AIRLORDS OF AIRIA – ein Interview mit Dirk Müller

„Ich fand die Idee fas­zi­nie­rend, eine fu­tu­ris­ti­sche Welt mit der Äs­the­tik und Tech­nik des 19. und frü­hen 20. Jahr­hun­derts zu er­schaf­fen.“

Air­lord Ka­rak, Ad­mi­ral ei­ner Luft­schiff-Flotte, hat auf ei­ner Ex­pe­di­tion eine mäch­tige an­tike Kriegs­ma­schine ent­deckt. Nach­dem er den Flot­ten­stütz­punkt Wod­nik 7 ein­ge­nom­men hat, möchte er die Macht in der Re­pu­blik Ai­ria an sich rei­ßen und den gan­zen Kon­ti­nent in ei­nen Krieg hin­ein­zie­hen.
Po­li­zei­che­fin Lura ver­bün­det sich mit ei­ner Schmugg­ler­bande, um sich dem macht­be­ses­se­nen Ad­mi­ral in den Weg zu stel­len.

Ich hatte be­reits mehr­fach über das Pro­jekt AIR­LORDS OF AI­RIA be­rich­tet, bei dem in letz­ter Kon­se­quenz ein abend­fül­len­der Steam­punk-Spiel­film rea­li­siert wer­den soll. Das Be­son­dere daran ist, dass das Ganze aus deut­schen Lan­den kommt, denn in Sa­chen Phan­tas­tik be­kle­ckert sich die hie­sige Film- und Fern­seh­bran­che seit Jah­ren oder so­gar Jahr­zehn­ten nicht eben mit Ruhm. Umso un­ter­stüt­zens­wer­ter halte ich A.O.A. und des­we­gen habe ich nach­drück­lich auf die Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne bei Start­next hin­ge­wie­sen.
Das Fund­rai­sing wurde er­folg­reich ab­ge­schlos­sen, da­mit kann der Kurz­film rea­li­siert wer­den, der dazu die­nen soll, Geld­ge­ber und Pro­duk­ti­ons­fir­men zu über­zeu­gen, ei­nen voll­stän­di­gen Spiel­film zu fi­nan­zie­ren. Falls also je­mand ein paar Mil­lio­nen üb­rig ha­ben sollte …

Um mehr über die Hin­ter­gründe zu er­fah­ren, habe ich dem Ma­cher hin­ter dem Pro­jekt, Dirk Mül­ler, ei­nige In­ter­view­fra­gen dazu, aber auch zu ver­wand­ten The­men ge­stellt.

Die Ant­wor­ten fin­den sich im Fol­gen­den.

PN: Hallo Dirk, wür­dest Du Dich un­se­ren Le­sern kurz vor­stel­len?

Mein Name ist Dirk Mül­ler, ich bin ge­lern­ter In­dus­trial De­si­gner und seit über 12 Jah­ren in der Vi­sual Ef­fects-Bran­che tä­tig. In die­ser Zeit war ich an den di­gi­ta­len Ef­fek­ten von über 60 Kino- und TV-Fil­men be­tei­ligt. Dazu kom­men noch un­zäh­lige Werbe-, In­dus­trie- und Image­filme.
Im Jahr 2011 fing ich an das Film­pro­jekt AIR­LORDS OF AI­RIA ne­ben mei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit vor­an­zu­trei­ben.

PN: Was ist AIR­LORDS OF AI­RIA?

A.O.A ist ein von mir er­dach­tes Fan­tasy-Epos in dem sich die mensch­li­che Zi­vi­li­sa­tion tau­sende Jahre nach ei­ner glo­ba­len Ka­ta­stro­phe mit ei­ner un­wirt­li­chen Welt ar­ran­gie­ren muss. Die Land­mas­sen ero­die­ren und die Schiff­fahrt ist auf­grund stär­ke­rer Ge­zei­ten, See­be­ben und Wet­ter­phä­no­me­nen un­mög­lich ge­wor­den. Die Über­win­dung der Ozeane fin­det aus­schließ­lich über den Luft­weg statt. In die­ser Welt lie­fern sich meh­rere mit­ein­an­der ver­fein­dete im­pe­ria­lis­ti­sche Staa­ten ei­nen Wett­lauf auf der Su­che nach den letz­ten noch un­ent­deck­ten Land­mas­sen. Ei­nes Ta­ges fin­det ein macht­be­ses­se­ner Ad­mi­ral die Ur­sa­che für die glo­bale Ka­ta­stro­phe auf ei­ner ge­heim­nis­vol­len In­sel. Mit­hilfe der Ent­de­ckung wird er in die Lage ver­setzt seine All­machts­fan­ta­sien in die Rea­li­tät um­zu­set­zen. Seine Ad­op­tiv­toch­ter Lura, Po­li­zei­che­fin auf ei­ner Flot­ten­ba­sis, ge­rät da­bei in ei­nen Ge­wis­sens­kon­flikt und ent­wi­ckelt sich zu sei­ner Ge­gen­spie­le­rin.

