Spiel 2011 in Essen – zwischen Superlativen und Enttäuschungen

[spiel2011] Die Ver­anstal­ter der 2011 im 29. Jahr stat­tfind­en­den Messe »Spiel« in den Essen­er Messe­hallen sparten nicht mit voll­mundi­gen, wer­be­trächti­gen Aus­sagen. Noch nie zuvor habe es der­art viele Aussteller auf der Ver­anstal­tung gegeben und noch nie zuvor seien der­art viele Neu­vorstel­lun­gen zu sehen gewe­sen.

Die Pres­se­in­for­ma­tio­nen leg­en einen ein­deuti­gen Fokus darauf, dass es sich bei der Spiel um die welt­größte Messe für Gesellschaftsspiele han­delt – da scheint man Rol­len­spiele und LARP offen­bar als ungeliebtes Nis­chen­pro­dukt anzuse­hen, und diese Pro­duk­te sowie die Ver­lage und Fans als notwendi­ges Übel zu betra­cht­en, aber dazu an ander­er Stelle mehr.

810 Aussteller aus 34 Natio­nen tum­meln sich laut Aus­sagen des Ver­anstal­ters Fried­helm Merz-Ver­lag in den Messe­hallen, das ist eine Aus­lands­beteili­gung auf einem »Reko­rd­niveau« von 48 Prozent. Über 750 neue Pro­duk­te wur­den in diesem Jahr auf den inter­na­tionalen Spiele­ta­gen dem Pub­likum vorgestellt.

In diesem Artikel möchte einige Ein­drücke zur diesjähri­gen Spiel schlaglichtar­tig beleucht­en, in weit­eren Einzel­beiträ­gen gehe ich ggfs. noch auf spezielle Aspek­te ein.

Während der Pressekon­ferenz (die trotz der extra beton­ten hohen inter­na­tionalen Beteili­gung [auch bei den Jour­nal­is­ten] auss­chließlich in deutsch­er Sprache abge­hal­ten wurde – es gab für mich völ­lig unver­ständlich noch nicht ein­mal englis­che Presse­un­terk­a­gen für die zahlre­ichen aus­ländis­chen Vertreter) wies man expliz­it darauf hin, dass man aus Platz­grün­den eine weit­ere Halle hinzu genom­men habe, die in den let­zten jahren ver­schlossen blieb. Auch hier liefen zumin­d­est nach meinem Ein­druck PR-Getöse und Real­ität deut­lich auseinan­der: tat­säch­lich war nur ein ver­gle­ich­sweise klein­er Teil der Halle sieben freigegeben, dort fan­den sich eine hand­voll Anbi­eter, die man ob der Abgele­gen­heit des Ortes nur bedauern kon­nte, von ein­er voll­ständi­gen weit­eren Halle – wie sug­geriert – kon­nte aber nicht die Rede sein.

Ein Kartenspiel um antike Weltwunder: 7 WONDERS

Ein­er der zen­tralen Punk­te war auch in diesem Jahr selb­stver­ständlich wieder der Deutsche SpielePreis. Gewin­ner in der Kat­e­gorie »Bestes Fam­i­lien-, Gesellschafts und Erwach­se­nen­spiel« wurde 7 WONDERS von Repos Production/Asmodee:

»Klap­pen­text«:

Leit­en Sie die Regierungs­geschäfte ein­er der sieben großen Städte der antiken Welt.
Nutzen Sie die Ressourcen Ihrer Län­dereien, unterstu?tzen Sie den Fortschritt, bauen Sie Han­dels­beziehun­gen auf und sich­ern Sie lhre mil­itärische Vorherrschaft.
Hin­ter­lassen Sie Ihre Spur in der Geschichte der Zivil­i­sa­tio­nen, indem Sie ein architek­tonis­ches Wun­der­w­erk erricht­en, dessen Bedeu­tung weit in die Zukun­ft reichen wird.

