, genau wie die Verlagsautoren Solidarität einfordern, so fordern auch die Indies Solidarität ein. Stellt fest, dass es uns gibt, redet mit uns, bestellt direkt bei uns, wir sind nett, ehrlich! Auf jeden Fall VIEL netter als Amazon oder der gesamte Verlagsoverhead, der sich hinter dem Börsenverein versteckt. Denn egal was die im Lobbykampf gegen Amazon erzählen, im Endeffekt geht es auch denen genau wie Amazon nicht um Kultur, und erst recht nicht um Autoren, sondern darum, wer die meiste Kohle einsackt.

Und deswegen: Sollten nicht der sprichwörtliche kleine Buchhändler und der kleine Selfpublisher zusammenarbeiten? Wenn das ginge, sähen die Goliaths zumindest im Bereich Selfpublishing ziemlich dumm aus.

Dann bräuchte es noch eine unabhängige Online-Plattform für Selfpublisher mit ähnliche guten Konditionen wie Amazon und ohne die Abzocke der Verlagsangebote. Aber das ist fast ein anderes Thema. (Für eBooks gibt es die übrigens bereits, nennt sich Beam eBooks).

Solange das alles nicht geschieht und solange Amazon um das zig-fache bessere Konditionen für Selfpublisher und Kleinverlage liefert, was Sichtbarkeit und Tantiemen angeht, als irgendjemand anderer, solange können wir offene Briefe von irgendwelchen vermeintlich oder tatsächlich etablierten Autoren nicht ganz ernst nehmen, ebensowenig wie das Geheule von multinationalen Konzernen wie Bonnier und ähnlichen, denen zufällig auch ein paar Verlage gehören, dass Amazon böse ist.

Mit freundlichen Grüßen
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harmloser Nerd mit natürlicher Affinität zu Pixeln, Bytes, Buchstaben und Zahnrädern. Konsumiert zuviel SF und Fantasy und schreibt seit 1999 online darüber.

200 Kommentare for “Offener Brief der Selfpublisher an den Buchhandel”

sagt:

Danke für die klaren Worte – das gedankenlose und gehirnfreie #Amazonbashing geht mir langsam, aber sicher so richtig auf die Nüsse.
Ich bin gerne Verlagsautorin, aber ich sehe auch all die Fehler, die hierzulande im Umgang mit AutorInnen und LeserInnen gemacht werden. Der Buchhandel schafft es auch ohne Amazons Hilfe ganz gut, sich überflüssig zu machen. (Ich bin Ex-Buchhändlerin, ich darf das sagen.)
Und als Self-Publisherin fühle ich mich von deutscher Vertriebs- und Verkaufsseite im schlechtesten Fall ignoriert, im besten mies behandelt.
Da ist Amazon wirklich deutlich weiter!

facebook_ClaudiaRapp.Konstanz

sagt:

Schließe mich Susanne Gerdom an, danke für die wahren Worte! Ebenfalls ehemalige Buchhändlerin, Self-Pub und Kleinverlagsautorin… Wenn nicht alle so vehement ihr eingezäuntes kleines Beet vor allem vermeintlich Bösen da draußen verteidigen würden, sondern überlegen würden, was sich durch Allianzen und Aufeinanderzugehen alle auf die Beine stellen lässt, könnte die schöne neue Welt noch so viel schöner sein! Und blühen, und Früchte tragen!

Und eine Online-Plattform für Selfies und Indies und Kleine, die man sich mal anschauen kann, ist der Amrûn Marktplatz: http://amrun-markt.de/

In diesem Sinne, weitermachen!

Bernd Meyer

sagt:

Das unterschreibe ich sehr gerne. Danke für die klaren Worte.

sagt:

Richtig so und ich unterzeichne es gern! Schließlich bleibt mir ja auch nichts anderes übrig meine beiden Bücher “Das Band der Hexen” und “Die verrückten 70er” bei www,neobooks.de einzustellen denen ich übrigen sehr dankbar bin.

sagt:

…und ich sage es auch weiterhin ganz offen:
Ich LIEBE Amazon!

Ist es nicht einfach nur lächerlich, wenn einem Unternehmen Profit-Willen/Gier vorgeworfen wird von ausgerechnet den Institutionen, Unternehmen, die selbst nichts anderes in der Birne haben?
Der einzige Unterschied besteht doch nur darin, dass Amazon nie was anderes als Profit und wirtschaftliches Denken für sich in Anspruch genommen hat, die Gegner sich aber schon seit geradezu Urzeiten hinter dem Deckmäntelchen “Kunst und Kultur und dessen Förderung” geradezu verbarrikadieren.
Ein Schelm, der darin auch nur schlichte Profitgier in reinster Form unter der schon arg verschmutzten “weißen Weste” sieht…

sagt:

Guten Tag,

in vielen Momenten kann ich diesem Beitrag zustimmen, es ist stets die Arroganz der großen “Macher”, die den anderen in die Suppe spucken (wollen). Mit meiner Freundin und Autorin Andrea C. Beutel habe ich schon vor zwei Jahren ein Buch geschrieben, es trägt den schönen titel “Ein Schaf macht nicht muh”. Nachdem wir das Manuskript vergeblich diversen “Großen” angeboten hatten, entschlossen wir uns selbst- ohne einen Verlag zu gründen- Herausgeber zu werden und ließen das Buch in guter Qualität, Hardcover, farbige Seiten etc. drucken. Der verkauf läuft gut, allerdings werden wir keine Millionäre mehr werden, dafür bin ich eh viel zu alt und klug genug, Andrea war schon immer schlau, aber denen, diue es gelesen haben, gefiel es ausgesprochen gut. Bis in die Schweiz ist es immerhin gelangt, ohne dass es je einen Buchhändler zu Gesicht bekam. Der regionale Buchhändler in Schwedt/Oder stellte es -in Kommission- mit säuerlicher Miene in eine der hinteren Ecken seines Ladens, im benachbarten Angermünde wurde die Annahme eher verweigert.
Es macht nichte, während unserer Lesungen von Klassenräumen in den Schulen bis zu den Kneipen in MV und der Uckermark kaufen die Hörer und erfreuen sich und uns mit ihrem Feedback/ Anrufen, kleinen Briefen oder verbalen Reaktionen. Fazit: Lasst sie doch die Großen, in ihrem Saft schmoren!

Jürgen Gerdom

sagt:

Wenn mir vor nicht allzu langer Zeit jemand gesagt hätte, ich hätte in Kürze den Impuls, ein Unternehmen wie Amazon in Schutz zu nehmen, ich hätte nicht einmal gelacht. Aber darauf läuft es u.a. hinaus. Die, die den Zug verpasst haben, schauen ihm hinterher und meckern über die, die darin sitzen.

sagt:

Word.
Schließe mich an.
Ich will schreiben und ich will, dass Leser mein Geschriebenes lesen können. That’s all.
Amazon hilft mir dabei.
The Big 5 (oder sind’s nur noch 4?) tun das nicht.

sagt:

Schließe mich an.
Immerhin findet man meine Bücher bei Amazon. Aber die nervenaufreibende, fruchtlose Manuskriptbewerbung bei Verlagen trieb mich dazu, zu Sefpublishing-Portalen auszuwandern.
Offensichtlich muss man mehr oder weniger belanglosen Schrott von sich geben, aus dem englischsprachigen Raum kommen oder eh schon einen “Namen” haben, um überhaupt einen Verleger zu finden. Auf Qualität scheinen Verlage schon lange keinen Wert mehr zu legen. Da bleibt einem Autor/einer Autorin keine andere Wahl, als zum Sefpublishing zu greifen.

sagt:

Das nenne ich mal gut und einfach auf den Punkt gebracht, so dass eigentlich jeder (!!!) nachvollziehen kann, worum es geht!
Vielen Dank für die klaren Worte. Das unterschreibe ich gerne, denn ich bin gerne ein “Indie”!
Andrea Bielfeldt

sagt:

Mit Amazon habe ich meine ersten eBooks veröffentlicht. Ich hatte die Möglichkeit dazu, ohne jahrelang vergebens Verlage anschreiben zu müssen – darüber bin ich sehr froh. Wenn ein deutsches Unternehmen als Vorreiter das Publizieren von eBooks für eine breite Masse von Autoren ermöglichst hätte, wäre das natürlich noch besser gewesen. :-)
Ich erhalte einen angemessenen Anteil vom Verkaufserlös, Amazon ist in der Beziehung fair.
Und ich muss keine zigtausend Euro bezahlen, damit meine Bücher an gut sichtbarer Stelle den potentiellen Käufern präsentiert werden, so wie es bei manchen Buchhändlern gang und gäbe ist.
Sicherlich gibt es auch bei Amazon Dinge, die man ruhig kritisieren sollte. Aber einseitiges bashing (um von eigenen Schwächen abzulenken?) hilft niemandem.
Deshalb unterschreibe ich hier gern.

