Die positive Seite der MegaUpload-Schließung

Es war in den letzten Tagen groß in den Nachrichten: MegaUpload ist geschlossen worden. Zusammen mit der Plattform haben diverse andere nervige “warte-60-Sekunden-dann fülle-dieses-Captcha-aus-oder-melde-Dich-für-unseren-Premium-Service-an”-Dateisharing-Anbieter ihre öffentlichen Downloads abgeschaltet. Ein Haufen Nutzer ist verständlicherweise ziemlich sauer darüber, insbesondere weil sie insbesondere im Fall von MegaUpload noch nicht einmal mehr Zugriff auf IHRE EIGENEN Dateien haben.

Dieser Blogbeitrag dreht ich nicht darum, ob es richtig ist, dass MegaUpload geschlossen wurde. Darüber gibt es derzeit reichlich Debatten und persönlich bin ich nicht daran interessiert, mich daran zu beteiligen. Was aber klar ist: eine substanzielle Anzahl von Nutzern verwendeten MegaUpload um raubkopierte Medien zu verteilen, und – wenn wir mal ehrlich sind ist eine Menge Leute sauer darüber, dass es deutlich schwieriger wurde, an Raubkopien heran zu bekommen. Falls Du einer davon bist und nach dem großen Shutdown auf einmal nach anderen Möglichkeiten suchen musst, um Dich zu unterhalten: dieser Blogbeitrag ist für Dich! (Anm. d. Übersetzers: und für jeden anderen Leser, der an Musik, Filmen, Spielen und Büchern interessiert ist!)

Du wirst wahrscheinlich bereits festgestellt haben, dass Raubkopien in einem gewissen Maße Werbung für Medien machen. Wenn den Leuten ein Film oder ein Spiel oder ein Musikalbum oder was auch immer gefallen hat, dann reden sie darüber – und diese Mundpropaganda geschieht auch, wenn derjenige der darüber erzählt das aufgrund einer Raubkopie tut. Das ist keine Rechtfertigung für Raubkopien, wohlgemerkt. Wenn jemand Content erstellt und Dich dann damit bedroht, dass Du in den Knast wanderst, wenn Du den Content in einer unzulässigen Form nutzt, dann ist das auf Basis der Urheberrechtsgesetze sein Recht. Auf der anderen Seite haben Personen und Firmen die das tun es überhaupt nicht verdient, dass Du kostenlose Werbung für ihre Werke machst, indem Du darüber redest. Das ist insbesondere deswegen wahr, weil sie das Geld, das Du ihnen gibst, dafür aufwenden, um Deine Freiheit einzuschränken, indem sie durch Lobbyarbeit für drakonische Rechtsprechung und kundenfeindliche internationale Copyright-Richtlinien eintreten.

Lieber Leser, bitte frage Dich: brauche ich die Musikindustrie, um mir vorschreiben zu lassen, welche Musik ich zu mögen habe? Brauche ich die Filmindustrie, um mir vorschreiben zu lassen, welche Filme ich zu mögen habe? Brauche ich beschissene, DRM-verliebte moralisch fragwürdige Spielestudios wie EA, um mir vorzuschreiben, welche Spiele ich zu mögen habe? Ich meine, mal ernsthaft, hast Du Dir in letzter Zeit mal ein paar Big-Budget-Produktionen angesehen? Die meisten davon sind kleinster-gemeinsamer-Nenner-Schund. Als intelligente Individuen können wir das besser.

Es gibt eine riesige Menge Medien da draußen, die kostenlos veröffentlicht werden (oder in einigen Fällen wenigstens extrem preiswert), sie stammen direkt von den Künstlern, Musikern, Filmemachern, und Spielestudios die sie kreiert haben. Manche Leute argumentieren, dass die durch Piraterie ohnehin nicht geschädigt werden, weil man ja für ihre Werke nicht bezahlen muss; ich setze dem entgegen: dass Du dadurch, dass Du Massenmarkt-Scheiße raubkopierst, engagierten Künstlern Schaden zufügst, weil Du die Zeit die Du darauf verwendest raubkopierte Kopien zu suchen, auch dafür hättest verwenden können, ihre Werke zu entdecken und darüber zu reden.

