GamesCom 2011: Schüttel was Du hast, denn Du bist kein Brett!

[GC] Wie schnell doch so ein Jahr verge­ht und die GamesCom einen mal wieder von hin­ten über­rumpelt… Und wie schnell man sich an diese Ver­anstal­tung fast vor der eige­nen Haustür gewöh­nen kann, so dass sie einem schon beina­he wie ein alter Bekan­nter vorkommt. Auch die Aussteller scheinen vom neuen Konzept inzwis­chen völ­lig überzeugt, denn nach Angaben der Ver­anstal­ter gab es davon in diesem Jahr so viele wie noch nie, näm­lich 550. Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich mich ern­sthaft frage, was beispiel­sweise die gelbe Post da zu suchen hat? Der­erlei völ­lig über­flüs­sige Aussteller gab es noch ein paar mehr, aber glück­licher­weise fall­en die im Getüm­mel nicht oder kaum auf – nur die Post hat­te einen Ange­ber­stand, der es mit denen der Branchen­riesen aufnehmen kon­nte…

Reist man mit dem Zug an, dann muss man erst ein­mal durch das gesamte Messeglände pil­gern, um zum Pressezen­trum zu kom­men und dort einzucheck­en. Man will ja einen Umhänger für seinen Ausweis erhaschen. Gut, ich hätte auch den vom let­zten Jahr nehmen kön­nen, aber der eben­falls feil gebotene Ausstellerkat­a­log hil­ft ja nun beim Find­en bes­timmter Stände wirk­lich weit­er – außer­dem sind darin auch über­sichtlich die Adressen und Kon­tak­t­dat­en der Anbi­eter gelis­tet – und das kann übers Jahr bisweilen dur­chaus hil­fre­ich sein!

Nach dem geord­neten Rück­zug aus dem wie immer völ­lig über­füll­ten Presse­cen­ter (wie wäre es in Zukun­ft mit mehr Räu­men? Vorhan­den sind die dur­chaus) führt einen der Weg dann erst ein­mal in die Halle acht, die wird in aller Regel von Kon­solen­spie­len dominiert und so war es auch in diesem Jahr.

Direkt am Ein­gang protzt Microsoft mit sein­er vollen Sachkom­pe­tenz und will dem Spiel­er irgen­deinen Land­wirtschafts-Sim­u­la­tor andi­enen. Soso. Wie über­aus groß das Inter­esse der Zock­er an diesem Pro­dukt war, zeigte dann auch, dass der Stand bis auf die Besatzung weitest­ge­hend ver­lassen war. Hier sollte Microsoft von anderen Anbi­etern ler­nen und ein paar leicht bis kaum bek­lei­dete Hupf­dohlen strate­gisch am Stand platzieren, das hält dann zumin­d­est die männlichen Messebe­such­er für ein paar Minuten dort und das Ganze sieht dann nicht gar so jäm­mer­lich aus…

XBox ohne Kinect - gibt´s auch noch...
XBox ohne Kinect – gibt´s auch noch…

Was bei Wii mit der Wi­imote oder bei Play­sta­tion mit den leuch­ten­den Move-Dil­dos nicht recht über­zeu­gen kann, scheint al­ler­dings mit Mi­cro­softs Kinect so rich­tig Spaß zu ma­chenDer Blick auf den gigan­tis­chen XBox-Stand nebe­nan bere­it­ete den Besuch­er dann auch gle­ich auf das vor, was im Casu­al-Gam­ing-Bere­ich in diesem Jahr die ganz große Num­mer zu sein scheint: wo in den Vor­jahren noch mit Plas­tikin­stru­menten abge­rockt wurde, machte man sich in diesem Jahr die geball­ten Möglichkeit­en der diversen Bewe­gungss­teuerun­gen zunutze und will die Spiel­er abhot­ten lassen, bis der Arzt kommt. Bei so ziem­lich jedem Kon­sole­nan­bi­eter (und auch bei solchen, die PCs beschick­en) find­en sich im aktuellen Port­fo­lio Tanzspiele ver­schieden­ster Couleur. Was bei Wii mit der Wiimote oder bei Playsta­tion mit den leuch­t­en­den Move-Dil­dos nicht recht überzeu­gen kann, scheint allerd­ings mit Microsofts Kinect so richtig Spaß zu machen, denn die vorgegebe­nen Moves sind mit dem ganzen Kör­p­er nachzu­vol­lziehen und die unbestech­liche Kam­era kann Arm- und Beingewedel sowie Kör­per­be­we­gun­gen tat­säch­lich inzwis­chen so gut auswerten, dass sie erken­nt, ob der Spiel­er das ordentlich macht.