7 WONDERS
Autor: Antoine Bauza
ein Strate­giespiel für 3 bis 7 Spiel­er
Alter: ab acht Jahren
Spiel­d­auer: ca. 30 Minuten

7 Won­ders Spiel­ma­te­r­i­al

Inhalt:

  • 7 Weltwun­der-Spielpläne
  • 7 Weltwun­der-Karten
  • 49 Karten »1. Zeital­ter«
  • 49 Karten »2. Zeital­ter«
  • 50 Karten »3. Zeital­ter«
  • 42 Kon­flikt-Mark­er
  • 20 Münzen mit dem Wert 3
  • 30 Münzen mit dem Wert 1
  • 1 Wer­tungs­block
  • 1 Regel­heft
  • 2 Karten für die Par­tie zu zweit

Repos Production/Asmodee
UVP: 34,99 Euro (Onlinepreis ab ca. 29 Euro)
(7 WONDERS bei Asmod­ee)

Lei­der war es mir nicht möglich, das Spiel zu testen, da jed­er Probev­er­such durch die stark belagerten Testver­sio­nen vere­it­elt wurde und ich nicht vorhat­te, mich stun­den­lang anzustellen (man kann seine Zeit sin­nvoller nutzen). Im Überblick erschien mir 7 WONDERS wie eine weit­ere Karten­spiel-Vari­ante im Stil von DOMINION oder RACE FOR THE GALAXY. Man zieht Karten, die sofort einge­set­zt wer­den und entwed­er Sieg­punk­te oder mil­itärische Stärke ein­brin­gen, während des Spiels muss man ständig ein Auge auf die Karten der Mit­spiel­er haben, um diese wenn nötig vom Gewin­nen abzuhal­ten. Das machte auf mich einen max­i­mal »ganz net­ten« Ein­druck, eine wirk­lich qual­i­fizierte Wer­tung kann ich allerd­ings auf­grund des fehlen­den Test­spiels nicht abgeben.

Hasbro: immer wieder MONOPOLY – bis zum Erbrechen

Am Has­bro-Stand kon­nte ich mich des Ein­drucks nicht erwehren, dass man nun auch noch die fün­f­tausend­ste über­flüs­sige Vari­ante von MONOPOLY an den Spiel­er brin­gen möchte. Ein paar Beispiele für Vari­anten und Ableger (nein, ich habe mir keine davon aus­gedacht): Clas­sic, City, World, Junior, Bank­ing, Rev­o­lu­tion, »Der ver­rück­te Gel­dau­tomat«, »U-Build« (bahn­brechen­des Prinzip: man legt sich das Spielfeld mit Hexfeldern selb­st), Mega, Dis­ney, Sponge­Bob, Wel­treise, Simp­sons, Deutsch­land, Wel­treise, »Lit­tlest Pet Shop« (!), Nos­tal­gie, Karten­spiel, Kom­pakt, Cars 2, München, Köln, Ham­burg, Öster­re­ich, Pixar Edi­tion, Sylt, Berlin, Retro, Frank­furt, 007, Ost­see, Star Wars, Clone Wars, Bay­ern, »Heute«, Deluxe, Sauer­land (!), Halle (Saale), Herr der Ringe, Garmisch-Partenkirchen, Sach­sen, Ost­fries­land »Mein erstes Monop­oly«, Oberp­falz, Düs­sel­dorf, Mün­ster, Duis­burg, Ulm, Star Wars – Episode 2, Nieder­bay­ern, Bre­men, Nürn­berg, Harz und ich habe jet­zt keinen Bock mehr, obwohl ich noch eine Zeit lang so weit­er machen kön­nte… Dage­gen nehmen sich die zahllosen Remakes und Reboots der Film- und Fernsehschaf­fend­en ger­adezu hochgr­a­dig kreativ und inno­v­a­tiv aus.

unfass­bar aber wahr: Monop­oly »Lit­tlest Pet Shop«

Ins­beson­dere angesichts des des­o­lat­en Zus­tands der Weltwirtschaft und der Tat­sache, dass das kap­i­tal­is­tis­che und Finanzsys­tem wahrschein­lich in sein­er derzeit­i­gen Form eher früher als später aus­ge­di­ent haben dürfte, fragt man sich, wer dieses ohne­hin ohne Haus­regeln grot­ten­lang­weilige Spiel über­haupt noch kaufen möchte? Es ste­ht zu ver­muten, dass eh in fast jedem Haushalt bere­its min­destens eine Vari­ante ste­ht und ob die Felder nun Straßen- oder Plan­eten­na­men haben ist als Alle­in­stel­lungsmerk­mal für den Erwerb noch ein­er Fas­sung nicht mal ansatzweise aus­re­ichend. Das Schlimme daran: irgend jemand muss den Kram tat­säch­lich kaufen..?

