Der DortCon 2011 – oder: »Das Geheimnis von Raum 112«

In mei­nem Le­ben bin ich be­reits auf ei­ner Men­ge Cons ge­we­sen, in den 90ern war die hef­ti­ge Zeit wäh­rend der man an fast je­dem Wo­chen­en­de auf ir­gend­wel­chen Ver­an­stal­tun­gen her­um hing. Seit mich Freun­de 1988 zu Fol­low ge­schleppt hat­ten, wa­ren das selbst­ver­ständ­lich hau­fen­wei­se Cons, die sich um Ma­gi­ra dreh­ten, aber auch im STAR TREK-Fan­dom habe ich mich her­um­ge­trie­ben und auch kei­ner­lei Scheu das zu­zu­ge­ben. :o)
Re­la­tiv sel­ten be­such­te ich je­doch rei­ne SF-Cons, ab­ge­se­hen von ein­mal SF-Tage NRW (oder so ähn­lich) in Düs­sel­dorf – aber das war in grau­er Vor­zeit, ich er­in­ne­re mich an ein Vor­füh­rung des na­gel­neu­en MOON 44 (1990) und dass Ter­ry Prat­chett ein bril­li­an­ter Gast­star war. Vor un­ge­fähr zwei oder drei Jah­ren war ich dann erst­ma­lig auf ei­nem Co­lo­ni­a­Con, wenn­gleich dort nach mei­nem Ein­druck eher der Hef­t­ro­man zen­tra­les The­ma ist, denn die »rei­ne Leh­re der SF«. :o)

Bei schön­stem Wet­ter mach­te ich mich aus der Dia­spo­ra in Rem­scheid auf den Weg gen Dort­mund, im dor­ti­gen Fritz Henss­ler-Haus – kaum zehn Geh­mi­nu­ten vom Haupt­bahn­hof ent­fernt – soll­te das Gan­ze statt­fin­den. Schwer zu fin­den war die Lo­ka­ti­on tat­säch­lich nicht.

An der Kas­se nahm man mir dan­kens­wer­ter­wei­se ab, dass ich New­bie bin, und konn­te des­we­gen eine ver­gün­stig­te Noob-Kar­te er­wer­ben.

Schon vor­her traf ich al­ler­dings erst­mal an der Am­pel vorm Con­lo­kal An­dré Wies­ler mit dem ich gern spä­ter noch ein paar Wor­te ge­wech­selt hät­te, aber ir­gend­wie kam es dann auf­grund des vol­len Pro­gramms und di­ver­ser an­de­re Ge­sprä­che nicht dazu. Am Ein­gang fand ich näm­lich schon Man­fred Mül­ler (samt Söh­ne) vom Fan­dom Ob­ser­ver, den ich auch be­reits ge­fühl­te hun­dert Jah­re aus Fol­low ken­ne. Kurz dar­auf stol­per­ten auch schon Su­san­ne und Sean O’Connell über mich – end­lich ha­ben wir und mal per­sön­lich ge­trof­fen – noch ei­nen Mo­ment spä­ter fand uns an die­sem Tisch auch Ju Ho­nisch.

Der er­ste Blick im Ein­gangs­be­reich fiel auf reich­lich vor­han­de­ne Mög­lich­kei­ten, sei­ne schwer ver­dien­ten Credits in Le­se­stoff (und SF-De­vo­tio­na­li­en jeg­li­cher Cou­leur) um­zu­wan­deln; nur auf­grund ei­ner schier un­mensch­li­chen Wil­lens­an­stren­gung zu der an­son­sten nur hoch­ran­gi­ge Psio­ni­ker in der Lage sind, konn­te ich mich zu­rück hal­ten und nichts er­wer­ben. Zu­dem spuk­te mir die Tat­sa­che deut­lich im Hin­ter­kopf her­um, wie vie­le un­be­dingt zu gou­tie­ren­de Re­zen­si­ons­ex­em­pla­re sich hier auf der Brücke der U.S.S. Phan­ta­News noch sta­peln und wie vie­le PER­RY RHO­DAN-Ro­ma­ne ich im Rück­stand bin… Also Fin­ger weg!