Am Fachbe­suchertag ist der Anteil an Schlip­strägern natür­lich höher als son­st und die schauen sich das zwar ganz gern mal an, machen aber nicht mit, deswe­gen müssen die zum größten Teil weib­lichen Standbe­satzun­gen ran und es wurde getanzt, gehopst, gewippt und mit Kör­perteilen gewack­elt, dass einem ganz schwumm­rig im Kopf wer­den kon­nte.

Wer meint, dem Ganzen durch Flucht in den PC-Bere­ich entkom­men zu kön­nen, der irrt übri­gens, denn zum einen wer­den hier bahn­brechend neue Eingabegeräte wie druck­empfind­liche Tanz­mat­ten (gähn) vorgestellt und zum anderen wer­den auch zu anderen Gele­gen­heit­en mehr oder weniger leicht bek­lei­dete Stand­mädels dazu ani­miert, das Tanzbein zu schwin­gen. Hier sind sie allerd­ings schlauer als bei Microsoft, denn ich hat­te den Ein­druck, dass die Menge an Bek­lei­dung umgekehrt pro­por­tion­al dazu gewählt wird, wie inter­es­sant das feil­ge­botene Pro­dukt ist. War Kasper­sky schon recht weit vorne dabei (was dazu führte dass doch mal jemand am Stand ste­hen blieb), schoß den Vogel ein Anbi­eter von nicht eben orig­inellen oder son­der­lich coolen PC-Gehäusen ab, der seine Mädels zwang, in knap­pen Biki­nis am Stand zu ste­hen. Wenn´s hil­ft…
Übri­gens fragte ich mich auch am Stand des Panz­er-MMOs WORLD OF TANKS, was leicht­bek­lei­dete Hupf­dohlen mit dem The­ma zu tun haben, aber bitte – nicht nur der pubertierende Teil der Ziel­gruppe wird immer wieder optisch gut bedi­ent, stel­len­weise gibt´s echte Hin­guck­er.

Rumhüppen für Panzer...
Rumhüp­pen für Panz­er…

lei­der wirkt STREET FIGHTER X TEKKEN wie schnell dahin geschlud­ert, um mal eben die Fans bei­der Spiele absei­hen zu kön­nenNochmal zurück zu den Kon­solen. Mit großem Trara wurde im let­zten Jahr angekündigt, dass es im Bere­ich Prügel­spiele einen Knüller geben sollte: ein Crossover der Genre-Klas­sik­er STREET FIGHTER und TEKKEN. Den gab es in diesem Jahr auch tat­säch­lich zu sehen und er wirk­te wie ein Spiel aus ein­er längst vergesse­nen Ver­gan­gen­heit… Die Ani­ma­tio­nen wur­den nicht etwa wie in TEKKEN angelegt, das bere­its in frühen Fas­sun­gen mit tollen, natür­lich wirk­enden Bewe­gungsabläufen punk­ten kon­nte, son­dern im abge­hack­ten Car­toon-Stil in Pseu­do-3D, den die STREET FIGHT­ER-Fans aus unerfind­lichen Grün­den so mögen. Tut mir leid, aber das muss heute ganz anders ausse­hen, das gezeigt Spiel wirk­te albern und wusste auch spielerisch nicht zu überzeu­gen, da die Steuerung sich eben­falls an SF ori­en­tierte. Es hätte viel daraus wer­den kön­nen, lei­der wirkt STREET FIGHTER X TEKKEN wie schnell dahin geschlud­ert, um mal eben die Fans bei­der Spiele absei­hen zu kön­nen.