Mit Karten und Pöppeln in Ankh-Morpork

Bei KOSMOS gab es die deutsche Fas­sung von SCHEIBENWELT – ANKH-MORPORK. Auch hier war kein Spiel möglich, aber immer­hin ließ sich ein offen­sichtlich unmo­tiviert­er Erk­lär­bär dazu herab, das Pro­dukt zumin­d­est ansatzweise zu erläutern. Er begann die Ein­führung mit: »Spie­len kön­nen wir das hier aber nicht, ich kann nur erk­lären, wie es geht!« Warum das so war und warum man nicht zumin­d­est mal ein oder zwei Run­den hätte test­spie­len kön­nen, erschließt sich mir offen ges­tanden nicht.

»Klap­pen­text«

Lord Veti­nari ist tot, entwed­er das oder er ist im Urlaub. Während der Herrsch­er von Ankh-Mor­pork, der größten Stadt auf der fan­tastis­chen Scheiben­welt, nicht da ist, ver­sucht jed­er Spiel­er seine Inter­essen durchzuset­zen. Eine geheime Auf­gabenkarte gibt das Spielziel vor. Die drei Lords wollen eine bes­timmte Anzahl von Stadt­bezirken unter ihre Kon­trolle brin­gen. Veti­nari, der heim­lich zurück­gehrt ist, will seine Hand­langer auf möglichst viele Bezirke verteilen. Der Troll Chryso­pras ver­sucht, eine bes­timmte Menge Ankh-Mor­pork-Dol­lar zusam­men­zu­raf­fen. Der Drachenkönig der Wap­pen will möglichst viel Unruhe in der Stadt ver­bre­it­en. Und Haupt­mann Mumm gewin­nt ein­fach dann, wenn alle Karten durchge­spielt sind, ohne dass ein­er der anderen Spiel­er sein Ziel erre­icht hat.Mehr als 100 Charak­tere und Gebäude lassen die größte Stadt auf der Scheiben­welt lebendig wer­den.

SCHEIBENWELT – ANKH-MORPORK
Autor: Mar­tin Wal­lace
zwei bis vier Spiel­er
Alter: ab zehn Jahren (laut Warn­hin­weis für Kinder unter 36 Monat­en nicht geeignet, ich ver­mute wegen der ver­schluck­baren Pöp­pel)
Spiel­d­auer: länger als 60 Minuten

  • 1 Spielplan
  • 132 Spielka­rten
  • 1 12-seit­iger Wür­fel
  • 91 Holz­fig­uren
  • 50 Münz­plättchen
  • 4 Über­sichts­blät­ter
  • 1 Spiel­regel

KOSMOS
UVP: 34,99 Euro (Onlinepreis ab ca. 28 Euro)
(ich hätte gern auf die Pro­duk­t­seite bei Kos­mos ver­linkt, die tech­nisch arg ros­tige Web­seite lässt allerd­ings keine Direk­tlinks auf Einze­lar­tikel zu)

Spiel­brett ANKH-MORPORK

Laut (äußerst knap­per) Erläuterung sah dieses Spiel sehr vielver­sprechend aus, ein Rezen­sion­sex­em­plar habe ich bere­its bei Kos­mos geordert. Man spielt ver­schiedene Charak­tere, alle­samt Bewohn­er der Stadt Ankh-Mor­pork, bekan­nt aus Ter­ry Pratch­etts SCHEIBEN­WELT-Roma­nen, darunter beispiel­sweise Lord Veti­nari oder Mumm, den Chef der Stadtwache.
Jed­er Charak­ter und damit jed­er Spiel­er hat eine andere Auf­gabe, beispiel­sweise möglichst viele Stad­vier­tel zu kon­trol­lieren, soviel Geld wie nur irgend geht zu schef­feln oder ein­fach am läng­sten durchzuhal­ten. Die Charak­terkarten sind verdeckt, so dass man erst ein­mal nicht weiß, welch­er Spiel­er welche Auf­gabe hat. Der weit­ere Spielver­lauf ergibt sich haupt­säch­lich durch das Ziehen von Ereigniskarten, mit deren Hil­fe man ver­sucht, die Mit­spiel­er daran zu hin­dern, ihr Ziel zu erre­ichen, hierzu ist es natür­lich hil­fre­ich, wenn man dieses Ziel durch die Spiel­weise errat­en kann. Mir kam die Kri­tik zu Ohren, dass das Spiel aufd­grund des großen Ein­flusses der zufäl­lig gezo­ge­nen Karten stark vom Zufall geprägt wird, allerd­ings sehe ich das nicht wirk­lich als Nachteil an, denn auch »Bier- und Brezel«-Spiele kön­nen unter­halt­sam sein.
Bei ANKH-MORPORK han­delt es sich um eine »Jeder-gegen-Jeden«-Hasskappen-Spiel, das mit Sicher­heit in der richti­gen Runde für eini­gen Spaß sor­gen wird. Die Spiel­ma­te­ri­alien wie Spielplan und ins­beson­dere die Karten mit zahllosen bekan­nten Charak­teren aus Pratch­etts Roma­nen waren auf jeden Fall sehr liebevoll gestal­tet und nach meinem Ein­druck auch nah an der deutschen Über­set­zung der Romane gehal­ten (was bei Lizen­zaus­gaben nicht die unbe­d­ingt immer so ist). Auf jeden Fall einen Blick wert – Fans von Orig­i­nalaus­gaben kon­nten in ein­er anderen Halle übri­gens auch die englis­che Fas­sung erste­hen.