Gut dass ich mir zu­vor am hei­mi­schen Com­pu­ter noch eine Pro­gramm­über­sicht aus­ge­druckt hat­te, denn in der im SF-Fan­dom of­fen­bar ob­li­ga­to­ri­schen Con­ta­sche fand ich gleich noch eine. Auch ein Raum­plan war vor­han­den, der ver­or­te­te al­ler­dings Räu­me an an­de­ren Stel­len, als sie sich phy­si­ka­lisch be­fan­den, wahr­schein­lich eine üble 5D-Raum­ver­krüm­mung oder eine un­er­war­te­te Ver­set­zung in ein Par­al­lel­uni­ver­sum, das hät­te man mir aber am Ein­gang sa­gen kön­nen… ;o)
Über­haupt ist an­zu­mer­ken, dass be­stimm­te Räu­me bes­ser hät­ten aus­ge­schil­dert wer­den kön­nen, aber viel­leicht ist das nur Ge­mau­le ei­nes Un­ein­ge­weih­ten und der Groß­teil der Be­su­cher fand sich ge­wohn­heits­mä­ßig zu­recht. Für Neu­lin­ge soll­ten die Ver­an­stal­ter aber tat­säch­lich ins­be­son­de­re die Aus­schil­de­rung der Räu­me noch­mal über­den­ken. Das »Filk«-Zimmer er­rang ob sei­ner ab­ge­le­ge­nen Lage fast schon den my­sti­schen Sta­tus ei­ner Le­gen­de… :)

Der Sams­tag war voll­ge­stopft mit Pro­gramm­punk­ten, die in drei Räu­men gleich­zei­tig statt­fan­den: Im Ki­no­saal, dem di­rekt da­ne­ben lie­gen­den »Ne­ben­raum« (Sub­raum – Hy­per­raum – Ne­ben­raum?) und im Raum 112, der eine Eta­ge hö­her zu fin­den war. Hier soll­ten auch die für mich in­ter­es­san­ten Ver­an­stal­tun­gen ih­ren Lauf neh­men.

Mein zu­sam­men­ge­stell­tes Pro­gramm star­te­te dann auch nach ei­nem Kaf­fee gleich in 112 mit der Le­sung Sean O’Connells, der aus sei­nem Ro­man und Hör­buch TIR NA NOG vor­trug. Wer da­mit nichts an­fan­gen kann, der sei auf mei­ne Ar­ti­kel zu die­sem Buch eben­so ver­wie­sen, wie auf die Re­zen­si­on und das In­ter­view mit Sean. Ich kann­te das was ge­le­sen wur­de also schon, aber es ist doch im­mer noch­mal was an­de­res, wenn so et­was vom Au­to­ren selbst vor­ge­tra­gen wird.

Zur Auf­fri­schung oder für die­je­ni­gen die bis dato un­be­leckt sind hier noch­mal ein Klap­pen­text:

Mei­ster Aki und sein jun­ger Schü­ler Cor­ne­lis be­ge­ben sich auf die Su­che nach den letz­ten Ge­heim­nis­sen der Welt. Sie tref­fen auf klei­ne schwar­ze Pup­pen, die den Ver­stand ih­rer Wir­te be­herr­schen, auf Me­ta­mor­phen, die die Ge­stalt ih­rer Op­fer an­neh­men, auf eine furcht­ba­re Krea­tur so­wie auf eine Grup­pe Un­sterb­li­cher, die vor dem Un­ter­gang der Erde Zu­flucht am un­ge­wöhn­lich­sten Ort des Uni­ver­sums ge­fun­den hat:

Auf der ge­heim­nis­vol­len In­sel Tír na nÓg.

Gleich­zei­tig fand im Kino die Le­sung An­dré Wies­lers statt, der ich eben­falls gern bei­ge­wohnt hät­te, ein Pro­blem, das mich an die­sem Tag noch öf­ter tref­fen soll­te. Even­tu­ell soll­ten die Ver­an­stal­ter dar­über nach­den­ken, das Pro­gramm et­was zu straf­fen, da­mit man sich nicht zu je­der Zeit zwi­schen drei mög­li­chen Pro­gramm­punk­ten ent­schei­den muss. Das ist näm­lich sehr scha­de und auch ein we­nig un­fair ge­gen­über den­je­ni­gen, die sich mit ih­ren Vor­trä­gen eine Men­ge Mühe ge­ben und nur von Tei­len des Pu­bli­kums ge­se­hen wer­den kön­nen. Auf der an­de­ren Sei­te sind vie­le Pro­gramm­punk­te na­tür­lich auch was Fei­nes, viel­leicht kann man den Con auf ein ver­län­ger­tes Wo­chen­en­de le­gen oder die Le­sun­gen auf eine hal­be Stun­de ver­kür­zen, um mehr Pu­bli­kum zu er­rei­chen.

