Feder & Schwert goes Crowdfunding

Noch ein wei­te­rer Ver­lag geht über das und mit dem Netz neue Wege. Crowd­fun­ding ist — kurz ge­sagt — die Fi­nan­zie­rung ei­nes Pro­jek­tes über Zah­lun­gen, die vorab von am Pro­dukt in­ter­es­sier­ten Per­so­nen meist über das In­ter­net ge­leis­tet wer­den.

Un­ter Zu­sam­men­ar­beit mit dem Por­tal Start­Next wird Fe­der & Schwert ab dem­nächst Bü­cher an­bie­ten, die via Crowd­fun­ding rea­li­siert wer­den, das be­deu­tet im Um­kehr­schluss, dass man dirch diese Art der Vor­fi­nan­zie­rung si­cher sein kann, dass die Werke auch von Le­ser tat­säch­lich ge­wollt wer­den. Der Ver­lag geht da­mit nicht nur sehr fle­xi­bel auf Kun­den­wün­sche ein, son­dern nutzt auch sehr in­no­va­tiv die Mög­lich­kei­ten des Webs.

Oli­ver Graute, Mar­ke­ting­lei­ter und Pro­duk­ti­ons­chef bei Fe­der & Schwert sagt dazu:

»Wir sind klein ge­nug, um schnell auf die Wün­sche des Mark­tes ein­zu­ge­hen und ha­ben die Größe ein­zu­ge­ste­hen, dass es ent­we­der mit den Le­sern funk­tio­niert oder über­haupt nicht …«

und fügt hinzu:

»Wir sind kein Zu­schuss­ver­lag, der seine Au­to­ren über den Tisch zieht und Bü­cher pro­du­ziert, die kei­ner ha­ben will au­ßer dem Au­tor selbst, wir sind das ge­naue Ge­gen­teil. Wir bie­ten Mög­lich­kei­ten. Wir sind der Ver­lag 2.0. Will­kom­men in der Zu­kunft. Ihr Wunsch ist uns Be­fehl!«

Das Ver­lags­pro­gramm wird al­ler­dings nicht voll­stän­dig auf Schwarm­fi­nan­zie­rung um­ge­stellt, es wer­den auch wei­ter­hin Pro­dukte auf her­kömm­li­che Art er­schei­nen. De­tails fin­det man in ei­nem Ar­ti­kel auf der of­fi­zi­el­len Web­seite.

Ge­nau so muss das ge­macht wer­den. Zeigt den »Gro­ßen« wo es lang geht!

Creative Commons License

Quelle: Fe­der & Schwert, Logo Co­py­right Fe­der & Schwert

Share

. Bookmarken: Permanent-Link
. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

8 Kommentare

  1. Mikesch
    Erstellt am 5. Juli 2011 um 21:57 | Permanent-Link

    Feder&Schwert war in sei­ner Ver­lags­ge­schichte stets für Über­ra­schun­gen gut.

    Je­doch kann F&S auch für »Fluch & Se­gen« ste­hen. Auf der Segen-Seite sind stets ver­le­ge­ri­scher Mut zu un­ge­wöhn­li­chen In­hal­ten. In­no­va­tive, krea­tive, fre­che und un­ge­wöhn­li­che Lay­outs und De­signs. Ein Blick für gute bis her­aus­for­dernde Au­to­ren. Bü­cher zum klei­nen Preis trotz al­ler Zwänge ei­nes Klein­ver­la­ges. Eine gute Fan-Basis mit treuen An­hän­gern und dazu feste Bin­dun­gen an as­so­zierte Fan-Medien.

