Science Fiction ist am Ende! Eine Auswahl an Neuerscheinungen 2012 – Teil eins

Gestern erschien auf Tele­po­lis ein Artikel unter dem Titel SCIENCE FICTION AM ENDE? von Michael Sza­meit, in dem er sich – nur leicht vere­in­facht aus­ge­drückt – darüber aus­lässt, dass so ziem­lich alles, was heute im Bere­ich SF auf den Markt kommt doch let­z­tendlich nur US-Mil­i­tary-Mist ist und der aktuellen Sci­ence Fic­tion die Visio­nen fehlen. Bere­its gestern bemän­gelte ich an ander­er Stelle, dass der Rant lei­der wed­er inhaltlich begrün­det daher kommt, noch son­der­lich fach­lichen Hin­ter­grund aufweisen kann. Denn: der Autor ken­nt offen­sichtlich zahllose Veröf­fentlichun­gen der let­zten Jahre in gedruck­ter und gedrehter Form nicht, son­st würde er nicht zu seinem Faz­it kom­men – er kön­nte es gar nicht. Nach nochma­ligem Lesen erscheint es mir auch deut­lich so, als solle hier um des Meck­erns Willen gemeck­ert wer­den und mir fall­en spon­tan zwei Sätze zum Artikel ein: »früher war alles bess­er!« und »ich habe eine Mei­n­ung, komm´ mir nicht mit Fak­ten!«.

Nach­fol­gend nur mal eine Auswahl – völ­lig sub­jek­tiv und ohne jeglichen Anspruch auf Voll­ständigkeit – von SF-Büch­ern, die in diesem Jahr in Großbri­tan­nien und den Vere­inigten Staat­en erscheinen wer­den.

Wenn Sza­meit dabei seine »neuen Ideen« und »Gedanken­ex­per­i­mente« nicht find­et, ist ihm möglicher­weise nicht mehr zu helfen … ;o)

Ich liste hier die Beschrei­bungs- bzw. Klap­pen­texte (soweit vorhan­den) und über­set­ze sie .

Bere­its im Jan­u­ar erschien als erster Band der LUNAR CHRONICLES Maris­sa Mey­ers CINDER:

A for­bid­den romance. A dead­ly plague. Earth’s fate hinges on one girl … CINDER, a gift­ed mechan­ic in New Bei­jing, is also a cyborg. She’s reviled by her step­moth­er and blamed for her stepsister’s sud­den ill­ness. But when her life becomes entwined with the hand­some Prince Kai’s, she finds her­self at the cen­tre of a vio­lent strug­gle between the desires of an evil queen – and a dan­ger­ous temp­ta­tion. Cin­der is caught between duty and free­dom, loy­al­ty and betray­al. Now she must uncov­er secrets about her mys­te­ri­ous past in order to pro­tect Earth’s future. This is not the fairy­tale you remem­ber. But it’s one you won’t for­get.

Eine ver­botene Romanze. Eine tödliche Epi­demie. Das Schick­sal der Erde hängt an einem Mäd­chen … CINDER ist eine tal­en­tierte Mechanikerin in New Bei­jing – und ein Cyborg. Ihre Stief­mut­ter schmäht sie und gibt ihr die Ver­ant­wor­tung für die plöt­zliche Krankheit ihrer Stief­schwest­er. Doch als ihr Leben mit dem von Prinz Kai ver­bun­den wird, find­et sie sich im Zen­trum eines gewalt­täti­gen Machtkampfes zwis­chen dem Willen ein­er bösen Köni­gin – un ein­er gefährlichen Ver­suchung. Cin­der wird gefan­gen zwis­chen Pflicht und Frei­heit, Loy­al­ität und Betrug. Sie muss nun die Geheimnisse ihrer im Dunkeln liegen­den Ver­gan­gen­heit entschlüs­seln, um die Zukun­ft der Erde zu schützen. Das hier ist nicht das Märchen, an das Du Dich erin­nerst. Aber es ist eins, das Du nicht vergessen wirst.

Anmerkung: Cin­derel­la als Cyborg in ein­er SF-Geschichte? Wie geil ist das denn?

Feb­ru­ar:

Wal­ter John Williams: THE FOURTH WALL

Um THE FOURTH WALL zu betra­cht­en soll­ten wir zuerst einen Blick auf den ersten Band DEEP STATE (Jan­u­ar 2011) wer­fen:

Dag­mar Shaw is one of the world’s hottest design­ers of alter­nate real­i­ty games. She is the Pup­pet­mas­ter and thou­sands of gamers are danc­ing on her strings. But when the cam­paign she is run­ning in Turkey comes into con­flict with the new, bru­tal régime, she realis­es that games can have very real con­se­quences. When an old friend approach­es Dag­mar with a project so insane, so ambi­tious, she can’t pos­si­bly say no, she is plunged into a world of spies and sol­diers. A nation hangs in the bal­ance and in a world of intrigue and betray­al, the mas­ter play­er must face the pos­si­bil­i­ty that she has, her­self, been played. Dag­mar is the Pup­pet­mas­ter, but when the bul­lets are real and her ›pup­pets‹ start dying, is any cause worth it?

