Blizzard lobt Storywettberb aus…

… und ei­gent­lich hört sich das ja ganz gut an. Man ver­fasst eine eng­lisch­spra­chige Ge­schichte von ca. 3000 bis 12000 Wor­ten, die in ei­nem der Blizzard-Universen spie­len soll (Also WAR­CRAFT, STAR­CRAFT oder DIA­BLO). Dem Ge­win­ner winkt nicht nur ein Be­such beim Blizzard-Autorenteam in Ka­li­for­nien, son­dern auch das Schwert des Lich­kö­nigs — Frost­mourne — als De­ko­waffe. Wei­tere Plat­zierte er­hal­ten Sach­ge­schenke in Form von Ro­man­bund­les.

Den­noch kann man von der Teil­nahme nur ab­ra­ten, denn die Teil­nah­me­be­din­gun­gen be­inhal­ten, dass man sämt­li­che Rechte an sei­ner Schöp­fung auf alle Zeit und (man lese und staune) »im ge­sam­ten Uni­ver­sum« ab­gibt. Si­cher­lich wer­den den­noch zehn­tau­sende mit­ma­chen… Hier Pa­ra­graph sie­ben der Teil­nah­me­be­din­gun­gen:

All ent­ries and ma­te­ri­als sub­mit­ted to Spon­sor in con­nec­tion with the Con­test (collec­tively, »Entry Ma­te­ri­als«), along with all co­py­right, trade­mark and other pro­prietary rights as­so­cia­ted the­r­e­with, be­come the pro­perty of Spon­sor upon sub­mis­sion, in­clu­ding the right to use your name, voice, bio, and li­ken­ess if re­ques­ted by Spon­sor. […] Wi­t­hout li­mit­ing the ge­ne­ra­lity of the fo­re­go­ing, you ack­now­ledge that Spon­sor shall have the right to use, mo­dify, re­pro­duce, publish, per­form, dis­play, dis­tri­bute, make de­ri­va­tive works of and other­wise com­mer­ci­ally ex­ploit the Entry Ma­te­ri­als in per­pe­tuity and throug­hout the uni­verse, in any man­ner or me­dium now exis­ting or hereaf­ter de­ve­l­o­ped, wi­t­hout se­pa­rate com­pen­sa­tion to you or any other per­son or en­tity. You agree to take, at Sponsor’s ex­pense, any fur­ther ac­tion (in­clu­ding, wi­t­hout li­mi­ta­tion, exe­cu­tion of af­fi­da­vits and other do­cu­ments) re­a­son­ably re­ques­ted by Spon­sor to ef­fect, per­fect or con­firm Sponsor’s rights as set forth above in this pa­ra­graph 7. Not­with­stan­ding the fo­re­go­ing, you may not sell, sub­li­cense or dis­tri­bute the Entry Ma­te­ri­als or any de­ri­va­tive of the Entry Ma­te­ri­als wi­t­hout the ex­press, writ­ten per­mis­sion of Spon­sor.

Es drängt sich un­will­kür­lich die Frage auf: »Wo soll ich mit mei­nem Blut un­ter­schrei­ben?« :o)

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4 Kommentare

  1. Erstellt am 18. März 2009 um 18:39 | Permanent-Link

    Hallo,

    das klingt na­tür­lich auf den ers­ten Blick hart, ob­wohl ei­nige sehr hu­mo­rige Be­zeich­nun­gen dar­un­ter sind. Auf den zwei­ten Blick be­deu­tet dies aber ei­gent­lich sehr we­nig.
    Denn — wenn man an die­sem Wett­be­werb teil­nimmt, schreibt man im Grunde Fan-Fiction. Man be­nutzt Be­griffe, Na­men etc. aus den Wel­ten von Bliz­zard. Und da Bliz­zard das Coy­p­right auf eben diese Dinge hält, kann der Au­tor gar keine Rechte an den ge­schütz­ten Be­grif­fen und da­mit am Ge­samt­werk ha­ben. Si­cher, er hat das geis­tige Ei­gen­tum, kann es aber an­sons­ten nicht ver­öf­fent­li­chen, da er da­mit ge­gen das Coy­p­right ver­stößt. Recht­lich ist Fan-Fiction oh­ne­hin sehr pro­ble­ma­tisch, da im Grunde das geis­tige Ei­gen­tum des Ori­gi­nals ver­letzt wird. Zwar las­sen Ver­lage, Film­fir­men etc. das meist zu, aber es ist eben ein Wohl­wol­len, auf den Hobby-Sektor be­schränkt und ohne jeg­li­ches fi­nanz. In­ter­esse des Au­tors. An­dere hin­ge­gen ver­bie­ten es ge­ne­rell, etwa Anne Rice.
    Eine Ge­schichte, die zwar in den Wel­ten von Bliz­zard spielt, je­doch keine ge­schütz­ten Na­men etc. ent­hält, kann es kaum ge­ben. Und wenn, wird je­der Fan die Nase rümp­fen, ebenso Bliz­zard, die Story also nicht ge­win­nen.

