Publizieren mit CreateSpace – ein Erfahrungsbericht

Nach­dem Ama­zon es mit Kindle Di­rect Pu­blis­hing je­der­mann er­mög­licht, eBooks zu ver­öf­fent­li­chen und zu mo­ne­ta­ri­sie­ren, sind selbst­pu­bli­zierte elek­tro­ni­sche Bü­cher ab­seits der eta­blier­ten Ver­lage auch in Deutsch­land in kaum noch über­schau­ba­rer Menge zu er­hal­ten.
Nach wie vor deut­lich schwie­ri­ger ist es je­doch, ein »ech­tes« Buch her­aus zu brin­gen. Zwar buh­len Book- und Print- On De­mand-An­bie­ter um die Gunst des am­bi­tio­nier­ten Self­pu­blis­hers, doch gibt es hier Hür­den zu über­win­den: die ei­nen möch­ten sich gern um­fang­rei­che Rechte an den In­hal­ten ein­räu­men (das geht so­gar bis hin zu Auf­füh­rungs- und Sen­de­rech­ten) und las­sen dem Pu­bli­zie­ren­den zu­dem nur Bro­sa­men von den Ver­käu­fen. Die an­de­ren se­hen sich als rei­ner Druck­ser­vice, for­dern al­ler­dings für die Vor­be­rei­tung der Bü­cher, die dann via PoD er­hält­lich sein sol­len, nicht un­er­heb­li­che Vor­kos­ten – da­für be­hält man die Rechte an sei­nen Wer­ken.

Doch über die Ama­zon-Toch­ter Crea­teS­pace, die seit Kur­zem auch für den Ver­trieb von Ta­schen­bü­chern in Eu­ropa zu nut­zen ist, er­mög­licht der On­line­händ­ler es nun je­der­mann, Bü­cher in ge­druck­ter Form un­ters Volk zu brin­gen. Wenn­gleich der­zeit hier­zu­lande erst ein­mal nur über den Ama­zon-On­line­shop.

Nach­dem ich als Her­aus­ge­ber der Storyantho­lo­gie »DIE STEAM­PUNK-CHRO­NI­KEN: AE­THER­GARN« für die eBook-Ver­sion be­reits KDP ge­nutzt hatte, lag es nahe, nun auch eine ge­druckte Fas­sung der Samm­lung zu rea­li­sie­ren. Dazu im Fol­gen­den ei­nige Be­trach­tun­gen.

Die An­mel­dung bei Crea­teS­pace geht flugs und stellt kei­ner­lei grö­ße­res Hin­der­nis dar – zu­min­dest dann, wenn man der eng­li­schen Spra­che mäch­tig ist, lo­ka­li­sierte Fas­sun­gen gibt es der­zeit nicht. Will man Bü­cher in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten pu­bli­zie­ren, be­nö­tigt man zwin­gend eine dor­tige Steu­er­num­mer vom IRS (dem US-ame­ri­ka­ni­schen Fi­nanz­amt), möchte man seine Werke al­ler­dings aus­schließ­lich in Eu­ropa ab­set­zen, ist das nicht not­wen­dig.

Nach dem An­le­gen des Kon­tos und der An­gabe ge­wis­ser per­sön­li­cher Daten (nichts Un­üb­li­ches, In­for­ma­tio­nen die für die Nut­zung des Diens­tes not­wen­dig sind) kann man im Da­sh­board der Crea­teS­pace-Web­seite dann auch gleich ein Buch­pro­jekt an­le­gen und da­bei zwi­schen »gui­ded« und »ad­van­ced« wäh­len. Ich hatte »ad­van­ced« ver­wen­det, da ich da­von aus­ging, dass ich so mehr Op­tio­nen selbst aus­wäh­len konnte und fle­xi­bler bin, als bei der Va­ri­ante, bei der Crea­teS­pace mich beim Pro­zess »an die Hand nimmt«.

