Electronic Arts und Crytek wollen Geld für Spieledemos

Logo Electronic ArtsIm­mer wie­der auf der Su­che nach neuen Ein­nah­me­quel­len ko­chen Spie­le­publis­her ja bis­wei­len selt­same Ideen aus. Ins­be­son­dere Ko­pier­schutz­maß­nah­men, die dem Spie­ler ef­fek­tiv die Kon­trolle über das er­wor­bene Pro­dukt ent­zie­hen, es ihn gar nicht erst spie­len las­sen (siehe den »al­ways on«-Kopierschutz von Ubi­soft, der im­mer wie­der mit stun­den­lan­gen Ser­ver­aus­fäl­len zeigt, wie kun­den­feind­lich er ist) oder über eine Re­gis­trie­rung ei­nen Wei­ter­ver­kauf un­mög­lich ma­chen sol­len. Da das ver­mut­lich die Um­satz­zah­len ver­rin­gert (und nicht etwa, wie be­haup­tet, die bö­sen Raub­mord­ko­pier­ter­ro­ris­ten ), sucht man neue Wege, dem Kun­den seine Kohle aus der Ta­sche zu zie­hen.

Die neu­este Schnaps­idee kommt von Elec­tro­nic Arts und Cry­tek, man kann auch hier nur ver­mu­ten, dass sie im De­li­rium nach dem has­ti­gen Ge­nuss ei­ner Fla­sche Hörn­er­tee im Rah­men der Eu­pho­rie um Cry­sis 2 ent­stan­den ist: man will dem Kun­den für Spie­le­de­mos ab so­fort Geld ab­knöp­fen. Im Ge­spräch sind pro Demo 10 bis 15 Euro, die selbst­ver­ständ­lich nicht auf den Kauf der Voll­ver­sion an­ge­rech­net wer­den sol­len. Dem­nach sol­len Spie­ler also diese Menge Geld aus­ge­ben, um fest­stel­len zu kön­nen, ob das Pro­dukt für sie über­haupt ge­eig­net ist, so­mit kon­kret für Wer­bung zah­len? Das ist ja mal ein bahn­bre­chen­des Ge­schäfts­mo­dell. Sind des­halb als vor­be­rei­tende Test­maß­nahme für die­sen Un­sinn Spie­le­de­mos schon seit Jah­ren mit Ko­pier­schutz ver­seucht? Man könnte es an­neh­men.

Für mich stel­len De­mo­ver­sio­nen von Spie­len schon seit Jah­ren ein wich­ti­ges Kri­te­rium für eine Kauf­ent­schei­dung dar. Kann ich das Spiel nicht vorab aus­pro­bie­ren, kaufe ich es nicht (oder erst spä­ter vom Grab­bel­tisch). In so ziem­lich je­dem Fall, in dem ich dar­auf ver­zich­tet hab, war das ein Rein­fall. Soll­ten Elec­tro­nic Arts und Cry­tek das also tat­säch­lich so durch­füh­ren, wer­den sie ihre Spiele an mich nicht mehr ver­kau­fen. Da man ver­mu­ten darf, dass auch an­dere Kun­den so den­ken wer­den, wird das di­rekt an den Um­satz­zah­len knab­bern. Aber daran sind dann na­tür­lich wie­der die an­geb­li­chen Raub­ko­pien schuld, mit de­nen kann man ja of­fen­bar jede Fehl­ent­schei­dung des Ma­nage­ments ka­schie­ren.

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