Sabine Hennig-Vogel

sagt:

Alle sollten die gleiche Chance haben, auch wenn das utopisch klingt. Ich unterschreibe den Brief, weil auch ich schon feststellen musste, dass eine ISBN nicht bedeutet, dass ein Titel über den Buchhandel erhältlich ist. Wenn irgend möglich bestelle ich gern beim (Klein-)Verlag oder Autor selbst – aber das Hauptproblem bleibt natürlich: der potentielle Leser muss erstmal von dem Buch erfahren.
Der Wandel beginnt gerade erst!

Alexandra Stross

sagt:

Ist ein super Brief, Danke!!

Ich denke, neben all der Profitgier steckt auch noch dahinter, dass so einfach die Inhalte besser kontrolliert werden können, die an eine breite Öffentlichkeit gelangen. Das Volk soll dumm gehalten werden.

sagt:

Ich hoffe und wünsche, dass diese Initiative ihren Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Kulturlandschaft “Buch” zu leisten vermag. Viel Erfolg.

sagt:

Das unterschreibe ich sehr gern als Autorin, die sich gerade dazu entschlossen hat, die jämmerlichen Versuche, bei einem sogenannten “Publikumsverlag” unterzukommen, aufzugeben und die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Vielen Dank für die klaren Worte!

sagt:

Hiermit unterschrieben!

Ich stimme diesem Artikel in allen Punkten zu. Der Buchhandel soll nicht rumheulen, er soll es einfach besser machen.

Wenn er sich dazu denn geistig-moralisch in der Lage sieht. Ich tue es im Moment nicht. Dazu kenne ich meine Pappenheimer schon zu lange.

Bin Kleinverleger. Ohne Amazon würde der Verlag gar nicht existieren können. Die örtlichen Buchhändler jedenfalls haben keinen Finger für mich gerührt. Und das mit dem Nichtfindenkönnen kenne ich auch nur zu gut. – Wer seine Kunden nicht gut behandelt, verliert sie eben an den, der sie besser behandelt. Daran ist nichts böse oder ungerecht.

Ky van Rae

sagt:

So langsam dachte ich doch tatsächlich, dass ich allein bin auf weiter Flur.
Natürlich nutzt Amazon seine Stellung aus, aber die Großverlage und Großbuchhändler haben sich selbst in diese Lage hineinmanövriert, indem sie ganze Autoren, Genre und die (meisten) Kleinverlage boykottieren bzw versuchen auszubremsen, indem sie bei vielen Übersetzungen im Bereich (Psycho-)Thriller und Horror zensieren und uns Lesern somit quasi vorschreiben wollen was und wie wir zu lesen haben. Ich habe letztens ein Interview mit Herrn Wallraff gelesen, indem er genau das befürchtet, dass Amazon uns vorschreibt was wir zu lesen haben. Ich musste da leicht grinsen. Herr Wallraff fürchtet also dass Amazon das selbe macht wie die Großverlage und Großbuchhandlungen.
Bei Amazon bekomme ich die Selbstverleger und die Kleinverlage, da bekomme ich noch eine große Bandbreite an Genre und Geschichten und nicht diesen Einheitsbrei. Natürlich liegt Amazon nicht viel an der Kunst und Kultur sondern nur an dem Gewinn. Aber genau deswegen fördert es die Vielfalt und kastriert sich nicht selber. Und ja, genau wegen diesen Möglichkeiten nehme ich durchaus dann auch Wartezeiten bei den Autoren großer Verlage in Kauf oder fahre eben 200 km zum nächsten Großbuchhändler und besorge es mir da.

Katja Fischer

sagt:

Richtig so. Ich ärgere mich immer wieder drüber, dass ich bestimmte Bücher nicht im Buchhandel kaufen kann. Selbst wenn ich wöllte.

sagt:

Wie gut, wenn das, worüber man sich schon selbst lange Gedanken gemacht hat, von anderen aufgegriffen wird und so viele Unterstützer bekommt. Natürlich muss ich unterschreiben.

Elisabeth L. DeCesso

sagt:

Auch ich unterstütze dies. Hier könnte man den großen Onlinehandelsunternehmen sogar ein Schnippchen schlagen.

sagt:

Bin nur Leserin und Buchbloggerin. Schließe mich aber der Meinung an. Die Jammerei der großen Verlage und ihrer Autoren wirkt langsam schon lächerlich.

sagt:

Amazon ist und bleibt für Selfpublisher unverzichtbar. Wir wollen es doch mal beim Namen nennen: Die “etablierten” Autoren, die gegen Amazon zu Felde ziehen, haben eigentlich nur Angst vor der wachsenden Konkurenz. Denn die Qualität der eigenverantwortlich arbeitenden Autoren wird immer besser. Leider hat dies der “normale” Buchhandel noch nicht begriffen, und verpasst, wie so oft, auf den Zug aufzuspringen. Inzwischen ist es mir eine wahre Freude geworden, vor ewigen Zeiten erhaltene, fadenscheinige Absagen “großer” Verlage, mit dem Hinweis, man könne diese feinsäuberlich falten und dann im Anus verschwinden lassen, an den Absender zurück zu schicken. Ich bin der Überzeugung, das alle Versuche Selfpublisher klein zu halten, scheitern werden. Der Trend der letzten Jahre zeigt dies ganz deutlich!
Mit freundlichem Gruß
Rainer W. Grimm

Fianna Cessair

sagt:

Amazon bietet mir zumindest die Möglichkeit meine Werke an den Leser zu bringen. Nicht nur das, sie machen sogar Werbung für mich. Eines meiner Werke ist bei einem Verlag erschienen und es wird vom stationären Buchhandel komplett ignoriert, was soweit geht, dass man Lesern sagt, man könne es leider nicht bestellen.
Ich habe kein Problöem mit Amazon, sondern bin dankbar, dass dort meine Werke erhältlich sind!

sagt:

Das unterschreibe ich gern. Zwar bin ich auch skeptisch, was Amazon ist (und vor allem bald werden könnte). Ohne Amazon aber würde ich gar nicht mehr lesen. Buchhandel heißt hier nur noch “Thalia” und sonstige Ketten. Das sind keine Buchhändler, dass sind ALDIs für Mainstream-Ramsch. Deren Verschwinden und das Verschwinden von 90% der Autoren, die dort auf den Tischen liegen ist kein Verlust für die Lesekultur. Genauso wie der Abgang der “Verlage”, die das steuern.

Ganja D. Cooper

sagt:

Als Leser kann und muss ich mich dem anschließen, als denkender (auch Rechnen ist eine geistige Leistung) Mensch sowieso und aus kulturpolitischen Gründen …; ach was sag ich, ich fordere einen Buchhandel der seinem Namen gerecht wird, auch im Zeitalter der Information!

sagt:

Es ist jetzt 10 Jahre her, als ich mich entschloss den Knebelvertrag eines Verlages nicht zu unterzeichnen und lieber Selfpublishing zu wählen. Und seitdem hat sich nichts geändert. Eine Monopolstellung, wie Amazon sie hat, ist keinesfalls ungefährlich und in keiner Weise gut zu heißen. Aber wen der Teufel den Beelzebub anklagt, wird es einfach lächerlich.

Was die Verlage Jahrhunderte lang gemacht haben, unterstellen Sie jetzt anderen. Zitat aus dem offenen Brief der Autoren an Amazon: “Eines düsteren Tages wird man womöglich nur noch lesen können, was Amazon genehmigt.”
Im Moment ist das zumindest deutlich mehr, als was Verlage und Buchhandel genehmigen.

Prozentbettler

sagt:

Ich unterschreibe gern und möchte bei dieser Gelegenheit in Erinnerung rufen, dass der Buchhandel von jedem Buch ca. 50 Prozent einsteckt, der (Verlags) Autor mit ca. 4-7% (vom Bruttopreis) vergnadenbrotet wird. Angesichts der Tatsache, dass Autoren also meist weniger Honorar erhalten als der Staat sich Mehrwertsteuer in die Taschen schiebt (man lasse sich das auf der Zunge zergehen und denke daran, dass Autoren von diesem Kreativitätsalmosen dann auch nochmal einen Anteil als Einkommensteuer an den Staat abführen), kann man bei Verlagen und Händlern schon von staatlich geförderten ‘partners in crime’ sprechen. Dieser organisierten Struktur ein Bündnis aus selbstausbeutungsunwilligen Self-Publishern und zeitgemäßem Distributionssystem entgegenzusetzen ist ebenso überfällig wie alternativlos.

sagt:

Unterschrieben.
Ich mag amazon. Natürlich sind das Geschäftemacher, aber nicht weniger als die Großverlage, die den Autoren nur einen minimalen Bruchteil der Einnahmen zugestehen und dann so tun, als wären sie die einzigen Verfechter der deutschen Literatur.

sagt:

Vielen Dank.