Noch viel besser: Du könntest einen Teil Deiner freien Zeit damit verbringen, selbst Unterhaltung herzustellen, statt nur unterhalten zu werden. Falls Du noch nie an eigener Kunst, Musik, Filmen oder Spielen gearbeitet hast, dann rege ich deutlich an, das einfach mal zu versuchen. Unterhaltung für andere Personen zu erschaffen und dafür Rückmeldungen zu bekommen kann äußerst befriedigend sein! Als ehrliche Anmerkung an dieser Stelle muss man natürlich darauf hinweisen, dass, wenn man mal durch die Open Media Bibliotheken forscht, Filme das schwächste Glied dieser Kette sind, gleich gefolgt von Computerspielen. Musik, die inzwischen von Individuen oder Bands für wenige hundert Euro in Equipment zu Hause erstellt werden kann, ist das stärkste. Wenn ganz normale Leute wie Du und ich willens sind, unsere Zeit dafür aufzuwenden, dabei zu helfen Spiele und Filme herzustellen, können wir diese Lücke schließen. Es wird seine Zeit brauchen, aber wenn wir das durchziehen können, dann wird es das wert sein!

Medien müssen Dir nicht eingetrichtert werden. Geh raus, schau Dich um und sieh Dir die Welt an. Es gibt soviel mehr als Dich die großen Studios glauben lassen wollen. Und auch wenn vieles davon in einigen Aspekten (Spezialeffekte usw.) nicht an den Big-Budget-Kram heran kommt, können Dein Interesse und Deine Beiträge dafür sorgen, dass die Projekte dem langsam aber sicher nahe kommen können – und gleichzeitig hilfst Du dabei, dass die großen Studios und ihre kundenfeindlichen Copyright-Gesetze irrelevant werden. Die großen Firmen können bis einer gewissen Grenze Raubkopien ihrer Inhalte immer schwerer machen. Was sie aber nicht können, ist uns zu zwingen, ihnen unser Geld in den Rachen zu werfen – wir können uns immer entscheiden, ihren Kram zu ignorieren!

Hier sind einige Plätze im Web, um damit loszulegen:

Konsumieren:

sich einmischen:

selbst Inhalte erschaffen:

p.s.: wenn Du das auch so siehst, dann erzähle den Leuten darüber. Retweete es, like es, +1, was auch immer. Ich kann den ganzen Tag darüber erzählen, aber wir brauchen eine echte Bewegung wenn das hier etwas verändern soll und dafür müssen wir dafür sorgen, dass das Thema wahrgenommen wird!

Dieser Artikel erschien im englischen Original unter CC-Lizenz (CC-BY-SA) auf der Seite “Freegamer“, ich habe ihn ins Deutsche übersetzt. Ich stimme mit dem Originalartikel nicht in allen Punkten hundertprozentig zu, aber in den meisten.

Die Übersetzung: Creative Commons License

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harmloser Nerd mit natürlicher Affinität zu Pixeln, Bytes, Buchstaben und Zahnrädern. Konsumiert zuviel SF und Fantasy und schreibt seit 1999 online darüber.

