PhantaNews Selfpublisher-Leseproben: BLACK NOISE von Gerd Rödiger und José V. Ramos

Cover BLACK NOISEUnd hier die zwei­te der Self­pu­blisher-Lese­pro­ben auf Phan­ta­News. Dies­mal geht es um Hor­ror.

Lese­pro­be zwei stellt eine Hor­ror-Sto­ry­samm­lung von Gerd Rödi­ger und José V. Ramos vor, sie trägt den Titel BLACK NOISE – 7 DUNKLE GESCHICHTEN. Die Sto­ry heißt DUNKLER ENGEL. Aus­drück­li­cher  Hin­weis für Zart­be­sai­te­te: Es han­delt sich um eine Hor­ror­sto­ry. Mit Blut. Und so.

Man kann sich die Le­se­pro­ben ent­we­der hier auf der Sei­te durch­le­sen, oder aber eine epub, mobi– oder pdf-Ver­si­on für das Le­se­ge­rät der ei­ge­nen Wahl her­un­ter la­den. Die PDFs lie­gen im For­mat A5 vor und soll­ten so­mit auch auf Ta­blets gut les­bar sein.

Phan­ta­News wünscht gute Unter­hal­tung.

Gerd Rödi­ger und José V. Ramos – Black Noi­se (epub)

Gerd Rödi­ger und José V. Ramos – Black Noi­se (mobi)

Gerd Rödi­ger und José V. Ramos – Black Noi­se (pdf)