PN: Wel­che Vor­bil­dung bringst Du mit, um ei­nen sol­chen Film rea­li­sie­ren zu kön­nen?

Ich bin schon seit frü­hes­ter Ju­gend film- und fern­seh­ge­schä­digtIch bin schon seit frü­hes­ter Ju­gend film- und fern­seh­ge­schä­digt und hatte, wie viele an­dere mei­ner Ge­ne­ra­tion, ein paar Er­fah­run­gen mit Su­per 8 ge­macht. Wäh­rend mei­nes Stu­di­ums freun­dete ich mich mit 3D-Soft­ware an, um meine De­si­gn­ent­würfe zu vi­sua­li­sie­ren. Ich fing an, ganze Kurz­filme zu ani­mie­ren und be­merkte recht schnell, dass ich das be­ruf­lich gerne ma­chen wollte. So kam ich da­nach als Vi­sual Ef­fekts-Ar­tist und –Su­per­vi­sor über die Jahre mit vie­len ver­schie­de­nen Tä­tig­kei­ten im Film­be­reich in Be­rüh­rung. Vom Dreh­buch schrei­ben über Sto­ry­boar­ding, Kal­ku­la­tion, Re­gie, Schnitt, bis zur Post­pro­duk­tion und Ver­to­nung er­hielt ich viele lehr­rei­che Ein­bli­cke.

PN: Warum ge­rade Steam­punk?

Wäh­rend ich 1996 die sti­lis­ti­sche Vor­lage für A.O.A. in Form ei­ner Gra­fik-No­velle zeich­nete, ließ ich mich stark von Ju­gend­stil­ar­chi­tek­tur und al­ten Sci­ence Fic­tion-Dar­stel­lun­gen in Co­mics wie FLASH GOR­DON und Fil­men wie ME­TRO­PO­LIS in­spi­rie­ren. Ich fand die Idee fas­zi­nie­rend, eine fu­tu­ris­ti­sche Welt mit der Äs­the­tik und Tech­nik des 19. und frü­hen 20. Jahr­hun­derts zu er­schaf­fen. Eine Welt in der es trotz al­len Fort­schritts noch viele weiße Fle­cken auf der Land­karte gibt und kau­zige Tüft­ler mit an­tik an­mu­ten­der Tech­nik die un­glaub­lichs­ten Ma­schi­nen kon­stru­ie­ren. Dass die­ser Re­tro­fu­tu­ris­mus, der in Film und Li­te­ra­tur im­mer mal wie­der auf­tauchte, mal eine Sub­kul­tur na­mens „Steam­punk“ her­vor­brin­gen würde, habe ich da­mals noch nicht ge­ahnt. Erst als ich letz­tes Jahr mit der Um­set­zung des Films be­gann, er­fuhr ich, dass sich das was ich ma­che, ins Steam­punk-Genre ein­ord­nen lässt.

PN: Wo­her stammt die Story zu AIR­LORDS? Ist das Dreh­buch fer­tig?