Der näch­ste Ent­täusch­er war mein erster Kon­takt mit einem Nin­ten­do 3DS. Ja, ich weiß, 3D ohne Brille, sich­er­sich­er. Doch auch wenn der 3D-Ein­druck auf den ersten Blick erstaunlich wirkt, zeigten der zweite und dritte Blick doch sehr schnell und sehr deut­lich, dass man sich das nicht länger antun kann, ohne Flir­ren vor den Augen zu bekom­men. Der räum­liche Ein­druck wirkt stel­len­weise ein wenig wie durch Fres­nel-Lin­sen erzeugt (also wie bei ein­schlägi­gen 3D-Bildern oder Postkarten) und es waren deut­lich Geis­ter­bilder zu erken­nen, neben Mario lief je nach Lage des Geräts noch ein schat­ten­hafter Mario – und das trotz mein­er Ansicht nach opti­maler Posi­tion und Lage der 3DS. Faz­it: nette Techde­mo, aber ich ver­spüre kein­er­lei Inter­esse daran, mir mit Gewalt selb­st Kopf­schmerzen zuzufü­gen.

Abge­se­hen vom weit­er oben beschriebe­nen all­ge­meinen Rumge­hopse war festzustellen, dass ähn­lich wie in der Fil­min­dus­trie auch bei den Spie­len Fort­set­zun­gen einen immer größeren Teil des Ange­bots auszu­machen scheinen. Wer jet­zt abwinkt und meint »das war doch schon lange so«, hat recht, aber so mas­siv wie in diesem Jahr ist mir das bis­lang noch nie aufge­fall­en.

Goldeneye - das Interesse ist rasend groß...
Gold­en­eye – das Inter­esse ist rasend groß…

RISEN 2, BATTLEFIELD 3, GOLD­EN­EYE-Remake, GEHEIMAKTE 3, DOTA 2, FIFA 1024, NEED FOR SPEED 12000 und so weit­er und so fort… Andere Spiele wirken wie direk­te Kopi­en ander­er Pro­duk­te – klar, die Möglichkeit­en und Vari­a­tio­nen sind im Spiele­bere­ich sind endlich, aber zeigen nicht ger­ade zahllose Inde­pen­dent-Anbi­eter dass es und wie es auch anders gehen kann? Dem hecheln allerd­ings die etablierten, großen Anbi­eter nach wie vor hin­ter­her und ver­suchen ihr Glück mit immer neuen Vari­a­tio­nen von Alt­bekan­ntem oder dreis­ten Ripoffs der Inde­pen­dent-Spiele.

Wo wir ger­ade über Inde­pen­dent-Anbi­eter sprechen: eigentlich hat­te ich fest damit gerech­net, Mojang auf der Messe zu tre­f­fen, den Anbi­eter des über­aus erfol­gre­ichen und völ­lig Branchen-atyp­is­chen Block-Busters MINECRAFT, der sich völ­lig abseits der etablierten Branche (und lange von dieser unbe­merkt) zu einem Mil­lio­nenseller gemausert hat – und das sog­ar bere­its im Beta-Sta­di­um. Ja ja, ich weiß, Notch hat am Woch­enende vor der GC geheiratet (ob die Hochzeit­storte block­för­mig war, ist lei­der unbekan­nt) und dürfte sich auf Hochzeit­sreise befind­en, aber er hätte doch wenig­stens ein paar Sub­al­terne schick­en dür­fen, damit man denen mal die Hand schüt­teln und ihnen Details zum weit­eren Fort­gang der Entwick­lung hätte aus der Nase ziehen kön­nen. Doch auf­grund von voll­ständi­ger Abwe­sen­heit wurde daraus nichts – über­aus schade!

Klein­er Ein­schub: auch am Fachbe­suchertag muss man sich hie und da anstellen, um bes­timmte Spiele entwed­er antesten zu kön­nen, oder aber Demon­stra­tio­nen von Pro­duk­ten zu sehen, die sich noch in mehr oder weniger frühen Entwick­lungssta­di­en befind­en. Die wahrschein­lich läng­ste Schlange war erwarteter­maßen bei Bliz­zard zu sehen, die DIABLO 3 zeigten. Bei der ein oder anderen habe ich mich logis­cher­weise eben­falls angestellt, die Wartezeit bei STAR WARS – THE OLD REPUBLIC wäre die läng­ste gewe­sen, hätte nicht die Anste­hzeit beim Essen im Pressezen­trum das lange getoppt. Wie das?