DUNKLER ENGEL

Russ­land, 1928

Ser­gej Tchetchulin betrat das Labor, um nach dem Expe­ri­ment zu sehen. Er hat­te nur weni­ge Stun­den geschla­fen, da er befürch­te­te, eine ent­schei­den­de Ent­wick­lung oder Ver­än­de­rung zu ver­pas­sen. In dem kah­len Raum roch es nach Des­in­fek­ti­ons­mit­tel. Und zu sei­nem Ärger auch nach Tabak­rauch. Die Luft war erfüllt vom Brum­men der Gerä­te, wel­che den Kreis­lauf in Gang hiel­ten. Um den Tisch hat­ten sich bereits zahl­rei­che Stu­den­ten ver­sam­melt, aber sie hiel­ten einen respekt­vol­len Abstand zu dem Ver­suchs­ge­gen­stand ein. Tchetchulin räus­per­te sich und ging durch die Gas­se, wel­che die jun­gen Leu­te augen­blick­lich bil­de­ten. Auch der Hund hat­te ihn bemerkt. Er riss sei­ne Augen weit auf, aber es war nicht zu erken­nen, ob aus Angst, Freu­de oder Neu­gier. Er konn­te sei­nen Kopf nicht dre­hen, da er in einem Metall­ge­stell fest fixiert war. Bei­de sahen ein­an­der eini­ge Sekun­den direkt an, dann wand­te der Hund sei­nen Blick ab. In sei­nen Augen­win­keln hat­te sich ein wenig Sekret ange­sam­melt, das Tchetchulins Kol­le­ge mit einem in Kamil­len­tee getunk­ten Wat­te­bausch abwisch­te. Er tat dies sorg­fäl­tig und bei­na­he mit Hin­ga­be.
»Guten Mor­gen, Ser­gej!«
»Guten Mor­gen, Ser­gej.«
Eini­ge der vor­lau­te­ren Stu­den­ten nann­ten sie hin­ter ihren Rücken die „Gebrü­der Fran­ken­stein», aber außer ihren Vor­na­men und dem For­schungs­pro­jekt, zu dem sie ein­ge­teilt wor­den waren, ver­band die bei­den Wis­sen­schaft­ler kaum etwas. Nach Tchetchulins Mei­nung war Ser­gej Bruk­ho­nen­ko ein aus­ge­zeich­ne­ter Arzt, aber er ließ sich manch­mal zu sehr von sei­nen Gefüh­len lei­ten, anstatt die ange­streb­ten Resul­ta­te im Auge zu behal­ten. Tchetchulin war ein Rie­se mit tie­fer Stim­me, und für ihn zähl­te nur sei­ne Arbeit. Er wirk­te auf ande­re Men­schen unnah­bar und bei­na­he bedroh­lich. Falls er es über­haupt bemerk­te, schien es ihm gleich­gül­tig zu sein.
»Gibt es etwas Neu­es?«
»Nein, es hat sich kaum etwas geän­dert. Alle Reak­tio­nen sind im Wesent­li­chen die­sel­ben, auch wenn die Refle­xe sich etwas ver­lang­samt haben.«
»Dann lass‹ uns anfan­gen, bevor es zu spät ist.«
»Ist es wirk­lich nötig, dass wir alles noch ein­mal durch­füh­ren? Ich ver­spre­che mir kei­ne neu­en Erkennt­nis­se davon. Viel­leicht könn­ten wir dem armen Tier wenigs­tens ein wenig Mor­phi­um ver­ab­rei­chen, ich glau­be, es hat Schmer­zen.«
Wie­der die­se Gefühls­du­se­lei. Tchetchulin blick­te in die Gesich­ter der Stu­den­ten und eini­ge schie­nen vor­sich­tig zu nicken, um Bruk­ho­nen­ko zuzu­stim­men. Er woll­te sich nicht vor den Stu­den­ten, die zu ihnen bei­den auf­blick­ten, mit sei­nem Kol­le­gen strei­ten. Aber er muss­te dafür Sor­ge tra­gen, dass das Expe­ri­ment wie vor­ge­se­hen fort­ge­führt wur­de.
»Mor­phi­um wür­de die Reak­ti­ons­zeit deut­lich ver­län­gern und unse­re Mess­ergeb­nis­se ver­fäl­schen. Ich erwar­te eben­falls kei­ne qua­li­ta­ti­ven Ver­än­de­run­gen. Wie Sie aber wis­sen, ist das Ziel unse­res Ver­su­ches, her­aus­zu­fin­den, wie lan­ge wir die­sen Zustand auf­recht­erhal­ten kön­nen. Las­sen Sie uns kei­ne wei­te­re Zeit ver­lie­ren und begin­nen!«
Er griff sich sein Notiz­buch, über­flog die letz­ten Ein­tra­gun­gen und wink­te einen Stu­den­ten her­an. Die­ser nahm eine Taschen­lam­pe und leuch­te­te auf Tchetchulins Anwei­sung dem Hund abwech­selnd in bei­de Augen.
»Und?«
»Die Pupil­len ver­en­gen sich. Sie wei­ten sich wie­der, wenn ich die Licht­quel­le ent­fer­ne, aller­dings deut­lich lang­sa­mer als ges­tern. Ein Blin­zeln ist nicht zu beob­ach­ten, aber die Augen­li­der zit­tern.«
»Wei­ter!«
Der Stu­dent leg­te die Lam­pe zur Sei­te und öff­ne­te ein Glas mit einer kla­ren Flüs­sig­keit, in die er einen Lap­pen tunk­te. Er benetz­te die Schnau­ze des Hun­des und trat dann einen Schritt zurück. Im Labor ver­brei­te­te sich der Geruch von Essig. Die Schnau­ze öff­ne­te sich, und eine dunk­le, led­ri­ge Zun­ge fiel her­aus. Sie bau­mel­te eini­ge Sekun­den wie ein Pen­del hin und her, dann hob sie sich und leck­te den Essig ab. Eini­ge Stu­den­ten wur­den unru­hig, aber Tchetchulin notier­te zufrie­den etwas in sei­nem Notiz­buch.
