PERRY RHODAN, PDF, das iPad und Ciando

Üb­li­cher­wei­se be­stel­le ich mir mei­ne in Pa­pier­form ver­pass­ten PER­RY RHO­DAN-Ro­ma­ne über Beam-eBooks und lese sie dann auf dem eInk-eRe­a­der. Das klappt völ­lig pro­blem­los, ich habe so­fort nach der Zah­lung via Pay­Pal Zu­griff auf das ePub und die eBooks sind nicht mit ir­gend­wel­chem DRM ver­seucht.

Als frisch­ge­backe­ner Be­sit­zer ei­nes iPad woll­te ich mir al­ler­dings auch mal an­se­hen, wie die PDF-Ver­si­on der Aben­teu­er des SF-Hel­den aus­sieht. Auf der Web­sei­te wei­st man für die Fas­sun­gen im Ado­be-Da­tei­for­mat auf Ci­an­do hin. Ich hat­te mir er­hofft, dass in der PDF-Ver­si­on In­hal­te vor­han­den wä­ren, die im ePub feh­len, bei­spiels­wei­se Re­port, Jour­nal oder Riss­zeich­nun­gen.

Ver­blüfft war ich das er­ste Mal, als auf der Pro­dukt­sei­te für den Ro­man 2598 TOD EI­NER SU­PER­IN­TEL­LI­GENZ von Marc A. Her­ren (die ich su­chen mus­s­te, denn bei der Ein­ga­be von »Per­ry Rho­dan« als Such­be­griff be­kommt man nicht etwa die ak­tu­el­len Hef­te an­ge­zeigt wie bei Beam, son­dern al­pha­be­ti­sch sor­tier­te alte Per­ry-Ac­tion-Ro­ma­ne…) kei­ner­lei Hin­weis auf ei­nen Ko­pier­schutz zu fin­den war, ob­wohl mir grund­sätz­li­ch be­wusst ist, dass Ci­an­do mit Ado­be-DRM ar­bei­tet und ein sol­cher Hin­weis am Pro­dukt laut § 95d Ur­he­ber­rechts­ge­setz vor­ge­schrie­ben ist. Viel­leicht woll­te man sei­tens Ci­an­do bei den PR-Ro­ma­nen dar­auf ver­zich­ten, eben­so wie die Mit­be­wer­ber?

Naja, für 1,35 Eu­ro­nen kann man nicht viel fal­sch ma­chen – dach­te ich…

Also flugs be­stellt – die Be­zah­lung muss über Kre­dit­kar­te oder Last­schrift er­fol­gen, von Pay­Pal oder Mo­ney­boo­kers hat man bei Ci­an­do ent­we­der noch nichts ge­hört, oder kein In­ter­es­se dar­an, die­se Dien­ste zu nut­zen – kun­den­freund­li­ch ist das nicht. Als Down­load­link er­hielt ich eine acsm-Da­tei. Aha, also doch Ado­be DRM-ver­seucht. Eine schnel­le Su­che im Web zeig­te mir, dass die txtr-App an­geb­li­ch dazu in der Lage sein soll­te, DRM-ge­schütz­te ePubs an­zu­zei­gen. Be­stä­ti­gen kann ich das nicht, denn mit in­stal­lier­ter App war die­se nicht in der Lage, nach Klick auf den Down­load­link auf der Ci­an­do-Sei­te den PR-Ro­man her­un­ter zu la­den und dar­zu­stel­len. Von txtr hat­te ich al­ler­dings nach dem De­sa­ster mit ih­rem eRe­a­der auch nicht wirk­li­ch et­was Brauch­ba­res er­war­tet…

Da ich ehr­li­ch ge­sagt kei­ne Lust hat­te, jetzt lan­ge wei­ter nach ei­ner kom­pa­ti­blen App fürs iPad zu su­chen und da ich ein we­nig an­ge­fres­sen dar­über war, dass Ci­an­do nicht ein­mal in der Lage ist, deut­li­ch und of­fen­sicht­li­ch auf der Pro­dukt­sei­te dar­auf hin­zu­wei­sen, dass das Buch von DRM-be­fal­len ist, schrieb ich eine eMail an den Sup­port.