Für die schreibende und fil­mende Zun­ft im Pressezen­trum gibt es dort­selb­st kuli­nar­ische Genüsse zu sog­ar fairen Preisen. Da mich auch irgend­wann der Hunger quälte stellte ich mich eben­falls an und warf zwei Wiener auf meinen Teller (dass ich das zuge­hörige Brötchen bere­its gefühlte Kilo­me­ter vorher hätte an mich nehmen müssen, blieb mir ver­bor­gen, aber das am Rande). Vor mir befan­den sich ein paar Fran­zosen, die sich offen­bar vorgenom­men hat­ten, die köl­ner Messe-Cui­sine mal aus­giebig zu testen und sich die Tabletts ordentlich vol­lu­den – das kostete bere­its einige Zeit und da sie sich strate­gisch verteil­ten, kon­nte man auch nicht geschickt mal eben an ihnen vor­bei zur Kasse. Aber ich hat­te ger­ade nichts vor und kon­nte auch nich nicht ahnen, was geschehen würde…
Als sie dann endlich mit sich biegen­den Tabletts zur Kasse vor­rück­ten, fiel diese stumpf aus. Blip – Dis­play schwarz. Kein Prob­lem (hieß es), gle­ich nebe­nan wurde flugs eine Notkasse aufge­baut und die Fran­zosen rück­ten vor. Als ich einen kleinen Moment nicht auf­passte, stand dann auch das Pärchen, das ger­ade noch hin­ter mir war, plöt­zlich vor mir. Da ich aber ger­ade ganz entspan­nt war und mich in ein oder zwei Minuten beim Verzehr mein­er in Mostrich gewälzten Phos­phatschläuche wäh­nte, unter­ließ ich jedes Gemaule.
Doch meine Annahme hätte falsch­er gar nicht sein kön­nen: die Fran­zosen (oder waren es etwa Bel­gi­er? Lux­em­burg­er?) zahlten mit Kred­itkarte. Wer jet­zt meint, dass ich das nicht extra hätte erwäh­nen müssen, weil nor­mal, der irrt: die Kredikarte brachte Kasse zwei zum Absturz. Die Schlange der Ess­willi­gen wurde nicht kürz­er, dafür gab es jet­zt gar keine funk­tions­fähige Kasse mehr. Hek­tis­ches Gefrick­el an der Kasse, Innereien wur­den offen gelegt, hier gedrückt, dort gewack­elt. Ein Reset durchge­führt. Die Kasse bootete neu, allerd­ings mit der Geschwindigkeit eines Jahre alten Win­dows 95 auf einem 386er. Endlich gebootet, erste Hur­ra-Rufe wer­den laut. Logis­cher­weise wollen die Fran­zosen immer noch mit der Kred­itkarte bezahlen und ratet mal was? Genau: die Kasse stürzt auch dies­mal wieder ab. Hil­flosigkeit macht sich bre­it, die Schlange wird nicht kürz­er…
Der junge Mann hin­ter der Kasse macht einen bahn­brechen­den Vorschlag: während man über­legt, was zu tun sei, könne man bei ihm schon­mal zahlen – wenn man´s passend hat, denn bevor sie durchge­bootet hat, geht die Kasse nicht auf… Ich denke voller Wehmut an den Fuf­fi in mein­er Tasche, mit dem ich zu zahlen gedachte… Der­weil eilen diejeni­gen an mir und meinen Wienern vor­bei, die es tat­säch­lich passend haben. Irgend­was geht beim Reset schief, die Kasse bootet nicht ordentlich, die erste Kasse direkt hin­ter mir weigert sich nach wie vor ihren Auf­gaben nachzukom­men und bleibt völ­lig inak­tiv…

Irgend­wann (ich hätte inzwis­chen gefühlt eine neue Rasur drin­gend nötig gehabt) funk­tion­ierte dann die wider­spen­stige Hil­f­skasse und man ließ sich herab, meine Knete ent­ge­gen zu nehmen. Mein Hin­weis darauf, dass die Würste jet­zt kalt seien, wur­den nicht son­der­lich gnädig aufgenom­men, neue bot man mir übri­gens auch nicht an.

Liebe Messe Köln. Ich habe nir­gend­wo auf eur­er Ver­anstal­tung der­art lange ange­s­tanden wie für die bei­den bekack­ten Wiener. Das muss in Zukun­ft bess­er gehen, son­st macht ihr euch auf ein­er High­tech-Messe wie der GamesCom mas­siv lächer­lich. Und das wollen wir doch nicht, oder?