Als Selfpublisher kann ich den Artikel bzw. den offenen Brief unterschreiben.

Peter

sagt:

Unterzeichne ich gerne. Vor allem diese “Gut Mensch Getue” von die Verlage geht mir auf den Keks. Gut Amazon ist auch kein Wohlfahrtsverein, aber die richten sich nach den Wünsche der Kunden.

Wenn die alt Verlage nicht bald die Zeichen der Zeit erkennen und richtig deuten ist deren Zeit eh bald vorbei – ob mit ober ohne Amanzon!

sagt:

Die aktuelle Situation hat schon etwas Komisches.
Die Verlage sind im Buchhandel und wollen unbedingt zu ihren Konditionen zu Amazon und die Indies sind mit guten Konditionen bei Amazon und wollen in den Buchhandel, dann aber auch am liebsten zu ihren Konditionen:-)
Wie dem auch sei – es wäre schön, wenn der Buchhandel sich etwas mehr öffnen würde – ein wenig hat das ja auch mit Augen öffnen zu tun.
Was spricht dagegen, Umsätze mitzunehmen, die von Indies generiert werden?

Marcus Rauchfuß

sagt:

Da kann ich nur zustimmen und unterschreibe gleich mit. Trefflich gesprochen!

Buzzword

sagt:

Wir Selfpublisher sind der Meinung. dass Anglizismen und Buzzwords so toll sind, dass der durchschnittliche Kunde eines niedergelassenen Buchhändlers überhaupt nicht versteht, was wir mit diesem “offenen Brief” eigentlich sagen wollen.

Etwas klarer fomulieren hätte man diesen inhaltlich ansonsten tollen offenen Brief schon formulieren können.

sagt:

Wäre der Kommentar von “Buzzword” nicht anonym abgegeben worden, könnte man ihn vielleicht sogar ernst nehmen. Wer den Brief nicht versteht, sollte Buchhandlungen vielleicht grundsätzlich meiden. ;)

Für diejenigen, die den Link zu dem anderen offenen Brief nicht verfolgt haben: Große Teile des Textes dieses Briefes lehnen sich direkt an jenen an, den hundert Autoren an Amazon geschrieben haben. Ihr versteht?

sagt:

Ohne Amazon wäre ich nicht in der Lage, einfach, gut und günstig eBooks und Printbücher zu vermarkten.
Insofern ist Amazon für den Buchverlag eine Segnung, weil es die Vielseitigkeit drastisch erhöht hat und auch Nischenprodukte sehr gut sichtbar macht.

Danke, Jef Bezos!

Viele Grüße
Peter Neumann

sagt:

Als Autor und Selfpublisher-Unterstützer schließe ich mich gern an. amazon hat in den letzten zwanzig Jahren mehr für die Popularisierung des Lesens und die Ermöglichung neuer Bücher getan als alle Verlage zusammen.

Armin Kober

sagt:

Ich habe beruflich viel mit Bildrechten zu tun, deshalb sei mir dieser Vergleich erlaubt. Wenn ein Fotograf ein Foto schießt kann er genau bestimmen was mit dem Bild passiert. Er kann es mit allen Bildrechten verkaufen oder zweckgebunden, er kann es lizensieren wie es ihm gefällt und ggf. auch eine Bildretusche verbieten.
Doch wie sieht das mit Büchern bei den großen Verlagen aus? Damit mein Buch dort gedruckt wird muss ich beinahe meine Seele verkaufen und soll dann noch dankbar sein, wenn ich ein paar Cent am Verkauf verdiene! Die Verlage erwarten, dass ich die Rechte inklusive noch gar nicht absehbarer Verwertungsrechte abtrete und räumen sich das Recht ein in meinem Namen Texte zu ändern.
Kurz die Verlage haben über Jahrzehnte ihre Macht missbraucht und jammern nun herum, weil ihre Macht schwindet.
Vielleicht sollten die großen Verlage es mal mit Dienstleistung versuchen, statt sich darüber zu beklagen, dass es bessere Anbieter gibt.

Christian Becker-Kapraun

sagt:

*sign*
Ohne die Anlehnung an das Original hätten sich sicherlich noch deutlichere Worte finden lassen.

sagt:

Sehr gut geschrieben, da kann ich voll hinterstehen – zumal bei mir bald auch eine Veröffentlichung im Selbstverlag ansteht! Danke für die klaren Worte!!!

sagt:

Gerne habe ich den offenen Brief für einen fairen Buchmarkt unterschrieben (www.fairer-buchmarkt, #fairerbuchmarkt), denn ich finde gemeinsames Engagement aller Kulturschaffenden für gute Bedingungen aktuell dringend nötig, so betrifft z.B. die Librisperre betroffene klassische Verlage und Selfpublisher gleichermaßen. Gäbe es diese Sperre eines der wichtigsten deutschen Großhändler nicht, wären beispielsweise CreateSpace Selfpublisher-Titel regulär im Buchhandel im Katalog und verfügbar. Es ist in diesem Fall also weder die Schuld der kleinen Buchhändler, noch die Schuld von CreateSpace, dass zigtausende Bücher nicht verfügbar sind, daher möchte ich obigen Brief so nicht unterschreiben, da mir die gelisteten Punkte zu pauschal formuliert sind und die tatsächlichen Hintergründe zu wenig berücksichtigt werden. Ich bin für einen fairen Buchmarkt – für alle Beteiligten!

Rainer G.

sagt:

Ich habe nur ein kleines Selfpublishing-Projekt bei Amazon, darf mich aber daher auch hier äussern ;-)

Ich möchte noch einen anderen Aspekt ins Gespräch bringen.

Ich lese englische Bücher sehr gerne im Original. Wie bedient mich da der Buchhandel? Faktisch gar nicht. Viele Jahre habe ich nur völlig überteuerte Importe im Bahnhofsbuchhandel kaufen dürfen (oft zum 3-fachen Originalpreis) – und da in der Regel nur Taschenbücher mit der entsprechenden Wartezeit. Amazon hat mir von Tag 1 an US-Romane und Sachbücher umstandslos geliefert, zum Tages-Umrechungskurs des Originalpreises. Seit vielen Jahren klappt das sogar über Bestellungen auf amazon.de – ich zahle also nicht mal mehr Portokosten …

Mittlerweile lese ich die meisten englischen Bücher auf dem Kindle – auch hier: faire Preise (keine Buchpreisbindung, die Logistik-Ersparnis wird weitergegeben).

Und: klar war es nett, die kleine feine Buchhandlung in der Nachbarschaft zu haben. Aber der Zug ist schon lange abgefahren. Genau, die Supermärkte i.d.R. die Tante-Emma-Läden abgelöst haben. Heute muss man sich z.B. bei Thalia durch jede Menge Krempel kämpfen, bevor man an der Kasse bezahlen kann. Und Thalia gehört zu einer Drogeriekette – die sind erst mal auch nicht unbedingt “Kultur”verdächtig ….

Der Buchhandel hat genauso den Zug verpasst, wie die Musikindustrie vor einigen Jahren. Warum Monopole schützen – und hier meine ich nicht Amazon!

sagt:

@Philipp Winterberg: CreateSpace ist bei Weitem nicht die einzige Möglichkeit für den Selfpublisher, Bücher drucken zu lassen. Tatsächlich ist der Aufwand, der einem durch übereifrige Zöllner entsteht extrem lästig, weswegen ich die Autorenexemplare nicht mehr über CreateSpace bestelle, sondern bei BooksFactory (siehe http://phantanews.de/wp/?p=28261). Das ist zudem auch noch deutlich günstiger. In dem Fall komme ich als Selfpublisher aber nur weiter, wenn der Buchhändler direkt bei mir bestellt.