    Auf der Fluch-Seite ste­hen lei­der im­mer wie­der auch ver­le­ge­ri­sche Fehl­ent­schei­dun­gen, de­nen die Le­ser nicht mehr fol­gen mö­gen. Lay­outs und Co­ver­ge­stal­tun­gen, die so krea­tiv sind, dass sie die Au­gen schmer­zen und un­les­bar ge­wor­den sind. Über-ambitionierte In­halte, die so kom­plex und ver­wi­ckelt sind, dass nicht ein­mal der Au­tor sie ent­wir­ren konnte. Aus Kos­ten­grün­den eine so kleine Schrift, dass zum Le­sen ei­gent­lich eine Lupe not­wen­dig ist. Eine un­se­lige Ver­stri­ckung in eine fan­ni­sche Szene und ei­nen selbst­ge­schaf­fe­nen Klüngel-Sumpf, der eine pro­fes­sio­nelle Presse– und Marketing-Arbeit nach­hal­tig ver­hin­dert.

    Bei den Kunst­kri­mis vom Autoren-Duo na­mens Hai­ley Lind ist der Ti­tel des ers­ten Ban­des lei­der auch Pro­gramm ge­wor­den: »Kunst­feh­ler«. Hier ist al­les falsch ge­lau­fen: Chao­ti­sches, über­frach­te­tes und un­les­ba­res Cover-Design. Ge­nauso über­frach­tete In­halte. Ein Kunstdiebstahls-Sujet, das viel­leicht noch in die All­ge­meine Reihe ei­nes gro­ßen Bellestrik-Verlag mit ei­nem lang­jäh­rig ge­wach­se­nen und viel­fäl­ti­gen Thriller-Programm und des­sen Le­ser­pu­bli­kum pas­sen könnte, je­doch nicht zu ei­nem klei­nen Fantasy-Verlag. Dazu die übli­che Mi­kro­schrift. Und die be­kann­ten Pro­bleme bei PR und Mar­ke­ting.

    Nun sol­len die Le­ser beim drit­ten und wohl un­ver­käuf­li­chen Band die­sen ver­le­ge­ri­schen Faux­pas per Crowd­fun­dings ret­ten. Und dazu die groß­spre­che­ri­sche Pa­role »Wir sind der Ver­lag 2.0. Will­kom­men in der Zu­kunft.« Uff — das ist star­ker To­bak! Jungs, was habt ihr ge­raucht?

    So­weit so schlecht. Und was sol­len die ed­len Spen­der laut Eu­rer of­fi­zi­el­len Info auf der Spen­den­platt­form für ihr Geld be­kom­men: NICHTS. Das Crowd­fun­ding soll nur dazu ver­wen­det wer­den, dass der Band »in den Han­del kommt und über ziel­ge­rich­tete Ver­mark­tung durch un­sere Ver­triebs­ka­näle zu ei­nem Bau­stein in der Kri­mi­reihe un­se­res Ver­la­ges wird«. Also kein Frei-Exemplar ab ei­ner Spen­den­summe von x, die den Druck­preis mit Ver­sand deckt, kei­nen an­ge­mes­se­nen Subskriptions-Rabatt, keine freund­li­che Er­wäh­nung der Spen­der im Buch, son­dern ein­fach NICHTS …?

    Das ist … dreist!

  2. Stefan Holzhauer
    Erstellt am 5. Juli 2011 um 22:29 | Permanent-Link

    Ich habe über­legt, ob ich den Kom­men­tar frei­schal­ten soll, habe es aber dann ge­tan, da es sich um eine Mei­nungs­äu­ße­rung han­delt und ich mit ei­ner sol­chen erst­mal keine Pro­bleme sehe.

    Mir seien je­doch fol­gende An­mer­kun­gen er­laubt:

    »Mi­kro­schrift«: Wie jetzt? Wer wie ich seit den 1970ern liest, der weiß, dass frü­her die Schrift in Ta­schen­bü­chern deut­lich klei­ner war als heute. Wer schon­mal ei­nen Blick in eine Karl May-Taschenbuchausgabe ge­wor­fen hat, der weiß ga­ran­tiert was ich meine. Wer heut­zu­tage ame­ri­ka­ni­sche Ta­schen­bü­cher kauft, der weiß das auch.