Arrr, Mateys! Der RISEN 2-Stand
Arrr, Mateys! Der RISEN 2-Stand

Den Preis für ei­nen der am lie­be­volls­ten ge­stal­te­ten Mes­se­stände ver­leihe ich an De­ep­Sil­ver für den Be­reich zu RI­SEN 2Den Preis für einen der am liebevoll­sten gestal­teten Mess­es­tände ver­lei­he ich an Deep­Sil­ver für den Bere­ich zu RISEN 2. Das Spiel hat Seefahrer oder bess­er Pirat­en in der Risen-Welt zum The­ma und man hat sich mit Pal­men und Kun­st­pa­pageien bemüht, ein passendes Ambi­ente herzustellen. Wo an anderen Stän­den ober­halb des Geschehens ger­ade mal große Poster mit Spiel­mo­tiv­en vorherrscht­en und anson­sten lange Tis­che mit PCs das Bild bes­timmten, standen diese am RISEN-Stand in eben passend piratigem Ambi­ente –  das war ganz hüb­sch. Und sog­ar eine passend gewan­dete Darstel­lerin ein­er der Haupt­fig­uren des Spiels hat­te man aufge­boten – die wirk­te allerd­ings schon am ersten Tag der Messe ein wenig unmo­tiviert und gelang­weilt von dem Ganzen. Das Spiel selb­st werde ich an ander­er Stelle nochmal vorstellen, trotz einiger guter Ideen und toller Grafik kon­nte mich der Kurztest am Stand nicht völ­lig überzeu­gen.

Fun­coms THE SECRET WORLD soll bere­its Ende des Monats in eine Beta starten, deswe­gen war ich davon aus­ge­gan­gen, dass man am Stand würde test­spie­len kön­nen. Doch das war eine irrige Annahme, an den dort ausste­hen­den Note­books kon­nte man ger­ade mal die Fra­gen beant­worten, die man bere­its von der offiziellen Web­seite kan­nte und die den Spiel­er nach Beant­wor­tung in eine der drei Frak­tio­nen (Tem­pler, Illu­mi­nat­en und Anhänger des Drachen) ein­sortieren soll­ten. Vom Spiel selb­st gab es nichts zu sehen, wollte man hierüber mehr Konkretes erfahren, musste man sich erneut in eine Schlange ein­rei­hen und in einem abgeschlosse­nen Teil des Standes spiel­ten die Entwick­ler den Inter­essierten dann die erste Instanz vor. Das wäre ins­beson­dere dann deut­lich inter­es­san­ter gewe­sen, wenn man nicht exakt das schon vor Monat­en (ich glaube zur E3) im Netz gese­hen hätte… Auch zu TSW in Kürze mehr an ander­er Stelle, das Spiel sieht vielver­sprechend aus. Fun­com erhält übri­gens einen Preis für einen der am lang­weilig­sten deko­ri­erten größeren Stände.

The Old Republic - möge die Maus mit Dir sein...
The Old Repub­lic – möge die Maus mit Dir sein…

Ein wirk­lich­es High­light für das sich das Anste­hen auch gelohnt hat, war STAR WARS – THE OLD REPUBLICEin wirk­lich­es High­light für das sich das Anste­hen auch gelohnt hat, war STAR WARS – THE OLD REPUBLIC. Wo man im let­zten Jahr ger­ade mal mit ein­er vorgegebe­nen Fig­ur ein wenig herum­laufen kon­nte, machte man in diesem Jahr – das­selbe… ;o) Nein, das ist nicht kor­rekt, das war schon deut­lich ela­bori­ert­er und feinge­tunter und zudem waren nun die Dialogse­quen­zen, von denen man im let­zten Jahr nur erzählt hat­te, inte­gri­ert. Jegliche Inter­ak­tion mit Quest­ge­bern und nicht-Mobs ist mit voll­ständi­ger Sprachaus­gabe verse­hen. Wie bei BioWare-Spie­len üblich (siehe MASS EFFECT) hat man beim Antworten mehrere Möglichkeit­en zur Auswahl. Bei mein­er Schmug­g­lerin reicht­en diese von pampig bis nass­forsch, bei einem Jedi-Botschafter wer­den die sich­er anders ausse­hen.
Das Herum­laufen, Auss­chal­ten von Mobs (Repub­lik-Sep­a­ratis­ten) auf Ord Man­tell ging grandios von der Hand und die Grafik ist abge­se­hen von der Pup­pen­haftigkeit der Charak­tere eben­falls wirk­lich toll. Auch zu SW:TOR nochmals mehr in einem aus­führlicheren Artikel.