Die kam auch ver­blüf­fend kurz­fri­stig, näm­li­ch be­reits am näch­sten Tag. Der Sup­port­mit­ar­bei­ter wies mich dar­auf hin, dass ich Ado­be-DRM-ge­schütz­te PDFs mit der »Blue Fire App« öff­nen könn­te. Eine Su­che im App-Store führ­te al­ler­dings zu klei­ner­lei Er­geb­nis, was zum ei­nen dar­an liegt, dass die dor­ti­ge Such­funk­ti­on eine Ka­ta­stro­phe ist und zum an­de­ren dar­an, dass das Ding nicht »Blue Fire App« son­dern »Blue­fire App« heisst. Glück­li­cher­wei­se gra­tis, also schnell in­stal­liert das Ding.

Ich konn­te ei­nen ganz kur­zen Blick auf das Co­ver und den In­halt des Ro­mans TOD EI­NER SU­PER­IN­TEL­LI­GENZ von Marc A. Her­ren wer­fen, dann stürz­te die App ab und riss das iPad mit sich – es wur­de ein er­zwun­ge­ner Neu­start mit­tels »Home- und Aus­schalt­knopf län­ger drücken« not­wen­dig. Die­ses Ver­hal­ten war re­pro­du­zier­bar, ent­we­der stürz­te der Blue­fire Re­a­der wäh­rend des Ver­suchs, die Da­tei an­zu­zei­gen ab, oder wenn man ihn be­en­den woll­te – und zwar je­des Mal!

Ganz kla­re Ein­schät­zung: un­brauch­bar, of­fen­sicht­li­ch mi­se­ra­bel pro­gram­miert.

Also die näch­ste Mail an den Sup­port ver­fasst und auf das Ver­hal­ten des an­ge­prie­se­nen Re­a­ders hin­ge­wie­sen.

Lei­der wur­de die Mail an info1@ciando.com vom Ser­ver ge­boun­ced und kam um­ge­hend als un­zu­stell­bar zu­rück. Sehr schön, man ist dem­nach bei Ci­an­do nicht ein­mal in der Lage, eine kor­rek­te Ant­wort­adres­se an­zu­ge­ben, wie soll das dann mit kom­pli­zier­te­ren tech­ni­schen Pro­ble­men klap­pen? Ich ant­wor­te­te des­we­gen noch­mals un­ter der ur­sprüng­li­chen Sup­port-Adres­se, von der ich wuss­te, dass sie an­kam. Kam sie auch dies­mal, denn er­neut hat­te ich am näch­sten Tag eine Ant­wort – da lie­st of­fen­bar tat­säch­li­ch je­mand die Sup­port-Emails, an­ders als bei Libri.de wo man Wo­chen war­ten muss (wenn man Glück hat) und dann un­zu­rei­chen­de Ant­wor­ten er­hält.

Po­si­tiv ist an­zu­mer­ken, dass man nicht ver­such­te, sich aus der auf der Web­sei­te groß be­wor­be­nen »Geld zu­rück-Ga­ran­tie« her­aus zu re­den (ging ja auch nur um 1,35 Euro, sieht bei teu­re­ren Bü­chern viel­leicht an­ders aus, aber das ist nur eine un­be­stä­tig­te Ver­mu­tung) und gleich an­kün­dig­te, dass der Be­trag nicht ab­ge­bucht wer­den wür­de. Ne­ga­tiv ist al­ler­dings fol­gen­der Satz zu be­wer­ten:

Es tut uns leid, dass die App auf Ih­rem iPad nicht läuft. War­um dem so ist, wis­sen wir al­ler­ding (sic!) lei­der nicht; tau­sen­de an­de­rer Kun­den ha­ben da­mit kein Pro­blem.

Net­ter Spruch, Herr B., aber lei­der nicht ganz kor­rekt, denn eine schnel­le Su­che in der be­vor­zug­ten Such­ma­chine zeig­te schnell deut­li­ch, dass das Ab­sturz-Pro­blem be­kannt war und »für eine der näch­sten Ver­sio­nen« der Blue­fire-App Ab­hil­fe ver­spro­chen wur­de. Das soll­te man beim Ci­an­do-Sup­port ins­be­son­de­re dann wis­sen, wenn man die­se App als den Re­a­der der Wahl be­nennt – und nicht ver­su­chen, den Kun­den mit ei­nem la­pi­da­ren »Dein Pro­blem!« ab­zu­spei­sen, sei es auch noch so pseu­do-freund­li­ch for­mu­liert.