    Was also be­deu­tet es, wenn der Au­tor seine Rechte bis in alle Ewig­keit ab­gibt? Wel­che Rechte hätte er, die er be­wah­ren müsste?

    Grüße

  2. Stefan Holzhauer
    Erstellt am 18. März 2009 um 19:32 | Permanent-Link

    Das Ur­he­ber­recht, nach deut­schem Ge­setz, ich ver­weise auf http://bundesrecht.juris.de/urhg/index.html. Es ist völ­lig ir­re­le­vant, ob in ei­ner sol­chen Ge­schichte Blizzard-Versatzstücke Ver­wen­dung fin­den oder nicht, eine kom­plette Ver­ein­nah­mung der Krea­ti­vi­tät des Er­schaf­fers geht in die­ser dras­ti­schen Form wahr­schein­lich nur in den USA (und man un­ter­wirft sich den Be­din­gun­gen, wenn man denn so blöd ist et­was ein­zu­sen­den). Wer kein Pro­blem da­mit hat, dass ALLE Rechte an der ei­ge­nen Schöp­fung (und trotz der ver­wen­de­ten und ge­schüt­zen Be­griffe düfte eine ent­spre­chende Schöp­fungs­tiefe fast im­mer ge­ge­ben sein) an Bliz­zard ge­hen, der soll ru­hig seine Ge­schichte ein­sen­den. An­ge­mes­sen und ver­hält­nis­mä­ßig ist das im­mer noch nicht. Au­to­ren, die Li­zenz­pro­dukte ver­fas­sen er­hal­ten auch ihr Geld, wa­rum also eine qua­li­ta­tiv gute Amateur-Geschichte (und das wird eine Ge­win­ner­story wohl sein) nicht? Hat ein Hobby-Autor we­ni­ger Recht auf Ent­loh­nung, als ein Profi bei sel­ber Leis­tung? Ich denke nicht.

    Ge­setzt den Fall (es ist recht theo­re­tisch aber denk­bar und auch nicht ohne Prä­ze­denz­fall), die Ge­schichte ist so er­folg­reich und be­liebt, dass ein Film da­nach ge­dreht wird und der spielt Mil­lio­nen ein, geht der Au­tor leer aus. Es reicht aber schon, dass auf der Ba­sis der Ge­schichte eine WOW-Expansion her­aus kommt, oder ein Buch nach der Idee ge­schrie­ben wird. Der Au­tor geht leer aus. Ist das Deine In­ter­pre­ta­tion von ge­rech­ter Ent­lo­hung ei­nes Au­tors?

    Mich wun­dert übri­gens ins­be­son­dere, dass je­mand so denkt, der selbst ein Au­tor ist…

  3. Erstellt am 20. März 2009 um 06:49 | Permanent-Link

    Wa­rum so auf­ge­regt? Ich habe doch nie be­strit­ten, dass das geis­tige Ei­gen­tum bei dem, Ver­fas­ser der Story liegt. Ganz im Ge­gen­teil, ich habe es so­gar aus­drück­lich ge­schrie­ben. Nur nützt ei­nem die­ses Recht nichts, da man die Story höchs­tens in Fan-Fiction-Kreisen ver­öf­fent­li­chen könnte, nie­mals aber ge­gen Ba­res.
    Ab­ge­se­hen von dem un­wahr­schein­li­chen Fall, dass die Story DER Hit wird (wo­bei die Ver­lage dann an­klop­fen wür­den, um eine Nicht-Blizzard-Story zu kau­fen) spielt es für den Ver­fas­ser kaum eine Rolle, was mit den Rech­ten ist. Die Ge­schichte liegt ihm wie Blei in der Schub­lade.
    Seien wir rea­lis­tisch — da wer­den ge­fühlt eine Mil­lion Fans von WOW mit­ma­chen, die ihre Ge­schich­ten bis­her als fan-Fiction ver­öf­fent­lich­ten. Wenn ei­ner von de­nen die Ehre hätte, »Va­ter« ei­ner WOW-Expansion zu sein, dann würde ihm das schon rei­chen.