Das Ein­ge­ben von In­for­ma­tio­nen zum Ti­tel ist wei­test­ge­hend selbst­er­klä­rend, Ama­zon er­teilt auch au­to­ma­tisch eine ISBN. Hierzu je­doch die An­mer­kung, dass es sich da­bei um eine US-Num­mer han­delt, mit der man das Buch nicht ohne wei­te­res in hie­si­gen Buch­hand­lun­gen be­stel­len kann. Auch das An­ge­bot, das Werk für ei­nen Obo­lus von nur 25 Dol­lar (pro Buch­pro­jekt) im ge­sam­ten Buch­han­del er­werb­bar zu ma­chen, gilt der­zeit erst ein­mal nur für die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Ich gehe aber da­von aus, dass Ama­zon hier nach­legt und Ähn­li­ches bald auch in Eu­ropa mög­lich sein wird.

Hat man al­ler­dings be­reits eine ISBN, kann man diese statt der von Crea­teS­pace ver­ge­be­nen nut­zen! Ob eine Buch­han­dels­be­stel­lung in Deutsch­land in die­sem Fall mög­lich ist, wäre ein span­nen­des Ex­pe­ri­ment …

Da­nach folgt die Aus­wahl ei­nes ge­eig­ne­ten Buch­for­mats, hier ste­hen reich­lich Op­tio­nen zur Ver­fü­gung. Für AE­THER­GARN habe ich das For­mat 8 x 5 Zoll aus­ge­wählt, da ich et­was mög­lichst Ta­schen­buch-Ähn­li­ches als Er­geb­nis ha­ben wollte (An­fang des Mo­nats wa­ren nur die Zoll-Ab­mes­sun­gen dar­ge­stellt, in­zwi­schen ste­hen auch die Zen­ti­me­ter-Maße da­bei – man merkt also deut­lich, dass an der Seite ge­ar­bei­tet wird, um sie für die in­ter­na­tio­nale Nut­zung an­zu­pas­sen). Bei den Buch­grö­ßen ist dar­auf zu ach­ten, dass es so­ge­nannte »Industry-Standard«-Formate gibt und sol­che, die da­von ab­wei­chen. Für letz­tere ste­hen nicht alle Op­tio­nen zur Ver­fü­gung. Beim Pa­pier kann man zwi­schen rein­weiß und creme­far­ben wäh­len. Was man sich hier aus­sucht ist wohl vor al­lem vom ei­ge­nen Ge­schmack und vom Buch ab­hän­gig, üb­li­cher­weise wählt man für Bel­le­tris­tik gern creme und für Sach- und Fach­bü­cher weiß. Die Pa­pier­di­cke kann man üb­ri­gens nicht aus­wäh­len, hier steht nur eine Mög­lich­keit zur Ver­fü­gung.

Mög­lich sind üb­ri­gens nicht nur schwarz­weiße Blei­wüs­ten, da der In­halt­s­typ »vier­far­big« exis­tiert, könnte man auch Co­mics oder Bild­bände an­bie­ten. Dem könnte al­ler­dings hin­der­lich im Weg ste­hen, dass die Größe der Upload­da­tei 50 MB nicht über­schrei­ten darf, was für um­fang­rei­che Werke mit vie­len Bil­dern in Druck­auf­lö­sung zu we­nig ist. Hat man eine grö­ßere Datei, kann man diese auf ei­nem Daten­trä­ger wie bei­spiels­weise ei­ner CD ein­sen­den.