Edit: Davon abgesehen ist der Hinweis auf diese “Librisperre” aber höchst interessant, Danke! Auch KNV scheint Bücher aus nicht nachvollziehbaren Gründen aus seinem Katalog zu verbannen.

sagt:

Es ist keine Arroganz der Verlage, sondern Ignoranz. In diesem Sinne stehe ich kurz davor, mit Amazon eine Ehe bis zu meinem Lebensende einzugehen. Ich liebe Amazon, weil ich immer Herr meiner Buchstaben bin und auch bleibe. Sogar die Filmrechte liegen bei mir!
Warum soll ich mich mit einem Verlag einlassen, der Jahre braucht, um mein Manuskript zu lesen, der Monate braucht, mein angefordertes Gesamtmanuskript zu lesen und sich nicht wieder zu melden. Warum soll ich mich an Verlage wenden, die noch nicht einmal einen Blick ins Expose werfen?
Warum soll ich mein Buche Verlagen anbieten, die Germanistikstudenten im ersten und zweiten Semester als Praktikanten ausnutzen und über Wohl und Wehe eines Werks entscheiden? Wer prangert etwa dieses Sklaventum im Verlagswesen an?
Amazon ist innovativ, offen für alles, ein guter Dienstleister und bezahlt mich fair. Das Bashing sollte aufhören und die Praktiken der Verlage offengelegt werden.

Schölzhorn Matthäus

sagt:

Sehr geehrter Herr Holzhauer,

Ich finde Ihre Darstellung in diesem offenen Brief sehr überspitzt und nicht ganz fair uns Buchhändlern gegenüber.
Es schmerzt nämlich sehr einen Kunden eine Absage erteilen zu müssen, ein Buch nicht beschaffen zu können, weil so manche Selfpublisher Ihre Bücher ausschließlich über Amazon vertreiben. Was bleibt dem Buchhändler dann übrig? Das Buch bei amazon bestellen und dem Kunden zum gleichen Preis weiterverkaufen? Wir müssen ja auch von etwas leben. Gleich so sind 10-20% Rabatt auf den Buchpreis zuzüglich Versand (oft über 5€) Konditionen die sich kein Buchhändler leisten kann und oft der Einkaufspreis für den Buchhändler höher ist als der Preis der auf dem Buch steht. In dem Fall wäre es oft sogar günstiger bei Amazon direkt zu bestellen. Und Sie wundern sich warum so manche Selfpublischer nicht auf den Tischen der Buchhandlung stehen?
Und dabei gibt es einige Selfpublisher mit denen ich sehr gut zusammengearbeitet habe. (50% Rabatt auf das Buch und der Autor bringt es selber vorbei) In solchen Fällen stelle ich auch den Selfpublisher sehr gerne ins Schaufenster in vorderster Reihe, und verkaufe dann auch mehrere Hundert. Schade dass mit vielen diese Zusammenarbeit nicht so gut funktioniert.
Die Buchhandlungen und Buchhändler können sicherlich am wenigsten für diese Situation. Zumindest die Buchhändler die ich kenne, sehen es als Ihre Hauptaufgabe die Bücher an Ihre Leser zu bringen.
Ich hoffe nicht dass Sie Ihre negative Erfahrung mit einem Buchhändler auf die gesamte Branche projizieren.

P.S. Ich wollte früher schon auf einen Artikel den Sie über Buchhändler schrieben antworten, da ich Ihren Blog sinst eigentlich sehr genieße.

sagt:

Wenn Sie CreateSpace-Bücher nicht beschaffen können liegt das vermutlich am Zwischenhandel. Auch CreateSpace-Bücher haben eine ISBN. Mir ist das gerade erst zugetragen worden (siehe einige Kommentare weiter oben) und ich konnte das noch nicht weiter prüfen, klingt für mich aber plausibel: http://www.philipp-winterberg.blogspot.de/2014/08/so-funktioniert-die-librisperre.html

Mal im Ernst: 50% Rabatt auf das Buch ist (für Selfpublisher) völlig überzogener Irrsinn und Sie können kaum erwarten, dass Ihnen jeder Selfpublisher seine Bücher persönlich vorbeibringt. Dass das lokal funktionieren kann, steht außer Frage. Das ist aber nicht der Punkt.

Dass der offene Brief überspitzt klingt liegt vor allem daran, dass weite Passagen aus dem offenen Brief der Autoren an Amazon adaptiert wurden. Und das ist mit voller Absicht geschehen.

sagt:

Ich habe noch nicht mit einem einzigen ernstzunehmenden Selfpublisher gesprochen, dem nicht klar war, dass er einen Buchhandelsrabatt einräumen muss …

Und dann wundert ihr euch, dass die Buchhandlungen, die erst noch im Internet nach dem Ansprechpartner recherchieren mussten, Zeit aufwenden mussten, statt per Mausklick beim Grossisten zu bestellen, eine E-Mail zu schreiben, sich mit den vermutlich unvermeidlichen Ärgernissen des deutschen Finanzwesens rumzuschlagen, denn ein Selfpublisher wird oft nicht alle Voraussetzungen an eine ordentliche Rechnung kennen, diese muss dann im Nachgang ggf. korrigiert werden, das kostet Zeit und Arbeitskraft – und damit Geld.

Erst einmal ist es eine reine Behauptung, dass “Ein Selfpublisher nicht die Voraussetzungen für eine ordentliche Rechnung kennt”. Zudem: Für mich klingt das mit der Mehrarbeit nach einer weiteren Ausrede. Die Alternative besteht darin, dass Amazon den gesamten Umsatz macht. Wenn man sich nicht auf die Hinterbeine stellt und ein wenig Arbeit investiert, dann muss man sich nicht wundern, wenn der Kunde anderswo kauft.

Edit: na sicher klingt das wie “Mimimi”. Große Teile wurden aus dem offenen Brief adaptiert, den Autoren an Amazon geschrieben haben. Eine gewisse ironie dürfte erkennbar sein, oder?

sagt:

Lieber Herr Holzhauer,

was ist ein “ernstzunehmender” Selfpublisher und woran soll der Buchhandel erkennen, ob er an einen ernstzunehmenden geraten ist oder nicht? Ich habe auf Kleinverlegermessen schon oft Selfpublisher getroffen, die nicht mal in der Lage waren, eine Quittung so auszufüllen, dass sie vom Finanzamt anerkannt worden wäre…
Und Aussagen wie “also Kollegenrabatt kann ich Dir keinen geben, weil dann leg ich ja drauf” lassen mich darauf schließen, dass sie auch bei Buchhandelsrabatt drauflegen würden…

sagt:

Ich halte es für nicht zielführend auf dem völlig nebensächlichen und unbewiesenen Detail der Rechnungsstellung herumzureiten. Und es sollte jedem klar sein, dass Selfpublisher oft Kleinstauflagen ordern. Dass dabei die Spanne nicht toll ist, und Rabatte dementsprechend klein ausfallen, sollte einem ebenfalls klar sein.

Mathäus Schölzhorn

sagt:

Sehr geehrter Herr Holzhauer,

vielen Dank für Ihre antwort. Ok mein Beispiel mit den 50% Rabatt war ein Einzelfall mit einem lokalen Autor, der sein Buch über amazon herausgegeben hat (War übrigends über Wochen hinweg unter den 100 amazon Bestsellern im Bereich Wirtschaft). Ich wollte damit auch nur aufzeigen dass es sehr wohl möglich wäre auch dem Buchhandel günstige Konditionen zu bieten ohne als Autor draufzuzahlen. Dass ich ein Verkauf durch den Buchhandel für einen Autor nicht so auszahlt wie ein verkauf über den Verlag amazon (Ich glaube der Autor behält dabei 70% des Verkaufspreises) ist mir klar. Man muss aber doch den Mehrwert einer guten Zusammenarbeit mit dem Buchhändler auch in Betracht ziehen. Ich denke vielen Selfpublishern ist nicht klar dass es sich beim großteil der Verkäufe über den Buchhändlern um Zusatzumsätze handelt und Ihnen der Gewinn durch den Verkauf durch amazon doch erhalten bleibt.

Ich würde mir jedenfalls eine bessere Zusammenarbeit zwischen Autoren und Selfpublishern sehr wünschen. Und ich denke, dass es auf beiden Seiten nicht nur Engel gibt, ist auch jedem klar.

sagt:

Das ist nicht korrekt. Bei einem Verkauf eines CreateSpace-Printbuchs via Amazon erhält der Autor mitnichten 70%. Beispiel: Von jedem Exemplar von Æthergarn, das via Amazon über den Tisch geht, erhalte ich bei einem Verkaufspreis von 9,63 EUR ca. 1,60 vor Steuern. Das liegt aber unter anderem daran, dass die Steampunk-Chroniken ein nonprofit-Projekt sind, das sich nur selbst tragen muss. Würde ich es höher bepreisen und z.B. für 10,63 verkaufen, kämen bereits ~ 2,60 EUR dabei herum (der Mindestpreis ist von der Seitenzahl abhängig). Bei eBooks sieht die Sache völlig anders aus. Bestelle ich das Buch bei CS in den USA bezahle ich ca. 5 Euro pro Exemplar. Da kann man sich leicht ausrechnen, welche Rabatte tatsächlich möglich wären, wenn ich auch noch die Versandkosten an einen Buchhändler zahlen müsste. Die Situation hat sich verbessert, seit ich in Polen drucken lasse: keine Probleme mehr mit dem Zoll, bessere Qualität als bei CS und auch noch günstigere Preise.