Ent­täuschend waren für mich ins­beson­dere STAR TREK: INFINITE SPACE, das zwar mit großem Brim­bo­ri­um präsen­tiert wurde, spielerisch aber ger­ade mal auf dem Niveau des Jahre alten STAR TREK: ARMADA liegt, von den Schwächen der Uni­ty-Engine ganz abge­se­hen. Von der wird zwar ständig so getan, als sei sie das großar­tig­ste Ding seit der Erfind­ung des Sprites, tat­säch­lich zeigen sich aber schnell Schwächen wie Geruck­el (in Cutscenes!), auch wenn die Grafik auf den ersten Blick sehr ansprechend wirkt. Eine Falschaus­sage natür­lich auch, dass mit der Uni­ty-Engine, die im Brows­er läuft, kein Client­down­load für ein Spiel nötig sei – die eigentliche Engine ist zwar ver­gle­ich­sweise klein, aber selb­stver­ständlich müssen auch hier die Spiel­res­sourcen aus Uni­ty her­aus herunter geladen wer­den.
Die Kro­ne set­zte dem Ganzen dann eine Vorstel­lung auf, bei der Möchte­gern-Klin­go­nen auf der Game­forge-Bühne mit bat’leths herum­fuchtel­ten. Das war ins­beson­dere dann pein­lich, wenn man weiß, dass es Fans gibt, die das gut beherrschen, das Gezeigte war lei­der nur lächer­lich.

Die zweite Ent­täuschung war TERA. Zwar ist die Grafik sehr hüb­sch und auch die Spielmech­a­nis­men wis­sen grund­sät­zlich zu gefall­en, allerd­ings sind die Darstel­lun­gen leicht­bek­lei­de­ter weib­lich­er Avatare (inklu­sive dauern­dem Slip-Blick, auch hier ist die pubertierende Ziel­gruppe deut­lich auszu­machen) und ins­beson­dere deren Ani­ma­tion schw­er zu ertra­gen. Die Mädels laufen extrem Ani­mé-artig, lei­der sieht das aus, als hät­ten sie sich in ihre knap­pen Hosen gemacht. Mag sein, dass das Spiel nett wird, aber allein die höchst unerträglichen Ani­ma­tio­nen kön­nten mich davon abhal­ten, es zu spie­len. Zur Abw­er­tung führt natür­lich ganz klar auch, dass am Stand nebe­nan GUILD WARS 2 das Meiste auf der Messe an MMOs gezeigte weit in den Schat­ten stellte. Neg­a­tiv für mich auch, dass Frog­ster in Europa für TERA ver­ant­wortlich ist, und deren mis­er­ablen Sup­port ken­nt man aus diversen schlecht­en Beispie­len – wenn hier nicht eine erhe­bliche Verbesserung gegenüber beispiel­sweise RUNES OF MAGIC stat­tfind­et, sehe ich für TERA hierzu­lande keine rosige Zukun­ft, schon gar nicht, wenn das Spiel als Retail­box mit monatlichen Abo­ge­bühren ver­mark­tet wer­den soll – denn dann kann man sich keinen schlecht­en Sup­port mehr leis­ten.