Fa­zit für mich:

Ich las­se das in Zu­kunft. Kein deut­li­cher Hin­weis auf ei­nen Ko­pier­schutz auf der Pro­dukt­sei­te trotz der Ver­pflich­tung hier­zu ge­mäß dem Ur­he­ber­rechts­ge­setz, das be­reits für mich ein ekla­tan­ter und nicht zu ent­schul­di­ge­ner Man­gel. Kei­ner­lei Hin­weis auf eine fürs iPad nutz­ba­re Re­a­der-App (auf der Web­sei­te wird ge­ra­de mal auf Sony-Re­a­der hin­ge­wie­sen). Eine Ant­wort, die man nur als »pam­pig« ein­stu­fen kann, wenn es Pro­ble­me mit der ge­nann­ten App gibt – bei der Te­le­kom ha­ben sie so­was im­mer gern »End­ge­rä­te­feh­ler« ge­nannt. Und das ob­wohl Pro­ble­me mit der App so­gar im App-Store (und an­ders­wo) ein­deu­tig ver­merkt und bei­spiels­wei­se via Goo­gle leicht zu fin­den sind. Im­mer­hin an­son­sten kei­ne Mätz­chen und pro­blem­lo­ser Ver­zicht auf Durch­füh­rung der Last­schrift und zü­gi­ge Ant­wor­ten des Sup­ports.

Wei­ter­hin bie­tet die PDF-Ver­si­on von PER­RY RHO­DAN kei­ner­lei Vor­tei­le ge­gen­über der ePub-Ver­si­on, denn die er­hoff­ten Zu­sät­ze in der Heft­mit­te feh­len lei­der völ­lig, zu­dem ist der Ro­man in der PDF-Fas­sung ein­spal­tig mit ei­nem zu klein ge­wähl­ten Font – ob­wohl ge­ra­de das iPad völ­lig pro­blem­los auch ei­nen zwei­spal­ti­gen PER­RY dar­stel­len könn­te: eine 1:1-Umsetzung ei­nes Heft­ro­mans für das iPad soll­te ohne grö­ße­ren Auf­wand mög­li­ch sein.

In Zu­kunft neh­me ich wie­der die ePub-Fas­sun­gen von Beam-eBooks, die ma­chen so­wohl auf den eRe­a­der als auch auf dem iOS-Ge­rät eine su­per Fi­gur, die Schrift­grö­ße ist ska­lier­bar und sie ver­zich­ten auf den DRM-Mist, der nur ehr­li­che Kun­den be­straft (man ver­ge­be mir die Wie­der­ho­lung, aber so ist es nun ein­mal). Ich wür­de mir al­ler­dings wirk­li­ch wün­schen, dass der eBook-Fas­sung (egal, in wel­chem For­mat sie vor­liegt) die Son­der­bei­la­gen ir­gend­wie bei­ge­fügt wer­den könn­ten; ins­be­son­de­re auf ei­nem iPad-Dis­play wür­den die wirk­li­ch Sinn ma­chen und es är­gert mich schon sehr, dass ich auf sie ver­zich­ten muss.

Creative Commons License

Bild: iPad aus der Wi­ki­pe­dia, Co­ver TOD EI­NER SU­PER­IN­TEL­LI­GENZ Co­py­right VPM

AutorIn: Stefan Holzhauer

Mei­st harm­lo­ser Nerd mit na­tür­li­cher Af­fi­ni­tät zu Pi­xeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zu­viel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 on­line dar­über.

9 Kommentare for “PERRY RHODAN, PDF, das iPad und Ciando”

Stefan Holzhauer

sagt:

Das ist of­fen­bar in Sa­chen txtr nicht mehr ganz ak­tu­ell, da wur­de – nach dem, was ich mir im Web an­ge­le­sen habe – eine Ver­si­on her­aus ge­bracht, die Da­tei­en di­rekt aus dem Web (ohne Um­weg über ADE) nicht mehr öff­nen kann, nach­dem das zwi­schen­durch an­geb­li­ch funk­tio­niert ha­ben soll.

Aber sieh Dir das al­lein bei txtr in Dei­nem Ar­ti­kel mal an: bei Ci­an­do an­mel­den, bei Ado­be an­mel­den, bei Ado­be das Ge­rät frei­schal­ten, bei txtr an­mel­den. Wenn ich das Buch ge­kauft habe, muss ich mich bei txtr an­mel­den, um das Buch über­tra­gen und auf dem iPad le­sen zu kön­nen. Wat is?