Dag­mar Shaw ist eine der heißesten Design­er von Alter­nate Real­i­ty Games der Welt. Sie ist der Pup­pen­spiel­er und tausende von Gamern hän­gen an ihren Fäden. Doch als sie eine Kam­pagne in der Türkei sie in einen Kon­flikt mit dem bru­tal­en neuen Régime bringt, muss sie erken­nen, dass Spiele sehr reale Kon­se­quen­zen haben kön­nen. Als ein alter Fre­und sie mit einem der­art ver­rück­ten und ambi­tion­ierten Pro­jekt an sie her­an tritt, dass sie nicht nein sagen kann, wird sie in eine Welt voller Spi­one und Sol­dat­en gewor­fen. Eine Nation ste­ht vor dem Abgrund und die Pup­pen­spielerin muss erken­nen, dass man mit ihr gespielt hat. Dag­mar ist die Pup­pen­spielerin, aber wenn die Kugeln echt sind und ihre »Pup­pen« zu ster­ben begin­nen – kann irgen­dein Grund das wert sein?

Der Nach­fol­ge­band ist THE FOURTH WALL

Dag­mar Shaw got out of the game …and into the movies. Sean is a washed-up child actor reduced to the low­est dregs of real­i­ty tele­vi­sion to keep him­self afloat. His life was a down­ward spi­ral of alco­holism, regret, and fail­ure – until he met Dag­mar. But Sean has secrets, dark even for the Hol­ly­wood tread­mill of abuse, addic­tion, and rehab. And Dag­mar is a cipher. There are dark rumors about her past – peo­ple tend to die around her. Now, she wants Sean for some­thing. A movie, she says, but with her his­to­ry, who knows what her real game is?

Dag­mar Shaw ist aus dem Spiel raus … und macht jet­zt Filme. Sean ist ein herun­tergekommen­er Kinder­star, reduziert auf die tief­sten Abgründe des Real­i­ty-Fernse­hens, um sich am Leben zu erhal­ten. Sein Leben war eine Abwärtsspi­rale aus Alko­holis­mus, Bereuen und Ver­sagen – bis er Dag­mar trifft. Aber Sean hat Geheimnisse, die sog­ar für Hol­ly­woods Tret­müh­le aus Miss­brauch, Abhängigkeit und Entziehung äußerst düster sind. Und Dag­mar ist der Schlüs­sel. Es gibt dun­kle Gerüchte über ihre Ver­gan­gen­heit, Per­so­n­en um sie herum tendieren dazu, zu ster­ben. Jet­zt will sie Sean für irgen­det­was. Sie sagt: einen Film, aber bei ihrer Ver­gan­gen­heit, wer weiß was ihr wahres Spiel ist?

Anmerkung: Im ersten Band wer­den MMOs weit­er gedacht – ein brand­heißes The­ma, allerd­ings vielle­icht eher nicht für Nicht­spiel­er (oder Pop­kul­tur-Ablehn­er wie den Autor des Tele­po­lis-Artikels). Beim zweit­en bin ich mir anhand des Klap­pen­textes nicht ganz sich­er, wie er zum ersten passt und wo die SF ist, aber, hey, wir reden hier über Wal­ter Jon Williams!

April:

THE NIGHT SESSIONS, Ken MacLeod

Ursprünglich erschienen 2009 in Großbri­tan­nien wird im April Ken MacLeods Near-Future-Thriller THE NIGHT SESSIONS in den USA neu aufgelegt:

A priest is dead. Pick­ing through the rub­ble of the demol­ished Edin­burgh ten­e­ment, Detec­tive Inspec­tor Adam Fer­gu­son dis­cov­ers that the explo­sion wasn’t an acci­dent. When a bish­op is assas­si­nat­ed soon after­wards, it becomes clear that a tar­get­ed cam­paign of killings is under­way. No one has seen any­thing like this since the Faith Wars. In this enlight­ened age there’s no reli­gious per­se­cu­tion, but believ­ers are a mar­gin­al and mis­trust­ed minor­i­ty. And now some­one is killing them. But who? And – per­haps more impor­tant­ly – why? The more his team learns, the more the sus­pi­cion grows that they may have stum­bled upon a con­spir­a­cy way out­side their remit. Nobody believes them, but if Fer­gu­son and his peo­ple fail, there will be many more killings – and dis­as­ter on a lit­er­al­ly bib­li­cal scale …