»Nor­ma­le Reak­ti­on, sehr gut. Wei­ter. Das Chi­nin!«
Der Stu­dent, der ihm bis­her assis­tiert hat­te, han­tier­te an dem Glas, das den Essig ent­hielt und schien end­los lan­ge zu brau­chen, um es zu ver­schlie­ßen.
»Genos­se Bruk­ho­nen­ko, wenn Sie so freund­lich wären..?«
Bruk­ho­nen­ko seufz­te und öff­ne­te ein wei­te­res Glas. Er ent­nahm mit einer Pipet­te eini­ge Mil­li­li­ter der Flüs­sig­keit und spritz­te sie dem Hund in den Rachen. Des­sen Augen wei­te­ten sich und began­nen nach kur­zer Zeit zu trä­nen. Kein Laut kam aus der Keh­le des Hun­des, aber beim Anblick sei­ner rot unter­lau­fe­nen Augen begann eine Stu­den­tin laut zu schluch­zen und lief aus dem Labor. Tchetchulin quit­tier­te es mit einem kur­zen Lächeln, dann setz­te er eine erns­te Mie­ne auf und wand­te sich an die Umste­hen­den.
»Herr­schaf­ten! Dies ist eine wis­sen­schaft­li­che Ein­rich­tung und kein Strei­chel­zoo! Müt­ter­chen Russ­land stellt uns die­ses wun­der­ba­re Labor und die teu­ren Gerä­te nicht zur Ver­fü­gung, damit wir uns mit den Tie­ren ver­gnü­gen! Wir sind hier, um neue wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se zu gewin­nen und damit dem rus­si­schen Volk zu die­nen! Wir haben mit die­sem Expe­ri­ment Neu­land betre­ten, und unse­re Ergeb­nis­se sind phä­no­me­nal! Dies wird auch von höhe­rer Stel­le so bewer­tet. Wenn Sie erlau­ben, wer­den wir nun fort­fah­ren!«
Er warf sein Notiz­buch auf den Tisch und griff nach einer Scha­le, die mit Süßig­kei­ten gefüllt war. Er nahm ein Stück­chen Scho­ko­la­de, steck­te es sich in den Mund und roll­te genüss­lich die Augen. Bruk­ho­nen­ko zün­de­te sich eine Papy­ros­si an, blies den Rauch in Tchetchulins Rich­tung und wand­te sich dann ab. Tchetchulin zuck­te mit den Schul­tern. Er hat­te den Stu­den­ten die Wahr­heit gesagt. Der Ver­such lief bes­ser als er jemals zu träu­men gewagt hat­te. Wenn er ehr­lich zu sich selbst war, mach­te es ihm tat­säch­lich ein wenig Spaß. Er nahm ein Bon­bon, wickel­te es aus und hielt es dem Hund unter die Nase. Die Nüs­tern schie­nen sich zu wei­ten, aber in den noch immer trä­nen­den Augen des Tie­res konn­te man kei­ne Regung able­sen. Tchetchulin warf dem Hund das Bon­bon zu, und die­ser schnapp­te danach. Er kau­te kurz dar­auf her­um, dann schluck­te er es hin­un­ter, wor­auf ein metal­li­sches Geräusch erklang.
»Es waren gan­ze Hasel­nüs­se drin!«, ver­kün­de­te Tchetchulin.
Ein Stu­dent, der die Pro­ze­dur zum ers­ten Mal sah, zog sich einen Stuhl her­an und setz­te sich. Ein ande­rer applau­dier­te und eini­ge taten es ihm gleich. Tchetchulin fühl­te sich geschmei­chelt und ging zu der Nie­ren­scha­le, in die das zer­kau­te Bon­bon gefal­len war. Er stell­te sie zur Sei­te und betrach­te­te den Hun­de­kopf, der von einem Metall­ge­stell gehal­ten wur­de. Dort, wo er vor drei Tagen von sei­nem Rumpf getrennt wor­den war, rag­ten Schläu­che aus dem blu­ti­gen Stumpf, die mit meh­re­ren Maschi­nen ver­bun­den waren. Eine Pum­pe auf dem Neben­tisch sorg­te dafür, dass das Blut wei­ter zir­ku­lier­te, das in einem fei­nen Fil­ter gerei­nigt wur­de. Ein zwei­ter Appa­rat rei­cher­te den Lebens­saft mit Sauer­stoff an und ein drit­ter behan­del­te es che­misch, um zu ver­hin­dern, dass es gerann. Zufrie­den stu­dier­te Tchetchulin die Blut­wer­te und betrach­te­te die Anla­ge, die er zu gro­ßen Tei­len selbst ent­wi­ckelt hat­te. Sie hat­ten den Hun­de­kopf bei­na­he drei Tage am Leben erhal­ten. Er hat­te auf alle Rei­ze reagiert wie ein rich­ti­ger Hund. Er konn­te sich ledig­lich nicht mehr hin­ter den Ohren krat­zen, da sein Kör­per mit­samt allen Orga­nen längst ent­sorgt wor­den war. Tchetchulin lächel­te. Er hat­te den ers­ten – wenn auch pri­mi­ti­ven – Dia­ly­se-Appa­rat der Welt ent­wi­ckelt. Der namen­lo­se Hund starb am drit­ten Tag, aber sei­ne Nach­fol­ger konn­ten bis zu einer Woche am Leben erhal­ten wer­den.
In den fol­gen­den Jah­ren wur­de die Tech­nik wei­ter ver­fei­nert, und auch in ande­ren Län­dern wur­den gro­ße Fort­schrit­te gemacht. Die Dia­ly­se ret­tet seit­her täg­lich unzäh­li­gen Men­schen das Leben. Lan­ge Zeit kam nie­mand mehr auf die Idee, einem Lebe­we­sen aus medi­zi­ni­schen Grün­den den Kopf abzu­tren­nen.

