Fantasy Filmfest 2015: INFINI

Poster InfiniINFINI – Ab 16. Okto­ber auf Blu­Ray / DVD

Früher nan­nte man es »bea­men«. Shane Abbess und Kumpan Bri­an Cachia haben sich jet­zt etwas neues aus­gedacht. Es heißt »Slip­stream­ing«, dabei wird ein Men­sch in Daten­vol­u­men umge­wan­delt, und kann an jeden Punkt im Son­nen­sys­tem versendet wer­den. Wie das ohne WLAN funk­tion­iert, bleiben die Mach­er schuldig. Let­z­tendlich ist es aber ein wichtiges Werkzeug, um in der zweit­en Hälfte des Filmes eine neue Geschicht­sebene einzufü­gen, und lose Enden zusam­men zu führen. Jet­zt kann INFINI nicht alle Logik­löch­er stopfen und selb­staufge­wor­fene Fra­gen beant­worten, ist den­noch ein respek­tabler Sci­ence Fic­tion, mit gutem Unter­hal­tungswert. Und Sci­ence Fic­tion aus Aus­tralien beschränkt sich auf sehr wenige Beispiele, wie dem let­ztjähri­gen PREDESTINATION. Zumin­d­est kann man sagen, dass es auch dieser Film es nicht schafft, den drit­ten Hemsworth-Brud­er Luke einem bre­it­eren Pub­likum bekan­nt zu machen.

Infi­ni ist der von der Erde am weitesten ent­fer­nte Außen­posten. Von dort wurde ein tödlich­er Organ­is­mus gesendet, der die gesamte Slip­stream-Divi­sion der West­küste aus­löschte. Jet­zt ist es an der Slip­stream-Divi­sion der Ostküste, aufzuk­lären was auf Infi­ni passiert ist. Die Divi­sion find­et die Sta­tion im gefrore­nen Zus­tand, weil alle Sys­teme abgeschal­tet wur­den. Die Arbeit­er sind alle­samt tot. Als alle Lebenser­hal­tungssys­teme wieder laufen, und  die Tem­per­a­turen endlich wieder steigen, macht sich hin­ter einem Schott Whit Carmichael bemerk­bar. Ein Sol­dat aus der West­küsten-Divi­sion. Wie er von der Erde entkom­men, und hier über­leben kon­nte, kann er sich selb­st nicht erk­lären. Aber der über­aus unan­genehme Organ­is­mus find­et bere­its im Ret­tung­steam seine ersten Opfer, da wären schnelle Antworten mehr als ange­bracht.

infini01

Während der ersten Hälfte lässt sich Shane Abbess viel Zeit, um die Geschichte aufzubauen. Dafür set­zt er auf aus­ge­sprochen viel Atmo­sphäre. Die Bilder von der Erde sind aus gutem Grund rar, von der kol­la­bierten Zivil­i­sa­tion ist kaum etwas zu sehen. Warum soll­ten sich die Filmemach­er der Prü­fung ein­er Dystopie aus­set­zen, die ohne­hin eine sehr unter­ge­ord­nete Rolle ein­nimmt. Auf Infi­ni wird es dann konkreter. Und hier ist von den Bildern, über das Set-Design, hin zur Beleuch­tung ganz klar, dass Regis­seur Abbess seine Vor­bilder in ALIEN und ALIEN 3 gefun­den hat. Aber auf Gestal­tungsmit­tel gibt es kein Haus­recht, und so ist es vol­lkom­men legit­im, was und wie Shane Abbess hier insze­niert hat. Denn es gibt viele schlechte Filme, die ver­suchen eben­so von einem Trend und Stil zu prof­i­tieren, und deren einziger Ehrgeiz das Trit­tbret­tfahren ist. Das kann man von INFINI über­haupt nicht sagen, weil seine Anlei­hen ganz klare Ver­beu­gun­gen sind.

Dieser Thriller erre­icht nicht die Qual­itäten von ALIEN oder ALIEN 3, aber er erre­icht sein ganz eigenes Pro­fil. Die erste Hälfte ist nicht wirk­lich lang­weilig, aber auch nicht beson­ders aufre­gend. Sie hat dur­chaus ihre Span­nungsmo­mente, baut aber in erster Lin­ie für die zweite Hälfte sehr gut auf. Und dann klärt sich Carmichaels Schick­sal auf, und das Rät­sel um den mys­ter­iösen Organ­is­mus. Sollte man annehmen. Der wun­der­bare Vorteil von unab­hängig pro­duzierten Fil­men mit weniger bekan­nten Darstellern, sind die Möglichkeit­en, dass alles passieren kann. Er kön­nte dem klas­sis­chen Helden­weg fol­gen. Oder aus dem ver­meintlichen Helden plöt­zlich eine Neben­rolle machen. Das ist das Schöne auch an INFINI. Man sollte sich niemals auf die Muster des Main­stream ver­lassen, weil es eben kein Main­stream ist. Für Genre-Fre­unde auf alle Fälle einen Abend wert.

infini00

INFINI
Darsteller: Daniel MacPer­son, Grace Huang, Luke Hemsworth, Bren Fos­ter, Luke Ford, Louisa Mignone, Dwaine Steven­son u.a.
Regie: Shane Abbess
Drehbuch: Shane Abbess, Bri­an Cachia
Kam­era: Carl Robert­son
Bild­schnitt: Adri­an Ros­tirol­la
Musik: Bri­an Cachia
Pro­duk­tions­de­sign: George Lid­dle
110 Minuten
Aus­tralien 2015

Bil­drechte: Cape­light Pic­tures

AutorIn: Bandit

Ein Kommentar for “Fantasy Filmfest 2015: INFINI”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.