Man kann ei­gent­lich sa­gen, dass ein Dreh­buch nie­mals fer­tig ist, be­vor nicht der Film ab­ge­dreht wurde.Die Story stammt aus mei­ner ei­ge­nen Fe­der. Die re­tro­fu­tu­ris­ti­sche Welt und ihre zwei Haupt­fi­gu­ren habe ich aus mei­ner Co­mi­cvor­lage über­nom­men, weil ich sie als tra­gende Fi­gu­ren für ei­nen abend­fül­len­den Fan­ta­sie­film für ge­eig­net hielt. Der viel­schich­tige Kon­flikt zwi­schen der recht­schaf­fen­den Po­li­zis­tin Lura und ih­rem macht­be­ses­se­nen Stief­va­ter Ad­mi­ral Ka­rak bie­tet reich­lich Stoff für ei­nen un­ter­halt­sa­men Ki­no­abend. Ein fer­ti­ges Dreh­buch gibt es noch nicht. Ich habe ein Ex­posé und ar­beite an ei­nem Tre­at­ment, das Grund­ge­rüst zu ei­nem Dreh­buch. Wenn der Film von meh­re­ren Sei­ten fi­nan­ziert und pro­du­ziert wird, wird es er­fah­rungs­ge­mäß noch viele Än­de­run­gen ge­ben.
Man kann ei­gent­lich sa­gen, dass ein Dreh­buch nie­mals fer­tig ist, be­vor nicht der Film ab­ge­dreht wurde.

PN: Wird der ge­plante Film wei­test­ge­hend im Com­pu­ter ent­ste­hen, oder wird es auch Ku­lis­sen ge­ben?

Bei un­se­rem Kurz­film ha­ben wir aus Kos­ten­grün­den auf CGI-Hin­ter­gründe ge­setzt, weil Ku­lis­sen­bau oder Aus­sen­drehs ei­nen un­gleich grö­ße­ren Auf­wand be­deu­tet hät­ten.
Mir liegt es fern ei­nen gan­zen Spiel­film, so wie 300, SIN CITY oder SKY CAP­TAIN, in ei­nem Stu­dio vor Green­screen dre­hen zu wol­len. Da­durch kann ein Film schnell zu ei­nem Kam­mer­spiel wer­den. Wo Luft­schiffe, Flug­zeuge und schwe­bende Städte eine Rolle spie­len, muss auch die räum­li­che Weite spür­bar sein. Echte Flug- und Land­schafts­auf­nah­men sind da­für un­er­läss­lich.
Für den Air­lords-Spiel­film würde ich gerne auf klas­si­sche Art reale Bau­ten und Na­tur­ku­lis­sen mit ei­ner Viel­zahl un­ter­stüt­zen­den CGI-Ele­men­ten kom­bi­nie­ren, um die fan­tas­ti­sche Air­lords-Welt zum Le­ben zu er­we­cken.

PN: Wel­che Soft­ware wurde be­nutzt, um die Trai­ler zu rea­li­sie­ren?

3ds Max, Af­terFX, Pho­to­shop

PN: Manch ei­ner mo­niert bei mo­der­nen Film­pro­duk­tio­nen ein Über­maß an Spe­zi­al­ef­fek­ten und CGI. Ich sehe das an­ders: wenn es gut ge­macht ist und da­bei hilft eine phan­tas­ti­sche Ge­schichte glaub­wür­dig zu er­zäh­len geht das völ­lig in Ord­nung. Das ei­nen SFX-Mann zu fra­gen, ist fast wie Eu­len nach Athen tra­gen, aber: wie siehst Du das?

Die bes­ten CGI-Ef­fekte sind na­tür­lich die, die man nicht als sol­che be­merkt.Die bes­ten CGI-Ef­fekte sind na­tür­lich die, die man nicht als sol­che be­merkt. In­zwi­schen sind di­gi­tale Ef­fekte all­ge­gen­wär­tig und wer­den schon in Se­rien wie FORST­HAUS FAL­KENAU oder TAT­ORT ein­ge­setzt, ohne dass ein Zu­schauer et­was da­von mit­be­kommt. Filme wie THE AVEN­GERS oder SNOW WHITE AND THE HUNT­S­MAN rich­ten sich be­stimmt nicht an Leute, die ein Über­maß an di­gi­ta­len Ef­fek­ten mo­nie­ren, aber an Leute die für ei­nen Ki­no­abend in eine phan­tas­ti­sche Welt ent­führt wer­den möch­ten. Durch CGI wer­den Ver­fil­mun­gen phan­tas­ti­scher Ge­schich­ten doch erst mög­lich, die vor ei­ni­gen Jah­ren noch als un­ver­film­bar gal­ten. Na­tür­lich kön­nen auch schlecht cho­reo­gra­fierte Ef­fekte un­be­ab­sich­tigt die Ma­gie ei­nes Films, in dem man kei­nen zweit­klas­si­gen Bu­den­zau­ber er­war­tet, in Se­kun­den zer­stö­ren.