Die ha­ben mei­ner An­sicht nach doch ei­nen Socken­schuss, wenn sie glau­ben, dass Otto Nor­maluser sich die­sen völ­lig über­flüs­si­gen um­ständ­li­chen Sch… gibt, um ei­nen Per­ry Rho­dan für we­ni­ger als eins­fuff­zich zu le­sen. Oder auch ein Buch, ich kann mei­ne Zeit wirk­li­ch sinn­vol­ler ver­schwen­den!

Die Blue­fire-App wäre wohl okay, wenn sie denn funk­tio­nie­ren wür­de. Ent­ge­gen der An­kün­di­gun­gen der An­bie­ter ist im­mer noch kei­ne neue Ver­si­on in Sicht… Nicht okay ist al­ler­dings die Aus­sa­ge sei­tens Ci­an­do, dass es mit der App kei­ne Pro­ble­me gäbe. Otto Nor­maluser glaubt de­nen das viel­leicht auch noch…

sagt:

Also ich nut­ze seit Mo­na­ten die Hef­te von beam eBooks. Hab bis­her nichts ver­misst … Gloss­ar, Kom­men­tar, LKS und auch Per­ry Rho­dan Re­port Ex­tra, Club­nach­rich­ten sind vor­han­den. Wenn mal was fehlt be­komm ich es al­ler­dings nicht mit da ich nicht par­al­lel das Heft kau­fe.

Stefan Holzhauer

sagt:

Ich muss Dir wi­der­spre­chen, we­der Re­port noch Jour­nal sind in den eBooks vor­han­den. Das wird dar­an lie­gen, dass die stark mit Il­lu­stra­tio­nen an­ge­rei­chert sind und sich auf­grund des Lay­outs nicht »mal eben« in Fließ­text um­wan­deln las­sen. Ob die Stel­la­ris-Sto­ries vor­han­den sind, kann ich im Mo­ment gar nicht sa­gen, da ich nicht je­den PR als ePub lese, son­dern nur die, die ich am Ki­osk ver­passt habe.

Eben­so feh­len die In­ne­nil­lus, wo­für es mei­ner An­sicht nach streng ge­nom­men eben­falls au­ßer mi­ni­mal er­höh­tem Auf­wand kei­ne nach­voll­zieh­ba­re Be­grün­dung gibt. Even­tu­ell recht­li­che Be­den­ken, da die In­ne­nil­lu dann als Gra­fik im ePub vor­liegt und das streng ge­nom­men nur ge­zipp­te Da­tei­en sind…

sagt:

Ich habe per­sön­li­ch auch die be­sten Er­fah­run­gen mit beam eBooks ge­macht. Der Ser­vice ist zu­ver­läs­sig, die Qua­li­tät hoch – und soll­te sich mal ein Tipp­feh­ler in die Tags schlei­chen, wird er ra­sch kor­ri­giert.

Zu den Bei­la­gen (Re­port, Jour­nal, Riss­zeich­nun­gen, In­ne­nil­lus), die nicht ent­hal­ten sind: Der­zeit er­laubt es die Höhe der ver­kauf­ten Auf­la­ge noch nicht, die­se In­hal­te den E-Books bei­zu­le­gen. Je­der Au­tor, Zeich­ner und Riss­zeich­ner be­sitzt die Rech­te auf sei­nen Wer­ken. Wenn wir die­se In­hal­te wei­ter­ver­kau­fen, müs­sen wir lo­gi­scher­wei­se »Nach­druck­ho­no­ra­re« ent­rich­ten. Selbst­ver­ständ­li­ch wür­den wir dies ger­ne tun – aber der gan­ze lo­gi­sti­sche Auf­wand da­hin­ter (z.B. Ab­rech­nun­gen ein­zel­ner Re­portin­hal­te, wie Ti­tel­bild etc.) wür­de die E-Books der­zeit so ver­teu­ern, dass sie ih­ren Preis­vor­teil ge­gen­über den ge­druck­ten Hef­ten höchst­wahr­schein­li­ch ver­lie­ren wür­den. Was da­bei auch nicht darf über­se­hen wer­den: In den ge­druck­ten Hef­ten ver­kau­fen wir Wer­bung, in den di­gi­ta­len In­hal­ten nicht. Hö­he­re Ko­sten auf der ei­nen, we­ni­ger Ein­nah­men auf der an­de­ren Sei­te. Das er­klärt den der­zei­ti­gen Stand der Din­ge.

