Fantasy Film Fest 2014: STAGE FRIGHT

Cover Stage FrightSTAGE FRIGHT – Ab 24. Okto­ber auf BlueR­ay / DVD

Kylie Swan­son singt sich buch­stäblich die Seele aus dem Leib. Nach ein­er grandiosen Auf­führung des Musi­cals »The Haunt­ing of the Opera«, wird sie Opfer ein­er Mess­er-Attacke, die einiges vom Zuschauer abver­langt. Jahre verge­hen. Der herun­tergekommene Pro­duzent Roger McCall hat Kylies Kinder, Camil­la und Bud­dy, bei sich aufgenom­men. McCall leit­et ein Musi­cal-Som­mer-Camp, das jedes Jahr von singwüti­gen Kindern, Jugendlichen und Erwach­se­nen heimge­sucht wird. Und in diesem Jahr plant McCall mit seinen Schüt­zlin­gen eine Wieder­auf­führung von »Haunt­ing of the Opera«. Für Camil­la ste­ht schnell fest, dass sie sich die Haup­trol­le ersin­gen muss, damit sie das Trau­ma um den Tod ihrer Mut­ter ver­ar­beit­en kann. fff2014Und für den Zuschauer ste­ht schnell fest, dass der geheimnisvolle Mörder nur darauf gewartet hat.

Nach den ersten fünf Minuten, und dem ersten gewalt­samen Mord, erlebt das Pub­likum eine weit­ere Über­raschung. Bei der Ankun­ft im Musi­cal-Camp präsen­tiert sich der Film als wirk­lich­es Musi­cal. Auf diese Art wurde der aktuelle Hor­ror­film bis jet­zt noch nicht per­si­fliert. Die Texte sind wirk­lich schräg, auf alle Fälle sehr witzig, aber ins­ge­samt ist diese Art der Insze­nierung sehr gewöh­nungs­bedürftig und dürfte nicht unbe­d­ingt jedem gefall­en.

Ner­ven in anderen bluti­gen Streifen die immer wieder­holten, vorherse­hbaren Motive wegen ihrer Ein­fall­slosigkeit, kann STAGE FRIGHT diese stereo­typen Hand­lungsabläufe sehr gut für sich und zur Freude des Zuschauers nutzen. Jerome Sables Insze­nierung bietet immer wieder einen Verdächti­gen an, der ein offen­sichtlich­es oder noch nicht bekan­ntes Motiv haben kön­nte. Und wie es sich für das Sub-Genre gehört, ist selb­stver­ständlich kein­er der Kan­di­dat­en wirk­lich der Killer. Das Spiel mit den Klis­chees geht dur­chaus auf. Allerd­ings ver­liert sich Sable etwas in seinem Hand­lungsablauf, weil er die Musik und die daraus resul­tieren­den Num­mern ein­fach zu sehr in den Vorder­grund stellt. Nach dem furiosen Auf­takt dauert es geschla­gene 35 Minuten bis dem Slash­er-Fre­und eine weit­ere extrem blutige Ein­lage geboten wird. Um dann noch ein­mal 20 Minuten auf die Folter ges­pan­nt zu wer­den, bis die Schlachterei in die Vollen geht. Doch ab hier geht Sable nicht mehr so aus­ge­fall­en und expliz­it zu Werke, und der Film ver­liert leicht seinen per­si­flieren­den Charak­ter, weil der Regis­seur dann doch mehr auf Thriller in der Insze­nierung set­zt.

Im Gesamten ist STAGE FRIGHT ein sehr unter­halt­samer weil witziger Schock­er. Jerome Sable, der auch selb­st das Drehbuch ver­fasste und die Songs schrieb, zeigt sich als Bewun­der­er des Hor­ror­films und der Musik­szene. Wen­ngle­ich die Mis­chung zu sehr aus dem Gle­ichgewicht ger­at­en ist. Erfreuen kann man sich zumin­d­est durch­weg an vie­len kleinen Details. So die ganz kurze Szene des Jun­gen beim Büh­nen­bau, der nicht von unge­fähr mit Frisur und Klei­dung an CHAINSAW MAS­SACREs Leather­face erin­nert, allerd­ings mit ein­er Kreis­säge in der Hand. Oder der hil­flose Diri­gent, der von seinem Orch­ester missver­standen wird. Und natür­lich die Beset­zung von Meat Loaf als ver­schwitzt schleimiger Man­ag­er. Da hat Haupt­darstel­lerin Allie Mac­Don­ald deut­liche Prob­leme, gegen das Schw­ergewicht anzus­pie­len. Der Regis­seur set­zt mehr auf ihr zier­lich hüb­sches Gesicht und ihre große Unsicher­heit im Charak­ter, was gelingt und überzeugt. So ret­tet sich STAGE FRIGHT immer wieder über mancher­lei Schwächen, und kann sein Pub­likum bei Laune hal­ten. Und vielle­icht ent­deckt der ein oder andere ja sein Faible für Musi­cals.

StageFright

STAGE FRIGHT
Darsteller: Allie Mac­Don­ald, Dou­glas  Smith, Kent Nolan, Bran­don Ura­nowitz, Ephraim Ellis, Melanie Leish­man, mit Min­nie Dri­ver und Meat Loaf Aday u.v.a.
Drehbuch & Regie: Jerome Sable
Musi­cal Songs: Jerome Sable, Eli Batal­ion
Kam­era: Bruce Chun
Bild­schnitt: Christo­pher Don­ald­son, Lisa Grooten­boer, Nicholas Musurca
Pro­duk­tions­de­sign: Oleg M. Savyt­s­ki
89 Minuten
USA 2014
Pro­mo­fo­tos Copy­right Mag­net Releas­ing / Enter­tain­ment One

AutorIn: Bandit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.