PN: Wie zeit­auf­wän­dig ist die Rea­li­sie­rung der SFX für die Trai­ler bzw. den Kurz­film? Wie­viel Zeit muss man un­ge­fähr für CGI-Sze­nen auf­wen­den? Mir ist klar, dass das ab­hän­gig von Sze­nen­in­hal­ten ist und ob die eher sta­tisch sind oder sich be­we­gen. Kann man für den Le­ser, der sich mit der Tech­nik nicht aus­kennt, An­halts­punkte ge­ben, da­mit diese den Auf­wand ein­schät­zen kön­nen?

Den größ­ten Zeit­auf­wand be­nö­tigt mei­ner Mei­nung nach die De­sign-Phase.Da­für gibt es keine all­ge­mein­gül­tige Ant­wort. Den größ­ten Zeit­auf­wand be­nö­tigt mei­ner Mei­nung nach die De­sign-Phase. Weil ich mich bei den Bau­ten und Ma­schi­nen stark an meine Co­mic-Vor­lage ge­hal­ten habe, musste ich nur noch we­nige Skiz­zen und Ent­wurfs­zeich­nun­gen an­fer­tig­ten. Doch was auf ei­nem Blatt Pa­pier gut aus­sieht, muss im Film noch lange nicht funk­tio­nie­ren. Wenn ich ei­nen Raum oder eine Land­schaft maß­stab­ge­treu in ei­ner 3D-Soft­ware baue, muss ich mir ähn­li­che Ge­dan­ken ma­chen wie ein Ku­lis­sen­bauer. Wo steht oder be­wegt sich die Ka­mera mit wel­cher Brenn­weite, wo die Schau­spie­ler, wie ist die Bild­auf­tei­lung und der De­tail­grad? Wenn die Grund­geo­me­trie er­stellt wird, baut man sie oft schon zu Test­zwe­cken in die ge­dreh­ten Film­sze­nen ein, um noch recht­zei­tig Än­de­run­gen vor­neh­men zu kön­nen. Nach der Fer­tig­stel­lung der nack­ten Geo­me­trie wer­den dann Ma­te­ria­len zu­ge­ord­net (z.b. Holz, Me­tall, Kunst­stoff). Für den Rea­lis­mus sor­gen dann ins­be­son­dere die Ober­flä­chen­struk­tu­ren (matt, rau, glän­zend, spie­gelnd, trans­pa­rent, trans­lu­zent) so­wie Be­leuch­tung (Lichtrich­tung, –farbe, Hel­lig­kei­ten, Licht­spit­zen, Schat­ten­wurf, Ab­strah­lun­gen). Da­bei ist zu be­ach­ten, dass die Be­leuch­tung an das ge­drehte Film­ma­te­rial an­ge­passt wird, mit der die di­gi­ta­len Ele­mente kom­bi­niert wer­den.
Das Salz in der Suppe sind dann noch Ab­nut­zungs­spu­ren wie Krat­zer, Rost, Beu­len und ver­schie­dene Ver­schmut­zungs­grade.
Eine fer­tige 3D-Sze­ne­rie kann dann wie eine reale Ku­lisse be­lie­big oft für alle mög­li­chen Ka­me­ra­ein­stel­lun­gen wie­der­ver­wen­det wer­den.