Gleich nach Sean über­nahm Ju Ho­nisch die … äh … »Büh­ne«, die aus ih­rem jüngst bei Fe­der & Schwert er­schie­ne­nen Werk JEN­SEITS DES KA­RUS­SELLS las. … Mo­ment, »las« wird dem Vor­trag nicht an­satz­wei­se ge­recht, ei­gent­lich soll­te man die­se Le­sung eher als »Per­for­mance« be­zeich­nen«, denn Ju liest nicht, sie re­zi­tiert in Form ei­nes Hör­bu­ches, ver­leiht je­dem Cha­rak­ter eine ei­ge­ne Per­sön­lich­keit und stellt den In­halt des Bu­ches dar. Ich kann nur je­dem ans Herz le­gen, sich das mal an­zu­se­hen, wenn die Ge­le­gen­heit be­steht!

Klap­pen­text zu JEN­SEITS DES KA­RUS­SELLS:

Mün­chen 1867. Wenn man sieb­zehn ist, soll­te das Le­ben weit­aus mehr Spaß ma­chen als das Cat­tys. Statt Bäl­le und Ro­man­zen be­stim­men Alp­träu­me und Ver­fol­gung ihr Da­sein. Nie­mand au­ßer ihr ahnt die Ge­fahr. Nie­mand hört ihr zu – und sie selbst ist mög­li­cher­wei­se längst nicht mehr zu ret­ten. Sehr viel an­ge­neh­mer ist das Da­sein Tho­rolf Treyn­sterns, ei­nes jun­gen Künst­lers und Bo­he­mi­ens mit in­ter­es­san­ten Freun­den, der sich um nichts Sor­gen ma­chen muss – denkt er. Doch dann tritt das Grau­en in sein Le­ben, und mit ei­nem Mal ist nichts mehr, wie es war. Nicht er selbst, nicht die Welt, wie er sie kann­te und auch nicht das Mäd­chen, das er ret­ten woll­te. Zu­sam­men mit sei­nem Mit­be­woh­ner Ian Mc­Mul­len, ei­nem Stu­den­ten des Ar­ka­nen, wird Tho­rolf Teil ei­nes Schach­spiels zwi­schen Mäch­ten, die weit über das mensch­li­che Fas­sungs­ver­mö­gen hin­aus­ge­hen.

Nach der ei­gent­li­chen Le­sung folg­te noch eine un­ter­halt­sa­me Fra­ge­stun­de, in der die Zu­hö­rer mehr über Re­cher­che, hi­sto­ri­sches Flecken­salz und zu­erst in eng­li­scher Spra­che ver­fass­te Ro­ma­ne er­fah­ren konn­ten. Zu­dem er­zähl­te Ju über die Un­mög­lich­keit, als deut­scher Au­tor Ro­ma­ne ins eng­lisch­spra­chi­ge Aus­land zu ver­kau­fen. Dar­über muss ich mit ihr noch­mal re­den…

Dann muss­te ich mich er­neut ent­schei­den, denn so­wohl Leo Lu­kas woll­te ich auf­grund von Er­zäh­lun­gen un­be­dingt se­hen, aber auch der Vor­trag zum deut­schen In­de­pen­dent-SF-Spek­ta­kel NY­DE­NI­ON in­ter­es­sier­te mich ei­gent­lich sehr. Nach kur­zer Über­le­gung ge­wann dann aber auf­grund der Ein­sicht, dass ich NY­DE­NI­ON im­mer noch se­hen und In­for­ma­tio­nen auch an­ders­wo be­kom­men konn­te, Leo Lu­kas. Ein sehr smar­te Ent­schei­dung, wie sich her­aus­stell­te.

Lu­kas ist nicht nur PER­RY RHO­DAN-Au­tor, son­dern auch Ka­ba­ret­tist. Das merkt man auch zu je­der Zeit sei­nes Vor­trags, auch hier be­kommt man nicht ein­fach nur eine Le­sung ge­bo­ten, es gab auch Schüt­tel­rei­me, Apho­ris­men und Phi­lo­so­phi­sches. Da­zwi­schen fand sich aber tat­säch­lich auch noch Zeit für zwei SF-Short­sto­ries, bei­de Lu­kas-ty­pisch ein we­nig schräg und höchst un­ter­halt­sam. Und so un­ter­schied­lich wie Tag und Nacht.

