STAR TREK ONLINE Open Beta – erste Eindrücke – Teil eins
Seit dem 12.01.2009 um 19:00 Uhr MEZ läuft sie, die Open Beta eines der wohl derzeit meist erwarteten MMOs: STAR TREK ONLINE. Aufgrund einer Vorbestellung erhielt ich automatisch einen Beta-Account und bin deswegen in die glückliche Lage versetzt worden, mir bereits vor dem offiziellen Start ein Bild von dem Spiel zu machen.
Die Erwartungshaltung ist groß, immerhin handelt es sich bei STO um die Lizenz eines der größten Popkultur-Phänomene überhaupt und es wurde mehrfach in Abrede gestellt, dass eine Umsetzung in der Art eines MMO überhaupt möglich sei. Und bekanntermaßen vergeben Hardcore-Trekkies nichts.
Kann STAR TREK ONLINE die gestellten Erwartungen erfüllen und kann man mit diesem Produkt gegen Branchenprimus WORLD OF WARCRAFT anstinken?
Vielleicht sollte die Frage eher lauten: Will man letzteres überhaupt?

Schon vor dem Beginn der offenen Beta wurde Unmut laut, denn Entwickler Cryptic hatte es scheinbar versäumt, rechtzeitig Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, den Client herunter zu laden. So fürchteten manche, diesen nicht rechtzeitig zum Beta-Start zu haben, denn der Download kam mit immerhin knapp acht Gigabyte daher. Hinzu kamen Verwirrungen durch unterschiedliche dennoch zu findende Client-Versionen, die dann auch noch automatisch falsch gepatched wurden, was dazu führte, dass manch einer den Download zeitaufwändig wiederholen musste.
Cryptic verwiesen – meiner Ansicht nach zu Recht – darauf, dass zum Betatest auch gehört, die Serverbelastung durch den Download zu prüfen. Da allerdings zur Verteilung, wie bei anderen Anbietern auch, offenbar eine Torrent-Variante Verwendung findet, dürfte eher getestet worden sein, wie gut der PeerToPeer-Download funktioniert. Bei mir waren es über einen reinen Torrent ohne Nutzung des Cryptic-Downloaders ca. elf Stunden, das sind ungefähr 0,73 Gigabyte/Stunde, damit kann man wohl leben.

Natürlich ging am 12. um Schlag 19:00 Uhr nicht viel, aber damit hatte ich auch nicht gerechnet, denn man kann sich leicht ausmalen, was geschieht, wenn sich bei einem solchen System alle Interessierten auf einmal einloggen wollen. Im »Normalbetrieb« gibt es das so natürlich nicht, hier existieren zwar Spitzenzeiten, aber die Anmeldungen verteilen sich trotz der Tatsache, dass es nur einen Server gibt und die Spielerklientel heterogen von ganz Terra stammt, doch üblicherweise deutlich besser als bei dem Anmeldepeak zum Start der Open Beta.
Logischerweise kam es während der ersten Stunden auch zu häufigen Disconnects und Problemen beim Aufsuchen bestimmter Spielgebiete, aber auch damit war zu rechnen, immerhin haben wir es hier nicht mit einem fertigen Spiel zu tun, sondern mit einem Test.
Dennoch war ich in schnell der Lage, mir den Charakter-Generator genauer anzusehen, besser gesagt, denjenigen für Sternenflotten-Figuren, denn Klingonen darf man erst ab einem späteren Level erstellen.
Und ich muss sagen: Schon der erfreute mich nachhaltig, denn die Möglichkeiten, am Aussehen des Avatars herumzuschrauben sind sehr umfangreich. Manch einer mag vielleicht bemängeln, dass ausschließlich Humanoide zu erstellen sind, aber tatsächlich passt das ja nun zum STAR TREK-Universum, sicherlich basierend darauf, dass es in Fernsehserien deutlich preiswerter ist, Schauspieler mit ein wenig Makeup zu versehen, als aufwändige Stop-Motion-Technik oder heutzutage Computeranimationen zu verwenden. Von daher geht zum einen diese Einschränkung aus meiner Sicht völlig in Ordnung, zum anderen kann man annehmen, dass Cryptic hier nachliefern wird – wenn auch möglicherweise gegen harte Dollars, wie bei CHAMPIONS ONLINE. Ebenfalls passend zu den Charakteren der Serien hat man eine große Auswahl an Stirnwülsten und Nasenriffeln, aber auch Knochenkämme und andere Anhägsel sind anwählbar. Wünscht man sich konservative, stark menschenähnliche Figuren, sind auch diese immer noch umfangreich manipulierbar, fast fühlt man sich in DIE SIMS 3 versetzt, Proportionen sind bis in Details einstellbar und auch die Optionen zur Gesichtsveränderung lassen Einiges zu.
Der eingebaute Zufallsgenerator erstellt gern grotesk anmutende Kreationen, die eher wie Karikaturen aussehen und die wohl nur eine Mutter (oder ein adäquates Geschlecht der Rasse) lieben kann, interessant hier aber, dass es auch Zufallsknöpfe für Sub-Parameter gibt, man kann also ein gewisses Aussehen einstellen und dann nur untergeordnete Details dem Zufall überlassen.