Aber … Wir ha­ben ja jetzt mit Book­wire ei­nen star­ken Part­ner, der un­se­re E-Books zen­tral ver­teilt. Wenn die Ent­wick­lung des E-Book-Mark­tes wei­ter­hin steil nach oben zeigt und die Erst­auf­la­ge mehr und mehr di­gi­tal ge­le­sen wird, kann ich es mir gut vor­stel­len, dass in ei­nem oder zwei Jah­ren alle In­hal­te der Heft­serie an­ge­zeigt wird.

Bis da­hin sind die­se In­hal­te als »Bo­nus« der Ro­man­hef­te zu se­hen.

Stefan Holzhauer

sagt:

Hal­lo Marc, dan­ke für die An­mer­kung.

Ich habe mir das mit den Rech­ten schon ge­n­au so ge­dacht.

Für mich per­sön­li­ch kann ich nur sa­gen, dass ich auch für die PR in Form von eBooks SO­FORT den vol­len Heft­preis be­zah­len wür­de, wenn ich da­für alle In­hal­te be­kä­me.

Man könn­te jetzt an­neh­men, dass ich doch auch ein­fach ein Abo ab­schlie­ßen könn­te so­mit jede Wo­che den neu­en PR pünkt­li­ch in den Hän­den hal­ten wür­de, dann kei­nen mehr ver­pas­se und auf die eBook-Aus­ga­be ver­zich­ten könn­te. Das ist aus zwei Grün­den kei­ne Op­ti­on: er­stens gibt es Ge­le­gen­hei­ten, in de­nen das Hand­ling der eBook-Aus­ga­be für mich un­be­streit­ba­re Vor­tei­le hat, zum an­de­ren er­le­be ich der­art oft die Zu­stel­lung von zer­stör­ten oder durch­näss­ten Post­sen­dun­gen, dass ein Abo nicht in Fra­ge kommt, so­lan­ge PR nicht in ei­ner was­ser­dich­ten Schutz­hül­le ver­sen­det wird.

Auch wenn ich die tech­ni­schen und wirt­schaft­li­chen Hin­ter­grün­de durch­aus nach­voll­zie­hen und ver­ste­hen kann, är­gern mich die »ka­strier­ten« Per­ry Rho­dan-Ro­ma­ne maß­los, denn ein eBook soll­te in­halt­li­ch ein mög­lich­st ex­ak­tes Ab­bild der Pa­pier­fas­sung sein und das ist hier nicht der Fall. Und ich habe kei­ne Chan­ce, an die Pa­pier­fas­sung für ei­nen an­ge­mes­se­nen Preis her­an zu kom­men, wenn ich sie hier ver­passt habe, weil mal wie­der der Händ­ler nicht ge­spurt hat. Nach­be­stel­len be­kom­men die nicht auf die Rei­he. Nach­be­stel­len über den of­fi­zi­el­len Part­ner da­für ist un­ver­schämt teu­er.

Noch eine Fra­ge zu Book­wire: die le­gen auf Ih­rer Web­sei­te viel Wert dar­auf, dass sie DRM an­bie­ten. Wür­de auch bei ei­nem zen­tra­len Ver­trieb über Book­wire ge­währ­lei­stet blei­ben, dass An­bie­ter wie Beam die eBooks nach wie vor ohne DRM an­bie­ten dür­fen?

sagt:

Lie­ber Ste­fan, viel­leicht ist mei­ne Me­tho­de für Dich ad­ap­tier­bar: Wie Du ren­ne ich nicht jede Wo­che zum Zeit­schrif­ten­han­del, wie Du möch­te ich kei­ne Zu­satz­ko­sten für Por­to be­zah­len. Ich habe also mit dem Händ­ler des Ki­osks um die Ecke ge­spro­chen – er legt mir seit­dem jede Wo­che die PR zu­rück. Zum nor­ma­len Heft­preis. Vor mei­ner Bit­te hat­te er das Heft nicht mal im Sor­ti­ment. Ich kann ab­ho­len, wann ich will – manch­mal kom­me ich wo­chen­lang nicht und neh­me dann gleich sechs Hef­te auf ein­mal mit. Fürs Ver­pas­sen ist das eine ad­äqua­te Lö­sung – soll­test Du die Hef­te auf dem Re­a­der le­sen, um der Öf­fent­lich­keit zu ver­schwei­gen, WAS Du da ge­ra­de lie­st, hilft das na­tür­li­ch nix ;-). Mei­ste Re­ak­tio­nen: 1) »Was, Du lie­st (an­ge­ekelt) Per­ry Rho­dan?«; 2) »Was, Du lie­st (an­ge­ekelt) Heft­ro­ma­ne?« 3) »Was, Du (an­ge­ekelt) lie­st ?«

Stefan Holzhauer

sagt:

Habe ich ver­sucht – kei­ner der Händ­ler, der PR hier vor­rä­tig hat (und in brauch­ba­rer Ent­fer­nung zu er­rei­chen ist) sieht sich im­stan­de, es lo­gi­sti­sch zu lö­sen, mir die Hef­te zu­rück zu le­gen.