Ein Priester ist tot. Als er die Trüm­mer eines zer­störten Edin­burgher Wohn­haus­es durch­sucht, ent­deckt Inspek­tor Adam Fer­gu­son, dass die Explo­sion kein Unfall war. Als man kurz darauf einen Bischof ermordet auffind­et, wird klar dass eine gezielte Tötungskam­pagne vor­liegt.  Seit den Glauben­skriegen hat nie­mand mehr so etwas gese­hen. In diesem erleuchteten Zeital­ter gibt es keine religiöse Ver­fol­gung mehr, aber Gläu­bige sind eine Min­der­heit, der man mis­straut. Und nun tötet sie jemand. Aber wer? Und – wahrschein­lich viel wichtiger – warum? Je mehr sein Team her­aus find­et, desto mehr wächst die Ver­mu­tung, dass man über etwas gestolpert ist, das ein paar Num­mern zu groß ist. Nie­mand will ihnen glauben, aber soll­ten Fer­gu­son und seine Leute scheit­ern, dann wird es viele weit­ere Morde geben – und eine Katas­tro­phe wortwörtlich bib­lis­chen Aus­maßes …

Anmerkung: Wir fassen zusam­men – in ein­er nahem Zukun­ft ist nach einem Glauben­skrieg Reli­gion etwas Ver­achtetes. Wenn das kein gewagter Gedanken­gang ist, Herr Sza­meit, dann weiß ich es auch nicht mehr …

Mai:

RAILSEA, Chi­na Miéville

Bei dem Out­put von Miéville muss man sich fast schon fra­gen, ob er inzwis­chen Ghost­writer hat… :o) Und man muss sich ins­beson­dere eines Aus­nah­metal­ents wie diesem fra­gen, ob Herr Sza­meit die SF der let­zten Jahre über­haupt ansatzweise wahrgenom­men hat? RAILSEA ist ein »All Age«-Roman – früher nan­nte man das ein Buch für Her­anwach­sende – aber wie wir den Autor ken­nen, dürften auch Erwach­sene ihre Freude daran haben. Miéville inter­pretiert Melvilles MOBY DICK mit einem Hauch SCHATZINSEL auf ein ganz neues Meer: Das SCHIENENMEER.

On board the mole­train Medes, Sham Yes ap Soorap watch­es in awe as he wit­ness­es his first moldy­warpe hunt: the giant mole burst­ing from the earth, the har­poon­ists tar­get­ing their prey, the bat­tle result­ing in one’s death and the other’s glo­ry. But no mat­ter how spec­tac­u­lar it is, Sham can’t shake the sense that there is more to life than trav­el­ing the end­less rails of the railsea—even if his cap­tain can think only of the hunt for the ivory-col­ored mole she’s been chas­ing since it took her arm all those years ago. When they come across a wrecked train, at first it’s a wel­come dis­trac­tion. But what Sham finds in the derelict—a kind of trea­sure map indi­cat­ing a myth­i­cal place untouched by iron rails—leads to con­sid­er­ably more than he’d bar­gained for. Soon he’s hunt­ed on all sides, by pirates, trains­folk, mon­sters, and sal­vage-scrab­blers. And it might not be just Sham’s life that’s about to change. It could be the whole of the railsea.

An Bord des Maulwurf­szuges Medes ver­fol­gt Sham Yes ap Soorap voller Ehrfurcht seine erste Jagd auf einen Moldy­warpe: einen der gigan­tis­chen Maulwürfe die aus der Erde brechen, die Harpunis­ten wie sie auf ihre Beute zie­len, der fol­gende Kampf, der im Tod des Einen und im Ruhm eines anderen resul­tiert. Aber egal wie spek­takulär das Ganze ist, Sham kann sich des Gedankens nicht erwehren, dass es mehr geben muss, als nur die end­losen Schienen der Schienensee zu bereisen – auch wenn sein Kapitänin an nichts anderes denken kann, als an die Jadg auf den elfen­be­in­far­be­nen Maulwurf, der ihr vor all diesen Jahren den Arm nahm. Als sie einen wrack­en Zug ent­deck­en ist das zuerst eine willkommene Abwech­slung. Doch was Sham in dem Wrack find­et – eine Art Schatzkarte die auf einen mys­tis­chen Ort unberührt von eis­er­nen Schienen hin­weist – führt zu mehr Prob­le­men als er sich vorgestellt hat­te. Bald wird er von allen Seit­en gejagd: von Pirat­en, Zug­be­wohn­ern, Mon­stren und Bergungswüh­lern. Und möglicher­weise wird sich nicht nur Shams Leben ändern, son­dern das der gesamten Schienensee.

Anmerkung: Wie geil ist das denn? Hal­lo Herr Sza­meit: als Wel­tentwurf kreativ genug?

THE DROWNED CITIES von Pao­lo Baci­galupi

In THE DROWNED CITIES kehrt der Autor auf die Welt aus dem mehrfach aus­geze­ich­neten Roman SHIP BREAKER zurück:

Pao­lo Baci­galupi cap­tures a dark future Amer­i­ca that has devolved into unend­ing civ­il wars, dri­ven by dem­a­gogues who recruit chil­dren to become soul­less killing machines. Two refugees of these wars, Mahlia and Mouse, are known as »war mag­gots«: sur­vivors who have bare­ly man­aged to escape the unspeak­able vio­lence plagu­ing the war-torn lands of the Drowned Cities. But their frag­ile safe­ty is threat­ened when they dis­cov­er a wound­ed half-man–a bio­engi­neered war beast named Tool, who is hunt­ed by a venge­ful band of sol­diers. When tragedy strikes, Mahlia is faced with an impos­si­ble deci­sion: risk every­thing to save the boy who once saved her, or flee to her own safe­ty.