    Deut­sche Pu­bli­kums­ver­lage schei­nen in­zwi­schen nur noch für Kurz­sich­tige zu pro­du­zie­ren, be­trach­tet man die Schrift­grö­ßen die dort Ver­wen­dung fin­den. Na­tür­lich kommt das den Ein­nah­men zu­gute, denn man muss ja lei­der auf­grund der Schrift­größe US-Romane in zwei Bü­cher un­ter­tei­len, weil sie sonst zu dick wer­den wür­den. Dass man auf diese Art und Weise auch gleich die dop­pelte Kohle ab­grei­fen kann, ist wohl nur net­tes Bei­werk…

    F&S ma­chen das nicht und neh­men kleine, aber nicht zu kleine Schrift in Kauf, um Bü­cher eben NICHT künst­lich auf­tei­len zu müs­sen. Ja und? Ist das nicht Ge­me­cker, aus­ge­löst durch die über­flüs­si­gen Gi­gant­schrif­ten in den deut­schen Druck­wer­ken der letz­ten Jahre? Wie groß sollte Schrift denn sein? Ist das nicht ins­be­son­dere auch Ge­schmacks­sa­che?

    Da­von ab­ge­se­hen scheint der Kom­men­ta­tor das Prin­zip des Crowd­fun­ding nicht ver­stan­den zu ha­ben. Man be­zahlt, weil man ein be­stimm­tes Werk ge­druckt in Hän­den hal­ten möchte, NICHT, weil man in den Credits er­schei­nen möchte. Und: erst­mal vorab ge­me­ckert, nie­mand weiß, ob F&S sol­ches nicht viel­leicht in der Zu­kunft mög­lich macht oder plant. Bist Du mit dem Vor­schlag mal an den Ver­lag heran ge­tre­ten? Oder erst­mal ein­fach nur mau­len?

    Zum Ab­schluß frage ich mich, wa­rum man ei­nen Ver­lag da­für kri­ti­siert, dass er Bü­cher her­aus bringt. Den An­spruch, dass F&S nur Phan­tas­tik ver­le­gen darf, hat nur der obige Kom­men­ta­tor — wa­rum, frage ich mich al­ler­dings sollte der Ver­lag KEINE Kri­mis her­aus brin­gen? Ein Ver­lag ver­legt Bü­cher. Eine Ant­wort auf diese Frage finde ich auch nach län­ge­rem Über­le­gen nicht… Na gut, weil es dem Ver­fas­ser des Kom­men­tars nicht passt, dass auch Kri­mis ver­legt wer­den, statt nur Phan­tas­tik. Gähn.

  3. Stefan Holzhauer
    Erstellt am 5. Juli 2011 um 23:05 | Permanent-Link

    Nach­trag:

    »Kein Frei­ex­em­plar ab Summe X«?

    Auf der Pro­jekt­seite auf Start­Next lese ich spon­tan:

    »10,00 €
    Klei­nes Dan­ke­schön
    Un­ter­stüt­zen Sie uns mit 10 Euro und er­hal­ten da­für ein Ex­em­plar »Kunst­blut« nach er­folg­rei­cher Fi­nan­zie­rung und Fer­tig­stel­lung des Ti­tels.

    20,00 €
    Gro­ßes Dan­ke­schön
    Un­ter­stüt­zen Sie uns mit 20 Euro und er­hal­ten da­für ein Exam­plar »Kunst­blut« nach er­folg­rei­cher Fi­nan­zie­rung und Fer­tig­stel­lung des Ti­tels so­wie Band 1 der Reihe »Kunst­feh­ler ODER Band 2 »Kunst­schüt­zen«.

    30,00 €
    Fet­tes Dan­ke­schön
    Un­ter­stüt­zen Sie uns mit 30 Euro und er­hal­ten da­für ein Exam­plar »Kunst­blut« nach er­folg­rei­cher Fi­nan­zie­rung und Fer­tig­stel­lung des Ti­tels so­wie Band 1 der Reihe »Kunst­feh­ler UND Band 2 »Kunst­schüt­zen«.«

    Of­fen­sicht­lich hat sich der Kom­men­ta­tor nicht aus­rei­chend in­for­miert.

