PR2564 – DIE VERLORENE STIMME – Marc A. Herren

Cover PR 2564 Mit die­sem Heft blen­det man wie­der um zu den Aben­teu­ern Per­ry Rho­dans in An­thu­re­sta. Wir er­in­nern uns, er wur­de mit dem Raum­schiff MI­KRU-JON von ei­nem Hau­fen Psi-Ma­te­rie aus TA­LIN AN­THU­RE­STA, dem »Wun­der von An­thu­re­sta« ge­schleu­dert oder ver­setzt. Je­den­falls ist er jetzt ir­gend­wo in der Ga­la­xis An­thu­re­sta.

MI­KRU-JON ist von Psi-Ma­te­rie um­ge­ben, die Son­de die die­se frei­ge­setzt hat, ist im­mer noch an MI­KRU-JON ge­kop­pelt. Als Per­ry aus sei­ner Be­wusst­lo­sig­keit er­wacht, meint er die Stim­me ei­nes Kin­des zu hö­ren. Auch die an­de­ren Be­sat­zungs­mit­glie­der er­wa­chen nach und nach aus ih­rer Be­wusst­lo­sig­keit und die Psi-Ma­te­rie zieht sich in die an­ge­kop­pel­te Son­de zu­rück. Da­her kann MI­KRU-JON – zwar ein­ge­schränkt – mit der Or­tung der Um­ge­bung be­gin­nen.

Da ist auch gleich ei­ni­ges los – wie ei­gent­lich im­mer, wenn Per­ry ir­gend­wo­hin ver­schla­gen wird. Die­ses Mal wird MI­KRU-JON per Trak­tor­strahl in eine gut zwei Ki­lo­me­ter durch­mes­sen­de En­er­giesphä­re ge­zo­gen. Au­ßer­dem hät­ten wir da noch ein Ok­ta­eder­schiff und ein glo­bus­ar­ti­ges Raum­schiff, die sich ge­gen­sei­tig be­kämp­fen. Bei­den Raum­schif­fen scheint es um die Psi-Ma­te­rie zu ge­hen, von der MI­KRU-JON noch um­ge­ben ist. Des­halb bleibt MI­KRU-JON (noch) un­ent­deckt.

Per­ry hört im­mer mal wie­der die Stim­me ei­nes Kin­des und ist ir­ri­tiert, um nicht zu sa­gen ver­wirrt. Trotz­dem be­ge­ben sich Per­ry, Tschubai/Lloyd und fünf Raum­sol­da­ten, die so ge­nann­ten »Young Boys« per Te­le­por­ta­ti­on an Bord der En­er­giesphä­re. Dort ge­lingt es nach ei­ni­gem Hin und Her Kon­takt mit der Be­sat­zung auf­zu­neh­men. Sie tref­fen auf ei­nen pfann­ku­chen­ar­ti­gen Ja’woor, ei­ni­ge Kri­stall­we­sen, die den Essa Nur an­ge­hö­ren (das Kri­stall­we­sen Clun’stal an Bord der MI­KRU-JON be­zeich­net sich selbst als Es­nur), so­wie den Sha’zor. Der Pfann­ku­chen Ja’woor be­haup­tet, dass das Schiff von der tryo­ni­schen Al­li­anz an­ge­grif­fen wird und die Ver­nich­tung droht.

Die Young Boys ver­su­chen die Be­sat­zung zu eva­ku­ie­ren, was nicht ge­ra­de durch die Be­sat­zung selbst un­ter­stützt wird, da die­se von tie­fem Miss­trau­en ge­gen­über der Tryo­ni­schen Al­li­anz ge­prägt ist und glaubt, dass Per­ry und Co. nichts wei­ter als Spio­ne die­ser Al­li­anz sind.

Wäh­rend­des­sen jagt Per­ry nicht nur der Stim­me ei­nes klei­nen Kin­des hin­ter­her, son­dern hat mitt­ler­wei­le auch Hal­lu­zi­na­tio­nen. Tschubai/Lloyd hilft ihm, zu er­ken­nen, um wen es sich bei dem klei­nen Kind han­delt. Um Per­ry selbst, der als klei­ner Jun­ge bei sei­nem On­kel Karl lebt. Er hilft dem klei­nen Per­ry eine schwe­re Ent­schei­dung zu tref­fen und Per­ry selbst ist da­nach auch wie­der bei Sin­nen.