    Meine In­ter­pre­ta­tion ei­ner ge­rech­ten Ent­loh­nung spielt hier keine Rolle. Schließ­lich ist es ja nicht so, als würde Bliz­zard diese Klau­seln ge­heim hal­ten. Ei­gent­lich schrei­ben sie die ziem­lich groß auf ihre Seite. Das heißt, dass der Teil­neh­mer weiß, was er tut. Wenn ihm die Ehre ge­nügt, oder die Aus­sicht auf ei­nen klei­nen Preis, dann ist das okay. Wem das nicht reicht, der nimmt eben nicht daran teil. Wes­halb sich also auf­re­gen? Wer weiß, was er tut, und es den­noch tut, der weiß schon, was er tut.

    Wa­rum wun­dert es dich ei­gent­lich, dass ich so denke? Ge­rade weil ich Au­tor bin, sehe ich das völ­lig un­ver­krampft. Ein Verlag/Unternehmen macht ein An­ge­bot, das man an­neh­men kann oder nicht. Mir per­sön­lich ge­fal­len die Kon­di­tio­nen nicht, ich würde nie daran teil­neh­men. Aber ich ver­diene ja da­mit auch Geld. An­dere schrei­ben aus Spaß und de­nen ist wurscht, wie und ob sie ent­lohnt wer­den. Soll cih de­nen al­les ver­mie­sen?

  4. Stefan Holzhauer
    Erstellt am 20. März 2009 um 08:56 | Permanent-Link

    Ich runzle die Stirn und frage mich voll der Ver­wun­de­rung, wie der Kom­men­ta­tor dar­auf kommt, ich könnte »auf­ge­regt« sein…

    »Der Teil­neh­mer weiß was er tut« ist eine nette Idee, ent­spricht aber nicht der Rea­li­tät. Er­fah­rungs­ge­mäß wer­den sol­che Teil­nah­me­be­din­gun­gen nur von ei­nem ge­rin­gen Bruch­teil der Teil­neh­mer ge­le­sen, ins­be­son­dere dann, wenn ein ge­rüt­telt Maß die­ser Teil­neh­mer min­der­jäh­rig sein dürfte. Und die Klau­seln sind nicht eben an pro­mi­nen­ter Stelle an­ge­bracht, man stol­pert nicht dar­über.

    »Auf den zwei­ten Blick be­deu­tet dies aber ei­gent­lich sehr we­nig.« un­ter­schei­det sich in­halt­lich deut­lich von den Aus­sa­gen im zwei­ten Kom­men­tar… Es be­deu­tet eben nicht »sehr we­nig«, aus der Sicht des Au­to­ren.

    Und ab­schlie­ßend: Ge­nau, mir ge­fal­len die Kon­di­tio­nen eben­falls nicht und meine In­ten­tion war es, ex­akt auf die Im­pli­ka­tio­nen auf­merk­sam zu ma­chen, eben auch für die­je­ni­gen, die übli­cher­weise keine Teil­nah­me­be­din­gun­gen le­sen. Ich kann die Ar­gu­men­ta­tion »es sind doch nur Fans und von de­nen schreibt doch eh kei­ner ei­nen Hit« übri­gens im­mer noch nicht nach­voll­zie­hen. Ur­he­ber bleibt Ur­he­ber. Wenn je­mand wis­sent­lich und frei­wil­lig alle Rechte auf­ge­ben möchte, sei ihm oder ihr das un­be­nom­men, aber auf die Pro­ble­ma­tik hin­wei­sen sollte man den­noch und ge­nau das habe ich ge­tan. Man muss den Blick für sol­che Prak­ti­ken schär­fen, siehe Face­book, die eben­falls ver­sucht ha­ben, das geis­tige Ei­gen­tum sei­ner Nut­zer zu ver­ein­nah­men und da­mit übel auf­ge­lau­fen sind.

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