  4. Riven
    Erstellt am 6. Juli 2011 um 10:26 | Permanent-Link

    Also ich kann mich der Crowdfunding-Begeisterung auch noch nicht recht an­schlie­ßen. Ich mag Feder&Schwert aus der Le­ser­per­spek­tive sehr gerne. Viele der Bü­cher aus der origin-Reihe sind in je­der Hin­sicht phan­tas­tisch und bie­ten tolle Al­ter­na­ti­ven zur Main­stream­fan­tasy. Auch die Co­ver­ge­stal­tun­gen fand ich stets sehr ge­lun­gen, ich er­in­nere an die Brom-Cover der »Krieg der Spinnenkönigin«-Reihe. Kein Ver­gleich zum Blanvalet-Gummibärchenflair der neu auf­ge­leg­ten Dra­chen­lan­ze­reihe! Und dann das Engel-Projekt, das zu­min­dest auf Ro­ma­ne­bene eine ge­niale Sa­che war.
    Ja, also ein tol­ler Ver­lag, ei­gent­lich so­gar mein Lieb­lings­ver­lag. Den­noch, dem Crowd­fun­ding stehe ich skep­tisch ge­gen­über. Ich weiß, dass das prima funk­tio­nie­ren kann z.B. bei Fil­men. Da kann man den Spon­so­ren dann Pro­duct Pla­ce­ment an­bie­ten, die Er­wäh­nung auf Fly­ern und im Ab­spann… Aber es stellt sich schon ein we­nig die Frage, wie man hier das Geld zu­sam­men­be­kom­men will, wel­chen An­reiz es ge­ben soll, ne­ben ei­nem Ex­em­plar des Bu­ches. Nun ist es hier eine Reihe, die viel­leicht schon ih­ren Le­ser­stamm hat, aber wird das rei­chen? Und vor al­lem, was ist, wenn dann neue Au­to­ren un­be­kannte Ti­tel ver­su­chen wer­den, so ih­ren Weg zu fin­den? Bei­spiel »Fair­wa­ter« von Oli­ver Plaschka. Ein wirk­lich tol­les Buch, aber hät­ten sich im Vor­hin­ein wirk­lich ge­nü­gend Spon­so­ren für die Ver­öf­fent­li­chung ge­fun­den, rein aus ei­ner Be­schrei­bung her­aus? Ist es hier nicht Auf­gabe ei­nes Ver­lags, ge­rade das Un­ge­wöhn­li­che zu wa­gen und ei­nem sol­chen Buch eine Chance zu ge­ben? Nun kann man sa­gen, wer nicht auf die Be­schrei­bung hin spen­det, der wird sich das Buch auch nicht kau­fen. Dem würde ich wi­der­spre­chen. Zum ei­nen gibts bei Ver­öf­fent­li­chung im­mer ein paar durch­aus ein­fluss­rei­che Re­zen­sen­ten, die sich fin­den. Zum an­de­ren braucht man kein Kauf ei­nes Bu­ches nicht auch noch on­line seine Da­ten zu hin­ter­le­gen und ei­ner Web­site wie Start­Next zu ver­trauen (ich will nicht sa­gen, dass man ihr nicht ver­trauen kann, bin da nur von Grund auf skep­tisch).

    Ich werd mich gern ei­nes Bes­se­ren be­leh­ren las­sen, viel­leicht wird das Pro­jekt ja ein vol­ler Er­folg und kann dem Ver­lag aus der Krise hel­fen. Aber wie ge­sagt, fürs Erste kann ich die Be­geis­te­rung von­we­gen »Ver­lag 2.0″ etc. nicht nach­voll­zie­hen. Et­was we­ni­ger Kampf­be­griffe hät­tens hier übri­gens auch ge­tan!

  5. Stefan Holzhauer
    Erstellt am 6. Juli 2011 um 10:29 | Permanent-Link

    Was denn für »Kampf­be­griffe?«

    Da­von ab­ge­se­hen sagt die Pres­se­mel­dung des Ver­lags doch ein­deu­tig aus, dass man auch für­der­hin »her­kömm­lich« pro­du­zierte Bü­cher her­aus­brin­gen will. Da dürfte auch Platz für Plasch­kas sein…

  6. Riven
    Erstellt am 6. Juli 2011 um 11:40 | Permanent-Link

    Na gut, ich weiß ja nicht, wie sie das mit dem »her­kömm­lich« ver­ste­hen. Hab das jetzt nur auf »ge­si­cherte« Pro­jekte wie zum Bei­spiel wei­tere For­got­ten Realms-Romane be­zo­gen, die schon ihre Stamm­le­ser­schaft ha­ben.

    Mit »Kampf­be­grif­fen« meine ich so­was wie »Ihr Wunsch ist uns Be­fehl« oder »Wir sind der Ver­lag 2.0″. Wirkt auf mich un­frei­wil­lig ko­misch.

  7. Stefan Holzhauer
    Erstellt am 6. Juli 2011 um 11:48 | Permanent-Link

    Auf mich nicht.

  8. ToMe
    Erstellt am 23. Januar 2012 um 15:28 | Permanent-Link

    Ich bin heute durch Zu­fall über die­ses Sys­tem ge­stol­pert und halte es für eine gute Grund­idee. Al­ler­dings gibt es auch noch ei­nen Punkt, der in mei­nen Au­gen übe­r­ar­bei­tungs­be­dürf­tig ist.

    Erst ein­mal zu den Vor­tei­len für die ein­zel­nen Be­tei­lig­ten:
    Au­tor: Be­kommt die Mög­lich­keit zur Ver­öf­fent­li­chung. Laut der Be­schrei­bung klingt es für mich so, dass durch Crowd­fun­ding Bü­cher rea­li­siert wer­den sol­len, die an­sons­ten even­tu­ell keine Chance be­kom­men hät­ten. Nicht, weil sie etwa schlecht wä­ren — was si­cher­lich nicht der Fall ist — son­dern weil sie et­was Neues, Ge­wag­tes, Ex­tra­va­gan­tes sind. Et­was, bei dem sich der Ver­lag denkt: »Wow! Aber … lässt sich das auch ver­kau­fen?« Ich kann mir vor­stel­len, dass ge­rade klei­nere Ver­lage, die sich nicht allzu viele Fehl­schläge leis­ten kön­nen, an die­ser Stelle ei­nen Rück­zie­her ma­chen und lie­ber auf Num­mer si­cher ge­hen. Mit Crowd­fun­ding hin­ge­gen könn­ten sie sich ge­zielt er­kun­di­gen, ob sich doch ge­nug Le­ser fin­den wür­den, um das ei­gent­lich gute Ma­nu­skript zu ver­öf­fent­li­chen.

    Ver­lag: Kann Neues aus­pro­bie­ren, ohne ein gro­ßes Ri­siko ein­zu­ge­hen. Wi­der der Mei­nung so man­cher Men­schen, die das Sys­tem schon mit ei­ner Art Vor­stufe ei­nes DKZV ver­glei­chen, kann ich es für Klein­ver­lage nach­voll­zie­hen. Zu­min­dest, so­lange es sich in Gren­zen hält und nicht plötz­lich aus­schließ­lich prak­ti­ziert wird.

    Zah­len­der Le­ser: Als ich das erste Mal da­von ge­le­sen habe, habe ich mir ver­wun­dert die Au­gen ge­rie­ben. 10 € für ein Buch? 20 € für zwei Bü­cher? 30 für drei? Jetzt mal ehr­lich, das sind doch ganz nor­male Preise. Das Geld geht auch nicht ver­lo­ren, wenn das Pro­jekt nicht rea­li­siert wird. Man hat nichts zu ver­lie­ren. Funk­tio­niert es, gibt’s die Bü­cher, wenn nicht, pas­siert gar nichts.

    Für Über­trie­ben halte ich ne­ben­bei be­merkt die Sa­che mit der Um­welt. Ich habe ei­nen Text über Crowd­fun­ding zu­nächst ge­lang­weilt über­flo­gen und be­hielt am Ende nur den Ge­dan­ken an ei­nen um­welt­schüt­zen­den Ver­lag zu­rück… Was ja nicht wirk­lich der ei­gent­li­che Hin­ter­grund des Gan­zen ist, auch wenn es mir so vor­kommt, als würde es be­wusst vor­ge­scho­ben. Na­tür­lich stimmt es, dass durch die­ses Sys­tem we­ni­ger Flops pro­du­ziert wer­den und da­durch auch et­was die Um­welt ge­schont wird, aber die­ser ei­gent­lich kleine Ne­ben­ef­fekt wird in mei­nen Au­gen über­trie­ben stark auf­ge­plus­tert.

    Auch die Summe war et­was hoch an­ge­setzt. Ich weiß nicht, wie lange der Zeit­raum war, in dem die 4.500 € hät­ten ge­spen­det wer­den sol­len. Aber das ist schon ein or­dent­li­cher Geld­bat­zen. Beim letz­ten Band ei­ner Kri­mitri­lo­gie (?) kann ich es ge­rade noch nach­voll­zie­hen, im­mer­hin hätte die Ge­schichte, wenn sie denn gut ge­nug ist, ei­nen fes­ten Le­ser­stamm ge­habt, der die Ver­öf­fent­li­chung un­ter­stützt hätte. (Al­ler­dings wird der Ver­lag schon ei­nen Grund ge­habt ha­ben, wa­rum er das dritte Buch nur über Crowd­fun­ding ver­öf­fent­li­chen wollte…)

    Jetzt stelle man sich ein völ­lig un­be­kann­tes Buch ei­nes völ­lig un­be­kann­ten Au­to­ren mit ei­ner Ge­schichte fern dem viel­ge­le­se­nen Main­stream vor, das durch Crowd­fun­ding ver­öf­fent­licht wer­den soll. Wie soll so je­mand die rund 400 Men­schen zu­sam­men be­kom­men, die für sein Buch spen­den sol­len? Ein über­zeu­gen­des, ver­öf­fent­lich­tes Buch kann man viel bes­ser ver­mark­ten und ver­kau­fen als eine Le­se­probe. Nur ein fer­ti­ges Buch hat die Chance, gute Re­zen­sio­nen be­kann­ter Men­schen o. ä. zu er­hal­ten, auf de­nen sich eine um­fang­rei­chere Ver­mark­tung leicht auf­bauen ließe, usw. usf.
    Klar kann man seine Fa­mi­lie und seine Freunde an­heu­ern, or­dent­lich zu spen­den. Aber mal ehr­lich, das hätte den Sinn des Sys­tems so ziem­lich ver­fehlt, oder irre ich mich? Das würde dann schon wirk­lich in Rich­tung DKZV ge­hen (»Hey, leiht mir mal bitte euer Geld, da­mit ich mein Buch ver­öf­fent­li­chen kann«)… Es soll doch über­prüft wer­den, wie viel In­ter­esse die Le­ser an dem Werk ha­ben, nicht wie viel Geld die Ver­wandt­schaft.

    Dazu man­gelt es in mei­nen Au­gen an Wer­bung. Ich lese sehr viel und ma­che so ei­nige grö­ßere Schreib­fo­ren im WWW un­si­cher, auch der Ver­lag Feder&Schwert ist mir nicht un­be­kannt. Aber von Crowd­fun­ding habe ich bis zum heu­ti­gen Tag noch nie et­was ge­hört. Wenn noch ein­mal ein Pro­jekt ge­star­tet wer­den sollte, muss die Sa­che viel mehr pu­blik ge­macht wer­den. Sonst hat das Ganze kei­nen Sinn.

    So­weit meine Ge­dan­ken zum Thema. Dem Ver­lag Feder&Schwert wün­sche ich viel Er­folg für das nächste Pro­jekt.

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*


neun × 1 =

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

  • Gallery

    Screenshot_2011-11-26_12_04_57_453125_sml WS_Aurin_gc Screenshot_2011-11-27_18_18_50_45_sml Screenshot_2011-11-26_12_31_55_968750_sml Krimi Total
  • Werbung