Die »Le­bens­bla­se« der Ja’woor wird un­ter­des ver­nich­tet, al­ler­dings ge­lingt das Aus­schleu­sen ei­nes Ret­tungs­boo­tes mit gro­ßen Tei­len der »Crew«.  Nun mel­det sich die Be­sat­zung des glo­bus­ar­ti­gen Schif­fes. Ein von ei­nem Men­schen nicht zu un­ter­schei­den­des We­sen na­mens Aden­to­co Por­vi­star stellt sich als ein Mit­glied der Tryo­ni­schen Al­li­anz vor und freut sich die Psi-Ma­te­rie, MI­KRU-JON und na­tür­lich de­ren In­sas­sen vor den Zu­grif­fen von Pi­ra­ten be­schützt zu ha­ben.

Hmm, das war ziem­lich dünn. Im­mer­hin ha­ben wir er­fah­ren, dass die Tryo­ni­sche Al­li­anz of­fen­bar aus mehr als den vier Völ­kern be­steht, die im vor­an­ge­gan­ge­nen Dop­pel­ro­man auf­tauch­ten. Naja, viel­leicht auch nicht. Nun hat die tryo­ni­sche Al­li­anz aber doch Raum­fahrt. Egal. Der Cliff­han­ger am Ende lässt viel Raum für Spe­ku­la­tio­nen.

Die Sto­ry um die »ver­lo­re­ne Stim­me«, der Per­ry in dem Heft hin­ter­her jagt, wirkt et­was auf­ge­setzt. Wenn Per­ry wirk­lich so »durch den Wind« ist, dann soll­te er bes­ser kei­nen Ein­satz lei­ten. Er schal­tet Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel auf »pas­siv« – je­der Raum­sol­dat wür­de da­für so viel Är­ger krie­gen … Per­ry je­doch kann ja ma­chen was er will und die ihn  be­glei­ten­den Sol­da­ten ha­ben auch kei­ne Zwei­fel an sei­nen Fer­tig­kei­ten.

Wo­her Per­ry sei­ne Selbst­zwei­fel plötz­lich hat, bleibt un­klar. Im­mer­hin ver­sucht Marc Her­ren die Si­tua­ti­on aus dem Blick­win­kel Per­rys zu be­schrei­ben, was ihm auch mei­ner Mei­nung recht gut ge­lingt. Die­se Per­spek­ti­ve trau­en sich nur we­ni­ge der Au­to­ren – Per­ry selbst bleibt schwie­rig, auf der ei­nen Sei­te ein seit über 3000 Jah­ren er­folg­rei­cher Über­mensch, auf der an­de­ren Sei­te ein »ganz nor­ma­ler« Mensch mit Feh­lern und Selbst­zwei­feln.

Für mich war noch fol­gen­des De­tail in­ter­es­sant: Per­ry geht im Gei­ste mög­li­che Kin­der durch, de­ren Stim­me er da hört. Da­bei denkt er an Sa­hi­ra Sa­ede­lae­re. Nun habe ich so­gar die Kos­mos-Chro­ni­ken 2 »Alas­ka Sa­ede­lae­re« ge­le­sen, doch selbst dort kommt kein Kind von Alas­ka vor. Der Ei­gen­bröt­ler hat also ein Kind, wel­ches er so­gar vor den Ex­po­kra­ten ge­heim ge­hal­ten hat.

Ein schö­nes Zi­tat aus dem Heft habe ich lei­der auch nicht pa­rat. Je­doch gibt es ei­nen lo­gi­schen Feh­ler zum Schluss, als die sechs wie­der zur MIKKU-JON te­le­por­tie­ren: Ei­ner der Sol­da­ten fürch­tet sich vor sei­ner er­sten Te­le­por­ta­ti­on, auf­grund der Auf­re­gung hat er wohl ver­ges­sen, dass er be­reits von Tschubai/Lloyd in die »Le­bens­bla­se« te­le­por­tiert wur­de.

Ein durch­schnitt­li­ches Heft; wie­der ein­mal wird die Hand­lung kaum vor­an ge­bracht. Das ist im­mer wie­der ein Man­ko an der Se­rie – zum Ende kommt es dann in der Re­gel knüp­pel­dick, wäh­rend zwan­zig Hef­te prak­tisch nichts pas­siert. Mit dem näch­sten Heft wird dann auch wie­der um­ge­blen­det, zum Vat­rox Vast­re­ar, dem »Rie­sen­arsch«. Für nur ein Heft zu Per­ry um­zu­blen­den, das hat mich nun doch et­was ent­täuscht. Aber die Re­dak­ti­on macht es mir ja so­wie­so nicht recht.

 

DIE VER­LO­RE­NE STIM­ME
PER­RY RHO­DAN 2564
Marc A. Her­ren
Heft­ro­man
Ver­lags­uni­on Pa­bel-Mo­e­wig
ca. 60 Sei­ten, € 1,85

 

Co­ver­ab­bil­dun­g Co­py­right VPM

AutorIn: Kyr

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