An­mer­kung: Man sollte bei der Er­stel­lung be­ach­ten, dass man der Im­pres­s­ums­pflicht un­ter­liegt, wenn man in Deutsch­land ein Buch ver­treibt, das gilt selbst­ver­ständ­lich auch für selbst ver­legte Werke, die (bis­lang) aus­schließ­lich über Ama­zon er­hält­lich sind. Ich gehe da­von aus, dass feh­lende oder man­gel­hafte Im­pressi in Self­pu­blis­hing-Bü­chern via Crea­teS­pace in Zu­kunft eine be­liebte Ein­nah­me­quelle von Ab­mahn­ab­zo­cker-An­wäl­ten wer­den dürf­ten.Als In­halts­for­mat – also das Buch­in­nere – nimmt Crea­teS­pace eine PDF-Datei ent­ge­gen (oder auch rtf oder doc, al­ler­dings hatte ich bei PDF we­ni­ger Be­den­ken we­gen kor­rek­ter For­ma­tie­rung, die bei­den an­de­ren For­mate sind in der Hin­sicht für un­schöne Ka­prio­len be­kannt), die ge­wis­sen For­ma­tie­rungs­re­geln un­ter­lie­gen, was Ab­stände und Be­schnitt an­geht. Es wer­den für je­des der vor­ge­ge­be­nen For­mate Tem­pla­tes im Mi­cro­soft-Word-For­mat (doc) be­reit ge­stellt, die man im Prin­zip auch so­fort ver­wen­den kann. Wer mehr In­di­vi­dua­li­tät wünscht, kann diese selbst­ver­ständ­lich in der Text­ver­ar­bei­tung der ei­ge­nen Wahl nach Be­lie­ben va­ri­ie­ren, die vor­han­de­nen Ein­stel­lun­gen sind ame­ri­ka­ni­schen Vor­lie­ben im Buch­druck an­ge­passt, kön­nen aber im Prin­zip fast ohne Än­de­run­gen über­nom­men wer­den. Open­Of­fice (und da­mit wahr­schein­lich auch Li­bre­Of­fice) funk­tio­nierte üb­ri­gens völ­lig pro­blem­los, es muss nicht Word sein. Die Vor­lage stellt Sei­ten­for­mate für In­tro- so­wie rechte und linke In­halts­sei­ten in­klu­sive Kopf- und Fuß­zei­len zur Ver­fü­gung.

Die Er­stel­lung des In­halts ist mit ein we­nig Über­le­gen und Pla­nung über­haupt kein Pro­blem. Man sollte sich na­tür­lich dar­über im Kla­ren sein, dass neue In­halts­ab­schnitte bes­ser auf den rech­ten Sei­ten zu fin­den sein soll­ten und der­glei­chen; aber das sind De­tails, die mit Bu­cher­stel­lung zu tun ha­ben, und we­ni­ger mit dem Pu­bli­zie­ren über Crea­teS­pace, des­we­gen gehe ich hier nicht wei­ter dar­auf ein, al­ler­dings sei der Hin­weis er­laubt, dass der na­tive PDF-Ex­port von Open­Of­fice nicht ver­wen­det wer­den kann, da es ir­gend­wel­che Pro­bleme mit der Schrift­ein­bet­tung gibt. Ich habe ein ex­ter­nes Tool ver­wen­det, das sich als Dru­cker­trei­ber in­stal­lie­ren lässt und dann aus je­der An­wen­dung die dru­cken kann PDFs er­zeugt.

Et­was auf­wen­di­ger ist die Co­ver­ge­stal­tung. Hier hat man zum ei­nen die Mög­lich­keit, eine der di­ver­sen vor­ge­ge­be­nen Vor­la­gen zu ver­wen­den, die man dann in ver­gleichs­weise en­gen Gren­zen an­pas­sen kann. Das dürfte für viele Zwe­cke auch völ­lig aus­rei­chend sein. Ich wollte na­tür­lich mehr. Als Al­ter­na­tive kann man auch hier eine PDF-Datei mit dem kom­plet­ten, um­lau­fen­den Co­ver hoch­la­den. Die Höhe und Breite von Front- und Back­co­ver er­gibt sich aus der wei­ter vorne ge­wähl­ten Buch­größe, zu­sätz­lich muss man na­tür­lich ei­nen Be­schnitt hin­zu­fü­gen.
Die Aus­maße des Buch­rü­ckens sind nach­voll­zieh­ba­rer­weise ab­hän­gig von der Sei­ten­zahl des Bu­ches und da­mit von der Di­cke des so­ge­nann­ten Buch­blocks. Crea­teS­pace lässt ei­nen hier aber nicht im Re­gen ste­hen, son­dern bie­tet ei­nen Rech­ner, der nach Ein­gabe der Sei­ten­zahl die Breite des Buch­rü­ckens aus­wirft. Mit die­sen An­ga­ben kann man, et­was Kennt­nis und Ge­schick vor­aus­ge­setzt, in ei­nem Gra­fik­pro­gramm ein Co­ver zu­sam­men­stü­ckeln, das eine aus­rei­chende Auf­lö­sung auf­wei­sen muss, also nicht un­ter 300 dpi vor­lie­gen sollte (das Gra­fik­pro­gramm muss­selbst­ver­ständ­lich den Ex­port kor­rek­ter PDF-Dateien er­lau­ben).