Pao­lo Baci­galupi beschreibt ein düsteres zukün­ftiges Ameri­ka das sich in eine schein­bar unendliche Folge von Bürg­erkriegen zurück entwick­elt hat, geführt von Dem­a­gogen, die Kinder rekru­tieren, um sie zu see­len­losen Tötungs­maschi­nen zu machen. Zwei Flüchtlinge dieses Kriegs, Mahlia und Mouse, gehören zu den »Kriegs­maden«: Über­lebende, die es ger­ade eben geschafft haben, der unaussprech­lichen Gewalt in den vopm Krieg zer­ris­se­nen Län­dern der »Ver­sunke­nen Städte« zu entkom­men. Doch ihre zer­brech­liche Sicher­heit gerät in Gefahr, als sie einen ver­wun­de­ten Halb­men­schen find­en – ein durch Bioin­ge­nieure erschaf­fenes Kriegswe­sen namens Tool, das von ein­er rach­süchti­gen Bande Sol­dat­en ver­fol­gt wird. Als es zu ein­er Tragödie kommt, sieht Mahlia sich vor eine schwere Entschei­dung gestellt: soll sie alles riskieren, um um den Jun­gen zu ret­ten, der einst sie ret­tete oder soll sie fliehen und sich selb­st in Sicher­heit brin­gen.

Anmerkung: die dystopis­chen Wel­ten des Pao­lo Baci­galupi soll­ten auch dem kri­tis­cheren SF-Fre­und ansprechende Leses­tun­den bescheren.

2312 von Kim Stan­ley Robin­son

The year is 2312. Sci­en­tif­ic and tech­no­log­i­cal advances have opened gate­ways to an extra­or­di­nary future. Earth is no longer humanity’s only home; new habi­tats have been cre­at­ed through­out the solar sys­tem on moons, plan­ets, and in between. But in this year, 2312, a sequence of events will force human­i­ty to con­front its past, its present, and its future.

The first event takes place on Mer­cury, on the city of Ter­mi­na­tor, itself a mir­a­cle of engi­neer­ing on an unprece­dent­ed scale. It is an unex­pect­ed death, but one that might have been fore­seen. For Swan Er Hong, it is an event that will change her life. Swan was once a woman who designed worlds. Now she will be led into a plot to destroy them.

Wir schreiben das Jahr 2312. Wis­senschaftlich­er und tech­nol­o­gis­ch­er Fortschritt haben eine außergewöhn­liche Zukun­ft ermöglicht. Die Erde ist nicht mehr die einzige Heimat der Men­schheit; durch das gesamte Son­nen­sys­tem wur­den neue Habi­tate auf Mon­den, Plan­eten und an Orten dazwis­chen erschaf­fen. Doch im Jahr 2312 wird die Men­schheit durch eine Abfolge von Geschehnis­sen gezwun­gen, sich mit ihrer Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukun­ft auseinan­der zu set­zen.

Das erste Ereig­nis geschieht auf dem Merkur: in der Stadt Ter­mi­na­tor, selb­st ein uner­messlich­es Wun­der­w­erk der Inge­nieurskun­st. Es kommt zu einem uner­warteten Tod, den man jedoch hätte vorausse­hen müssen. Für Swan Er Hong ist es ein Ereig­nis, das ihr Leben verän­dern wird. Swan war ein­mal eine Frau, die Wel­ten erschuf. Jet­zt wird sie in Geschenisse ver­wick­elt, die dazu führen, dass sie Wel­ten zer­stören wird.

Anmerkung: Kim Stan­ley Robin­son, ein­er der­jeni­gen Autoren, die die wohl durch­dacht­esten zukün­fti­gen Wel­ten erson­nen haben, ist zurück. Es würde mich doch sehr wun­dern, wenn wir es hier mit Sza­meits tum­ber Action zu tun hät­ten.

So weit an dieser Stelle erst ein­mal, geschätzte Leser. In Kürze werde ich im zweit­en Teil des Artikels weit­ere SF-Neuer­schei­n­un­gen 2012 vorstellen. Diese dann möglicher­weise etwas kürz­er, denn je weit­er man im Jahr fortschre­it­et, desto spär­lich­er wer­den die Infor­ma­tio­nen zu den neuen Büch­ern. Wie bere­its im Intro erwäh­nt: Es han­delt sich hier­bei um einen mikroskopis­chen Auss­chnitt aus dem englis­chsprachi­gen Markt. Wenn Herr Sza­meit auch nur ober­fläch­lich sucht, wird er zahllose weit­ere ungewöhn­liche, lesenswerte und visionäre SF-Romane find­en. Man muss allerd­ings mit den Suchen zumin­d­est ein­mal anfan­gen.

Bild­nach­weise: Cov­er CINDER Copy­right Puf­fin, Cov­er DEEP STATE Copy­right Orbit, Cov­er THE FOURTH WALL Copy­right Orbit, THE NIGHT SESSIONS Copy­right Prometheus Books, Cov­er RAILSEA Copy­right Del­Rey, Cov­er THE DROWNED CITIES Copy­right Bril­liance Cor­po­ra­tion, Cov­er 2312 Copy­right Orbit

Grafik »SF am Ende« von mir

Keinen ver­wandten Inhalt gefun­den.

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

10 Kommentare for “Science Fiction ist am Ende! Eine Auswahl an Neuerscheinungen 2012 – Teil eins”

sagt:

Aus­nah­men bestäti­gen natür­lich die Regel. Es gibt schon einen all­ge­meinen Trend hin zum Trash und weg vom Geist, der ger­ade in einem »brainy« Genre wie Sci­Fi weh tut. Ich finde aber, es gibt dur­chaus Perlen: John Var­leys Büch­er, die von Robert Charles Wil­son, Mievielle (wie erwäh­nt) und Jasper Fforde (wobei der eher Weird als Sci­Fi ist).

Stefan Holzhauer

sagt:

Ich wider­spreche dem: es gibt keinen Trend zum »Trash«, es wurde und wird immer »Trash« veröf­fentlicht. Der Vor­wurf es werde immer mehr Trash veröf­fentlicht kommt seit Jahrzehn­ten immer und immer wieder von densel­ben Nasen, wenn sie den »Nieder­gang der SF« zu bele­gen ver­suchen.

Es wird derzeit im Bere­ich SF nicht mehr »Trash« veröf­fentlicht als zu früheren Zeit­en, wer ander­er Mei­n­ung ist, möge diese nachvol­lziehbar bele­gen. Über­haupt halte ich den Begriff für höchst prob­lema­tisch. Wer legt denn bitte fest, was »Trash« ist? Pro­fes­sionelle Kri­tik­er? Nein danke. Hard­core-SF-Fans? Aus noch tief­er­em Herzen: nein danke! Kul­tur­chau­vin­is­ten? Schon gar nicht.

Ich ver­weise immer wieder gern darauf, dass heutige (soge­nan­nte) Klas­sik­er (ich beziehe das nicht unbe­d­ingt auf die SF) zur Zeit ihres Erscheinens von »Kri­tik­ern« als »Trash« (min­der­w­er­tig, triv­ial) dis­qual­i­fiziert wur­den. Man sollte mit solchen Abqual­i­fizierun­gen äußerst vor­sichtig sein. Eben­so ist es nicht zielführend, wenn SF-Anspruchs­fa­natik­er aus ihren Elf­gen­bein­tür­men her­ablassend auf Pop­kul­tur-SF herab blick­en und deren Triv­i­al­ität von da oben unters Volk schreien. Denn: die sitzen ziem­lich allein zwis­chen unerträglich lang­weiligem Anspruch­szeug in ihren Elfen­bein­tür­men, während an deren Füßen das Leben tobt. :o)

Wer sich allerd­ings auf den deutschsprachi­gen Markt beschränkt, der wird einen deut­lichen Rück­gang an SF-Veröf­fentlichun­gen fest­stellen. Allerd­ings sollte man keinen Nieder­gang der Sci­ence Fic­tion beschwören, wenn man nur das ken­nt, was die deutschen Pub­likumsver­lage fre­undlicher­weise im deutschsprachi­gen Raum veröf­fentlichen – es erscheint inter­na­tion­al (mit einem deut­lichen Schw­er­punkt auf den englis­chsprachi­gen Raum) großar­tiges Zeug, das der deutsche Leser nie zu sehen bekommt.

Und was – um Him­mels Willen – ist denn »der Geist der SF«? Bei einem der­art bre­it­bandi­gen Genre dürfte es mehr als schw­er­fall­en, einen all­ge­me­ingülti­gen »Geist« zu definieren. Drei SF-Fans wer­den hier mit Sicher­heit fünf unter­schiedliche Mei­n­un­gen haben – min­destens.

sagt:

Zus­tim­mung, Ste­fan! Vom (wieder ein­mal) trau­ri­gen Zus­tand der SF bei deutschen Großver­la­gen auf *DIE* SF (inter­na­tion­al – ja, und eine kreative Szene abseits des Main­stream gibt es schließlich auch bei uns) schließen zu wollen, ver­rät schon einen gewis­sen Tun­nel­blick.

Hinzu kommt noch ein Fak­tor, den Sza­meit selt­samer­weise über­sieht: lit­er­arische Mod­en. Es sind ger­ade Vam­pire Mode – na und? Das geht vor­bei.
Es gab – sog­ar in Deutsch­land – Zeit­en, in denen (neg­a­tive) Utopi­en unheim­lich »in« waren – dann wieder eher Sci­ence Fan­ta­sy, dann Cyber­punkt, dann auch Mal »harte SF« – ja, und immer wieder mal Flaut­en, in denen SF nicht geht.
Ich ver­mute ein­fach, dass Sza­meit sich seinen per­sön­lichen Frust von der Seele geschrieben hat – den ich auch gut ver­ste­hen kann. Wer in Deutsch­land SF veröf­fentlichen wollte, hat­te es nie leicht, und dank der Sor­ti­mentspoli­tik deutsch­er Großver­lage hat man es z. Z. sich­er schw­er­er als, sagen wir mal vor 20 Jahren.
(Es ist ja kein Zufall, dass Deutsch­lands erfol­gre­ich­ste SF-Autoren der Gegen­wart, Andreas Eschbach und Frank Schätz­ing, meis­tens nicht in den speziellen SF-Rei­hen pub­lizieren – und auf ihren Roma­nen oft nicht ein­mal Sci­ence Fic­tion drauf­ste­ht, obwohl SF drin ist.)
Also, eine gewisse Nos­tal­gie nach der »guten alten Zeit«, als es nicht ganz so schw­er war, deutsche SF unterzubrin­gen, kann ich nachvol­lziehen. In dem einen oder anderen Punkt gebe ich ihm sog­ar recht, z. B. was SF im Fernse­hen (von einige Aus­nah­men abge­se­hen – die es ja auch nach wie vor gibt) ange­ht.
Die ver­all­ge­mein­ern­den Schlüsse, die Sza­meit aus ein­er in Teil­bere­ichen der SF (deutsche Großver­lage, Fernsehse­rien) beste­hen­den Mis­ere zieht, halte ich jedoch für grotesk falsch.

sagt:

@Stefan Wie, Du weißt nicht, was »Geist« ist? Oh weh! Spaß Bei­seite: ich schreib nicht vom Geist der Sci­Fi, son­dern von Geist in der Sci­Fi.
Den Trend zum Trash kon­sta­tiere ich nicht in der Sci­Fi allein, son­dern medi­enüber­greifend. Beispiel­haft hier ein Artikel, der das US-Fernse­hen betra­chtet, und Zahlen zur Zahl neu ges­tarteter Serien und deren Laufzeit ver­gle­icht (wobei let­zteres nur eine gute Näherung für Qual­ität ist, aber immer­hin…): Begin­nend 1980, ver­stärkt 2000 zeigt sich eine sehr deut­liche Entwick­lung hin zum Schrot­flinten­prinzip: Viel, aber schlecht gezielt. Trash eben.
http://www.wired.com/wiredscience/2012/01/how-to-search-for-the-golden-age-of-television/

Natür­lich gab es zu allen Zeit­en Nos­tal­gik­er, die den Niederder­gang von X beklagten. Das bedeutet nicht, dass es keine Qual­itätss­chwankun­gen gibt, und die Kas­san­dras nicht auch mal Recht haben.

Zulet­zt: dass die hochw­er­ti­gen englis­chsprachi­gen Sachen in D nicht veröf­fentlicht wer­den, ist ja Teil der Grun­daus­sage: Trash rules, Qual­i­ty doesn’t pay. Zumin­d­est für Deutsch­land hast Du das mit diesem Argu­ment also bestätigt.

Stefan Holzhauer

sagt:

@Martin:

Vam­pire sind keine SF :o)

Auch bei den Fernsehse­rien schwafelt er nur. Earth Final Con­flict. Kann sich daran noch wer erin­nern (ich kann, so schlecht war die nicht, stellte zumin­d­est ein paar inter­es­sante Fra­gen was sein kön­nte, wenn ALiens lan­den). Wenn er NEW BSG als mil­i­taris­tis­chen BS abtun möchte, dann frage ich mich allerd­ings, ob er dieselbe Serie gese­hen hat wie ich, oder ob er der Ansicht ist, nach dem Betra­cht­en von ein paar Episo­den eine Serie mit über­greifen­d­em Hand­lungs­bo­gen beurteilen zu kön­nen. Eine Serie, der sog­ar kri­tis­che Stim­men hon­ori­ert haben, dass sie ethis­che und philosophis­che Fra­gen stellt, gesellschaft­skri­tisch ist und auch das The­ma Reli­gion kri­tisch beleuchtet (von Capri­ca mal ganz abge­se­hen, die war eben­falls großar­tig, aber lei­der für US-Amerikan­er zum einen offen­bar viel zu schlau und zum anderen wohl viel zu Chris­ten­tums-kri­tisch). Naja und Star­gate war zwar »plan­los im Weltall« aber zumin­d­est wenig­stens unter­halt­sam.