***

Deutsch­land, 2014

Jens Wid­mer hat­te den Strei­fen­dienst seit vie­len Jah­ren hin­ter sich gelas­sen, aber da der Unfall direkt vor sei­ner Nase pas­siert war, muss­te er nach dem Rech­ten sehen. Der Fah­rer des Last­wa­gens war auf die lin­ke Spur der Auto­bahn gezo­gen und hat­te einen Klein­wa­gen über­se­hen. Bei­de waren ins Schleu­dern gera­ten, eine klei­ne Böschung hin­un­ter gerutscht und auf die Sei­te gekippt. Kom­mis­sar Wid­mer war auf dem Heim­weg gewe­sen und war eini­ge Fahr­zeu­ge hin­ter dem Last­wa­gen gefah­ren, als es pas­sier­te. Er sicher­te die Unfall­stel­le mit einem Warn­drei­eck und lief mit sei­nem Ver­bands­kof­fer zu den Fahr­zeu­gen. Glück­li­cher­wei­se schien nie­mand ernst­haft ver­letzt zu sein. Die Lade­lu­ke des Last­wa­gens hat­te sich ein Stück weit geöff­net und ekel­er­re­gen­der Ver­we­sungs­ge­stank drang aus dem Inne­ren.
»Um Him­mels wil­len, was haben Sie denn gela­den?«
Der Fah­rer tupf­te sich mit einem Taschen­tuch Blut von der Stirn und lächel­te ver­le­gen.
»Tier­ka­da­ver. Ich bin Abde­cker und samm­le bei den Schlach­te­rei­en die Abfäl­le ein. Aus­ge­bein­te Rin­der und Schwei­ne, dazu das Rücken­mark und die Gehir­ne. Und natür­lich das ver­dor­be­ne Fleisch, das nicht mehr ver­kauft wer­den darf.«
»Ich hof­fe, sie ver­gra­ben das Zeug tief! Das hält ja kein Mensch aus!«
»Die Kada­ver wer­den nicht ver­gra­ben, son­dern ver­brannt. Ich lie­fe­re mei­ne Fracht direkt an Zement­wer­ke. Die ver­bren­nen sie dann in Sekun­den­schnel­le zu Asche. Nor­ma­ler­wei­se ist der Gestank auch gar nicht mal so schlimm. Heu­te hat­te ich eine Pan­ne, und der Wagen stand den gan­zen Nach­mit­tag in der Son­ne.«
Wid­mer kann­te den Geruch. Er hat­te ihn meh­re­re Dut­zend Male gero­chen, als er zu sei­ner Zeit als Strei­fen­po­li­zist Woh­nungs­tü­ren auf­bre­chen muss­te, hin­ter denen sich seit Wochen kein Lebens­zei­chen mehr gerührt hat­te. Er hat­te sich nicht vor­stel­len kön­nen, dass der Gestank im Frei­en eine sol­che Inten­si­tät ent­wi­ckeln konn­te. Eini­ge Auto­fah­rer, die eben­falls die Böschung her­un­ter geklet­tert waren, um zu hel­fen, wichen wie­der zurück. Vie­le über­ga­ben sich.
Wid­mer rief sei­ne Kol­le­gen zu Hil­fe. Als er sein Mobil­te­le­fon wie­der in die Tasche gesteckt hat­te, herrsch­te einen Moment betre­te­nes Schwei­gen. Es wur­de jäh von einem lang­ge­zo­ge­nen Quiet­schen unter­bro­chen. Die beschä­dig­te Luke des LKWs gab dem ton­nen­schwe­ren Druck der toten Tie­re nach, und die Fracht ergoss sich auf die Wie­se. Wid­mer zuck­te zusam­men und schluck­te zwei­mal kräf­tig. Der Last­wa­gen­fah­rer zün­de­te sich eine Ziga­ret­te an und ver­such­te sich erneut an einem Lächeln.
»Man gewöhnt sich mit der Zeit dar­an. Na ja, bei­na­he zumin­dest.«
Immer mehr Fleisch­res­te bahn­ten sich den Weg ins Freie. Über die stin­ken­den Flei­sch­ab­fäl­le glit­ten Där­me, die aus­sa­hen wie dun­kel­ro­te Schlan­gen.
Ohne Vor­war­nung begann es plötz­lich zu reg­nen. Das war nicht unge­wöhn­lich in die­sem August, in dem sich drü­cken­de Hit­ze mit rei­ni­gen­den Gewit­tern abwech­sel­te. Das Was­ser fiel mit sol­cher Hef­tig­keit aus den Wol­ken, dass es das rest­li­che Blut aus den Schlacht­ab­fäl­len spül­te und tief­ro­te Rinn­sa­le bil­de­te, die den Hang hin­un­ter flos­sen. Ein Groß­teil der Schau­lus­ti­gen flüch­te­te zu ihren Autos und beob­ach­te­te die wei­te­re Ent­wick­lung mit einer Mischung aus Ekel und Neu­gier­de vom Tro­cke­nen aus. Nach weni­gen Minu­ten zogen die Wol­ken wei­ter, und die letz­ten Trop­fen fie­len schwer in das nas­se Gras. Wid­mer strich sich die Haa­re aus der Stirn und betrach­te­te den Fleisch­berg. Die ande­ren blie­ben in ihren Wagen. Der Fah­rer des Last­wa­gens tele­fo­nier­te mit sei­nem Chef. So war Wid­mer der ein­zi­ge, dem etwas Unge­wöhn­li­ches inmit­ten die­ser Unge­heu­er­lich­keit auf­fiel. Etwas rag­te aus dem halb ver­faul­ten Fleisch auf, das nicht dort­hin gehör­te. Von wei­tem sah es aus wie ein roter Fuß­ball. Der Fah­rer sah ent­setzt zu, wie sich Wid­mer dem Berg aus Kada­vern näher­te. Er zog sich die Plas­tik­hand­schu­he aus dem Ver­bands­kas­ten über und begann, in den blu­ti­gen Über­res­ten zu wüh­len. Die Fleisch­res­te unter sei­nen Schu­hen waren glit­schig, und er ver­sank bis über die Knö­chel dar­in. Mehr als ein­mal fiel er bei­na­he mit dem Gesicht vor­an in die ekel­er­re­gen­de Mas­se. Schließ­lich erreich­te er den Gegen­stand, den er gesucht hat­te. Er wisch­te ihn ab und zog ihn aus dem Wirr­warr von Wir­bel­säu­len, Rin­der­hir­nen und nicht mehr iden­ti­fi­zier­ba­ren Inne­rei­en. Ver­mut­lich hät­te er abwar­ten sol­len, bis die Spu­ren­si­che­rung kam, aber aus einem inne­ren Drang her­aus, der Sache sofort nach­zu­ge­hen, kehr­te er zu dem Fah­rer zurück. Er prä­sen­tier­te ihm, was er unter den Tier­ka­da­vern gefun­den hat­te. Nun über­gab sich auch der Fah­rer.

