»Das mit dem Copyright«

Cory Doctorow

Neuer Bei­trag im Ar­ti­kel­por­tal:

Cory Doc­to­row ist ein ka­na­di­scher Science-Fiction-Schriftsteller und Ak­ti­vist in Sa­chen neue Me­dien, In­ter­net, Copyright-Liberalisierung und Pri­vat­sphäre. Am letz­ten Wo­chen­ende habe ich sein Buch LITTLE BRO­THER in Re­kord­zeit ge­le­sen, nach­dem es mir von »fel­low ne­ti­zens« be­reits mehr­fach nach­drück­lich ans Herz ge­legt wurde.

Das Be­son­dere an die­sem Buch: man kann es nicht nur über die ein­schlä­gi­gen Ver­triebs­ka­näle kau­fen, son­dern es auch ein­fach auf sei­ner Web­seite kos­ten­los in zahl­rei­chen For­ma­ten her­un­ter la­den. Kos­ten­los. Ein­fach so. Le­gal. Un­ter ei­ner Crea­tive Commons-Lizenz. Trotz die­ser Tat­sa­che ver­kau­fen sich seine Bü­cher wie ge­schnit­ten Brot.

Wie kann das sein? Ins­be­son­dere an­ge­sichts des Dau­er­ge­jam­mers ge­wis­ser Ver­le­ger und Ver­lage, wie böse kos­ten­lose An­ge­bote sind – seien sie nun se­mi­le­gal oder le­gal – und dass beide den Markt zer­stö­ren…

Im Vor­wort zu LITTLE BRO­THER be­fin­det sich der fol­gende Text, den ich aus dem Eng­li­schen über­setzt habe, um ihn hier zu ver­öf­fent­li­chen, was ich auf­grund der CC-Lizenz pro­blem­los tun darf, wenn ich den Na­men des Au­to­ren nenne, auf seine Web­seite hin­weise und kein Geld da­mit ver­diene.

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2 Kommentare

  1. Erstellt am 7. April 2010 um 20:18 | Permanent-Link

    Ich ko­pier mal aus dem Text oben, ich denke, das ist nach dem was wir ge­le­sen ha­ben okay: »Für mich – für so ziem­lich je­den Schrift­stel­ler – ist nicht Pi­ra­te­rie das Pro­blem, das Pro­blem ist un­be­kannt zu sein (danke an Tim O’Reilly für die­sen groß­ar­ti­gen Apho­ris­mus).»
    Als Fan von Cory und von Tim O’Reilly (des­sen Ver­lag ich übri­gens sehr schätze) muss ich sa­gen: ja, d’accord. Ge­nauso ist es. Et­was an­de­res zu be­haup­ten, wäre ge­lo­gen.

    »Die gute Nach­richt (für den Schrift­stel­ler) ist, dass eBooks auf Com­pu­tern sehr viel wahr­schein­li­cher eine Wer­be­maß­nahme für ein ge­druck­tes Buch sind (denn das ist schließ­lich bil­lig, ein­fach zu be­kom­men und ein­fach zu be­nut­zen) als ein Er­satz. Man kann wahr­schein­lich ge­nau so viel von dem Buch auf ei­nem Bild­schirm le­sen, um zu rea­li­sie­ren, dass man es auf Pa­pier le­sen möchte.»
    Nein, sorry, da kann ich lei­der nicht ganz zu­stim­men. Na­tür­lich: Standard-PCs mit Standard-TFTs sind wirk­lich nicht ge­eig­net, um ein Buch zu le­sen. … Mehr an­zei­gen
    Aber es gibt jetzt Kindle & Co. All diese tol­len eBookre­a­der. Seit­dem hat sich die Sach­lage et­was ge­än­dert.

    Das Haupt­pro­blem für Au­to­ren, die un­be­kannt sind: sie wer­den durch kos­ten­lose Bü­cher nicht be­kann­ter, und ver­die­nen tun sie auch nichts.
    Cory hat un­ter ei­nem spe­zi­el­len Be­trach­tungs­win­kel Recht: wenn ei­ner wie Neil Gai­man (oder Ste­phen King, etc.) ein Buch »ver­schenkt«, dann hat das ei­nen po­si­ti­ven Ef­fekt auf seine Ver­käufe. So­was nennt man schließ­lich PR.

    Es gibt aber ei­nen As­pekt, der hier gar nicht be­leuch­tet wurde: der »Wert«. Das ist zwar in der Re­gel abs­trakt und oft­mals bi­zarr (bei­spiels­weise: wa­rum soll ein Fer­rari für 250.000 Euro so viel bes­ser sein als ein Audi für 60.000 Euro??), aber oft gibt der »Wert« dem Werk auch das Ge­wicht, das es be­nö­tigt, um an­er­kannt zu wer­den. Und An­er­ken­nung be­deu­tet auch Re­spekt. Und Re­spekt ist für ei­nen auf­stre­ben­den Schrift­stel­ler sehr wich­tig.

  2. Stefan Holzhauer
    Erstellt am 7. April 2010 um 22:12 | Permanent-Link

    Der Text wurde 2007 ver­fasst, da gab es zwar be­reits eBook-Reader, aber we­der wel­che die tech­nisch brauch­bar wa­ren, noch wel­che, die er­schwing­lich wa­ren. Heute sieht das ein we­nig an­ders aus. Das ändert aber mei­ner Ansicht nach an Co­rys Grund­aus­sa­gen nichts. Der Teil über das Le­sen am Bild­schirm ist nur ein As­pekt.
    Bei mir hat sein Plan wie­der mal funk­tio­niert: Ich habe LITTLE BRO­THER auf dem eBook-Reader ge­le­sen und ihn dann gleich als Pa­pier­buch be­stellt. Gleich zwei Mal: ein­mal für mich und ein­mal als Ge­burts­tags­ge­schenk für ei­nen Freund.

    Doc­to­rows Aus­sa­gen blei­ben auch an­ge­sichts der auf­kom­men­den eBook-Reader va­lide, zu­min­dest in mei­nen Au­gen. Ins­be­son­dere wenn man be­trach­tet, dass er durch die kos­ten­lo­sen Bü­cher be­kannt wurde. Das wird nicht je­dem ge­lin­gen, aber un­be­kannte Au­to­ren wer­den nicht da­durch be­kann­ter, dass sie von eta­blier­ten Ver­la­gen ab­ge­lehnt wer­den… :o) Denn dann wer­den ihre Werke gar nicht ver­legt. Da ist die kos­ten­lose Ver­tei­lung von eBooks (Mu­sik) mit der Op­tion frei­willg was zu zah­len nicht ge­rade ab­we­gig.

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