10 Kommentare for “Die positive Seite der MegaUpload-Schließung”

sagt:

Bei allem Respekt soviel schräges Verhältnis zum Eigentum und Geldverdienen habe ich schon lange nicht mehr lesen müssen.
1. regt sich dieser Mensch drüber aus, dass die Musik- und Filmindustrie VORSCHREIBT, was man zu hören und zu sehen hat. Wie immer gilt: wenn was nicht geschaut, gehört, empfohlen, gekauft wird, verschwindet es. Es gibt (auch von den schnöden Musiklabels) Unmengen von guter Musik von guten unbekannten Künstlern. Man muss sie nur suchen und ja – BEZAHLEN. Weil sie halt nicht von der Masse bereits runtergeladen wurden und deshalb KOLO auf den Piraterieseiten landen, findet man sie deshalb auch kaum und vor allem verdienen diese unbekannten Künstler dementsprechen mies …

2. Komme ich zum zweiten Thema: BEZAHLEN. Egal ob Film-, Musik- oder Contentindustrie, die Leute die da arbeiten (bis zur Putzhilfe runter …) tun es um Geld zu verdienen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das gilt genauso für Hobbybands und andere die ich “entdecken” soll, damit die “schnöde” Industrie eins auf die Mütze bekommt. Auch die “Hobbyprogrammierer” die Spiele kostenlos ins Netz stellen brauche Geld dafür, weil sie sonst schlicht nix zum Fressen und kein Dach mehr überm Kopf haben. Das macht mich immer äußerst ungehalten, wenn hier die FriedefreudeeierkuchenantiKapitalismuswirhabenunsallelieb-Fraktion ihre luftleeren Hirnblasen absondert und nicht über den Tellerrand blickt.

Stefan Holzhauer

sagt:

Interessante Reaktion. Dir ist aber schon klar, dass er seine provozierenden Worte exakt deswegen gewählt hat, um mal zum Nechdenken darüber anzuregen, ob unreflektierter Konsum das Richtige ist.

Zudem hat er völlig Recht damit, dass man die Wirtschaft nicht weiter dabei gewähren lassen darf, die Politik zu bestechen und/oder massive Lobbyarbeit zu betreiben, damit die Lobbyhuren der Wirtschaft genehme und bürgerfeindliche Gesetze erlassen. Das macht mich überaus ungehalten.

Der Unterschied zwischen Hobbybands und der Musik- oder sonst irgendeiner Contentindustrie: die Hobbyband verdient selbst und soll das auch. Die Contentmafia speist die Künstler aber mit Peanuts ab und proklamiert dennoch, Hüter des Urheberrechts zu sein. Das ist sie aber nicht, sie maximal ein Hüter des Verwerterrechts und ihrer eigenen Pfründe. Ich wiederhole mich: die Urheber gehen mit lächerlichen Peanuts nach Hause und die Bonzen in den Unterhaltungsindustriezweigen lachen sich einen Ast.

Die Zeit des Unterhaltungsmonopols ist vorbei. Das sollte bei den ehemaligen Monopolisten ankommen. Da hilft auf Dauer auch keine Bestechung.

sagt:

Ich werde mich von niemandem geisseln lassen. Weder von der sogenannten Contentindustrie, noch von lasse ich mir von irgendwelchen Weltverbesserern vorschreiben, WAS ich zu konsumieren habe und was ich konsumieren DARF. Auch nicht von der Gutmenschenfraktion, bzw, gerade von der nicht. Ich bin ich, und ich entscheide für mich selbst, WAS ich höre, und WAS ich mag. Und ich entscheide FÜR MICH, dass ich Sachen, die ich konsumiere, lese, höre etc auch bezahle – WEM auch immer. Das gilt für Software genauso, wie für Filme etc. Ob die Contentindustrie Lobyismus betreibt ist für mich hier erst mal Sekundär.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass kreative Leute selten mit Geld umgehen können (ja, das gilt auch für “kreative” Banker, Broker und Moneymaker, nur dass sie selten mit ihrem eigenen Geld arbeiten).
Dafür wurden unter anderem die Musikverlage und Verlage als Dstributionskanal geschaffen. Dass sich diese zu eine Moloch entwickelt haben, dem es nicht mehr in erster Line um das “Werk” und den “Künstler” geht – darüber brauchen wir nicht zu streiten. Und das Unterhaltungsmonopol hat so nie stattgefunden, es ist eher ein Oligopol, denn es gibt nicht nur EINEN Verlag, EIN Studio oder eine SPIELESCHMIEDE. Es wurde vom Consumer dazu gemacht und niemand anderem – auch nicht durch Lobyismus. Es hindert im Übrigen niemand die Künstler daran, ihre Eigen-Verlage zu kündigen, und alles in Eigenregie rauszubringen, die Plattformen dafür sind vorhanden (Tiny Wings ist so ein Beispiel. Vor dem Typ ziehe ich den Hut). Aber: der Glaube, dass dann alles für LAU rüberkommt (und so interpretierte ich den Artikel nunmal), ist halt leider ein Irrglaube. Ich WILL für Leistung bezahlen. Wenn ich bezahle und schlechte Leistung dafür bekomme, dann mache ich das halt nur einmal und dann nimmer. That’s life. Aber in diesem Zusammenhang ist auch das Urheberrecht nicht ohne Belang: Immerhin hätte es keiner gerne, wenn seine Arbeit ein anderer für sich in Anspruch nimmt und von ihr profitiert, sie klaut.