Auch hier der un­be­ding­te Rat: Man soll­te sich eine Per­for­mance des Öster­rei­chers auf gar kei­nen Fall ent­ge­hen las­sen, wenn man die Mög­lich­keit dazu hat – es lohnt sich.

Un­ge­fähr zu dem Zeit­punkt kam mir dann die Idee, mir ein Mes­sing­schild mit mei­nem Na­men auf dem Stuhl an­brin­gen zu las­sen, denn ein schnel­ler Blick ins Pro­gramm be­lehr­te mich, dass ich mich noch ein we­nig län­ger und öf­ter im Raum 112 auf­hal­ten wür­de. Gleich nach Leo Lu­kas folg­te hier näm­lich schon wie­der ein Pro­gramm­punkt, an dem ich teil­ha­ben woll­te: meh­re­re Au­to­ren-Le­sun­gen aus der von Su­san­ne O’Connell her­aus­ge­ge­be­nen Kurz­ge­schich­ten­samm­lung AVA­TA­RE, RO­BO­TER UND AN­DE­RE STELL­VER­TRE­TER.

Lo­gi­scher­wei­se steht auch die­se An­tho­lo­gie un­ter dem Ober­the­ma Phan­ta­stik, aber die Band­brei­te der dar­in ver­tre­te­nen Gen­res ist groß – eben­so groß wie die der Phan­ta­stik eben. SF, Hor­ror, Hi­sto­rie, Fan­ta­sy und auch schwer ein­zu­ord­nen­de Fa­cet­ten wer­den dar­in ge­bo­ten und auch die vor­ge­tra­ge­nen Tex­te stell­ten ei­nen Quer­schnitt durch (Sub-)Genres und Sti­le dar.

Das Ge­heim­nis ei­ner rät­sel­haf­ten Tru­he, Pup­pen­mon­ster, ein Kel­pie an der schot­ti­schen Kü­ste, Kal­kis Ver­nich­tungs­zug, das Schick­sal ei­nes In­qui­si­tors, ein My­thos-Vi­rus, Nietz­sches Krä­hen…

31 Ge­schich­ten rund um Ro­bo­ter, Klo­ne und Ava­ta­re – die Stell­ver­tre­ter ver­schie­den­ster We­sen, vor al­lem aber ei­ner wahr­lich be­droh­ten Le­bens­form: des Men­schen.

So un­ter­schied­lich wie die Sto­ries wa­ren auch die vor­tra­gen­den Ver­fas­ser, nur als »gu­tes Mar­ke­ting« kann man be­zeich­nen, dass die Le­sun­gen in al­ler Re­gel vor der Poin­te ab­ge­bro­chen wur­den und man auf das Buch hin­wies. ;o)

Glück­li­cher­wei­se hat­te ich nach die­sem Pro­gramm­punkt erst ein­mal eine Stun­de Zeit und war in der Lage den Raum 112 (mit dem ich wahr­schein­lich zu die­sem Zeit­punkt be­reits ein sym­bio­ti­sches Ver­hält­nis ein­ge­gan­gen war) zu ver­las­sen und mich ein we­nig um­zu­se­hen (und end­lich mal ei­nen Hap­pen zu es­sen). Na­tür­lich ver­flog die­se Stun­de Zeit mit Schwätz­chen und Fach­sim­pe­lei wie im Flu­ge und nach ge­fühl­ten Mi­nu­ten ging es schon wie­der die Trep­pe rauf, denn es stand Mi­ri­am Pha­ros Le­sung aus den »Near Future«-Krimis SCHLAN­GEN­FUT­TER und SCHAT­TEN­SPIE­LE un­ter dem Ti­tel »Le­ben und Ster­ben in der Me­ga­ci­ty« an (der drit­te und letz­te Teil wird bald fol­gen).