Neben der vollkommen freien Gestaltung kann man auch einen Rassen-Archetypen anwählen und den dann im Rahmen der Spezies-Parameter dem eigenen Geschmack anpassen, hier stehen alte Bekannte wie beispielsweise Menschen, Vulkanier, Trill, Betazoide, Bajoraner, Andorianer, Benziten, Bolians und Saurianer zur Verfügung.
Wie in den guten alten Zeiten sind die Klingonen in STO wieder die Bösen, man sieht sich also mit liebgewonnenen Feindbildern konfrontiert. Dennoch kann man mittels des Charaktererschaffungssystems selbstverständlich auch einen der stolzen Krieger vom Planeten Qo'noS in der Sternenflotte dienen lassen.

Bei der Kleidung hätte man wohl angenommen, dass sich die Auswahl auf ein paar Standard-Sternenflotten-Uniformen beschränkt, aber weit gefehlt. Es gibt eine Auswahl an modernisierten Starfleet-Outfits, die man aber durch fast freie Farbwahl in einem weiten Rahmen modifizieren kann. Verblüffenderweise sehen die Endergebnisse aber (wenn man nicht etwas völlig Abstruses baut,aber auch das geht, es zählt, was dem Spieler gefällt) trotz aller Freiheit immer noch recht »trekkig« aus. Der Fan, der etwas auf sich hält, orientiert sich wohl eher an Bekanntem, hat aber durchaus die Möglichkeit mit Variationen zu spielen.
Schon das Erstellen eines Avatars für STAR TREK ONLINE macht eine Menge Spaß, lässt andere Vertreter des Genres – auch aktuelle – locker weit hinter sich und setzt – wie schon bei CHAMPIONS – Maßstäbe. Die beschränkte Anzahl an Standardgesichtern mit ein paar Frisuren bei WORD OF WARCRAFT kann dagegen nicht einmal ansatzweise konkurrieren, aber da muss man Blizzard zu Gute halten, dass WOW bereits fünf Jahre auf dem Buckel hat. Dennoch wächst in Sachen Avatargestaltung der Druck seitens der Konkurrenz.

Nach diversen Verbindungsabbrüchen entschloss ich mich, es entspannt angehen zu lassen und widmete mich einer Folge Heroes, bevor ich mit dem Test weiter machte. Das war auch eine kluge Entscheidung, denn nach ungefähr einer Stunde lief STO schon deutlich glatter.
Das soll es für den Einstieg erstmal gewesen sein, in Kürze mehr zu diesem Thema und dann geht es in medias res.
Bis dahin: Live long and prosper!


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