* * *

Die­se Lese­pro­be stammt aus dem Buch:

BLACK NOISE – 7 dunk­le Geschich­ten
von
Gerd Rödi­ger und José V. Ramos

BLACK NOISE
7 dunk­le Geschich­ten
Hor­ror
ca. 137 Sei­ten
ASIN: B00QH7VU2C
Preis eBook: 2,99 €

eBook bei Ama­zon

José V. Ramos, gebo­ren 1965 in Kirch­heim unter Teck, lebt mit sei­ner Frau in einer beschau­li­chen Vor­al­bge­mein­de bei Göp­pin­gen.
Ihn inter­es­sie­ren alle Spiel­ar­ten des Phan­tas­ti­schen, aber wenn er die Zeit und Muße zum Schrei­ben fin­det, dann sind sei­ne Kurz­ge­schich­ten meist im Bereich des Unheim­li­chen & Hor­ror ange­sie­delt.
Mit BLACK NOISE prä­sen­tiert er zum ers­ten Mal eini­ge sei­ner Geschich­ten einem grö­ße­ren Publi­kum.

Gerd Rödi­ger, gebo­ren 1973 in Süd­deutsch­land, lebt und schreibt seit eini­gen Jah­ren in Ber­lin.
In den letz­ten 15 Jah­ren ver­öf­fent­lich­te er zahl­rei­che Kurz­ge­schich­ten, unter ande­rem in c’t – maga­zin für com­pu­ter­tech­nik und phan­tas­tisch! unter dem Pseud­onym Edgar Phil­ips.
Er schreibt Unheim­li­ches & Hor­ror, Sci­ence Fic­tion & Near Future, und in letz­ter Zeit auch häu­fig über das Leben in Ber­lin und über sei­ne Ein­woh­ner.
BLACK NOISE ist sei­ne ers­te, viel­leicht aber nicht sei­ne letz­te gemein­sa­me Ver­öf­fent­li­chung mit José V. Ramos.
Ende 2014 folg­te Craw­ler, eine Antho­lo­gie mit Near-Future- und Sci­ence-Fic­tion-Sto­rys von Gerd Rödi­ger. www.trapezoeder.de

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

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