Stefan Holzhauer

sagt:

1. Das Urheberrecht schützt nicht den Urheber, sondern den Verwerter.

2. Das Urheberrecht hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert – und das merkt man an allen Ecken und Enden.

3. Wer hat was von “geißeln” erwähnt?

4. Wer hat gesagt, dass “alles für lau rüberkommt”?

Ansonsten ist die Kernaussage des Artikels eindeutig: “Mach selber was!” Was gibt es daran zu kritisieren?

Bernd Maier-Leppla

sagt:

Wenn du das darauf reduzieren möchtest, dann soll’s mir recht sein. Mach selber was ist ok. Aber dann soll’s auch gut bezahlt werden, wenns gut ist, und vor allem sicher vor Piraterie sein. Dann unterschreib ich’s zu 100%.

Insofern verstehe ich nur den Einwurf nicht, dass das Urheberrecht nur den Verwerter schützen soll und nicht den Urheber? Wo ist das Bitteschön konkret so? Ich kann mir nicht vorstellen dass es beispielsweise die Herrschaften von Pink Floyd einen feuchten Kehrricht interessiert, ob EMI dazwischen liegt, die wissen sich sehr wohl zu wehren. Oder George Lucas, wenns um seine Star Wars Sachen geht ….

Stefan Holzhauer

sagt:

Meine Güte, wer redet denn von den Schwergewichten der Branche? Lucas gehört alles selbst und er verwertet eh alles selbst, da redet ihm keiner rein und er muss auch keinem abgeben. Gigantseller wie Pink Floyd und ähnliche können den Verwertern ganz andere Bedingungen diktieren als “normale” Künstler. Die kleinen, unbekannten werden mit Peanuts abgespeist, weil die meinen gar keine andere Chance zu haben, als bei den Major Playern unter zu kommen um vielleicht irgendwann mal berühmt zu werden. Frag mal Autoren oder Musiker, mit welchen Beträgen sie abgespeist werden. Sie binden sich mit Knebelverträgen an Verwerter und überschreiben ihnen quasi alle Rechte an ihren Werken – müssen das tun. In Deutschland ist das Urheberrecht dergestelt, dass Du immer der Urheber bleibst und nur die Verwertungsrechte übertragen kannst (die dich aber am ausgestreckten Arm verhungern lassen). In den USA verkaufst Du effektiv das Urheberrecht – möglicherweise dauerhaft – an die Verwertermafia.