Ich nehme an, sie meinen eine bessere Zusammenarbeit zwischen Buchhändlern und Selfpublishern?

Genau das rege ich ja an, auch wenn ich es ironisch überspitzt tue. Diese Überspitzung zielt allerdings eher in Richtung der Verfasser des referenzierten offenen Briefs.

Matthäus Schölzhorn

sagt:

Ja genau, ich meine zwischen Buchhändlern und Autoren. Ok also mit den 70% da scheine ich etwas verwechselt zu haben. Besagter Autor dessen Bücher ich hier habe räumt mir aber 50% Rabatt ein und macht (meines Wissens) kein Verlust, obwohl er bei Createspace drucken lässt.

Am einfachsten gelöst wäre diese Misere wenn Amazon auf Createspace gedruckte Titel mit Buchhändler-Rabatt ausliefern würde. Dann wären alle zufrieden.

lg, Matthäus

sagt:

Ich glaube nicht, denn selbst dann kämen die nicht durch den libri-Filter. Theoretisch sollte man ja Bücher mit CS-ISBN bestellen können. libri listet die aber offenbar pauschal aus und bietet sie im Katalog gar nicht erst an. Sollte das tatsächlich so sein, wäre dieser Skandal in meinen Augen noch viel größer als die angeblichen Aktionen, die Amazon so betreibt.

sagt:

Ich poste nochmal meinen Kommentar, den ich unter einen anderen Artikel gesetzt habe und eweitere diesen gleich:

Eine zwie­späl­tige Sa­che. Lei­der ist es oft aus rei­nen Ein­kaufs­bud­get­grün­den nicht mög­lich, alle Ti­tel aus der Szene vor­rä­tig zu hal­ten. Aber grund­sätz­lich be­stelle ich je­des lie­fer­bare Buch, egal ob Klein­bei­sch­luss oder nicht. Ich will, dass un­sere Kun­den zu­frie­den sind und wenn ein Buch im VLB ge­lis­tet ist, be­stelle ich es auch.
Wenn ich auf Web­sei­ten, in Fan­zines oder auf Emp­feh­lung hin ein Buch aus ei­nem klei­nen Ver­lag finde, das mir per­sön­lich ge­fällt, dann be­stelle ich es fürs La­ger und ich finde im­mer ei­nen Kun­den.
Ich selbst bin selbst Samm­ler und kann die Ent­täu­schung nach­voll­zie­hen, die ein Samm­ler emp­fin­det, wenn ein Buch­händ­ler den Ti­tel nicht kennt oder nicht fin­det, aber al­les kann man nicht wis­sen. Aber ich jage ein Buch so lange, bis ich es dem Kun­den be­stel­len kann, not­falls auch an­ti­qua­risch.

Im Kom­men­tar­fo­rum [von boersenblatt.net, Anm. d. Red.] kann man ei­nen Post von ei­ner ge­wis­sen Frau (Buch­händ­le­rin) le­sen, die pau­schal be­haup­tet, dass Self­publis­her nur schlecht ge­machte Bü­cher her­stel­len und sie im­pli­ziert auch, Self­publis­her hät­ten schlechte Um­gangs­for­men. Das ist voll­kom­me­ner Un­sinn und zeugt von der Un­kennt­nis und Bor­niert­heit man­cher Kol­le­gen. Über Kon­di­ti­ons­mo­delle kann man dis­ku­tie­ren, aber das steht auf ei­nem an­de­ren Blatt. Verdienen wollen wir alle, aber wenn ich nur 15% Rabatt bekomme für 1 Buch, dann bringt mich das nicht um, denn die Menge der Nischenbesteller ist (leider) sehr gering, daher stört es aber auch nicht, im Gegenteil.

Nicht nur aus per­sön­li­chem In­ter­esse an der Szene, son­dern auch we­gen (m)ei­nes be­ruf­li­chen Ethos weise ich nie­man­den zu­rück, der ein Buch aus ei­nem Self­publis­hing­ver­lag ha­ben will und ich es be­sor­gen kann. Wenn es lieferbar ist, ist es bestellbar, Ende der Geschichte, so machen wir das hier.

Selfpublishing ist ein Bestandteil der Subkultur und diese wiederrum ist ein mehr als notwendiger Bestandteil der kulturellen Vielfalt.
Es ist mehr als vermessen (wie das eine gewisse Dame auf Boersenblatt.net tut), selfpublishing zu diskreditieren. Natürlich sind das Nischenprodukte und weder der Verleger noch der Buchhändler machen damit wirklich einen Gewinn, aber der Buchhandel hält so gerne das Banner der kulturellen Vielfalt hoch und weil es nicht Litteratühr ist, die durch das Fölletong gewürdigt wird, soll das Nischenprodukt nichts wert sein? Unsinn! Im Gegenteil. Ich habe jede Menge Publikationen aus Klein- und Kleinstverlagen ganz einfach deswegen, weil sie toll gemacht sind und nicht, wie Frau B. auf BöBla online behauptet, produktionstechnisch nicht viel hermachen oder inhaltlich schlecht sind. Ich kann das nicht nachvollziehen.
Seit über 20 Jahren bin ich Buchhändler und mir hat es immer Spaß gemacht, wenn ich was für einen Kunden aufspüren konnte, das nicht dem Mainstream folgt. Dann sind die Konditionen eben schlecht. Und? Weder selfpublisher noch Buchhändler können damit groß was verdienen. Und? Das ist gar nicht die Inention. Der Hersteller muss seine Kosten tragen, weil er die Bücher für Fans herstellt, nicht weil er reich werden will.

Das Selfpublishing hält die Subkultur lebendig und bietet Kreativen gute Möglichkeiten, genrespezifische Texte zu veröffentlichen. Und wenn Big A das besser kann, dann ist es nunmal so. Als Sortimenter bin ich natürlich nicht immer begeistert darüber, was Big A macht, aber – Beim Großen Cthulhu- die machen es wenigstens. Der Buchhandel hat einfach viele Chancen verpennt und wacht nun auf und versteht die Welt nicht mehr. Tja, liebe BüschaVerkeufaKollegaz, so is det nunmal. Das hätte man ahnen können, wenn man einige Entwicklungen, die gerade von den gemiedenen Genreautoren bereits vor Jahren vorhergesagt worden sind, nicht ernst genommen hat.

Ich möchte einfach, dass meine Kunden zufrieden sind. Dann kommen sie wieder und ich mag meine mittlerweile zahlreichen Nerds, Geeks und IndieFans.

sagt:

Was bedeutet “auslisten” in diesem Fall? Libri listet in seinem Katalog generell nur das, was sie selbst als Barsortiment führen… Meine Bücher sind bei Libri nicht gelistet, weil ich mich gegen Libri als Barsortiment entschieden habe… Das ist kein Skandal, sondern eine Entscheidung des Händlers Libri… Man guckt ja auch nicht in einem Katalog eines Zwischenhändlers, der ausschließlich IKEA und Poco-Domäne-Möbel an seine Kunden ausliefert nach Möbeln von Roller…

sagt:

@ Edition Narrenflug

Eure Titel sind zwar nicht im VLB, aber ihr habt eine Webseite, ihr habt eine E-Mail Adresse und wenn ein Kunde mit den Infos kommt, bestelle ich per E-Mail. Ganz einfach. Ich weiß nicht, warum sich da manche so ziehen wie nasses Holz. Selbst wenn ich einen Artikel in meinem WWS anlegen muss, ist das in weniger als 2 Minuten gemacht.

sagt:

Der M: Super, dann machst Du das vorbildlich und bist eine der ganz wenigen rühmlichen Ausnahmen (und das meine ich vollkommen ernst). Lies mal den vorletzten Kommentar hier (der ist ganz frisch): http://phantanews.de/wp/aartikel/buchhandel-und-selfpublishing-wer-benachteiligt-hier-eigentlich-wen/

Da wird so getan, als sei es der Untergang des Buchhändlers, wenn er mal was außerhalb des VLB bestellen und eventuell auch noch eine Email schreiben muss.

sagt:

@Jens Bolm JMB Verlag: “auslisten” bedeutet in diesem Fall, dass zigtausende Bücher pauschal und vorab aus dem Katalog komplett ausfiltert werden, für den Handel also unsichtbar gesperrt sind. Ein konkretes Beispiel hier: http://philipp-winterberg.blogspot.de/2014/08/die-folgen-der-librisperre-ein-beispiel.html

Es sind auch nicht nur Selfpublisher betroffen. Allerdings ist bislang noch nicht bekannt, welche Verlage/Hersteller/Anbieter Libri sonst noch auslistet und seit wann. Dass es geschieht, wurde von Libri bestätigt und jeder kann es anhand des Beispiels schnell selbst überprüfen.