Wenn ich mir anse­he, was in Sachen SF in Film und Fernse­hen in den let­zten Jahrzehn­ten aus Deutsch­land gekom­men ist, lautet die Antwort: nichts! Rein! gar! nichts! (ich lasse Ijon Tichy als Spe­cial Inter­est-Com­e­dy eben­so außen vor wie »Traum­schiff Sur­prise«, eben­so in den USA pro­duzierte Filme und Serien mit deutsch­er Beteili­gung). Angesichts der gäh­nen­den Leere in der Hin­sicht mit dem Anspruchs­fin­ger auf die USA zu zeigen, sollte Sza­meit vielle­icht lieber bekla­gen, das die SF in der selb­st­pro­duzierten deutschen TV- und Film­land­schaft über­haupt nicht stat­tfind­et.

Woher er als ehe­ma­liger DDR-Autor offen­bar eigentlich kommt, sieht man schon an seinem Satz (im Artikel):

»Früher (und vor allem in der osteu­ropäis­chen SF) waren die Raum­fahrer vor allem Ent­deck­er und Forsch­er auf der Suche nach ›Brüdern im All und im Geiste‹, von Neugi­er und Wiss­be­gierde bis an den Rand des Uni­ver­sums getrieben, gewis­ser­maßen mit einem Ölzweig im Schn­abel«

Aha. Früher und im Osten war alles bess­er und friedlich­er. Ich lach mich schlapp. :o)

Danke für »grotesk falsch«. Made my day. :o)

Stefan Holzhauer

sagt:

@Michael

Als Betra­chter zahlre­ich­er US-Phan­tastik-Serien (im Orig­i­nal) und als Beobachter dieses Mark­tes (wie man ja allein aus den zahlre­ichen Artikeln zu diesem The­ma hier auf Phan­taNews sehen kann), bezwei­fle ich nach­drück­lich, dass die Dauer der Laufzeit von Serien (also wie schnell sie wieder abge­set­zt wer­den) eine Aus­sage über deren Qual­ität zulässt. Es gab diverse großar­tige Serien in den USA, die keine Zuschauer find­en kon­nten – weil sie für das dor­tige Pub­likum zu intel­li­gent waren. Den Sendern ist völ­lig egal, ob etwas qual­i­ta­tiv hochw­er­tig oder »Trash« ist, für die zählen einzig und allein die Ein­schaltquoten. Anson­sten gilt das von mir weit­er oben gesagte zur Def­i­n­i­tion von »Trash«. Des einen »Trash« ist des anderen Klein­od.

Achso, den Trend zum Trash besprichst Du medi­enüber­greifend … Und ich dachte, wir reden hier über SF..? ;o)

Deine Schlussfol­gerung zum deutschen Markt beweist übri­gens nur, dass die deustchen Ver­lage nur veröf­fentlichen, was sich schnell drehen lässt, aber nicht dass es immer mehr »Trash« gibt. Und da sehe ich hierzu­lande eins der Kern­prob­leme. Solange die Pub­likumsver­lage auf Num­mer sich­er gehen und nur noch Har­ry-Pot­ter- und Twi­light-Epigo­nen veröf­fentlichen, und die Über­set­zun­gen von US-Roma­nen so mies bleiben, wie sie sind, werde ich sie weit­er­hin mei­den. Auch das ist aber ein Prob­lem der Branche und der Leser, nicht des Gen­res.

sagt:

Klar, die Vam­pir-Geschicht­en sind, bis auf sel­te­nen Aus­nah­men, keine SF, aber nun mal von
Sz­a­meit als »Lit­er­atur, die bei deutschen Großver­la­gen geht« genan­nt – »Fan­ta­sy« ist ein soooo weites Feld, dass es als Beispiel eines Trends oder auch nur ein­er lit­er­arischen Mode nicht taugt. :-)
Der gewisse »Anti­amerikanis­mus« in Sz­a­meits Kri­tik stößt auch mir unan­genehm auf, eben­so, dass er ein, wie ich finde, sehr idyl­lis­ches Bild von der »Ost-SF« (vor 1989, ver­mute ich mal) zeich­net. Es gab z. B. in Polen einen Lem, in Rus­s­land die Gebrüder Stru­gats­ki, in der DDR einen Rain­er Fuhrmann usw. – aber: die »Wis­senschaftliche Phan­tastik« (DDR-deutsch) tblocks hat auch zahllose heute zurecht vergessene allzu poli­tisch »lin­ien­treue« Werke (und ziem­lich öder) Werke gegeben.