Der Auf­wand steigt, so­bald sich et­was be­wegt. Bei der Ani­ma­tion ei­nes Au­to­mo­bils oder Flug­zeugs sollte man im­mer mit rea­len Maß­stä­ben und Ge­schwin­dig­kei­ten ge­ar­bei­tet wer­den, um Rea­lis­mus zu er­zie­len. Die Kö­nigs­dis­zi­pli­nen der CGI sind na­tür­lich di­gi­tale Cha­rak­tere wie Di­no­sau­rier, Ali­ens oder be­haarte Rie­sen­af­fen. Hier steigt der Auf­wand ins un­er­mess­li­che und kann nur von grö­ße­ren VFX-Teams in an­ge­mes­se­ner Zeit ge­stemmt wer­den.
Beim Com­po­sit­ing müs­sen die ge­rech­ne­ten Bil­der dann mit dem ge­dreh­ten Ma­te­rial zu­sam­men­ge­fügt wer­den. Da­bei wer­den Far­ben, Hel­lig­kei­ten und Schär­fen an­ge­passt und op­ti­sche Ef­fekte wie Glü­hen oder Lin­sen Ef­fekte ein­ge­fügt.
Um ei­nen Raum oder eine Um­ge­bung zu bauen, dass ich darin Sze­nen ein­rich­ten kann, brauchte ich bei A.O.A. je nach Auf­wand zwi­schen 2 und 7 Tage. Um in dem fer­ti­gen Raum eine ein­zelne be­wegte Szene ein­zu­rich­ten brauchte ich zu­sam­men mit Ren­de­ring und Com­po­sit­ing zwi­schen 1 und 3 Tage. Ich schätze, dass ins­ge­samt ein gu­tes Jahr Ar­beit in den vi­su­el­len Ef­fek­ten des ge­sam­ten Kurz­films steckt.

PN: Was in­spi­riert Dich?

Be­son­ders kul­tu­relle Schmelz­tie­gel wie Ost­eu­ropa und der Bal­kan fas­zi­nie­ren michFrü­her wa­ren es mehr Bü­cher, Co­mics, Filme und TV-Se­rien. Heute mehr Aus­flüge, Rei­sen, Na­tur, Ar­chi­tek­tur, Kunst und De­sign in je­der Form, so­wie Men­schen und ihre Ge­schich­ten. Be­son­ders kul­tu­relle Schmelz­tie­gel wie Ost­eu­ropa und der Bal­kan fas­zi­nie­ren mich, weil in die­sen Län­dern un­zäh­lige Kul­tu­ren, Be­sat­zun­gen, po­li­ti­sche Sys­teme und Re­li­gio­nen bis heute sicht­bare Spu­ren hin­ter­las­sen ha­ben. Dort fin­det man in atem­be­rau­ben­der Land­schaft an­tike Tem­pel ne­ben kom­mu­nis­ti­schen Protz­bau­ten um­ge­ben von Kir­chen, Mo­scheen, schi­cken Ein­kaufs­zen­tren, Ba­ra­cken­sied­lun­gen und Häu­sern aus der k.u.k. Mon­ar­chie. Wenn man dann noch die Men­schen hin­ter den Fas­sa­den nä­her ken­nen­lernt er­hält man den Bau­satz für so manch gute Ge­schichte.

PN: Wel­che Lieb­lings­filme und –Bü­cher wür­dest Du nen­nen? Wenn ich mir das Pro­jekt AIR­LORDS OF AI­RIA so an­sehe, würde mich wun­dern, wenn keine Phan­tas­tik dar­un­ter ist.

Meine Film-Fa­vo­ri­ten sind BLADE RUN­NER, IN­CEP­TION, ME­MENTO, DIE BE­STECH­LI­CHEN (Frank­reich 1984) und ich bin ein gro­ßer Fan von Monty Python/Terry Gil­liam und Jean-Pierre Jeu­net (DE­LI­CA­TES­SEN, DIE STADT DER VER­LO­RE­NEN KIN­DER).
Ich glaube, dass mich Bü­cher wie KRA­BAT, HERR DER RINGE, ei­nige Wolf­gang Hohl­bein-, Ste­ven King- und so­gar Ju­les Verne-Ro­mane in mei­ner Ju­gend ge­prägt ha­ben. Die düs­te­ren Klas­si­ker 1984 und FAH­REN­HEIT 451 ge­hö­ren zu mei­nen Fa­vo­ri­ten. Er­schre­ckend, wie ak­tu­ell diese Bü­cher wie­der sind. GA­MES OF THRO­NES hat mich auf die Bü­cher von Ge­orge R.R. Mar­tin neu­gie­rig ge­macht, doch zum Le­sen fehlte mir die­ses Jahr die Zeit.

PN: In wel­chem Film oder wel­cher Fern­seh­se­rie wa­ren aus Dei­ner Sicht als Profi bis­lang die mit Ab­stand bes­ten CGI-Ef­fekte zu se­hen?