Aus­zug Klap­pen­text SCHLAN­GEN­FUT­TER:

Die Eu­ro­päi­sche Fö­de­ra­ti­on im Jahr 2066: Die ein­sti­gen blü­hen­den Han­se­städ­te im Nor­den exi­stie­ren nicht mehr. Ham­burg ist ein No­bel­be­zirk von Han­se­a­po­lis ei­ner Me­ga­ci­ty mit über 20 Mil­lio­nen Ein­woh­nern, die Lü­becker Re­gi­on eine rie­si­ge In­du­strie­zo­ne. Dass die Cops 72 Stun­den und mehr am Stück Dienst tun, ist kei­ne Sel­ten­heit. Denn Han­se­a­po­lis schläft nie.
An ei­nem hei­ßen Fe­bru­ar­mor­gen wird im Sumpf au­ßer­halb der Stadt eine ver­stüm­mel­te Lei­che ge­fun­den. Louann Ma­ri­no, neu im Mord­de­zer­nat von Han­se­a­po­lis, und ihr zy­ni­scher Part­ner Eli­as Kos­loff neh­men die Er­mitt­lun­gen auf. Die Spu­ren füh­ren das un­glei­che Paar in die still­ge­leg­ten U-Bahn-Schäch­te un­ter­halb der glit­zern­den Me­tro­po­le. Zur sel­ben Zeit er­hält Ced­ric Dunn, Re­por­ter des Ya­h­oog­le In­ve­sti­ga­ti­on Net­work, kurz YIN ge­nannt, ei­nen hei­ßen Tipp: Ein In­for­mant will über Kor­rup­ti­on und il­le­ga­le Pro­sti­tu­ti­on aus­packen. Ein Num­mern­kon­to aus Sin­ga­pur ist der Schlüs­sel, doch der heim­li­che Zu­griff auf die ge­sperr­ten Da­ten bleibt nicht un­be­merkt. Ein Wett­ren­nen ge­gen die Zeit be­ginnt…

Der ge­le­se­ne Quer­schnitt durch ver­schie­de­ne Ka­pi­tel der bei­den Ro­ma­ne war dann auch sehr er­hel­lend und ver­ur­sach­te de­fi­ni­tiv Lust auf mehr. An die Le­sung schloss sich eine klei­ne, kurz­wei­li­ge Fra­ge­run­de an, in der ge­klärt wur­de, dass es sich ei­gent­lich gar nicht – wie von mir an­ge­nom­men – um »Cy­ber­punk« in dem Sin­ne han­delt, wie real se­mi­per­me­ab­les Alu­mi­ni­um tat­säch­lich ist oder was Frédé­ric Cho­pins PRELÚ­DES mit den Ro­ma­nen zu tun ha­ben…

Nach die­sem Vor­trag end­lich er­neut die Zeit nut­zen, um Schwätz­chen zu hal­ten und all­ge­mein her­um­zu­so­zia­li­sie­ren. ;) Die so­ge­nann­te »Abend-Show« war dann auf­grund der drö­gen Con­fe­rén­ce und der un­ver­ständ­li­chen Hin­ter­grund­ge­schich­te (Sonn­tag 16:00 Uhr geht die Welt un­ter) – na sa­gen wir mal vor­sich­tig »ein we­nig sprö­de« – und mei­ner Mei­nung nach hät­te die­sem Pro­gramm­punkt mehr Vor­be­rei­tung und we­ni­ger Im­pro­vi­sa­ti­on gut ge­tan. High­light wa­ren hier ein­deu­tig die Filk-Ein­la­gen von Ju Ho­nisch, Katy Drö­ge-Mc­Do­nald und Co. Lei­der ver­schwand die Filk-Crew kurz dar­auf erst ein­mal zum aus­ge­dehn­ten Abend­essen zum Au­stra­li­er und woll­te erst da­nach im le­gen­dä­ren Filk-Raum wie­der los­le­gen, ich ahn­te al­ler­dings schon, dass ich bis da­hin nicht mehr an­we­send sein wür­de, zu­mal mein Plan war, mir zu­min­dest den An­fang des für 20:00 Uhr an­ge­kün­dig­ten Poe­try Slams un­ter der Lei­tung der Wup­per­ta­ler Wort­pi­ra­ten An­dré Wies­ler und Da­vid Grashoff (Ver­an­stal­ter des Wortex-Slam in der Wup­per­ta­ler Bör­se) an­se­hen zu wol­len.

Das war dann auch ein wei­te­res High­light des Ta­ges, ins­be­son­de­re der Ope­ner au­ßer Kon­kur­renz von Da­vid »Gra­si« Grashoff un­ter dem Ti­tel »aus dem Ta­ge­buch von Darth Va­der« war ein ech­ter Knül­ler. Wei­te­re Bei­trä­ge die ich da­nach von noch von ver­schie­de­nen Vor­tra­gen­den se­hen konn­te schwank­ten zwi­schen hö­rens­wert, ganz wit­zig und »naja«. Es reicht eben nicht, sei­nen Slam-Text mit Ge­walt auf ein SF-Pu­bli­kum zu dril­len, das wirkt auf­ge­setzt, egal wie hoch die Pe­nis­dich­te ist… :o)

Dann muss­te ich al­ler­dings lei­der schon wie­der los, denn ich ken­ne die Zu­ver­läs­sig­keit der Deut­schen Bahn hier in der Ge­gend und hat­te et­was Sor­ge, die Nacht auf ei­ner un­be­que­men Bank auf ir­gend­ei­nem ab­ge­le­ge­nen Bahn­hof ver­brin­gen zu müs­sen, wenn ich noch blie­be.