DAS meine ich damit, dass das Urheberrecht nicht die Urheber, sondern die Verwerter schützt. Das muss anders werden, das Urheberrecht muss zum einen speziell die Urheber schützen (auch gegen die Verwerter) und zum anderen ans Internet-Zeitalter angepasst werden. Es muss sichergestellt werden, dass die Kohle bei den Urhebern ankommt – und dabei schließe ich “alternative Verteilmethoden” des Content und entsprechende Vergütungen explizit ein. Es muss aber ebenfalls sichergestellt werden, dass bei allem Schutz der Urheber sowohl die Bürgerrechte gewahrt bleiben, und nicht jedes Kind, das mal eine Datei in eine Tauschbörse eingestellt hat bis ans Lebensende ruiniert wird. Ebensowenig kann es angehen, dass die Politik auf Druck der Verwertermafia Gesetze einführt, die schon Kopien im privaten Kreis zum Rechtsbruch werden lassen.

Im Prinzip ist die Situation nicht anders, als bei der Einführung der MusiCassette, als die Musikindustrie schonmal das Ende der Musik ausgerufen hat. Du konntest in den 80ern von Kumpels oder aus dem Radio JEDE Musik die Du haben wolltest auf Cassette bekommen und das war völlig okay so. Heute hörst Du auch nicht mehr Musik als damals, allein schon weil Du nicht mehr Zeit hast, und besorgst sie Dir eventuell aus einer anderen Quelle. Der Effekt bleibt aber derselbe. Und Musik die Du unbedingt haben willst, kaufst Du Dir. (oder eben nicht, wie in den 80ern). Das Geheule der Musikmultis ist exakt dasselbe wie damals, nur haben sie heute IP-ADressen und gefälschte Statistiken über Umsatzeinbrüche durch Tauschbörsen.

Im Spielebereich wundern sich die Publisher ernsthaft, dass sich die Kunden lieber eine funktionierende Raubkopie beschaffen, als ein tot-ge-DRM-tes Produkt, das nur läuft, wenn man mit dem Internet verbunden ist – auch wenn es sich um ein Singleplayer-Spiel handelt. Oder darüber, dass die Kunden nicht bereit sind, die Katze im Sack zu kaufen oder beispielsweis ein Sachen Electronic Arts, dass sie bei Problemen exakt null Support erhalten und mit einem nicht funktionierenden aber teuer bezahlten Spiel im Regen stehen gelassen werden.

Das Einzige, wo das alles nicht ohne weiteres funktioniert, ist die Filmbranche, weil hier hunderte von Personen an einem Projekt arbeiten und man eben K;inofilme erstmal im Kino sieht. Dennoch sind die auch bescheuert, weil sie nicht in der Lage sind, LEGALE Internet-Angebote zu schaffen, die einfach zu nutzen UND nicht völlig überteuert sind.

Dass die Kunden legale Angebote nutzen, wenn sie da sind, zeigten Apple und Amazon mit den DRM-freien Musikangeboten. Das wird anderswo nicht anders laufen.

Dennoch: Man kann gegen das kunden- und bürgerfeindliche Verhalten der Multis nur mit den Füßen abstimmen: indem man ihre Produkte boykottiert – das ist völlig korrekt, nach wie vor.

sagt:

Können wir uns drauf einigen, dass es nicht schwarz und weiß ist? Ich gebe dir durchaus recht in dem, was du sagst. Natürlich war die Musikcassette genau dasselbe in Grün. Auch hier wollten die Verlage bereits einen Riegel vorschieben und sind mit Recht dran gescheitert.
Trotzdem ist die ganze Sache in meinen Augen nicht ganz so einfach, also Hop oder Top. Ich kann mich an Zeiten erinnern als es Audiogalaxy noch gab. Was haben manche da runtergeladen …