http://www.youtube.com/watch?v=q9FN4TK0mno

Druck Dir Deine Pöppel einfach aus!

3D-Druck­er »PRo­tos«

Abseits des Spiele­main­streams gab es inter­es­sante Kleinigkeit­en zu ent­deck­en. Am Stand der »Ger­man RepRap Foun­da­tion« (wer denkt sich einen solch sper­ri­gen Namen aus?) gab es 3D-Druck­er zu sehen, die ähn­lich dem Maker­Bot mit Strän­gen von Kun­st­stoff arbeit­eten. Diese end­los-Kun­staoff-Bän­der wer­den in das Gerät geführt, dort ähn­lich wie in ein­er Heißk­le­bepis­tole erhitzt und dann com­put­erges­teuert ein 3D-Objekt »gedruckt«.

Der dort vorgestellte 3D-Druck­er PRo­tos wirkt deut­lich frag­iler als ein Maker­Bot und auch die aus­ge­druck­ten Plas­tik­teile aus einem eher weichen Mate­r­i­al wiesen deut­liche Schicht­marken auf, was sie für viele Anwen­dun­gen nicht nutzbar erscheinen lässt. Man sollte allerd­ings nicht vergessen, dass der 3D-Druck sich noch in den Kinder­schuhen befind­et und man über jeden weit­eren Anbi­eter in diesem Markt dankbar sein muss. Per­sön­lich halte ich das »Home-Fab­bing«, also dfas Her­stellen von Gegen­stän­den zu Hause für ein höchst inter­es­santes The­ma.
Man stelle sich beispiel­sweise vor, dass man sich nicht mehr erhältliche Ersatzteile ein­fach aus­druckt. Oder Gegen­stände des täglichen Lebens elb­st designt und vielle­icht auch verkauft. Die Indus­trie dürfte allerd­ings mein­er

3D-Druck­er »PRo­tos«, Detail

Ansicht nach hier­von völ­lig unvor­bere­it­et getrof­fen wer­den und ich erahne bere­its die ersten Abmah­nun­gen auf­grund ange­blich­er »Raubkopi­en«, dies­mal nicht von Dateien, son­dern von real existieren­den Objek­ten.
Auch im Spiele­bere­ich ist Rapid Pro­to­typ­ing selb­stver­ständlich ein sehr inter­es­santes The­ma, denn mit Hil­fe solch­er 3D-Druck­er mann man sich ohne allzu großen Ein­satz von Zeit »mal eben« Pro­to-Pöp­pel und andere Spiel­ma­te­ri­alien »aus­druck­en«. Auch für Spieleau­toren und sog­ar für mit­tel­große oder große Her­steller dürften die 3D-Druck­er somit von einigem Inter­esse sein.

Für Pri­vat­per­so­n­en ist der Spaß allerd­ings ähn­lich wie beim Maker­bot nicht ganz preiswert: der GRRF PRo­tos kostet derzeit ca. 800 Euro (und kann wie gesagt bei den Objek­ten noch nicht ganz überzeu­gen, das ist allerd­ings zugegeben­er­maßen auch vom ver­wen­de­ten Kun­st­stoff abhängig – ein Maker­Bot als Bausatz kostet im Ver­gle­ich allerd­ings derzeit 1300 Dol­lar), 2.2 Kilo Kun­st­stoff auf Spule gibt’s ab ca. 50 Euro (ABS) bzw. 67 Euro (PLA).