Hat man al­les hoch­ge­la­den, kann man das Buch­pro­jekt zum Test frei­schal­ten, hier über­prüft Crea­teS­pace (ver­mut­lich au­to­ma­ti­siert), ob es ir­gend­wel­che Pro­bleme mit den In­hal­ten oder der For­ma­tie­rung gibt. In mei­nem Fall hat es ein paar Stun­den ge­dau­ert, bis das Er­geb­nis die­ses Tests vor­lag.

Zum Proof (also der Be­gut­ach­tung, ob al­les in Ord­nung ist), ste­hen zwei Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung: ent­we­der lädt man sich eine PDF-Fas­sung her­un­ter, um den In­halt zu über­prü­fen (bei der fehlt al­ler­dings das Co­ver) oder man wählt den On­line-Proof, hier­bei öff­net sich ein spe­zi­el­ler Viewer, der das Buch samt Um­schlag prä­sen­tiert und in dem man mit der Maus blät­tern kann, wie in ei­nem rich­ti­gen Buch.
Letz­te­res ist – und man kann es nicht an­ders sa­gen – ein Knül­ler. Das Hand­ling ist her­vor­ra­gend und die Vor­schau schlicht­weg groß­ar­tig. Der Clou ist al­ler­dings, dass man sich sein Buch-in-spe so­gar in ei­ner 3D-An­sicht an­zei­gen las­sen und ro­tie­ren kann, und da­mit ei­nen wirk­li­chen Ein­druck des spä­te­ren Pro­dukts er­hält. Das bie­tet kei­ner der von mir ge­tes­te­ten hie­si­gen An­bie­ter.

  

Beim Be­trach­ten des Co­vers erst ein­mal ein Schreck: das war sehr pi­xe­lig. Auch hier liegt aber in der Ruhe die Kraft, denn es muss­ten nur Daten nach­ge­la­den wer­den, nach et­was War­ten lag auch das Co­ver hoch­auf­lö­send vor.

Ist man mit dem Proof zu­frie­den, kann man An­ga­ben zum Ver­kaufs­preis und zu den Ab­satz­ka­nä­len ma­chen (das kann man na­tür­lich auch schon tun, wäh­rend man aufs Proof war­tet). Ich habe AE­THER­GARN auf die eu­ro­päi­schen Ama­zon-Stores be­schränkt, da ein deutsch­spra­chi­ges Buch in ame­ri­ka­ni­schen On­line­shops kei­nen wirk­li­chen Sinn macht.
Beim Preis greift CS ei­nem mit Rech­nern un­ter die Arme, die ei­nen Min­dest­preis vor­schla­gen und auch gleich an­zei­gen, wie viel Tan­tie­men pro ver­kauf­tem Ex­em­plar ab­fal­len.

Üb­ri­gens: in Sa­chen Hil­fe­stel­lung ist Crea­teS­pace vor­bild­lich. An al­len Ecken und En­den ste­hen Links zur Ver­fü­gung, die ei­nem mit Sät­zen wie “was ist das?”, “was be­deu­tet das?” oder “wie geht das?” na­hezu alle mög­li­cher­weise auf­kom­men­den Fra­gen be­ant­wor­ten. Und im Ge­gen­satz zu an­de­ren ein­schlä­gi­gen Soft­ware­her­stel­lern oder ähn­li­chen Fir­men, sind die auf CS an­ge­bo­te­nen Tipps und FAQs tat­säch­lich hilf­reich.