In den letz­ten fünf Jah­ren hat die Qua­li­tät der CGI-Ef­fekte eine neue Stufe der Per­fek­tion er­reichtIn den letz­ten fünf Jah­ren hat die Qua­li­tät der CGI-Ef­fekte eine neue Stufe der Per­fek­tion er­reicht. Auch in Fil­men mit klei­ne­rem Bud­get, wie z.B. SKY­LINE, fin­det man in­zwi­schen aus­ge­zeich­nete CGI-Ar­beit vor. Be­son­ders be­ein­druckt ha­ben mich die in den letz­ten Jah­ren die di­gi­ta­len Mas­ken von Davy Jo­nes und sei­ner Mann­schaft in PI­RA­TES OF THE CA­RIB­BEAN 2 und 3, so­wie Pe­ter Jack­sons di­gi­ta­ler KING KONG. An­sons­ten sind für mich gute vi­su­elle Ef­fekte in Hol­ly­wood-Pro­duk­tio­nen zur Selbst­ver­ständ­lich­keit ge­wor­den, auch wenn ich hier und da noch was aus­zu­set­zen hätte. Ei­nen kla­ren Fa­vo­ri­ten habe ich mo­men­tan nicht. Bei Fern­seh­se­rien ist mir nur die Neu­auf­lage von BATT­LE­STAR GA­LAC­TICA in po­si­ti­ver Er­in­ne­rung ge­blie­ben, ob­wohl die ers­ten Fol­gen schon fast zehn Jahre auf dem Bu­ckel ha­ben. Den meis­ten Se­rien sieht man lei­der im­mer noch den Spar­zwang an.

PN: Der phan­tas­ti­sche Be­reich im Ki­no­film (also Sci­ence Fic­tion und Fan­tasy) sieht in Deutsch­land ja trotz ei­ner Tra­di­tion mit Na­men wie Murnau, Lang oder Er­ler lei­der sehr trau­rig aus. Wenn mal eine Pro­duk­tion gut oder so­gar er­folg­reich ist, dann meist nur des­we­gen, weil sie in Zu­sam­men­ar­beit mit Hol­ly­wood rea­li­siert wurde. Woran könnte es lie­gen, dass die Gen­res hier­zu­lande so stief­müt­ter­lich be­han­delt wer­den?

Die trau­rige Wahr­heit ist: in Deutsch­land er­war­tet lei­der nie­mand mehr eine hei­mi­sche phan­tas­ti­sche Pro­duk­tion. Qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Pro­duk­tio­nen wie CREEP oder WIR SIND DIE NACHT sind an der Ki­no­kasse hin­ter den Er­war­tun­gen zu­rück­ge­blie­ben, was viel­leicht auch am knap­pen Mar­ke­ting­bud­get lag. Doch ich bin mir si­cher, wenn dem Pu­bli­kum mehr phan­tas­ti­sches aus deut­schen Lan­den ge­bo­ten würde, wäre die Ak­zep­tanz grö­ßer und der Er­folg eine Frage der Zeit.
Da­bei lohnt sich na­tür­lich der Blick in die Ver­gan­gen­heit. Die be­reits er­wähn­ten Her­ren, zu­min­dest Fritz Lang und Fried­rich Wil­helm Murnau, wur­den als Pio­niere ih­rer Zunft ge­fei­ert. In der Wei­ma­rer Zeit hat sich die hei­mi­sche Film­in­dus­trie mit phan­tas­ti­schen Fil­men ei­nen Na­men ge­macht und mit Hol­ly­wood mes­sen kön­nen.

PN: So weit das In­ter­view mit Dirk. Ich möchte mich für die kurz­fris­tige und vor al­lem so aus­führ­li­che Be­ant­wor­tung mei­ner Fra­gen so­wie die Zur­ver­fü­gung­stel­lung der Bil­der aus­drück­lich be­dan­ken. Und ich wün­sche viel Er­folg und Glück für den wei­te­ren Ver­lauf des Pro­jek­tes. Selbst­ver­ständ­lich werde ich wei­ter über AIR­LORDS OF AI­RIA be­rich­ten!

Alle Bil­der Co­py­right Dirk Mül­ler / Air­lords Of Ai­ria

Stefan Holzhauer

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit na­tür­li­cher Af­fi­ni­tät zu Pi­xeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zu­viel SF und Fan­tasy und schreibt seit 1999 on­line dar­über.


. Bookmarken: Permanent-Link
. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL.