Über 180000 gemeinfreie Bilder in der New York Public Library – und was meine Oculus Rift damit zu tun hat

mountvernon

Die New York Public Library hat aus ihrem Bestand über 187000 gemeinfreie (public domain) Bilder aus allen möglichen Jahrhunderten bereitgestellt. Der Steampunk freut sich dabei auch über zahllose Darstellungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Glücklicherweise kann man die schiere Menge nach Zeit und Genres filtern, denn die ist überwältigend. Auch Spielleiter, die mit ihren Rollenspielgruppen CALL OF CTHULHU oder eben steampunkiges spielen, kommen für Charakterbilder oder Handouts voll auf ihre Kosten.

Unter diesen Bildern sind auch zahllose frühe stereoskopische Aufnahmen, denn “3D-Bilder” im side-by-side-Verfahren sind älter, als die meisten von uns annehmen würden. Als ich die gesehen habe, kam mir sofort mein Oculus Rift DK2 in den Sinn. Eigentlich müsste es doch möglich sein, sich die alten 3D-Bilder darin ansehen zu können, einen Linsenhalter für den die Bilder gedacht sind aufzutreiben dürfte nicht ganz einfach sein. Ein wenig Recherche förderte den Viewer Whirligig zutage, der mit verschiedensten 3D-Formaten zurecht kommt (stille wie bewegte Bilder) und die Darstellung für die OR umfangreich parametrisieren kann.

stjames

Wirft man dann allerdings die alten Bilder inklusive ihrer Rahmen in den Viewer, funktioniert das nicht, denn der stört den 3D-Effekt, weil in der side-by-side 3D-Darstellung der Rahmen einmal links und einmal rechts ist. Siehe obige Abbildung, die ein vollständiges stereoskopisches Bild zeigt.

Aber wofür hat man Photoshop. Man muss ein wenig Aufwand treiben, da die Bilder zum Teil verzogen sind oder Linsenverzerrungen durch ihre Archivierung aufweisen, die man ebenso entfernen sollte, wie Fehler (oben rechts der Fleck im Himmel beispielsweise). Je genauer man hier arbeitet, desto besser ist hinterher der Effekt.

St James Episcopal Church

Wirft man das in Whirligig und betrachtet es in der Oculus Rift ist der Effekt schon erstaunlich. Man kann zahllose Fotografien aus dem 19. Jahrhundert in 3D betrachten, wenn man gewillt ist, etwas Zeit in die Nachbearbeitung zu investieren. Was die Qualität angeht, muss man sich natürlich darüber im Klaren sein, wie alt die Bilder sind …

p.s.: Hat man einen Computer mit 3D-Monitor, einen 3D-Fernseher oder 3D-tauglichen Beamer, klappt das mit einer entsprechenden App oder Software selbstverständlich auch ohne Oculus Rift.

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harmloser Nerd mit natürlicher Affinität zu Pixeln, Bytes, Buchstaben und Zahnrädern. Konsumiert zuviel SF und Fantasy und schreibt seit 1999 online darüber.

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