Noch ein Hin­weis zu ei­nem Stol­per­stein in Sa­chen Ver­kaufs­preis: es wird nir­gendwo dar­über in­for­miert, dass auf den an­ge­ge­ben End­preis noch die deut­sche Mehr­wert­steuer für Bü­cher kommt, also 7%. Da­mit hätte man na­tür­lich rech­nen müs­sen, aber ein deut­li­cher Hin­weis dar­auf wäre nett ge­we­sen. Das führte in mei­nem Fall dazu, dass AE­THER­GARN nicht zum ge­wünsch­ten Ver­kaufs­preis von 8,99 Euro über den vir­tu­el­len La­den­tisch geht, son­dern für schräge 9,62 Euro. Aber man ist ja lern­fä­hig. [Up­date 20.06.2012:] Pe­tra Schier wies auf Face­book dar­auf hin, dass die An­ga­ben zur Mehr­wert­steuer ge­macht wer­den, es gibt eine Fuß­note die auf die je nach Land un­ter­schied­li­che hin­zu­zu­rech­nende VAT (Va­lue Ad­ded Tax = Mehr­wert­steuer) in­for­miert. Die ist al­ler­dings klein und kann über­se­hen wer­den – das ist mir of­fen­sicht­lich pas­siert. Vie­len Dank für den Hin­weis.[/Update]

Dann: tief durch­at­men und frei­ge­ben. Wo­bei man selbst­ver­ständ­lich auch nach­träg­lich Än­de­run­gen durch­füh­ren oder neue Ver­sio­nen von In­halt und Co­ver hoch­la­den kann, das führt dann al­ler­dings bis zur nächs­ten Frei­gabe zur Un­be­stell­bar­keit des Buchs im Shop.

Nach Aus­sage auf der Web­seite kann es fünf bis acht Tage dau­ern, bis das Buch im Ama­zon-Shop auf­taucht. Tat­säch­lich konnte ich es je­doch schon am nächs­ten Tag darin fin­den. Zu­nächst ohne Preis­an­gabe und noch nicht be­stell­bar aber schon ca. eine Stunde spä­ter war das nicht mehr so und ich konnte ein Test­ex­em­plar or­dern, das Buch wird auch tat­säch­lich als »auf La­ger« ge­lis­tet. Drei Tage spä­ter hielt ich das Ta­schen­buch in Hän­den – an­dere Per­so­nen er­hiel­ten es trotz spä­te­rer Be­stel­lung üb­ri­gens zeit­gleich mit mir, ich gehe da­von aus, dass die Erstein­rich­tung der PoD-Ma­schine wahr­schein­lich ein we­nig dau­ert, viel­leicht hatte das aber auch an­dere Gründe. Mög­lich ist auch, dass man viel­leicht ein­fach trotz Book On De­mand ein paar Ex­em­plare auf Halde druckt. Die Lie­fe­rung ist – wie bei Ama­zon üb­lich – selbst­ver­ständ­lich ver­sand­kos­ten­frei.

Das Buch an sich ist, wenn man es denn in den Hän­den hält, in Sa­chen Druck­qua­li­tät nicht von ei­nem Buch­han­dels­pro­dukt zu un­ter­schei­den – ab­ge­se­hen viel­leicht vom For­mat. Und die Sei­ten sind ver­gleichs­weise dünn, so dass die Rück­seite leicht durch­schim­mert, aber das ist Nör­geln auf ho­hem Ni­veau. Das matte aber den­noch glän­zende Co­ver sieht toll aus und das Druck­bild ist top. Das Ta­schen­buch wirkt durch sein Ge­wicht wer­tig, liegt prima in der Hand und ist so­mit auch hap­tisch eine helle Freude – eBook-Ab­leh­ner, die bei elek­tro­ni­schen Bü­chern die “man­gelnde Sinn­lich­keit” be­kla­gen, wer­den also nichts zu me­ckern ha­ben.

Die Ver­dienst­mög­lich­kei­ten sind um Län­gen hö­her als bei Mit­be­wer­bern wie ePu­bli und Co, nach­tei­lig ist mei­ner An­sicht nach, dass man Ex­em­plare für den ei­ge­nen Be­darf der­zeit aus­schließ­lich in den USA be­stel­len kann und das zu ei­ni­gen Por­to­kos­ten führt. Den­noch sind diese Au­to­ren­ex­em­plare so­gar in­klu­sive Porto um Län­gen bil­li­ger als al­les, was die hie­si­gen PoD-An­bie­ter an­sa­gen, selbst wenn zu den Kos­ten der ei­gent­li­chen Bü­cher und dem Porto noch Ein­fuhr­zoll und Ein­fuhr­um­satz­steuer kom­men soll­ten. Es be­steht so­gar die Mög­lich­keit, nur Pri­vat­auf­la­gen zu dru­cken und das Buch an sich gar nicht für den Shop frei­zu­ge­ben, wo­bei ich nicht weiß, ob Crea­teS­pace das gut fin­det – wahr­schein­lich ist das aber un­kri­tisch, denn sie bie­ten bei­spiels­weise auch den Be­zug von Hard­co­vern aus­schließ­lich für den pri­va­ten Be­darf an, die kön­nen also nicht über die vor­han­de­nen Be­zugs­quel­len be­stellt wer­den. Hard­co­ver kos­ten al­ler­dings eine Ein­rich­tungs­ge­bühr in Höhe von 99 Dol­lar.