Oder deut­li­cher aus­ge­drückt: es ist de­nen völ­lig egal.

Nein, ich lese die Hef­te nicht auf dem eRe­a­der, um der Öf­fent­lich­keit zu ver­schwei­gen, dass ich PR gou­tie­re. :) Er­stens kommt man hin und wie­der mit net­ten Leu­ten ins Ge­spräch, zwei­tens in­ter­es­sie­ren mich nur Mei­nun­gen von Leu­ten, die wis­sen wo­von sie re­den. :) Drit­tens lese ich PR oh­ne­hin zu 98% zu­hau­se.

Da­von ab­ge­se­hen habe ich mir schon vor Jah­ren eine Rou­ti­ne zu­recht­ge­legt, um die­je­ni­gen, die PR als tri­vi­al ab­kan­zeln wol­len, ohne ir­gend­ei­ne Ah­nung zu ha­ben, mit ein we­nig Pseudo-(Hyper-)Physik zu be­ein­drucken und fra­ge sie dann, ob sie das jetzt ver­stan­den ha­ben. Wenn sie ver­wirrt ver­nei­nen ist mei­ne Ant­wort: »Dann kann das ja so tri­vi­al nicht sein, was?« :o)

Stefan Holzhauer

sagt:

Ich habe mir so­eben mal die Sei­te von Book­wire ge­nau­er an­ge­se­hen. Auf An­hieb stö­ren mich die mas­si­ven Hin­wei­se auf DRM. Ein Blick auf die »Team«-Seite ver­wun­dert mich dann er­heb­li­ch:

1. Ge­schäfts­füh­rer kommt aus der Mu­sik­brn­che, wo er als Me­di­en­ma­na­ger tä­tig war und hat »viel Er­fah­rung bei der Ent­wick­lung zu­kunftzs­wei­sen­der Ge­schäfts­mo­del­le«. Soll­te er dann nicht wis­sen, dass DRM nicht geht?

2. Der Mann fürs »Busi­ness De­ve­lop­ment« kommt aus der … rich­tig! … Mu­sik­bran­che. Er »er­leb­te die Di­gi­ta­li­sie­rung der Mu­sik­welt vom er­sten Tag an« … Soll­te er dann nicht wis­sen, dass…?

3. Wirk­li­ch nix ge­gen Mi­ri­am Hofheinz, aber der Text zu ih­rer Per­son lässt mich höch­st ver­wun­dert zu­rück. »Im März 2009 war Sie maß­geb­li­ch an der er­folg­rei­chen Ein­füh­rung des Sony E-Book Re­a­ders und des epub-For­mats in Deutsch­land be­tei­ligt.« Wie jetzt? Der da­mals an­geb­li­ch so »er­folg­reich« ein­ge­führ­te Sony PRS-505 (der 600er und der 300er ka­men erst Ende 2009 auf den Markt) lag wie Blei in den Re­ga­len und hat sich nie so recht ver­kauft, wur­de so­gar am Ende von Tha­lia für 79 Euro ver­ramscht. Was dar­an lag, dass er bei sei­ner Markt­ein­füh­rung (die Jah­re nach der Markt­ein­füh­rung in Ja­pan und den USA ge­sch­ah) tech­ni­sch hoff­nungs­los über­holt und über­teu­ert war… Und sie ist beim »Ar­beits­kreis Pi­ra­te­rie des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels«? Ist das der, der auf Buch­mes­sen ein paar Ju­gend­li­che be­fragt und das dann als »Stu­die mit alar­mie­ren­den Er­geb­nis­sen« ver­kau­fen möch­te?

Auf der Team-Sei­te hallt mir der­art viel PR-Hur­ra-Pa­trio­tis­mus ent­ge­gen, dass mir die Oh­ren klin­geln – und die »Vor­bil­dung« des Teams ruft laut »Raub­ko­pier­mör­der­ter­ro­ri­sten!« und »DRM ist der Weis­heit letz­ter Schluss«

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