Hoffentlich merkt Libri bald, dass man da etwas über das Ziel hinausgeschossen ist und korrigiert die Filtereinstellungen…

sagt:

Der Mehrheit hier geht das Amazon-Gebashe auf den Keks und mir geht das Buchhandels- und Verlagsgebashe auf den Keks. Was machen wir jetzt daraus?

Nein, wenn ich ehrlich bin, geht mir beides auf den Keks, weil es verhindert, dass mal eine sachliche Diskussion darüber geführt wird, wie gut es ist, dass ein Unternehmen (egal wie menschen- und kulturfreundlich es ist oder nicht) in einer Branche so viel Macht auf sich vereinen kann. Und ob das nicht bedeutet, dass jemand, der heute noch profitiert morgen auch zu den Verlierern gehört, weil er in einem Abhängigkeitsverhältnis steht, das extremer ist als das, in dem er zuvor steckte.

Aber das ist das Internet. Da gibt es nur schwarz und weiß, gut und böse und ganz viel Expertise auf Basis von Hörensagen. Und dann alle kräftig drauf, sonst hört einen ja keiner.

sagt:

1. Wer hier Buchhandelsgebashe sieht, hat den Artikel nicht verstanden
2. Interessant. Wenn jemand in einem Abhängigkeitsverhältnis steht und das auch noch für Peanuts, sind das wohl die Autoren. Die müssen sogar Knebelverträge unterschreiben und die Nutzungsrechte für ihre Werke im Fall von eBooks quasi für alle Zeit abgeben. Das halte ich für ein weitaus größeres Problem als bei Amazon, die sich gar keine Rechte einräumen.
3. Macht. Guter Hinweis. Die Verlage verlieren gerade die ihre. Das dürfte es auch sein, was sie so aggressiv macht, nachdem sie Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte lang die einzigen Torwächter waren und beliebige Rahmenbedingungen diktieren konnten. Das ist jetzt vorbei.
4. Die gesamte Branche hat in ihrer Selbstüberschätzung und in ihrer Filterbubble aus Preisbindung und Konkurrenzlosigkeit den Medienwandel verschlafen. Statt was dran zu ändern, schimpft man lieber auf Amazon und macht ansonsten weiter wie immer.

Aber das ist das In­ter­net. Da gibt es nur schwarz und weiß, gut und böse und ganz viel Ex­per­tise auf Ba­sis von Hö­ren­sa­gen. Und dann alle kräf­tig drauf, sonst hört ei­nen ja keiner.

5. Phrasen.

sagt:

Ja, und genau das meine ich. Ich fordere eine sachliche Diskussion und bekomme eine Tirade gegen den Buchhandel, der quasi jetzt bekommt, was er verdient.
Ich habe übrigens an keinem Punkt den Buchhandel verteidigt, sondern lediglich ein Nachdenken gefordert, ob man nicht eher von Regen in die Traufe gerät. Und genau das meinte ich mit schwarz/weiß und gut/böse. Das war keinesfalls eine Phrase, sondern eine Analyse wie diese Diskussion (wie die meisten Netzdiskussionen) mittlerweile geführt wird.

sagt:

Kann dem ‘offenen Brief’ als kleiner Verlag nur zustimmen.
Trotz ISBN und VLB-Meldung ignoriert der Buchhandel (mit ganz wenigen Ausnahmen) meine Veröffentlichungen, obwohl zahlreiche Kunden (die sich entweder aufgrund der Medienberichterstattung der Amazon-Opposition angeschlossen haben oder Buchhandels-Unterstützer sind), dort nachfragen und dann frustriert direkt beim Verlag nach den Büchern fragen. Das wäre eigentlich Umsatz für den Buchhandel gewesen, ganz zu schweigen von dem Umsatz, der aufgrund der Buchhandels-Blockade ganz verloren geht und nicht den Weg entweder zu Amazon oder zum Verlag/Autor findet.

sagt:

[…] Offener Brief der Selfpublisher an den Buchhandel – PhantaNews – Nicht erst in den letz­ten Mo­na­ten wer­den Self­publis­her und ihre Bü­cher im ge­sam­ten Buch­han­del (off­line wie on­line) boy­kot­tiert, ihre Bü­cher nicht auf La­ger ge­legt und auf Le­ser­an­frage noch nicht ein­mal be­stellt, selbst wenn es gän­gige Werke oder gar Best­sel­ler sind. Die Bü­cher wer­den GAR NICHT AN­GE­BO­TEN, man hat als Self­publis­her keine Mög­lich­keit seine Bü­cher in die Lä­den oder On­line­shops zu be­kom­men, wenn man sich nicht den ur­al­ten, an­ge­sichts des In­ter­nets längst ob­so­let ge­wor­de­nen, Tra­di­tio­nen der Bran­che un­ter­wirft und ein Hei­den­geld da­für ab­drückt, in ir­gend­wel­che ok­kul­ten Ka­ta­loge auf­ge­nom­men zu werden. […]

sagt:

Unterschrieben! Der Buchhandel muss sich öffnen, sonst sind sie womöglich noch nicht morgen, aber übermorgen die Tante Emma-Läden von gestern…

sagt:

Das unterschreibe ich ohne zu Zögern – denn die e-Books aus meinem eigenen Verlag laufen über Amazon besser, als ich es mir je erträumt hätte. Ich würde es sehr begrüßen, wenn ich als Kleinverlegerin auch im Buchhandel präsent wäre. Letztlich wäre das eine Win-Win-Situation für alle, und die sollten wir anstreben.

Anna Fricke

sagt:

Danke für diesen bBrief, hiermit unterzeichne ich ihn und sage gleich: Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn Buchhändler bei mir klingeln würden :-))

Laura Gambrinus

sagt:

Klare Worte – gut so! Es wäre allen geholfen, daher unterschreibe ich gerne!

sagt:

Den offenen Brief unterschreibe ich gern.

Amazon schadet vor allem den Konzernketten und Discountern. Es gibt keine deutsche Einzelhandelsbranche, die in den vergangenen Jahrzehnten nicht durch Ketten oder Discounter ruiniert worden ist, auch der Buchhandel. Amazon bedroht die Handelskonzerne und ihre Ketten, weil sich dort neben Konsumenten auch Herstellern und Erzeugern (wie Autoren) eine Alternative bietet. Darum der ganze Aufstand seitens der Lobbyisten in Medien und Politik.

sagt:

Gern unterschrieben. Auch ich habe meinen ersten Roman geschrieben, den ich Ende des Jahres gern über amazon veröffentlichen möchte.

sagt:

Ich unterzeichne auch gern. Ich bin zwar noch nicht so weit gediehen, wirklich etwas zu veröffentlichen, habe es aber vor und kann der Argumentation folgen.
Monika Schoppenhorst

E.A.Birk

sagt:

Neulich wollte eine Freundin unser Buch “Die Traumnäherin” als Paperback in einer Nürnberger Buchhandlung kaufen. Es gibt unser Buch nur direkt ab Verlag – was durch eine schnelle Google-Suche ganz schnell herauszufinden gewesen wäre.

Stattdessen wurde ihr gesagt (O-Ton): “Versuchen Sie’s doch mal bei Amazon.”

Vor diesem Hintergrund klingt das Gejammer der Buchhändler, die sich von Amazon und anderen On-Line-Sortimentern unter Druck gesetzt fühlen, seltsam hohl.

Und was das Gejammer der Verlage angeht, die tatsächlich ein paar Hundert Autoren dazu gebracht haben, sich dem Jammer anzuschließen: hier jammern welche, die um ihre Pfründe fürchten. Nicht mehr, nicht weniger. Zum Geschäftsmodell der Verlage mag es passen, nur etablierte Autoren zu verlegen, mit denen Gewinne erwirtschaftet werden können, aber der gerade von den Verlagen beklagten Ausdünnung des Marktes, dem Verschwinden schriftstellerischer Vielfalt und der Unterdrückung bisweilen bemerkenswerten Talents wird dadurch Vorschub geleistet. Vor allem das macht es das Klagen über das Marktgebaren von Amazon zu dem, was es ist – einem lauten “Haltet den Dieb!”.