Das ist al­les fast schon er­schre­ckend ein­fach – zu­min­dest wenn man halb­wegs weiß, was man in Sa­chen In­halts- und Co­ver­da­teien tut. Und: man muss da­für kei­nen mü­den Cent an Vor­kos­ten auf­wen­den.In Sa­chen Be­dien­bar­keit, Preis und Rah­men­be­din­gun­gen (der Au­tor be­hält alle Rechte am Ma­te­rial) ist der Pu­bli­ka­ti­ons­weg Print On De­mand über Crea­teS­pace und Ama­zon der­zeit mei­ner An­sicht nach un­schlag­bar. Wenn Ama­zon noch drauf­legt und den Ver­trieb über den hie­si­gen oder den eu­ro­päi­schen Buch­han­del für ebenso klei­nes Geld wie in den USA er­mög­licht, dann soll­ten sich die Ver­lage warm an­zie­hen, denn dann er­wächst ne­ben den Self­pu­blis­hern in Sa­chen eBooks eine wei­tere Kon­kur­renz – und die dürfte schwe­rer wie­gen, denn eBooks sind lei­der nach wie vor ein Ni­schen­markt – Ta­schen­bü­cher aber al­les an­dere.

Na klar: wie schon beim eBook-Self­pu­blis­hing wer­den wir auch hier mit un­lek­t­o­rier­ten, von or­tho­gra­fi­schen Feh­lern strot­zen­den Pu­bli­ka­tio­nen über­schüt­tet wer­den. Das stört aber nicht, denn es wer­den auch un­ter den selbst­ver­leg­ten Wer­ken nicht nur Un­säg­lich­kei­ten, son­dern auch Per­len zu fin­den sein. Die un­les­ba­ren Krü­cken wird man ins­be­son­dere dank Le­se­pro­ben und auch auf­grund nicht ge­fälsch­ter Be­spre­chun­gen und ga­ran­tiert an­hand der Emp­feh­lun­gen Drit­ter recht­zei­tig ent­de­cken und dann von ei­nem Kauf eben ein­fach ab­se­hen – zu­dem gilt das Rück­ga­be­recht bei Fern­ab­satz bei Ama­zon auch bei PoD-Pro­duk­ten, man kann ei­nen Fehl­kauf also auch ein­fach zu­rück­schi­cken.

Die rest­li­chen An­bie­ter sol­cher Dienste wer­den ihre Preis- und Li­zenz­ge­stal­tung al­ler­dings schnells­tens über­den­ken müs­sen.

Üb­ri­gens: Wer sich das End­pro­dukt DIE STEAM­PUNK-CHRO­NI­KEN – Band eins: ÆT­HER­GARN an­se­hen möchte, der darf es gern bei Ama­zon be­stel­len (und wenn es ge­fällt: wei­ter­sa­gen!)

Ach ja: wer sich mit der Er­stel­lung der Vor­la­gen für In­halt und Co­ver über­for­dert fühlt, der darf sich gern un­ver­bind­lich an mich wen­den, ich bin näm­lich auch in der Lage, das im Rah­men mei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit an­zu­bie­ten – bis­her für eBooks, jetzt auch für Print­bü­cher.


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Bild Ta­schen­buch von mir, abenso das Co­ver von AE­THER­GARN

 

Stefan Holzhauer

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit na­tür­li­cher Af­fi­ni­tät zu Pi­xeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zu­viel SF und Fan­tasy und schreibt seit 1999 on­line dar­über.


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