Har­ry Pot­ter (ja, auch keine SF ;-) ) ist übri­gens ein schönes Beispiel für das (nicht auf Deutsch­land) beschränk­te Phänomen »sichere Schnell­dreher« pro­duzieren zu wollen. Denn Frau Rowl­ing hat­te ursprünglich bekan­ntlich gewaltige Schwierigkeit­en gehabt, ihre Büch­er an den Ver­lag zu brin­gen – »man« wusste genau, dass die »Kids von heute« keine dick­en Wälz­er mehr lesen, dass Inter­nats-Romane »out« sind usw. usw.. Aber in dem Moment, in dem der Erfolg da war, waren Romane nach diesem Strick­muster auf ein­mal »das Größte«.
Auch das Fehlen deutsch­er SF-Film und -Fernseh­pro­duk­tio­nen beruht meines Eracht­ens auf dieser Kom­bi­na­tion aus Besser­wis­serei (»Wir wis­sen genau, was der Zuschauer / Leser mag – und zwar bess­er als er selb­st«) und dem (meist verge­blichen) Ver­such, Erfolge zu imi­tieren.

Stefan Holzhauer

sagt:

Schöne Betra­ch­tun­gen, unter­schreibe ich! Danke für den Kom­men­tar! :)

Andy Simon

sagt:

Wenn ich mir an­sehe, was in Sa­chen SF in Film und Fern­se­hen in den letz­ten Jahr­zehn­ten aus Deutsch­land ge­kom­men ist, lau­tet die Ant­wort: nichts! Rein! gar! nichts! (ich lasse Ijon Tichy als Spe­cial Inter­est-Com­e­dy eben­so au­ßen vor wie »Traum­schiff Sur­prise«, eben­so in den USA pro­du­zierte Filme und Se­rien mit deut­scher Be­tei­li­gung). An­ge­sichts der gäh­nen­den Leere in der Hin­sicht mit dem An­spruchs­fin­ger auf die USA zu zei­gen, sollte Sz­a­meit viel­leicht lie­ber be­kla­gen, das die SF in der selbst­pro­du­zier­ten deut­schen TV– und Film­land­schaft über­haupt nicht statt­fin­det.

Es ist wenig, aber das, was rauskommt sollte doch nicht vergessen wer­den: z.B. Trans­fer.

Wo­her er als ehe­ma­li­ger DDR-Autor of­fen­bar ei­gent­lich kommt, sieht man schon an sei­nem Satz (im Ar­ti­kel):

»Frü­her (und vor al­lem in der ost­eu­ro­päi­schen SF) wa­ren die Raum­fah­rer vor al­lem Ent­de­cker und For­scher auf der Su­che nach ›Brü­dern im All und im Geiste‹, von Neu­gier und Wiss­be­gierde bis an den Rand des Uni­ver­sums ge­trie­ben, ge­wis­ser­ma­ßen mit ei­nem Ölzweig im Schna­bel«

Aha. Frü­her und im Os­ten war al­les bes­ser und fried­li­cher. Ich lach mich schlapp. :o)

Das hat er nicht gesagt! Eher schon, dass die Schrift­steller des sozial­is­tis­chen Ostens (nicht zulet­zt wegen der grauen Welt, in der sie sich befan­den) einen größeren »sense of won­der« zele­bri­ert haben. Und da hat Sza­meit recht: den gibt’s derzeit in der SF prak­tisch nicht. In der obi­gen Liste sehe ich ihn vielle­icht noch bei 2312.

Stefan Holzhauer

sagt:

Eher schon, dass die Schrift­stel­ler des so­zia­lis­ti­schen Os­tens (nicht zu­letzt we­gen der grauen Welt, in der sie sich be­fan­den) ei­nen grö­ße­ren »sense of won­der« ze­le­briert ha­ben.

Das ist sub­jek­tive Wahrnehmung und objek­tiv sich­er nicht beleg­bar. (siehe auch die Anmerkung oben zu »lin­ien­treu« und »öde«)

Und da hat Sz­a­meit recht: den gibt’s der­zeit in der SF prak­tisch nicht. In der obi­gen Liste sehe ich ihn viel­leicht noch bei 2312.

Und keine Diskus­sion über den dubiosen und immer wieder gern als Totschla­gar­gu­ment her­an gezo­ge­nen »sense of won­der«. Jed­er hat einen anderen, es han­delt sich um einen nicht definier­baren Begriff und er taugt über­haupt nicht als Begrün­dung. Schon gar nicht als Begrün­dung für ange­blich schlechte SF oder deren Nieder­gang. Das ist eine Floskel, eine pure Worthülse, die seit Jahren, wenn nicht Jahrzehn­ten, von den­jeni­gen ver­wen­det wird, die die jew­eils aktuelle SF mies machen wollen.

Das hat er nicht ge­sagt!

Nicht? »Forsch­er … Neu­gier und Wiss­be­gierde … mit einem Ölzweig im Schn­abel«.

Übri­gens: »Frü­her … wa­ren die Raum­fah­rer vor al­lem Ent­de­cker und For­scher auf der Su­che nach ›Brü­dern im All und im Geiste‹, von Neu­gier und Wiss­be­gierde bis an den Rand des Uni­ver­sums ge­trie­ben, ge­wis­ser­ma­ßen mit ei­nem Ölzweig im Schna­bel« klingt für mich wie eine ziem­lich exak­te Beschrei­bung. Von Star Trek.

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