»Home Fab­bing« ist auf jeden Fall ein The­ma, das man im Auge behal­ten muss, hier auf Phan­taNews natür­lich auch wegen der Möglichkeit­en im Spiele­bere­ich oder zur Her­stel­lung von Props für die Gewan­dung beim LARP oder Cos­Play. Und weil es derzeit zu meinen Lieblings­the­men gehört! :o)

MindWave von NeuroSky – beweg den Fisch!

In den ein­schlägi­gen Medi­en macht es immer wieder die Runde: Steuerung von Com­put­er­spie­len mit­tels eines Head­sets, das Gehirn­wellen (und andere Ein­flüsse) in Spiel­s­teuerun­gen umset­zt.
Das auf der Messe vom Anbi­eter »home of atten­tion« präsen­tierte Mind­Wave des Her­stellers Neu­roSky zielt allerd­ings primär in eine andere Rich­tung: es geht um Biofeed­back und Konzen­tra­tionsübun­gen. Den­noch wer­den etliche davon als Spielepräsen­tiert, was allerd­ings auch nicht ver­wun­dert, denn durch eine ansprechende und untech­nis­che Visu­al­isierung wird die Arbeit mit dem Gerät deut­lich angenehmer, als würde man nur auf dröge Zahlen reagieren.

Das Head­set Mind­wave nimmt im Prinzip ein EEG ab und kann Alpha-, Beta-, Delta- und Theta-Wellen messen (und anzeigen). Das ist zwar deut­lich ent­fer­nt von dem, was der Arzt ver­wen­det (kostet allerd­ings auch nur einen Bruchteil medi­zinis­chen Geräts), aber den­noch tat­säch­lich funk­tions­fähig und ein­set­zbar (zumin­d­est kam mir bei einem per­sön­lichen Test nichts getürkt vor).

Was es mit dem Fisch aus dem Titel auf sich hat? Eines der Pro­gramme, die die vom Head­set geliefer­ten Dat­en auswerten, präsen­tierte drei Fis­che, die hor­i­zon­tal schwammen, je nach­dem, welche der drei Wellenarten ger­ade am aktivsten waren. Ziel war es in diesem Fall, nur den grü­nen Wasser­be­wohn­er schwim­men zu lassen, um einen Zus­tand all­ge­mein­er Aufmerk­samkeit und Auf­nah­me­fähigkeit zu erre­ichen. Nach ein wenig Herumpro­bieren gelang mir das auch recht gut.

Nach Aus­sagen der Auskun­ft geben­den Dame am Stand wurde mit dem Sys­tem mit ein­er Olympia­mannschaft von Bogen­schützen trainiert (»eigentlich nur aus Spaß«) und ange­blich führte das Trainig mit dem Mind­Wave und zuge­höriger Soft­ware zu ein­er 20-prozenti­gen Leis­tungssteigerung durch Erhöhen der Konzen­tra­tions­fähigkeit. Da ich nur einen sehr kurzen Test durchge­führt habe, kann ich natür­lich über­haupt nichts Konkretes dazu sagen, aber abwegig erscheint mir das nicht.

Der Anbi­eter von Soft­ware für das Gerät, »home of atten­tion«, stellt unter anderem einen kosten­losen Devel­op­er-Kit bere­it, man unter­stützt zudem die Entwick­lung von Pro­gram­men für das Gerät und freut sich darüber, wenn Dritte etwas beis­teuern. Ich finde auch das hoch inter­es­sant, lei­der sind die Preise zum « ein­fach mal Herum­spie­len« noch jen­seits von Gut und Böse: In Deutsch­land liegt der Preis des Mind­Wave bei ca. 120 Euro. Zum Entwick­eln im Devel­op­erK­it gab es nur das unge­fähr dop­pelt so teure und ungle­ich klo­bigere Vorgänger­mod­ell. Auch die Entwick­lung dieser Tech­nolo­gie werde ich im Auge behal­ten.