Angelika Kindziora

sagt:

Unterschreibe ich gern.Ich bin mit der Veröffentlichung meines Ebooks “:Seelennahrung Ibiza ” bei Amazon zufrieden und brauche niemanden hinterherzulaufen.

sagt:

Das unterschreibe ich auch.

Die Zeiten ändern sich.
Wer es verschläft, sich an den Möglichkeiten eines freien, globalisierten Marktes zu orientieren und einen Nutzen daraus zu ziehen, sondern sich in alten Pfründen suhlt, der sollte sich nicht wundern, wenn sich sowohl Kunden als auch Autoren andere Wege suchen.
Von der Erhaltung und Förderung kulturellem Gutes kann ja wohl nicht die Rede sein, wenn man statt lokaler Autoren lieber versucht, den Erfolg skandinavischer oder amerikanischer Autoren nach Deutschland zu adaptieren. Lieber den sicheren Gewinn in die Tasche stecken.
In dieser Beziehung kann man amazon eigentlich nicht dankbarer sein: Nie war der Buchmarkt bunter und vielfältiger.

sagt:

Lieber Stefan Holzhauer,

danke für diesen Schluck kühlendes Wasser.

Besser machen statt schlechtmachen!

Unterschrieben. Auch und gerade als Hybrid-Autor.

SW

sagt:

Das unterschreibe ich gerne. Wir sind die Schriftsteller. Wer das leugnet, lebt in der Vergangenheit. Und ich hätte nie gedacht, dass ich mal versucht wäre, den Alt-Kanzler zu zitieren.

sagt:

Ich liebe Amazon zur Zeit irgendwie nicht mehr wirklich, aber unabhängig davon habe ich über die Plattform meines e-Book-Readers (nicht von Amazon, sondern von Kobo) einen selbst-publizierenden SF-/Fantasy-Autor schätzen gelernt, den ich sonst wohl nie endeckt hätte (Edward W. Robertson).

Seitdem denke ich, dass Self-Publishing ein guter und zukunftssträchtiger Weg ist, auf dem Autoren ihre Bücher an uns, ihre Leser, bringen können – und sollten.

Ich vermute und hoffe, dass sich über kurz oder lang breiter angelegte Plattformen lokal wie international entwickeln werden, auf denen Autoren verlagsfrei publizieren und größere Leserschichten erreichen können.

Deswegen unterstütze ich diesen offenen Brief.

sagt:

Ein Trackback: https://ennolenze.de/die-guten-selfpublisher-und-der-boese-buchhandel/1561/

Der ist ja auch niedlich.

Mir ist gerade kein Bestseller bekannt, der nicht in einem Verlag liegt.

Da sind ihm offenbar die zahllosen Selfpublishing-Bestseller bei Amzon völlig entgangen.

Den Einschub verstehe ich nicht. Eine ISBN und die Anmeldung im VLB kostet keine 5€

Das ist natürlich völliger Mumpitz. Eine Einzel-ISBN kostet ~ 90 Euro und enthält – man fasst es kaum – “Versandkosten”. Als ich das letzte Mal nachgesehen hatte, was eine Eintragung ins VLB kostet, war auch das erheblich teurer. Ich will aber gern nochmal nachsehen, ob sich da was geändert hat.

Im Verzeichnis Lieferbarer Bücher sind ca. 1.7 Millionen Titel aus 21.000 Verlagen. Logisch, dass die jeder Buchhändler auswendig können muss – inklusive Verfügbarkeit!

Wer hat das denn gesagt. Um mal zu helfen: ich nicht. Allerdings sollte der Buchhändler in der Lage sein, jedes Buch zu beschaffen – und das klappt noch nicht mal mit denen von Kleinverlagen, die eine ISBN haben und im VLB gelistet sind. Weil libri oder KNV die aus irgendeinem Grund nicht in ihre Kataloge aufnehmen. Wenn der Buchhändler dann sagt “ich kann nix dafür, steht nicht im Katalog!” ist er ebenfalls selbst schuld, wenn er nichts daran ändert oder nicht versucht, auf andere Art und Weise an das Buch zu kommen.

Dann muss man an der Kasse frei verfügbares Internet haben und nicht nur die Bestellmasken für den Buchhandel.

Ja, das muss man. Und dann das Gejammere über die Gewinnspanne. Alternative: Amazon verkauft das Buch und macht den Umsatz. Können wir gerne so machen, wenn er das so haben will.

Ich finde es ja immer schön als Verleger pauschal als Abzocker bezeichnet zu werden.

Hätte er meinen Text komplett gelesen und/oder verstanden, wüsste er, dass ich damit die angeblichen Selfpublishing-Angebote der großen Verlage meine. Aber wenn er sich den Schuh anziehen möchte, werde ich nicht im Weg stehen.

Tenor: der Holzhauer hat ja keine Ahnung. Ich lese daraus: “Das haben wir noch nie so gemacht, warum sollten wir jetzt damit anfangen, nur wegen der Selfpublisher, die eh keinen interessieren”. Mit der Einstellung treibt er die Kunden in Amazons Arme.

Abschließend: dass er meine Grafik mal einfach so ohne vorherige Rücksprache auf seine Webseite übernimmt, ist auch gewagt …

Edit: Gebühren des VLB:

Die Mindestgebühr beträgt 49 Euro im Jahr, wenn alle Titel Goldstatus haben. Hat ein oder haben mehrere Titel nicht den Goldstatus, erhöht sich die Mindestgebühr auf 79 € im Jahr.

Quelle: VLB

Eine Einzel-ISBN kostet 90,98 € inklusive MwSt. und Versandkosten. Voraussetzung: Ihr Wohnsitz bzw. Geschäftssitz befindet sich in Deutschland.

Quelle: german-isbn.org

Von wegen “fünf Euro” …

Eva Möckl

sagt:

Meiner erst noch im Entstehen begriffenen Autorengemeinschaft gegenüber, bin ich es einfach schuldig, das zu unterschreiben. Ich will das mir jene vertrauen können, die dann auch mit mir an ihren Werken zur Veröffentlichung hin arbeiten wollen. *ggg*

Lg. Eva M. Möckl

sagt:

Stimme vollkommen zu! Ich verstehe auch die Logik dahinter nicht: Amazon=Riesenkonzern=böse. Aber gegenüber Random House, Bonnier, Thalia, Weltbild etc.pp. muss man solidarisch sein und die unterstützen, weil …? Warum eigentlich? Sorry, ich seh den Unterschied nicht. Außer, dass hinter letzteren der Börsenverein und ein paar Zeitungen stehen.

sagt:

Meine Printbücher haben ISBN – hilft mir aber auch nichts. Außer über Amazon oder im Eigenvertrieb lassen sie sich kaum verkaufen. Mir ist sogar schon passiert, dass ich meine Romane nicht auf einer Buch-Diskussions-Plattform eintragen konnte (oder sie wieder ausgetragen wurden).

sagt:

Es wäre vieles einfacher, für alle Beteiligten, wenn es nicht nur um Kasse machen ginge, sondern auch um Literatur und Kultur!
Also Unterschreiben! JK

Co

sagt:

Die wirklich guten Bücher der Gegenwart finden sich definitiv unter den Indie-Büchern!

sagt:

Das unterzeichne ich auch! Ich frage mich allerdings eines: Warum dreht sich bei der Selfpublisherdebatte immer die Frage um E-Books? Warum ist der stationäre Buchhandel nicht bereit, die Printversion zu verkaufen und die Online-Portale übernehmen die digitale Schiene. Dann hätten alle was davon. Es könnte so einfach sein, wenn wir wieder anfangen würden, fair miteinander umzugehen. Das gilt für Mega-Konzerne wie Amazon genauso wie für den Buchhändler um die Ecke und letztlich auch für uns Autoren/innen untereinander. Wenn dieses ewige Unterscheiden zwischen Verlagsautor und Selfpublisher endlich aufhören würde, wären wir schon einen entscheidenden Schritt weiter. Denn egal, ob kritischer Gesellschaftsroman oder einfache Unterhaltungsliteratur, jede Form von Literatur hat ihre Anhänger. Und genauso soll und muss es auch sein. Das nennt sich Kultur.

sagt:

Es geht hier nur am Rande um das Format. Tatsächlich wäre der Vorgang bei eBooks aber noch einfacher, da man die per Email verschicken könnte. Das ist aber unsinnig. Im lokalen Buchhandel werden Printbücher verkauft, niemand erwirbt dort eBooks. Und exakt darum, warum der Buchhandel keine Selfpublisherbücher verkauft, dreht sich der gesamte offene Brief.

sagt:

Jou. Kann man so unterschreiben.
Nicht jammern.
Samisdat Plattformen Gründen/Nutzen.
Lokale Buchläden mit einladen.