Anstehen für MASS EFFECT 3
Anste­hen für MASS EFFECT 3

Bei man­chen An­bie­tern und Dis­tri­bu­to­ren fragt man sich, ob sie an Be­richt­er­stat­tung nicht in­ter­es­siert sindNach dem Anse­hen der diversen Stände und Spiele machte ich mich dann auf den Weg in den Busi­ness-Bere­ich, um Presse­ma­te­ri­alien zu eini­gen Spie­len zu erhal­ten, über die ich detail­liert­er bericht­en wollte. Bei manchen Anbi­etern und Dis­trib­u­toren fragt man sich, ob sie an Berichter­stat­tung nicht inter­essiert sind. Die Damen vor den Stän­den sind zum großen Teil völ­lig unin­formiert und wis­sen nichts von Pressek­its oder Adressen von Press­eservern. Ich kan­nte das bere­its vom let­zten Jahr: man muss nach­drück­lich darauf beste­hen, dass es doch mit Sicher­heit Mate­r­i­al gibt und sich auf Wartezeit ein­stellen, irgend­wann wird dann immer jemand gefun­den, der sagt: »Na klar, gibt es einen Pressek­it!«
Beson­ders neg­a­tiv fällt hier­bei in jedem Jahr DeepSilver/Koch Media auf, bei denen man die Damen an der Rezep­tion defin­i­tiv nur als »Abwimm­lerin­nen« beze­ich­nen kann. Sage und schreibe drei der Tre­senbe­satzung waren fest der Ansicht, es gebe über­haupt keine Pres­se­in­for­ma­tio­nen (jaja, klar…), bis dann irgend­wann eine vierte neu hinzugekommene eine Vis­itenkarte mit den Adressen der Press­eserv­er unter der­sel­ben Theke her­vor­zog, an der die drei ersten zehn Minuten lang darüber disku­tierten, ob es sowas über­haupt gäbe – und zu dem Schluß kamen: »nein, gibt es nicht!«
Ähn­lich­es bei anderen Anbi­etern, auch dort muss man stand­haft bleiben und darauf beste­hen, dass jemand aus dem »inneren Kreis« sich der Sache annimmt – dann kann man sich­er sein, dass man auch Pres­se­in­for­ma­tio­nen bekommt.

Ich muss zugeben, dass ich das wenig pro­fes­sionell und ziem­lich albern finde.

Zum Abschluß ein paar Worte zum Besucheran­drang. Es ging sog­ar durch die Massen­me­di­en, dass die Messe am Sam­stag zeitweilig geschlossen wer­den musste, da die Hallen völ­lig über­füllt waren. Das ist ins­beon­dere ärg­er­lich für solche, die von weit her zu Messe kamen. Ganz beson­ders ärg­er­lich für jene, die eine Karte hat­ten, aber trotz­dem nicht ein­ge­lassen wur­den – das ist ein absolutes No-Go.

Man kann nur davon aus­ge­hen, dass die Ver­anstal­ter mit diesem Andrang nicht gerech­net hat­ten und muss ihnen zugute hal­ten, dass das in den ver­gan­genen Jahren so nicht vorgekom­men ist.

Auch das noch...
Auch das noch…

Die Ver­anstal­ter müssen nun aber drin­gend reagieren und für das näch­ste Jahr genug Platz in den Messe­hallen schaf­fen – leere Hallen gibt es noch mehr als genug. Und die Anbi­eter müssen sich drin­gend Lösun­gen dafür über­legen, dass man zum Teil stun­den­lang bei ihnen anste­hen muss, um einen Blick auf ein Spiel zu erhaschen, das diverse Neuheit­en auss­chließlich in abges­per­rten Arealen zu sehen sind. Was soll das? Alle Besuch­er der Messe sind an den neuen Spie­len inter­essiert, es macht über­haupt keinen Sinn, keine Außen­bild­schirme zu instal­lieren, wenn man schon nur einem Bruchteil der Besuch­er Zugang zum Innen­bere­ich gewährt. Hier muss drin­gend und schnell ein Umdenken bei den Anbi­etern stat­tfind­en, denn es ist ein sehr schlechter Plan, einen Großteil der Besuch­er damit zu frus­tri­eren, dass sie nichts zu sehen bekom­men und den Rest dadurch, dass sie ewig lang stumpf in ein­er Schlange ste­hen müssen – die Zeit kann man bess­er nutzen!

Alles in Allem und trotz klein­er Kri­tikpunk­te war die GamesCom auch in diesem Jahr einen Besuch abso­lut wert und ich freue mich bere­its jet­zt aufs näch­ste Jahr – dann hof­fentlich in größeren Hallen.

Weit­ere GC-Artikel wer­den in den näch­sten Tagen hier auf Phan­taNews erscheinen.

 

GamesCom-Logo Copy­right GamesCom-Ver­anstal­ter, alle Fotos von mir

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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