Nicht gut: oftmals keinerlei Infomaterial

Wirkt mundgek­löp­pelt: Infotafel zum DSP

Bei vie­len kleineren – auch inter­na­tionalen – Her­stellern fand man dur­chaus inter­es­sant ausse­hende Spiele und Spielkonzepte und kon­nte diese vor Ort auch testen. Lei­der fehlt dafür oft die Zeit und zudem möchte ich in der Nach­bere­itung auf Infor­ma­tio­nen zurück­greifen kön­nen. Als äußerst neg­a­tiv emp­fand ich es in diesem Zusam­men­hang, dass etliche dieser Anbi­eter nicht in der Lage sind, mir sim­pel­stes Infor­ma­tion­s­ma­te­r­i­al zur Ver­fü­gung zu stellen.
Mein­er Ansicht nach soll­ten Infofly­er vorhan­den sein, alter­na­tiv würde ich mich als Betreiber eines Onlinemedi­ums aber auch mit ein­er Vis­itenkarte zufrieden geben, die mich auf die Web­seite des Anbi­eters führt. In viel zu vie­len Fällen, ern­tete ich bei solchen Fra­gen allerd­ings nur Schul­terzuck­en – man fragt sich, ob das Mar­ket­ing sein soll? Keine Infor­ma­tion­s­ma­te­ri­alien und in etlichen Fällen offen­bar noch nicht ein­mal eine sim­ple Web­seite mit weit­er­führen­den Infor­ma­tio­nen? Nicht pro­fes­sionell und dem Absatz des Pro­duk­tes sicher­lich nicht förder­lich.

Und sonst?

So weit mein erster Überblick zur Spiel 2011. Ich werde mich dem Bere­ich »Rol­len­spiel« in einem weit­eren Artikel wid­men, denn was man in Halle sechs erleben musste, kann nur als »trau­rig« und ent­täuschend beze­ich­net wer­den und macht eine spezielle Betra­ch­tung notwendig. Dort kon­nte von einem Aussteller­reko­rd nicht die Rede sein, ganz im Gegen­teil…

 

Bild­nach­weis:

Men­schen in Halle 8: von mir (CC BY-NC-SA)
Box 7 WONDERS Copy­right Repos Productions/Asmodee
Spiel­ma­te­r­i­al 7 WONDERS Copy­right Repos Pro­duc­tions
Box MONOPOLY LITTLEST PET SHOP EDITION Copy­right Has­bro
Box SCHEIBENWELT – ANKH-MORPORK Copy­right Kos­mos
Spielplan ANKH-MORPORK Copy­right Kos­mos, Bild von mir
3D-Druck­er PRo­tos, bei­de Bilder von mir (CC BY-NC-SA)
Presse­fo­to Neu­roSky Mind­Wave Copy­right Neu­roSky
Screen­shot Soft­ware zu Mind­Wave Copy­right Neu­roSky & home of atten­tion
Bild »Infotafel zum DSP« von mir, CC BY-NC-SA

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

4 Kommentare for “Spiel 2011 in Essen – zwischen Superlativen und Enttäuschungen”

lecontre

sagt:

Inter­es­sant und gut geschrieben!
Aber was soll das (!) hin­ter Sauer­land? Willst du damit etwa andeuten, das Sauer­land ver­di­ene keine eigene Monop­oly Edi­tion? Weil es vielle­icht zu KLEIN ist? Oder zu HINTERWÄLDLERISCH?? Na???

Stefan Holzhauer

sagt:

… ich über­lasse die Inter­pre­ta­tion dem Leser … :o)

Joh.Lummel

sagt:

Das The­ma »RepRap« ver­folge ich auch schon seit über einem Jahr, speziell auch unter diesem Gesicht­spunkt Spielfig­uren und Mate­r­i­al – zB. auch für Pen&Paper (oder EWS :-)) selb­st erstellen zu kön­nen. Lei­der hat auch mich der noch rel­a­tiv hohe Anschaf­fung­spreis (selb­st unter dem Aspekt des Selb­st­bau) abgeschreckt.
Vielle­icht find­et (s)ich ja eine Käufer­ge­mein­schaft, dass sich die Kosten etwas reduzieren… ein Pro­jekt für 2012.

Stefan Holzhauer

sagt:

Alter­na­tiv kann man sich bis dahin vielle­icht auch mal anse­hen, was i.Materialize oder Shape­ways anbi­eten. Wobei die laut Heise ger­ade die Preise für kleine Einzel­stücke erhöht haben… :(

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