Ich hatte es bereits gestern anläßlich der Ankündigung des neuen TRON-Spiels erwähnt: TRON 2.0 ist ein völlig zu Unrecht übersehenes und geflopptes Spiel, das aufgrund seiner Umsetzung und Spielermotivation eigentlich ein Kleinod darstellt.
Etliche Jahre nach den Geschehnissen in TRON wird Alan Bradleys Sohn Jethro (alias Jet) digitalisiert und in die Computermärchenwelt des Films gezogen; wiederum sind hier üble Kräfte am Werk und Jet kämpft gegen Wächterprogramme, durch Viren korrumpierte Szenarien und Gegner sowie auf dem Lichtraster in Light Cycles, während er Beweise über eine mögliche feindliche Übernahme der Firma ENCOM sammelt. Steven Lisberger, Erfinder von TRON und Regisseur des ersten Films sagte zu dem Spiel: »Tron 2.0 bleibt der Vision und dem ursprünglichen Geist des Filmes treu. Monolith hat Unglaubliches geleistet.«
Umgesetzt wurde das Ganze in Form eines First-Person-Shooters mit diversen Rätsel- und Jump’n’Run-Elementen; wer jetzt »Killerspiel« schreit: es werden keine Menschen getötet, ausschließlich Programme gelöscht und Viren beseitigt. :o)
Die grafische und auch die akustische Umsetzung sind absolut sehens- und hörenswert und machen TRON 2.0 zu einem idealen Geschenk nicht nur für Nerds. Und das Beste: Da es schon älter ist und ein kommerzieller Flop war, bekommt man es heutzutage nachgeworfen, man erhält es neu ab ca. 2,50 EUR,bei Amazon für 2,99 EUR.
Kaufen! Wenn nicht zum Verschenken, dann für den Eigenbedarf. Auf das Spielraster mit euch!
Heutzutage liefert man digital projizierte Filme auf Festplatten aus, die werden dann im Kino auf einen Server kopiert. Aus Angst vor direkt davon gezogenen Raubkopien, sind die Wiedergabevorrichtungen mit DRM (Digital Rights Management) geschützt. Will man den Film ansehen, dann muss quasi der Server, der die Bilder an den Projektor schicken soll, vorher übers Internet dafür bei einer Zertifizierungsstelle die Erlaubnis dafür einholen. Kommt es dabei zu Problemen, bleibt die Leinwand schwarz.
Heise:Jede Digitalprojektor-Server- Kombination generiert ein eigenes Zertifikat und überträgt dieses an den zuständigen DRM-Dienstleister, der für jeden Film einen individuellen Schlüssel erstellt und an das Kino zurück sendet. Der Schlüssel gilt immer nur für eine Filmkopie für einen Projektor und kann auf bestimmte Zeiträume und Uhrzeiten beschränkt werden.
Doch das hat nicht geklappt, denn offenbar konnte der für den digitalen Vertrieb des Films zuständige Dienstleister Deluxe keine gültigen Schlüssel liefern.
Als sich gestern motivierte Kinogänger die Nachtvorstellung von AVATAR ansehen wollten, wurden sie in »einigen Kinos« (auf Heise wird hundert als Zahl genannt, der Verleiher wiegelt ab) leider kurz vor Vorstellungsbeginn darüber informiert, dass daraus nichts werden würde, denn das DRM verhinderte eine Wiedergabe des Films. Wo möglich wurde den Kinobesuchern angeboten, sich gegen Rückerstattung des teureren Eintrittspreises und des Preises für die 3D-Brille doch die 2D-Version azusehen. Lächerlich, denn die 3D-Wiedergabe ist ja wohl eines der zentralen Features des Films. Auch Vorverkaufsgebühren für die Sondervorstellungen wurden nicht erstattet.
Sogar ob der Film heute zum offiziellen Start in allen Lichtspielhäusern laufen kann ist aus denselben Gründen noch unsicher…
Da kann man mal wieder sehen, wie DRM ehrliche Kunden bestraft. Weg mit dem Dreck! Und wenigstens vorher mal probieren, ob die Technik mitspielt. Wenn das so weitergeht, handelt es sich hier um eine weitere von den Verleihern selbstgemachte Möglichkeit, Kinobesucher nachhaltig zu vergraulen, was nachhaltig zu Einbußen führen dürfte. Aber an denen sind dann selbstverständlich wieder mal die Raubmordkopiererterroristen schuld…
Update soeben auf Heise: Eine Sprecherin der Cinestar-Kette hat heise online mitgeteilt, dass die DRM-Probleme behoben seien, und am Donnerstag alle Vorführungen wie geplant stattfinden werden. »…sollen«, möchte man hinzufügen. Morgen wissen wir, ob’s tatsächlich funktioniert hat…
Poster AVATAR, Copyright 2009 20th Century Fox
Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie Simpson sind 20 Jahre alt. Sieht man ihnen nicht an, sie wirken nicht nur frisch wie am ersten Tag, sondern haben sich in den Jahren sogar optisch einer Verjüngungskur unterzogen (was man immer dann leicht erkennen kann, wenn man im Pantoffelkino über eine der dauerwiederholten ersten Staffeln stolpert).
Umso verblüffender ist angesichts des ungebrochenen Erfolgs die Tatsache, dass es sich beim Entstehen der schrecklich gelben Familie eigentlich um einen Zufall handelt: Matt Groening saß damals im Wartezimmer von Fox Television, einem Newcomersender, von dem keiner wusste, wie lange er durchhalten würde. Eigentlich hatte Groening ein anderes Konzept in der Tasche, als er jedoch da so herumsaß, befielen ihn Zweifel, ob der Noob-Sender der richtige für seine Pläne sei und er entwarf während der Wartezeit »mal eben« in 15 Minuten die Simpsons (so zumindest eine Variante der Geschichte, auf der Wikipedia findet man eine leicht andere). Was daraus wurde, wissen wir alle.
Gründe für den dauerhaften Erfolg zu suchen scheint fast müßig, aber sicherlich ist es die Mischung aus »political incorrectness« zusammen mit völlig platten Kalauern, hintergründigem anspruchsvollem Humor, offener Gesellschaftskritik und der dauerhaften und regelmäßigen Einbindung aktueller kultureller Moden und politischer Strömungen. Und natürlich die fast erschreckend anmutende Kreativität von Groening und seinem Team beim Ausdenken neuer unbeschreiblicher Situationen für Homer & Co.
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