In der Rück­schau hat sich der Be­such ge­lohnt, denn der Con war ganz un­ter­halt­sam, wenn­gleich er stel­len­wei­se ein klein we­nig an­ge­staubt wirk­te (aber das ist wohl im SF-Fan­dom so, wie mir be­rich­tet wur­de) und die Nerd-Dich­te sehr hoch war – aber das wi­der­um ist zu er­war­ten. :o) Die von mir be­such­ten Le­sun­gen und Vor­trä­ge wa­ren aber pri­ma und be­son­ders ge­freut hat mich, Su­san­ne und Sean O’Connell end­lich mal per­sön­lich ken­nen zu ler­nen. Ich hof­fe, wir kön­nen das bei­zei­ten mal wie­der­ho­len, dann aber mit deut­lich mehr Zeit zum Schwat­zen. Bis da­hin müs­sen wir halt wei­ter Twit­ter und Face­book quä­len.

Zum näch­sten Ter­min (in 2013) wer­de ich wohl wie­der gen Dort­mund rei­sen – dann viel­leicht auch mit ei­ner Blei­be vor Ort, um zu­sam­men mit Freun­den an den abend­li­chen Ver­lu­stie­run­gen teil­ha­ben zu kön­nen (wenn ich das Filk-Zim­mer fin­den soll­te). :o)

ENDE

 

Links zu den oben be­spro­che­nen Wer­ken:

TIR NA NOGSean O’Connell

JEN­SEITS DES KA­RUS­SELLSJu Ho­nisch

AVA­TA­RE, RO­BO­TER UND AN­DE­RE STELL­VER­TRE­TER – her­aus­ge­ge­ben von Su­san­ne O’Connell

SCHLAN­GEN­FUT­TER und SCHAT­TEN­SPIE­LE von Mi­ri­am Pha­ro

 

Nach­trag: Hier ein Be­richt von mu­el­ler­man­fred auf FandomObserver.de

Creative Commons License

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit na­tür­li­cher Af­fi­ni­tät zu Pi­xeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zu­viel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 on­line dar­über.

5 Kommentare for “Der DortCon 2011 – oder: »Das Geheimnis von Raum 112«”

sagt:

Ein sehr schö­ner Be­richt! :) Ich habe nur eine klei­ne An­mer­kung: Der drit­tel Teil mei­ner Han­se­a­po­lis-Rei­he wird nicht der letz­te sein.

sagt:

Fin­de den Be­richt – wie so vie­le dei­ner Be­rich­te – eben­falls klas­se und woll­te nur er­gän­zen, dass die Sto­rys nicht aus Mar­ke­ting­grün­den vor der Poin­te ab­ge­bro­chen wur­den, son­dern weil uns die Ver­an­stal­ter noch­mals ein­dring­lich dar­auf hin­ge­wie­sen hat­ten, dass wir die 45 Mi­nu­ten des Zeit­pa­nels nicht über­schrei­ten soll­ten. Aber du hast Recht, manch ei­ner von uns hat dies dann ge­nutzt um dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die gan­ze Sto­ry im Buch zu le­sen sei :)

Stefan Holzhauer

sagt:

Na klar, das war auch nicht so ernst ge­meint, des­we­gen der Smi­lie am Ende des Sat­zes. Ich habe jetzt zu­sätz­lich noch das Mar­ke­ting mit An­füh­rungs­zei­chen ver­se­hen. Zu­sam­men mit die­sen bei­den Kom­men­ta­ren soll­te dem un­vor­be­rei­te­ten Le­ser dann al­les klar sein!

sagt:

Lie­ber Ste­fan, ich woll­te nur dar­auf hin­wei­sen, weil ich mir nicht si­cher war, ob ich das bei mei­nen Be­grü­ßungs­wor­ten er­wähnt hat­te. Aber so oder so dan­ke für die An­füh­rungs­zei­chen :)

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