Jetzt könnte man natürlich argumentieren: ja, die hätten das auch nicht gekauft, wenns Audiogalaxy NICHT gegeben hätte. Denn ne Menge von den Herrschaften waren halt Jäger und Sammler. Da gings in erster Linie drum zu prahlen, wieviele 10.000 Songs man auf der Platte hat. Gehört hat man sie dann ohnehin so gut wie nie. Insofern stimmt es, dass KEIN nennenswerter Schaden entstanden ist für die Industrie. Was die Spieleindustrie angeht: gut, da kann ich nicht mitreden, weil mich persönlich Spiele auf PC, MAC, iPad etc NULL interessieren. Dass die ein DRM haben, das heftig ist, habe ich schon mitgekriegt. Allerdings glaube ich, dass hier die Raukopierproblematik weit größer ist als bei Büchern und Musik. Filme sind wieder eine andere Baustelle. Da gehts um eine Menge Geld, wenn der Film vor EVT schon auf den Servern in Top-Qualität zum Download kostenlos bereitliegt. Das tötet die Industrie komplett – nicht nur die Meagstudios auch die Independent-Abteilung, weil die noch mehr auf den Erlös angewiesen ist, weil da die Merchandising-Dinge komplett wegfallen.

Stefan Holzhauer

sagt:

Du “glaubst” es. Und warum glaubst Du es? Durch die jahrelange Propaganda der Spieleindustrie, die Dir vorspiegeln will, dass es so ist. Es ist ganz sicher so: restriktive DRM-Maßnahmen und nonexistenter Support treiben mehr Spieler (und andere Softwarenutzer) zu Raubkopien als alle anderen Gründe. Ich weiß nicht, wie oft ich schon Software (meistens von EA) gekauft habe, die erst ein Jahr später durch diverse Patches benutzbar wurde (oder niemals, siehe SPORE oder SIMS3). Bei mir hat das dazu geführt, dass ich in den allermeisten Fällen nur noch dann überhaupt ein Spiel kaufe, wenn die Rückmeldungen in der Hinsicht nach ~einem halben Jahr positiv sind.

Ich finde es zudem verblüffend, dass die Filmindustrie “getötet” wird. Es werden fast ausschließlich Blockbuster in Tauschbörsen angeboten. Bei denen überschlägt sich die Filmindustrie aber immer wieder mit neuen Rekorden, was die Einnahmen angeht. Wann bist Du das letzte Mal im Kino gewesen? Wenn ich 12 – 14 Euro für einen Kinobesuch ausgeben soll, tippe ich mir in den meisten Fällen nur noch an die Stirn und lasse es. Auch hier sind die Raubkopien nur ein vorgeschobenes Problem. Wenn Du die Umsatz- und Absatzzahlen beobachtest, dann wirst Du feststellen, dass die Filmindustrie genauso falsche Zahlen vorgibt (vulgo: lügt) wie die Musikindustrie (und die Buchbranche), um angeblich astronomische Umsatzeinbußen durch Raubkopien zu belegen. Bullshit.

Siehe insbesondere: http://phantanews.de/wp/2010/06/die-verlogene-propaganda-der-musikindustrie/

aber auch: http://phantanews.de/wp/2011/08/rant-aus-dem-borsenverein-wird-der-munchhausen-verein/

sagt:

Nein, ich glaube nicht, dass die Filmindustrie astronomische Geldeinbußen hat, wenn Blockbuster runterpiratet werden. Weil ich glaube (ja “glaube”), dass diese Leute sowieso nicht für 14 Euro ins Kino gehen würden. Das ist ein gewisse Einstellungssache. Ich persönlich mag einen Blockbuster (den ich sehen möchte) halt nicht im Pantoffel-Flat 50″ ansehen, sondern gerne auf einer Leinwand. Das sind mir ein paar Ocken mehr wert. Andere Filme schau ich im Pantoffelkino, weils langt. Was ich nicht tue, ist Filme anzusehen, die irgendeiner mit der Handycam im Kino gefilmt hat und irgendwo auf eine Upload-Seite gestellt hat. Das ist für mich irgendwie noch mieser wie TV mit einem 20″ Bildschirm. Nicht weils verboten ist, sondern weil ich an diesem Erlebnis nichts finden kann …

Stefan Holzhauer

sagt:

Was Du schaust Filme im Pantoffelkino? Weißt Du überhaupt was das der Filmindustrie für Umsatzeinbußen beschert? (scnr)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.