Hans Müller

sagt:

Unterschreib! Das Gejammere der Buchindustrie, die schlichtweg die Zeit verpennt hat, ist einfach nur unerträglich!

Simon Völker

sagt:

Ich lese gerne Indie-Bücher und auch gerne e-Books. Von daher voll und ganz dafür!

sagt:

Genau so ist es! Ich habe schon einige tolle Bücher von Selfpublishern gelesen, die sich vor den “rennomierten” Autoren gar nicht zu verstecken brauchen. Aber es geht letztendlich immer nur um Geld und Macht!

sagt:

[…] Auszug: „Solange das alles nicht geschieht und solange Amazon um das zig-fache bessere Konditionen für Selfpublisher und Kleinverlage liefert, was Sichtbarkeit und Tantiemen angeht, als irgendjemand anderer, solange können wir offene Briefe von irgendwelchen vermeintlich oder tatsächlich etablierten Autoren nicht ganz ernst nehmen, ebensowenig wie das Geheule von multinationalen Konzernen wie Bonnier und ähnlichen, denen zufällig auch ein paar Verlage gehören, dass Amazon böse ist.“ (Quelle: http://phantanews.de/wp/aartikel/offener-brief-der-selfpublisher-den-buchhandel/) […]

sagt:

Unterschreibe ich gerne. Der deutschen Verlagslandschaft liegt vorrangig an der Bewahrung alter und überholter Geschäftsmodelle mit der Garantie satter Erträge, aber sehr wenig bis nichts am Wohl der Autoren. Umso bitterer, dass sich viele Autoren dann auch noch für Verlagskampagnen einspannen ließen.

Martin Witte

sagt:

Dabei! ;-)
Ich habe noch nicht verlegt (bin aber dabei), verspüre aber keine große Lust, eventuell zig Bewerbungen schreiben zu müssen, um irgendwo zu einem Lektor vorzudringen. Deshalb unterstütze ich die Bemühungen, die Selfpublisher (Selbstverleger wäre mir freilich lieber, nur mal am Rande) aus ihrer “Schmuddelecke” zu holen.

Obwohl mit gemischten Gefühlen. Meinen (wirklich) kleinen Händler um die Ecke kann ich gut verstehen, dass er sich die kostbaren Flächen im Eingangsbereich mit eben jener Lektüre vollballert, von der er ziemlich sicher ausgehen kann, dass sie auch von den Kunden gekauft wird. Eben weil sie bekannt ist und die Autoren den entsprechenden Namen haben. Ich weiß aber auch, dass er gewillt ist Kundenwünschen nachzukommen, und entsprechende Bücher zu bestellen.
Größere Pendants im Nachbarort richten derweil schon Ecken ein, in denen man Literatur von Autoren aus dem hiesigen Einzugsbereich finden kann. Und die verlegen selten im namhaften Verlag. So kann es auch gehen, wenn denn die Fläche vorhanden ist.

sagt:

Selfpublisher hat sich als feststehender Begriff auch hierzulande durchgesetzt und ich sehe keinen Grund, ihn nicht zu verwenden. Wir sagen ja auch “Computer” und nicht “Rechenmaschine”.

sagt:

Leider ist das auch in der Geschenkartikelindustrie uva. nicht anders.
Als kleiner Einzelkünstler kommt man NIRGENDWO rein + wird von niemandem unterstützt.
Die großen Konzerne kontrollieren den ganzen Markt und lassen nur ihre “Trends” durch, die sie auf abgeschirmten Messen selbser festlegen ohne zu wissen, ob die breite Masse das wirklich auch immer so haben will -_-

Das sollte generell dringend geändert werden, denn das ist überaltert und sie merken nichtmal, das ihnen dadurch ständig tolle Perlen entgehen :-O

Ellenbogengesellschaft ist OUT !!!

sagt:

lieber spät als nie – unterschreibe ich und hoffe, dass sich das die Buchhandlungen zu Herzen nehmen und ein bisschen in der Gegenwart leben :)

sagt:

Danke sehr! Verlage haben mit den Buchhandelsketten schon immer erbittert über Prozente gestritten. Und dabei verdienen nach wie vor die Händler an jedem Buch den größten Anteil…

Sonja Tengler

sagt:

Das ist ein Schritt vorwärts, den Unmut Mal auszusprechen der uns leider anderweitig noch schweigen läßt.
Aus Höflichkeit? Oder nur der Gewohnheit wegen?
Doch wie der stete Tropfen, so arbeitet auch unser Selbstwertgefüh.Und viele werden krank.
Bisher hieß es wohl: Gottseidank, denn das bringt Beschäftigungszweige und Arbeitsplätze.
Mit der Begründung, es könnte sonst nicht für alle reichen? Genau so wie an diesem Beispiel?
Ich ließe auch Kunden unterzeichnen, denn schließlich wollen auch sie Bücher.

sagt:

Bin vom Inhalt her völlig dabei, auch wenn ich einige Formulierungen etwas frech finde.
z.B.
“…dann geht ins In­ter­net (kennt ihr das? Das gibts schon ein paar Jahre)”

Als relativ neuer Selfpublisher würde ich mich sehr freuen, wenn der stationäre Buchhandel mich unterstützen würde.
ISBN und VLB sind Schnee von gestern und bringen uns Selfpublisher nicht näher an den Kunden.

sagt:

Nicht nur als Selfpublisher unterschreibe ich das. Auch als Freund guten Buchhandels, denn mit außergewöhnlichen Titeln lässt sich auch ein Alleinstellungsmerkmal machen.

Beste Grüße
Holger Zimmermann

sagt:

[…] Hybris: Stefan Holzhauer hat auf phantanews.de einen „Offenen Brief der Selfpublisher an den Buchhandel“ veröffentlicht: „Wir Self­publis­her sind der Mei­nung, dass kein Buch­ver­käu­fer den […]

sagt:

Das unterschreibe ich ohne Wenn und Aber!
Nur, dass das diese Leute nicht im Mindesten interessieren wird.
Nach jahrelangen Versuchen als Einmann-Verlag, der konsequent ignoriert und von den Buchhändlern geschnitten wurde, bin ich jetzt über CreateSpace bei Amazon.
Wen wunderts?

Jochen

sagt:

Hallo,

leider konnte ich nicht unter dem Beitrag “Offener Brief der Selfpublisher an den Buchhandel” kommentieren: “Error: Time limit is exhausted.” Bin in meinem Alter offenbar nicht mehr schnell genug für die moderne Technik. ;-)

Eigentlich bin ich unter dem erwähnten Beitrag nur einigen Trackback-Links gefolgt, weil ich die Stellungnahmen auf den anderen Seiten erneut lesen wollte. Offenbar hat man jedoch den Blog der Buchmesse Frankfurt in weiten Teilen gelöscht – und dabei auch alle positiven Beiträge über Selfpublisher entfernt. Zumindest findet man bspw. von Jeanette Hoffmann unter http://web.archive.org/web/20140824151940/http://blog.buchmesse.de/2014/08/20/5-wahrheiten-self-publishing/ , von Frank Krings unter http://web.archive.org/web/20140223150122/http://blog.buchmesse.de/2013/09/19/selfpublishing-kannibalisieren-sich-die-verlage/ oder von Hilke Gesa-Bussmann unter http://web.archive.org/web/20140719175539/http://blog.buchmesse.de/2013/10/09/self-publishing-area-interessante-diskussionen-und-grosser-andrang/ nur noch über die Wayback Machine des Internet Archive.

Mal allgemein gefragt: Passiert das öfter, das Verlinkungen zu Phantanews bzw. positive Beiträge über Selfpublisher einfach gelöscht werden? Wäre ggf. ein spannendes Artikelthema.

Jochen

sagt:

Keine Ahnung, ob da öfter was gelöscht wird. Ich gehe eher davon aus, dass die dauernd ihre CMS verstubbeln und nicht wissen, wie man die bisherigen Artikel via Redirect weiter auffindbar hält. Die Buchbranche hat es ja nicht so mit dem #neuland

Ehrlich gesagt interessiert mich aber auch überhaupt nicht, ob die ihre Beiträge löschen
.

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